mRNA-Grippe-Impfstoff mFlusiva in den USA zugelassen
Bei Modernas mRNA-Grippeimpfstoff lohnt sich ein genauer Blick auf die Studiendaten. Dr. John Campbell stellt den zusätzlichen Schutz den häufigeren Impfreaktionen gegenüber. Ich finde: Wer darüber entscheiden soll, muss beide Seiten kennen.

- Was wissen wir darüber?
Dr. John Campbell hat auf Youtube ein sehr interessantes Video hochgeladen, leider ist es auf englisch, deshalb für einige nicht zugänglich, was die Informationen betrifft. Ich halte ihn für eine sehr zuverlässige Quelle, weshalb ich den Inhalt für wichtig erachte.
Dies zumal auch, da es in der Regel nicht lange nach einer FDA-Zulassung dauert, bis die europäische EMA nachzieht und das Produkt auch bei uns vermarktet werden dürfte.
Hier auf deutsch zusammenfasst, was er darüber zu sagen hat:
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Die FDA hat mit mFLUSIVA von Moderna den ersten mRNA-Grippeimpfstoff zugelassen. Dr. John Campbell hat sich die dazu veröffentlichten Studiendaten angesehen – und einige Zahlen darin sind durchaus erklärungsbedürftig.
Denn je nachdem, wie man dieselben Daten darstellt, klingen sie ziemlich unterschiedlich.
In der Studie wurden insgesamt mehr als 40'000 Menschen untersucht. Rund die Hälfte erhielt den mRNA-Impfstoff mRNA-1010, die andere Hälfte einen herkömmlichen Grippeimpfstoff.
Das Ergebnis:
In der mRNA-Gruppe erkrankten 411 von 20'179 Menschen an bestätigter Influenza. Das entspricht 2,0 Prozent.
In der Vergleichsgruppe waren es 557 von 20'124 Menschen. Das entspricht 2,8 Prozent.
Aus diesen Zahlen ergibt sich die in der Studie angegebene relative Wirksamkeit von 26,6 Prozent.
Das klingt zunächst nach einem ziemlich deutlichen Unterschied.
Schaut man allerdings auf das absolute Risiko, sieht die Sache anders aus:
2,8 Prozent minus 2,0 Prozent ergibt 0,8 Prozentpunkte.
Anders gesagt:
Von 100 Menschen erkrankten mit dem herkömmlichen Impfstoff statistisch etwa 2,8 Personen, mit dem mRNA-Impfstoff etwa 2,0 Personen.
Der absolute Unterschied beträgt also 0,8 von 100 Menschen.
Genau auf diesen Unterschied weist Campbell besonders hin.
Und dann kommt die zweite Seite der Rechnung: die Nebenwirkungen beziehungsweise Impfreaktionen.
Auch hier zeigen die Studiendaten deutliche Unterschiede.
Schmerzen an der Einstichstelle:
mRNA: 65,8 Prozent
Standardimpfstoff: 29,8 Prozent
Müdigkeit:
mRNA: 45,1 Prozent
Standardimpfstoff: 20,3 Prozent
Kopfschmerzen:
mRNA: 37,8 Prozent
Standardimpfstoff: 18,0 Prozent
Muskelschmerzen:
mRNA: 35,4 Prozent
Standardimpfstoff: 11,6 Prozent
Besonders auffällig findet Campbell die sogenannten Grad-3-Reaktionen.
Das sind stärkere Reaktionen, die den normalen Alltag deutlich beeinträchtigen können und teilweise eine medizinische Behandlung erforderlich machen.
Sie wurden gemeldet bei:
6,4 Prozent in der mRNA-Gruppe
und
1,0 Prozent in der Gruppe mit dem herkömmlichen Impfstoff.
Damit traten solche Reaktionen in der mRNA-Gruppe laut Studie etwa 6,4-mal so häufig auf.
Bei den schwerwiegenden unerwünschten Ereignissen nennt die Veröffentlichung für die mRNA-Gruppe einen Anteil von 2,2 Prozent. Im von Campbell besprochenen Abschnitt wird allerdings kein direkt vergleichbarer Wert für die Kontrollgruppe genannt. Deshalb sollte man aus dieser Zahl allein keinen direkten Gruppenvergleich ableiten.
Zusätzlich nennt die Studie einzelne sogenannte „adverse events of special interest“, darunter eine Thrombozytopenie 84 Tage nach der Impfung und eine Kardiomyopathie 95 Tage nach der Impfung.
Auch hier ist wichtig: Dass ein Ereignis nach einer Impfung auftritt, bedeutet noch nicht automatisch, dass die Impfung die Ursache war. Es bedeutet zunächst, dass diese Ereignisse im Rahmen der Studie dokumentiert wurden.
Und genau hier liegt der Kern von Campbells Argumentation:
Auf der einen Seite steht eine relative Wirksamkeit von 26,6 Prozent.
Auf der anderen Seite steht eine absolute Verringerung des Erkrankungsrisikos um 0,8 Prozentpunkte.
Gleichzeitig traten mehrere typische Impfreaktionen beim mRNA-Impfstoff deutlich häufiger auf, und Grad-3-Reaktionen wurden mit 6,4 statt 1,0 Prozent gemeldet.
Campbells persönliche Schlussfolgerung daraus ist eindeutig: Für ihn persönlich wäre dieses Verhältnis zwischen zusätzlichem Nutzen und zusätzlichen Reaktionen nicht überzeugend genug, um sich für diesen Impfstoff zu entscheiden.
Das ist seine Bewertung der veröffentlichten Zahlen.
Die Zahlen selbst kann und sollte sich jeder ansehen.
Und genau darum sollte es bei medizinischen Entscheidungen eigentlich gehen: Information statt Werbung, nachvollziehbare Zahlen statt Schlagworte und am Ende eine freie Entscheidung.
Wer nach Betrachtung der Daten zu dem Schluss kommt, dass er sich mit mFLUSIVA impfen lassen möchte, soll das tun können.
Wer nach Betrachtung derselben Daten sagt: „Für mich überwiegt der mögliche Nutzen die Nachteile nicht“, muss genauso frei Nein sagen können.
Der Körper gehört am Ende dem Menschen selbst. Die Entscheidung darüber sollte es ebenfalls tun.
Grafik/Gegenüberstellung: Inhouse
Weiterführende Links
Das Video (Quelle):
https://www.youtube.com/watch?v=8a-MTuhfw98
Vaccines and Related Biological Products Advisory Committee June 18, 2026 Meeting Announcement
Vaccines and Related Biological Products - Advisory Committee Meeting - June 18, 2026 - Biologics License Application for
STN 125869/0
https://www.fda.gov/media/193210/download
Efficacy and Safety of an mRNA Seasonal Influenza Vaccine in Adults
https://www.nejm.org/doi/full/10.1056/NEJMoa2516491
Weitere:
https://www.hhs.gov/press-room/hhs-winds-down-mrna-development-under-barda.html
https://zenodo.org/records/15787612
https://feeds.issuerdirect.com/news-release.html?newsid=4801915282452025&symbol=MRNA
Bis später.
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