Am Thema vorbei
Ein Kommentar aus dem Ausland hat mich nicht losgelassen: Er zeichnet ein düsteres Bild von Europas Politik und ihrem Rückhalt. Doch der Gedanke, über den ich seither nachdenke, betrifft auch unsere Medien. Reden Politik und Presse womöglich längst an den eigentlichen Problemen vorbei?

Bei meinen Streifzügen bei ausländischen Politkommentatoren habe ich gestern etwas Interessantes gehört, das mich seither nicht so richtig loslassen will. Ich halte es für immer wichtiger auch den Menschen zuzuhören, die von aussen auf das Geschehen bei uns blicken, da man immer weniger auf die Inhalte der Presse vor Ort vertrauen kann - zu viele Auslassungen, zu viel Belangloses. Und ja - auch zu vieles, was im Sinne der Propaganda tatsächlich falsch dargestellt wird.
Der Kommentator gestern verwies auf den Umstand, dass alle politischen Führer Europas wie Von der Leyen aber eben auch jene aus Deutschland, Grossbritanniens und Frankreich in den Umfragewerten nicht einmal mehr 20% der Bevölkerung hinter sich wissen. In einer Demokratie wäre die logische Folge, dass diese Personen abgewählt werden. Er befürchtet allerdings, dass dies wohl nicht mehr rechtzeitig kommt. Der selbstzerstörerische Kurs sei schon viel zu weit fortgeschritten. Die Verantwortlichen hätten schon jetzt Schulden für die nächsten 100 Jahre aufgenommen. Ihre Politik richte sich gegen die eigenen Wähler, was die Umfragewerte erkläre. Und nebenbei würde man in Brüssel weitere Schulden aufnehmen während die Landwirt-Proteste in unseren Medien entweder komplett ausgeblendet oder falsch dargestellt würden.
Das alles ist vielen von uns nicht neu. Aber der Umstand, dass das im Ausland schon registriert wird kann doch ein Zeichen sein, wie tief das eigentlich schon geht.
Und weiter sprach der Kommentator davon, dass diese Verantwortlichen bereits so sehr in Sprachregelungen und ihren eigenen Narrativen verstrickt seien, dass sie den Bezug zur eigentlichen Realität schon so verloren hätten, dass alles, was von ihnen kommt gar nicht mehr auf tatsächliche Probleme eingehen könne. Die Sichtweise fand ich auch ziemlich interessant.
Und wenn man das noch auf die Presse mit überträgt, auf die das sicher auch zutreffen ist (mindestens beim ÖRR) dann erleichtert das das Verständnis - zeigt aber auch ein ziemlich tiefgehendes Dilemma auf.
Kann man schon mal weiterdenken...
Bis später.
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