Randnotizen

Nicht jeder Gedanke braucht einen großen Aufmacher.

Kurze Beobachtungen. Klare Standpunkte. Platz zum Weiterdenken.

Nahaufnahme einer handschriftlichen Randnotiz: „Genauer hinsehen!“ in blauer Tinte neben einer Kugelschreiberspitze.
17. MAI 2026

Randnotiz: Ich weiss nicht, wieviele Jahre es waren, aber vermutlich um die 20. So lange ist es her, dass ich…

Ich weiss nicht, wieviele Jahre es waren, aber vermutlich um die 20. So lange ist es her, dass ich das letzte Mal in Paris war.

Bis vergangenen Donnerstag. Und bis heute. Es hat sich viel verändert. Und nicht zum Besseren. Geduldig blieben allein die Gebäude. Die sind immer noch unverändert einzigartig.

Und werden es wohl noch viele Jahre künftig sein.

Eines ist mir aber ganz besonders aufgefallen:

Nirgends habe ich die Menschen bisher mehr an QR-Codes gewöhnt gesehen, Kartenzahlung, Zahlung per Handy und die bereitwillige Preisgabe von persönlichen Bewegungsdaten als dort. Ein Blick in die Zukunft. Gefällt mir in der Theorie genauso wenig wie schon umgesetzt.

14. APR 2026

Randnotiz: Offenbar plant die Regierung die Tabaksteuer schneller als geplant zu erhöhen um damit die…

Offenbar plant die Regierung die Tabaksteuer schneller als geplant zu erhöhen um damit die Spritpreise zu senken. Eine Schachtel mit 20 Zigaretten soll dann 11,68 Euro kosten statt 9 Euro. Nach dem 11. September hiess es "Rauchen für die Terrorbekämpfung", jetzt wird daraus: "Rauchen, damit sich die Fahrt zur Arbeit wieder lohnt." Da muss man erstmal um zwei Ecken tanken... äh: denken.

11. APR 2026

Randnotiz: Zu heftig, das zu Teilen. Unzumutbar. In jederlei Hinsicht.

Zu heftig, das zu Teilen. Unzumutbar. In jederlei Hinsicht.

Bleibt weg! Verdammt! Ihr seid gewarnt!

Online-Unterricht. Kennen wir ja noch. Hatten wir auch.

Auch zum Schutz und auch weil es eine Gefahr gibt...

Man zeichnet auf. Für später. Wenn die wüssten...

Die Lehrerin begrüsst die Schülerinnen auf Englisch.

Fragt: "Seid Ihr alle da?" Das erste Mädchen antwortet gerade.

Mit Akzent. Aber absolut fehlerfrei. Und so deutlich ausgesprochen. Ich bin sicher sie wird später wirklich gut darin sein.

Mädchen tun sich einfach so viel leichter mit fremden Sprachen.

Die sind ja wie wir, irgendwie... Schhhhhhhhzzzzzzzzzzchhhrrr.

Im Hintergrund faucht ein Drache. Scharf. Kurz. Einschüchternd.

Kein Disney. Nur aus dem selben Land. Und echt und real.

Gefolgt von einem unfassbar lauten Knall. Das Mikro clippt.

Ich fahre zusammen, greife an meine Kopfhörer.

Wirklich. Laut. Der Knall. Glas zerberstet, Scheiben splittern, Dinge fallen durch die Gegend und erzeugen ein Klangmuster, von dem es besser ist, wenn man es niemals zu hören bekommt.

Das Mädchen schreit auf. Zu gross der Schreck.

Dann in ihrer Sprache. International: "Mama!?" Keine Antwort. "Mama?!". Das zweite Mal deutlich hysterischer.

Man hört, dass sie sich von ihrem Schul-Stuhl erhebt, nach hinten in den Raum geht. Dann ruft sie ihre Mutter nochmal. Und dann ein Schrei. In dieser einen Stimmlage, die man nicht nachstellen kann. Die tiefsten Schmerz der Erkenntnis ausdrückt, dass eben etwas sehr Furchtbares passiert ist. Eine weitere weibliche Person ist im Hintergrund zu hören. Wohl älter. Sie scheint die Schülerin zur Seite zu nehmen. Man hört entsetztes Weinen. Von beiden. Es wird klar, dass die Mutter zur falschen Zeit an der falschen Stelle in der Wohnung stand...

Die Lehrerin fragt ungläubig und besorgt nach.

Ein anderes Mädchen sagt etwas. Die Lehrerin bestätigt.

Unterricht und Aufzeichnung brechen ab.

Die Arschlöcher werden wieder sagen: Das ist gestellt. Propaganda.

Sollen sie. Denn selbst wenn. Was ich nicht glaube, dazu war das zu echt. Trotzdem. Wir wissen ja, dass an diesem Tag so viele starben.

Die Zeit passt. Der Ton passt. Und diese Verzweiflung dieses Mädchens... Wer sollte das nachspielen?

Es ist mir egal, was Ihr sagt. In habe es hier gespeichert.

Und in meinem Kopf. Und meinem Herzen.

DAS ist es, woher meine Ungeduld kommt.

Wenn jemand so etwas relativiert. Oder rechtfertigt.

Das ist just DIE Realität, die hinter der Zahl 1500+ von vorgestern steckt. Die an Herz und Seele zupft, wenn man die Distanz aufgibt.

Was gar nicht anders geht. Wenn man Empathie kennt.

Und Ihr fragt, was mein Problem mit machen Menschen ist?

D A S !

Nur fürs Protokoll.

08. APR 2026

Randnotiz: Wie schon gesagt: Der Waffenstillstand ist fragil. Nach der Sichtung der Signale aus den USA bleibt…

Wie schon gesagt: Der Waffenstillstand ist fragil. Nach der Sichtung der Signale aus den USA bleibt zu befürchten, dass sich die Kriegstreiber in der Administration durchsetzen werden und Israel seinen Willen bekommt für eine nächste wohl sehr finale Runde.

Derweil bombardieren sie den Libanon als gäbe es kein Morgen.

Und für eine trifft das dann auch zu: Für die gibt es kein Morgen...