Ausgerechnet jetzt fällt in den USA eine der wichtigen Raffinerien aus.
Der Dieselpreis in den USA ist binnen gut sechs Monaten um rund 65 Prozent gestiegen. Ausgerechnet jetzt steht die ExxonMobil-Raffinerie in Joliet still. Was bedeutet das für ein Land, das einen grossen Teil seiner Waren per Lkw transportiert?

Ausgerechnet jetzt fällt in den USA eine der wichtigen Raffinerien aus.
ExxonMobil musste seine Raffinerie in Joliet/Illinois nach einem Stromausfall und Problemen mit eindringendem Wasser herunterfahren. Normalerweise produziert die Anlage rund 11 Millionen Gallonen Benzin und Diesel pro Tag.
Der Zeitpunkt könnte kaum ungünstiger sein: Ende Februar lag der landesweite Dieselpreis in den USA noch bei rund 3,81 Dollar je Gallone – etwa 1,01 Dollar pro Liter.
Mitte September waren es bereits 6,29 Dollar je Gallone – rund 1,66 Dollar pro Liter.
Das sind etwa 65 Prozent mehr innerhalb von gut sechs Monaten.
Zum Vergleich: In Deutschland kostet Diesel momentan sogar rund 2,47 Euro pro Liter. Die Belastung an unseren Tankstellen ist also noch einmal deutlich höher.
Trotzdem ist der Preissprung in den USA wirtschaftlich alles andere als harmlos. Dort spielt der Lkw-Verkehr für die Versorgung des riesigen Landes eine zentrale Rolle. Lebensmittel, Konsumgüter, Rohstoffe und Industrieprodukte legen teilweise Hunderte Kilometer auf der Strasse zurück, bevor sie ihr Ziel erreichen.
Steigt Diesel um 65 Prozent, steigen deshalb auch die Kosten für Speditionen, Lieferketten und letztlich für viele Waren.
Der Ausfall dieser einen Raffinerie bedeutet natürlich nicht, dass den USA nun der Diesel ausgeht. Aber in einem ohnehin extrem angespannten Markt fehlen vorübergehend weitere Millionen Gallonen Treibstoff pro Tag.
Genau deshalb kommt dieser Ausfall zu einem denkbar ungünstigen Zeitpunkt.
Bis später.
Weitere Artikel entdecken →