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11.000 Euro, 22 Möpse und ein kurzes Leben

Nico DaVinci 13.10.2016 - 11:10 Lesedauer ca 3 Minuten

KKrank
Ausgemopst 

oder: Wieso man 11.000 Euro lieber verschenkt
Über bedenkliche Zustände und offene Köpfe

Ein regulärer Mopswelpe kostet laut Internet irgendwas zwischen 400 und 500 Euro.
Mit Stammbaum kann das auch ein Vielfaches davon sein, aber bleiben wir mal im unteren Bereich...

Wenn also eine Züchterin 22 Welpen verliert, dann ist das ein Schaden zwischen 8.800 und 11.000 Euro. Nun könnte man meinen, wenn der Verursacher dieses Schadens bekannt ist, sie würde Schadenersatz einfordern. Doch nein. Sie verzichtet lieber. Und bittet den mutmasslichen Verursacher nur, das nicht nochmal zu tun.

Klingt komisch, ist aber so.




Jetzt fragt Ihr Euch vielleicht, ob ich unter die Hundefreunde gegangen bin oder was hier los ist. Und obwohl ich Hunde tatsächlich ganz gut leiden kann - ist dieser Beitrag bitterer Ernst.

Denn was eigentlich passiert ist, hatten wir heute in den Nachrichten.
Der Tierarzt, der die Welpen und die beiden Muttertiere untersucht hat geht nämlich sehr überzeugt davon aus, dass die neugeborenen Tiere einer Glyphosat-Vergiftung zum Opfer gefallen sind.

Und dafür sprechen 4 Dinge ganz deutlich:

1) Bei den Muttertieren wurde Glyphosat im Blut nachgewiesen und das gar nicht mal so wenig...

2) Die Welpen kamen zum Teil mit offenen Schädeldecken zur Welt.
Was wir ja... moment...
HIER schon mal hatten, nicht wahr?!

3) Zur gleichen Zeit sind im Teich der Züchterin alle Fische und alle Frösche verendet, Tiere, die in allen möglichen Studien schon als besonders anfällig für den unsäglichen Unkrautvernichter sind.


4) Der Landwirt hat eingeräumt, das Mittel in diesem Zeitraum eingesetzt zu haben, ist sich aber keiner Schuld bewusst, denn a) sei das nicht verboten und b) habe er sich an den Sicherheitsabstand von 10 Metern zu bewohnten Grundstücken gehalten.


Der Tierarzt hat keine Zweifel, was die Ursache ist.
Die Züchterin hat keine Zweifel, was die Ursache ist.
Ich habe keine Zweifel, was die Ursache ist.

Und die meisten von Euch, die mit dem Thema vertraut sind, ganz sicher auch nicht mehr.


Aber - die Geschädigte entscheidet sich auf einen Verzicht. Und bittet den Landwirt freundlich, das Mittel nicht mehr einzusetzen. Und möchte bitte gerne anonym bleiben.

Bevor jetzt wieder die Idi... Befürworter des Mittels einen Kritikpunkt wittern:
Der Veterinär ist NICHT anonym, die Glyphosat-Tests liegen als Fotodokument genauso vor wie Bilder der verendeten Welpen mit den offenen Köpfen - die ich Euch hier lieber erspare, Ihr findet sie im Web, falls sie Euch interessieren.


Und wisst Ihr, wieso? Wieso verzichtet jemand auf 11.000 Euro Schadenersatz?
Plus Tierarzt- und Gutachterkosten, wahrscheinlich?

Weil sie Angst hat vor dem Druck der Industrie. Vor den Herstellern. ANGST.


Fassen wir zusammen: 
Nicht nur, dass die Einschüchterung der Konzerne - speziell des einen, der dafür ja besonders bekannt ist - jetzt schon vorbeugende Wirkung entfalten, nein, wir haben auf deutschem Boden erstmals offiziell die gleichen Symptome dokumentiert, die der Dänische Schweinezüchter Ib Pedersen bei seinen Ferkeln schon seit Jahren beobachtet hat.


Und wer glaubt, dass sich dieser Zustand mit dem möglichen wie von mir vor einem halben Jahr schon vorhergesagten Ende von Monsanto - jetzt nach der Übernahme von Bayer ändern wird, der sollte sich einmal die Aussagen des Bayer-Chefs zu Gemüte führen. Das ist das gleiche Geseiere und die gleichen Lügen, die wir nun schon seit Jahren aus der M-Ecke zu hören bekamen.

Und wenn man sich anschaut, wie Bayer Crop Science mit dem deutschen Bauernverband verknüpft ist, dann zweifle ich doch sehr, dass eine Veränderung von selbst kommt.

Im Gegenteil.

Gestern bei Schweinen.
Heute bei Hunden.
Und morgen? Bei uns?


Ich bleibe dabei - es liegt an uns, das zu beenden.

Bis später.


Weiterführende Links:
OE24.at - Darum mussten 22 Mops Welpen sterben
RTLnext - Schlimmer Verdacht Starben 22 Mopswelpen wegen einer Glyphosat-Vergiftung?




Ein PS an die Züchterin falls sie sich hier zufällig selbst ergoogelt oder das hier jemand findet, der sie kennt: Bitte nehmen Sie doch Kontakt zu mir auf, ich verstehe ihren Wunsch nach Anonymität sehr gut, weil ich schon länger an diesem Thema dran bin und sichere Ihnen absolute Diskretion zu. Trotzdem hätte ich Ihnen für meine Arbeit gerne ein paar Fragen gestellt, das würde mir sehr weiterhelfen auf dem Weg, dieses Mistmittel aus unserem Lebensraum zu bekommen.

Der Schlanktober

Nico DaVinci 06.10.2016 - 16:10 Lesedauer ca 1 Minuten

KK-Wissen
Wissenschaftler finden den "schlanksten" Monat
... und den dicksten

Eine Studie mit 3.000 Probanden aus Deutschland, Japan und den USA, die aktuell im New England Journal of Medicine veröffentlicht wurde fand heraus, dass der Oktober in allen 3 Ländern der ist, in dem die Menschen am schlanksten sind.

Die folgenden 10 Tage nach Weihnachten zeigten sich die Probanden hingegen am schwersten.





Zu typischen Feiertagen wie Thanksgiving (USA) oder der Golden Week (Japan) gab es - wen wunderts? - ebenfalls jeweils deutliche Spitzen nach oben.

Die Weihnachtszeit sorgte in Deutschland für eine Gewichtszunahme von im Schnitt einem Prozent an Körpermasse. Ca die Hälfte wurde nach wenigen Tagen schon wieder abgebaut, der Rest allerdings hielt sich recht hartnäckig über ein paar Monate - ca bis Ostern.



Als KKler könnt Ihr das vermutlich auch richtig deuten:

Ähnlich dem Phänomen, das schon viele im Urlaub festgestellt haben, geht ein guter Teil schnell verloren, weil es sich dabei um Wassereinlagerungen als Reaktion auf die traditionelle und meistens eher ungesunde Kost handelt. Ein Teil davon hängt auch mit Entzündungsreaktionen auf bestimmte Inhaltsstoffe zusammen.

Der Rest, das Hartnäckige, ist sehr wahrscheinlich grossteils Speicherfett. Was erklärt, wieso es so langsam geht.


Der Tipp der Wissenschaftler:
Ein bisschen Masshalten in diesen Tagen würde nicht schaden. 

Denn je weniger man an Gewicht zulegt, desto weniger Sorge hat man damit, es wieder zu verlieren.

Dem ist gar nicht so viel hinzuzufügen. 
Ausser vielleicht, dass man sich damit sicher leichter tut, wenn man die Schlemmertage nicht über einen zu langen Zeitraum streckt, sondern ganz bewusst immer mal wieder mit gesünderer, vernünftiger Ernährung unterbricht. Denn - je länger man das macht - um so schwerer fällt es tatsächlich einem Grossteil der von mir interviewten Mitglieder, wieder in das Konzept zurückzufinden. 

Wenn also bei Euch demnächst die Dschingels bellen, achtet ein bisschen auf Euch und lasst Euch nicht zu dolle treiben.

Denn es ist lang hin, bis zum nächsten Schlostern - und noch länger bis zum nächsten Schlanktober...



Bis später.



Weiterführende Links:
Original-Studie "Weight Gain over the Holiday in Three Countries" (englisch)

Heute schon gelachst?

Nico DaVinci 14.07.2016 - 15:07 Lesedauer ca 7 Minuten


SKKandalös: Laxe Lebensmittelsicherheit bei Lachsen Lebensmitteln

Wenn beim Fischgenuss mehr 
als nur die Gräte im Hals stecken bleibt...
Fischgenuss mit 100% eingebauter Sicherheit auf Giftrückstände



Vor etwas über 2 Jahren lernte ich zum ersten Mal im Rahmen einer Dokumentation von Problemen bei der Lachszucht aus Aqua-Kultur. Die eng beieinander gehaltenen Lachse hatten Deformationen und Tumoren entwickelt. 

Die Tiere waren teilweise derart unansehnlich, dass kein normaler Mensch auf die Idee käme, sie zu essen. Der Verbraucher bekommt davon allerdings nichts mit. Denn den filetierten Fischen, die wir hier in den Läden zu kaufen bekommen, sieht man das ja dann nicht mehr an.

Als wirklich beunruhigend empfand ich dann aber zwei weitere Informationen in der Doku.

Das eine waren mit versteckter Kamera aufgenommene Bilder von der Fütterung. 
Dort waren Männer in weissen Schutzanzügen mit Gasmaske zu beobachten, die säckeweise Fischfutter in das Gehege schütteten. 
Das sah alles andere als gesund aus, und ich wunderte mich, was wohl in dem Futter sein könnte, das den Einsatz von solch dramatischen Schutzvorrichtungen bei der Fütterung voraussetzte.

Das zweite war dann die Reaktion der norwegischen Fischerei-Ministerin, als sie darauf angesprochen wurde. Meine Menschenkenntnis sagte mir sofort, da wird etwas verheimlicht und vertuscht. 
Und folgerichtig berichtet dann die Doku auch ein paar Sätze später, dass die Ministerin selbst Inhaberin von solchen Fischfarmen ist, also mit den Praktiken bestens vertraut. Um so schwerer zu ertragen, dass sie recht aggressiv auf die Vorwürfe reagiert hat und klar gestellt habe, dass es da über nichts zu berichten gäbe.




Für mich war damals schon klar - irgendetwas stimmt da so gar nicht, mit der Lachskultur. Ich empfahl also relativ regelmässig, auf diesen Fisch zu verzichten und auf Wildfang oder Bio auszuweichen...

Das brachte mir einiges an Kritik ein, da es eben wohl im Netz auch Gegendarstellungen der Fischindustrie gibt. Manche davon sind anscheinend nicht einmal direkt als solche zu erkennen, der "Absender" der "Alles-Ist-Gut-Botschaften" wird teilweise geschickt kaschiert, in dem man andere Leute vorschickt, die Aquakultur als ideal darzustellen.



Meine eigene Entscheidung war jedenfalls klar: Ich habe seither sehr konsequent darauf geachtet, keinen Fisch aus Aquakultur zu kaufen. Lieber habe ich ein bisschen mehr Geld in die Hand genommen und den etwas teureren Wildlachs gekauft, wenn mir danach war.

Wie goldrichtig ich mit dieser Entscheidung lag, lernte ich nun gestern.

Denn nicht nur, dass Tiere, die so eng beieinander gehalten werden oft vorbeugend mit Antibiotika behandelt werden, dass die Schwarte kracht (50% der Weltproduktion Antibiotika werden in der Tierzucht verbraten) - nein - jetzt ist wohl auch klar, was die Deformationen und die Tumoren erzeugt. Und das ist alles andere als... "nett". Im Gegenteil. Ich denke, das ist wirklich ein Ding, über das es lohnt, intensiver zu berichten.


Na denn mal los...


Gestern berichtete die Sendung plusminus von Rückständen einer chemischen Verbindung namens Ethoxyquin und Ethoxyquin-Dimer in Lachs. Ein Mittel, das als Pflanzenschutzmittel zwischenzeitlich verboten ist, weil man es "als nicht mehr sicher" erachtet. Brisant: Als Konservierungsmittel in Tierfutter ist es jedoch erlaubt.






Grenzwertig.
Nun sind die Lebensmittelsicherheit-Fritzen ja nicht ganz so naiv zu glauben, das Mittel würde sich nicht im Fleisch der Tiere wiederfinden, weshalb sie dann folgerichtig einen Grenzwert von 50 Mikrogramm pro Kilo von beiden Stoffvarianten zusammen festgelegt (oder auch: ausgewürfelt) haben. 

Stutzig macht: Obwohl das als Pflanzenschutzmittel nicht zugelassen ist gibt es seltsamerweise einen gleich hohen Grenzwert bei Obst und anderen pflanzlichen Lebensmitteln. Aha. Warum?!

Aber zurück zum Fisch... 
Für Fisch gibt es - wieso auch immer - gar keinen Grenzwert.
Somit ist es wurscht - äh Fisch - wieviel davon enthalten ist, man darf den Fisch verkaufen. Verkehrsfähig, heisst das dann im Fachjargon.

Nun haben die plusminus-Leute 8 Proben frischen, tiefgekühlten und geräucherten Lachse bei ALDI, REWE, EDEKA und REAL aus dem Regal gekauft und dieses ins Labor gegeben. Und oh Wunder...

ALLE 8 Proben waren belastet und das zum grossen Teil erheblich höher, als es bei Fleischwaren erlaubt wäre. 

Der traurige "Testsieger" hatte sogar über 237% (!!) mehr an Rückstand von dem Stoff als das in einem Rindersteak erlaubt wäre.  

Und - mangels Grenzwert ist das sogar ganz legal. Wow...
Wie bescheuert kann man denn noch sein?!



Und weiter heisst es in dem Bericht in den Discounter-Reaktionen, als sie mit dem Testergebnis konfrontiert werden: 
"Es gibt derzeit kein Futtermittel bei der Produktion von konventioneller Aquakultur, das ohne Ethoxyquin auskommt" 
BÄM! 100% Chance auf Rückstände! Klasse. Na wunderbar...




So - und wie relevant ist das denn nun überhaupt? Sehr!
Nun - es ist bewiesen, dass diese Rückstände in Muttermilch gefunden worden sind, es ist belegt, dass es sich auch im menschlichen Körperfett anlagert (wunderbar für uns: wenn man dann abnimmt, dann wird es im Körper wieder freigesetzt), es schädigt die Erbsubstanz, schädigt die Organe, verändert den Stoffwechsel der Leber, überschreitet die Blut-Hirn-Schranke und Toxikologen äussern offen die Befürchtung, dass es die Gehirnentwicklung von Babies schon im Mutterleib stört.


Anders gesagt: Aquakultur ist die 100%ige Chance, sich mit einem Stoff zu belasten, der so richtig was kann, wenn es ums krankmachen geht.


Und was nun ebenfalls beunruhigen könnte...
Natürlich ist das nicht nur auf den Lachs beschränkt. Das betrifft tatsächlich alle Fische und auch Shrimps aus konventioneller Aquakultur.

Aber ausserdem:
Das Zeug ist nicht nur in Fischfutter, nein, das ist offensichtlich auch in Hunde- und Katzenfutter (Gruss an Eure Lieblinge an dieser Stelle) und natürlich auch in dem Tierfutter als Konservierungsmittel, das unser Geflügel, unsere Schweine und Rinder satt macht. Mahlzeit!



Hört jemand gerade jemand am Horizont BuMEL Christian Schmidt und seine Kumpanen im Ernährungsausschuss des Bundestages leise mal wieder säuseln: 
"Die Lebensmittel sind sicher wie nie zuvor..."?


Die Rolle der EFSA
Lebensmittelsicherheit. Für Europa ist da ja die im Beitrag genannte EFSA zuständig. Die hatte ja jüngst schon eine unrühmliche Rolle bei der Glyphosat-Sache. Und genauso verhält es sich bei Ethoxyquin. Auch hier stinkt das Drumherum bis ins Ozonloch.

Im Oktober 2015 veröffentlichte ein 20köpfiges Gremium der EFSA eine  58-seitige "Sicherheitsbewertung der Substanz", in der sie zu dem Schluss kommen, dass sie das Risiko mangels Daten nicht abschliessend bewerten können. Gähn... 
Wer nicht davon überfordert ist, bitte einmal näher in die 58 Seiten schauen, das ist wirklich spannend für die, die das lesen können.

Wenn man sich dann die Mühe macht, die Erklärung zu Interessenkonflikten der Gremiummitglieder näher anzuschauen kommt man aus dem Kopfschütteln kaum heraus:

Tätigkeiten bei Tierfuttererzeugern, in der ILSI, bei der Milcherzeugung (shhht, das ist auch in der Muttermilch nachgewiesen...) und dann 2 Vertreter des deutschen BfR, die im Nebenjob den rechtschaffenen Landwirt über die Agrarzeitung über die Vorzüge von Kraftfutter informieren oder bezahlte Vorträge bei dem Deutschen Verband Tiernahrung e.V. halten, in dem so ziemlich alle vereint sind, die sich um die Produktion von Tierfutter kümmern.

Und es gibt noch zwei Fragen, die man sich stellen sollte, wenn man verstehen will, warum die EFSA (wieder mal) zögert, den überfälligen Schritt der Notbremse zu ziehen...

Wer hat's erfunden?

Wer produziert und vertreibt es?
(siehe Historie, 1992- Joint Venture und alle Verknüpfungen zur Tiernahrungsindustrie)



Ja, aber... Omega 3 und so? Fischwoche? Heisst das jetzt Totalverzicht?
Nicht unbedingt. Die Chemischen und Veterinäruntersuchungsämter (CVUA) testen auf Anforderung Lebensmittel auf Rückstände. Und das CVUA Freiburg veröffentlichte als Reaktion auf eine andere Fernseh-Doku bereits einen interessanten Bericht.

Besonders spannend ist die dort enthaltene Grafik, wie sich die Belastung auf die unterschiedlich erzeugten Produkte verteilt:




Diese Grafiken sprechen Bände, und ich denke es sollte klar sein, auf welche Variante man besser verzichtet und zu welcher man greifen kann... Der grüne Kasten steht jeweils für Wildlachs oder Bioaufzucht. Alles andere bedeutet nicht einmal, ob es belastet ist oder nicht. Sondern allenfalls - wie hoch.


Ein klein bisschen ökologisches Gewissen noch: 
Wildlachs ist schon seit längerem vom Aussterben bedroht, die Ökobilanz ist nicht gerade rosig wie Lachssteak und auch die Fangmethoden sind teilweise im Gerede. Das sollte man ein klein bisschen im Hinterkopf haben wenn man ihn kauft. 

Bleibt noch Bioqualität. 
Ist ein bisschen teurer, muss aber ja auch nicht jeden Tag sein, nicht wahr? 



Mein persönliches Fazit: 


Wer bis eben noch fetten Fisch aus konventioneller Aquakultur gekauft hat, war uninformiert.  

Wer es jetzt noch tut, ... 


Bis später.




Weiterführende Links:
Ethoxyquin - Wikipedia

planet e - Ein giftiger Verdacht
ZDF plusminus "Zuchtlachs mit Chemikalie belastet" 6:45 Min deutsch (13.07.2016)
EFSA - "Sicherheitsbewertung ohne Ergebnis" PDF, 58 Seiten Oktober 2015

EFSA - FEEDAP-Gremium-Mitglieder Interessenkonflikt-Erklärung und Lebensläufe
Amtliche Messwerte: CVUA Ethoxyquin in Lachs


Gift für den Körper vs Gift für die Abnahme vs Gift für die Wahrheit

Nico DaVinci 06.07.2016 - 14:07 Lesedauer ca 7 Minuten

KK-Wissen
Eine Frage der Perspektive: "Giftige" Lebensmittel
... und was man aus "Fachbeiträgen" aus der Lifestyle-Presse alles lernen kann


Aufgrund eines verlinkten Beitrages von einem unserer Mitglieder in unserer Facebook-Gruppe, in dem ein über 3 Jahre alter Bericht vom März 2013 über Glutamat eher positiv spricht ergibt sich eine gute Gelegenheit, ein paar Dinge näher zu beleuchten...





Gift für den Körper
Es gibt Substanzen, die bei KK gemieden werden, weil sie entweder bereits 
klar gezeigt haben, dass sie ungesund sind, oder in sehr begründetem Verdacht
stehen, das zu sein. 

Glyphosatrückstände im Essen können das. Aspartam kann das. 
Und Fructose kann das. Um ein paar Beispiele zu nennen.

Die gemiedenen Stoffe müssen gar nicht unbedingt einen direkten Einfluss auf die Abnahme haben, wobei sie es indirekt interessanterweise doch öfters tun, als uns lieb sein kann.

Da wir aber mit KK ja versuchen, eine möglichst gesunde Form der Ernährung zu suchen - und der Erfolg gibt uns ja Recht damit - sind diese Stoffe bei uns so markiert, dass wir sie aus dem Essen rauslassen. Ich denke, das ist leicht verständlich.


- vs - 

Gift für die Abnahme
Und dann gibt es Wirkstoffe, bei denen eine Schädlichkeit für den Körper (noch) nicht
nachgewiesen ist, von denen man aber doch recht sicher weiss, dass sie ihren eigenen Anteil an der Tatsache haben, dass wir 67% übergewichtige Männer, 53% übergewichtige Frauen und jedes fünfte Kind im Übergewicht haben.

Das Ding mit dem Übergewicht mag zwar heute zwischenzeitlich bei diesen Zahlen und einem gewissen Gewöhnungseffekt für viele zur Normalität geworden sein, ist es aber keineswegs. Und die Gesundheitszahlen zeigen ja leider auch eindrucksvoll, das es keine dauerhafte Normalität werden sollte.

Glutamat lässt uns mengenmässig mehr essen, als wir das natürlicherweise ohne tun würden. Das heisst, es bescheisst unser natürliches Satt-Gefühl und beeinflusst damit natürlich auch, wie viel Energie wir aufnehmen. 

Zusätzlich suggeriert uns Glutamat auch noch, da käme hochwertiges Eiweiss, und dann kommt irgend ein anderer Kram. 

Zumindest bei anderen Stoffen hat da die Wissenschaft schon Ansätze, dass dieses "den Körper an der Nase herumführen" nicht ganz folgenlos bleibt. Und - wenn Ihr mich fragt - wird das hier nicht anders sein.

Somit ist Glutamat in jedem Fall "Gift für die Abnahme", inwiefern es in der industriell/chemisch erzeugten und gerne in Fertigfutter verwendeten Variante eventuell sogar in die obige Kategorie "Gift für den Körper" passt, da streiten sich die Gelehrten wie bei vielen Dingen, die viel Geld bringen und wo man Gegenstudien kaufen kann vermutlich noch bis zum Sankt Nimmerleinstag... 



- vs - 


Gift für die Wahrheit

Mittenrein - was man aus dem Artikel selbst alles lernen kann.

Interessant ist, dass in dem Artikel unten eine Organisation zitiert wird, die sich Umami Information Center nennt. Schaut man ein bisschen nach, wer das ist, soll sie eine gemeinnützige Non-Profit-Organisation sein, die sich für die Geschmacksrichtung "Umami" weltweit einsetzt. (Wo ist eigentlich die NGO für "bitter"?)

Dafür, dass das deren Hobby sein soll, kommt die Organisation aber doch mit einer sehr professionellen ansprechenden Webseite daher. Muss man ihr lassen... Schön geworden.



Und auch die Abfrage, wer die Domain registiert hat zeugt jetzt nicht unbedingt vom Umstand, das seien reine Hobby-Umami-"stiker". 



Fairerweise muss man sagen, ich habe bei den Worten GMO gleich gezuckt, aber es scheint sich tatsächlich um einen Internetprovider zu handeln, der nur einen - für diesen Kontext hier - unglücklichen Namen hat. Über das Laboratorium war nichts zu finden, die Seite, über die die Emailadresse läuft hat keine aufrufbare Webseite. Mir fällt jedenfalls keine andere Non-Profit-Organisation ein, die das Wort "Labor" trägt, aber das mag eine irrtümliche Betrachtung sein. 

Weniger irrtümlich sondern real ist die Antwort auf die folgende Frage:

Gibt es eine Verbindung mit dem weltgrössten Hersteller von Mononatrium-Glutamat Ajinomoto? Ja, die gibt es und zwar hier, dort leiten die Hobby-Glutamaten sogar ein komplettes Symposium für Ajinomoto.

Auch wenn ich das jetzt nicht in der Kürze der mit zur Verfügung stehenden Zeit endgültig belegen kann, sehe ich nach meiner Auffassung hier doch zumindest erste gute Anzeichen, dass es sich bei denen um einen Werbearm der Lebensmittelindustrie handelt, nichts weiter sonst. Es wäre in jedem Fall doch sehr spannend in deren Geschäftsunterlagen zu sehen, wer die so sponsert.

Um Ajinomoto in dem ganzen Spiel einzuordnen habe ich hier mal eben die Liste, mit welchen Heilsbringern für die Gesundheit die sich in der Lobby-Organisation ILSI so tummeln:


Kleiner Hinweis zur Markierung auf der Grafik: 
Ich will damit nicht Monsanto in diesen Kontext packen, die haben mMn nichts damit zu tun. Ajinomoto steht oben als zweiter links. Aber leider habe ich gerade keinen anderen Screenshot und musste mich einem alten bedienen, in dem ich eine Verbindung zu Monsanto zu zeigen hatte. Da ILSI momentan gerade "ein wenig" ins Gerede kam wegen Glyphosat, sehe ich die aktuelle "Überarbeitung" von deren Webseite mit gemischten Gefühlen. In jedem Fall haben wohl auf der neuen "vergessen", die Mitgliedernamen zu veröffentlichen.
Deshalb dieser alte Screenshot.


Ich sage das jetzt gar nicht nur, um den Inhalt des Standard-Bericht per se zu relativieren, sondern ich sage das aus einem anderen Grund. Was wir hier sehen ist ein relativ typischer Aufbau, wie man heutzutage Lobbyarbeit betreibt.

"We are bad. Well, blame the others!"

Das ist quasi ein ungeschriebener Leitsatz, der mit in den letzten Wochen auch während meiner Glyphosat-Arbeit mehrfach begegnet ist. 

Glyphosat wird nicht einen Hauch weniger giftig, wenn man aufzählt, was noch alles giftig ist. Das wurde aber in den letzten Wochen wieder und wieder seitens der Befürworter getan, schon um Verwirrung zu stiften und die berechtigten Sorgen und die Kritik zu zerstreuen. Ablenkung, ähnlich wie ein Magier oben mit der Hand wischt, während er unten, wo man dann nicht hinschaut das Pik-As aus dem Ärmel holt...


Und genauso wird das in dem Standardbericht gemacht. 

Man lenkt von dem chemisch extrahierten weissen Pulver ab und zeigt auf lauter lecker schmeckende Sachen, in dem das auch drin ist.

Man nennt ein paar Vertrauenspersonen. 

Man würzt mit Rassismus, denn den finden wir doch alle Scheisse. 
"Ich esse kein Glutamat, also bin ich Rassist". Gib her das Zeug!

Man relativiert einen doch sehr entscheidenden Umstand
"Frisches Fleisch, das mit Glutamat gewürzt wird, schmeckt etwa so, als sei es bereits gereift."
Aha! Jemand gegen Frische?! Hat jemand etwas gegen Reife? Nein? 
Na also, rin in den Kopp mit dem weissen Etwas!

Dann der typische Irrtum:
"So ist industriell hergestelltes Glutamat chemisch ident mit solchem, das natürlich - etwa in Parmesan - vorkommt"
Parmesan - ein Suchtmittel. Wer könnte darauf schon verzichten? 
Und wenn das gleich wenig schlimm ist, wieso sollte ich zögern, 
Ajinomoto-Produkte zu verwenden?

Das mit dem "chemisch ident"-isch (da haben wir wohl vergessen den Text zu Ende zu bearbeiten, den man Dir geschickt hat, Tobias?) will man uns allenthalben Glauben machen, dass die Dinge gleich seien, wenn sie anders hergestellt oder extrahiert werden. 

Leider gibt es nun aber mehr und mehr Anzeichen, dass dem nicht der Fall ist, und dass es sehr wohl auf den Gesamtkontext ankommt, in welchem die Natur uns das zur Verfügung stellen, den wir Menschen aber immer stärker manipulieren: 

Aromen lassen uns glauben wir bekommen Himbeeren

Smoothies filtern alle Ballaststoffe aus - und lassen uns exakt mit dem alleine, das dick macht.

Und Glutamat, das unserem Körper suggeriert, da kommt hochwertiges Eiweiss, was aber nicht stimmt, wenn man es über andere nährstoffarme Pampe kippt.

Und das ist der Hauptpunkt für meine Kritik: 

Wir sollten mehr Augenmerk auf den Kontext lenken.
Ich meine damit nicht nur die Glaubwürdigkeit von Berichten in den Lifestyle-Teilen der Zeitungen, die mehr und mehr zu einem Mischding von Werbung und Nachricht verkommen, ohne dass man das lästige Wort "-Anzeige-" darüber schreiben muss.

Nein, ich meine den Kontext der Natur:
Wie stellt die Natur etwas bereit? In welcher Zusammensetzung? Was signalisieren die Dinge dem Körper? Und was geschieht darauf hin? Und wo hat der Fake dann eben doch Nachteile? 

Wir pfuscheln bei Lebensmitteln immer mehr der Natur ins Handwerk, 
denken nie über die Konsequenzen nach, testen nie die Langzeitwirkungen dieser Manipulationen ausreichend, bevor etwas auf den Markt kommt und vertrauen bei den Berichten zur Unschädlichkeit dann ausgerechnet den Leuten, die damit tonnenweise Scheine verdienen.

Das kann nicht gut gehen.


Bis später.


Weiterführende Links:
Umami Information Center
(siehe Domainname/Link, wo die PDF-Datei liegt)

(siehe Mitte des Beitrages, im GRAZIA-Teil)

In welchen Lebensmitteln ist Glyphosat?

Nico DaVinci 03.07.2016 - 18:07 Lesedauer ca 1 Minute

Download-LinKK
Die kleine Glyphosat-Fibel
Eine bebilderte Aufstellung belasteter Lebensmittel und weitere Info


Es ist jetzt 3 Tage her, als man die Chance verpasst hat, das Totalherbizid Glyphosat vom Acker zu machen. 

Obwohl es etliche Anzeichen gibt, dass der ausufernde Einsatz des Mittels längst ausser Kontrolle gerade ist, wie Rückstandsüberschreitungen in Grundwasser(!!), fliessenden Gewässern und einer ganzen Reihe an Lebensmitteln wurde die Zulassung für dessen Einsatz um weitere 18 Monate - soweit ich erinnere jetzt dann zum vierten Mal - verlängert.

Wer in diesen (hoffentlichen letzten) 18 Monaten das Mittel im Körper vermeiden will, kann sich hier in der 



Kleinen Glyphosat-Fibel
Eine bebilderte Aufstellung belasteter Lebensmittel




informieren.




Der Download ist kostenlos und darf gerne geteilt werden - wir bitten sogar darum!




Weiterführende Links:

Die kleine Glyphosat-Fibel - (PDF, deutsch - 7,7 MB)

Warum ist Glyphosat im Körper keine gute Idee? (Info-Film)

Lobbyisten, Lümmel, Lügenbolde

Nico DaVinci 25.06.2016 - 08:06 Lesedauer ca 6 Minuten


KKontext
Lobbyarbeit in der Landwirtschaft
Warum es so schwer ist, Nachrichten von Werbung zu unterscheiden




In den letzten Wochen und Monaten habe ich ja viel recherchiert und eine Menge Daten und Fakten gesammelt. 

Und dann liest man während den Recherchen immer mal wieder dazwischen Nachrichten, die irgendwie nicht in den Gesamtkontext passen....

Da war zum Beispiel diese hier.


"Sie setzten die Existenz von Landwirten aufs Spiel, nur um sich selbst zu profilieren", steht da zu lesen. Ein kläglicher Witz. Ich komme später im Bericht auf diesen Punkt zurück, wenn es um Existenzen geht, dann habe ich da eine andere Sichtweise, wer das Problem antreibt.

Spannend wird das jedenfalls dann wenn man mal ein bisschen näher hinschaut, und den Kontext entdeckt, der einem zum Verständnis fehlt.





Na, das hat doch Charme, oder?
Oder dann, etwas später stiess ich dann auf diese "News" hier:





Da ist dieser Hinweis mit den "wissenschaftlichen Grundsätzen."

Wir alle wissen ja langsam, dass das im Falle der Wiederzulassung nicht der Fall ist.

Tatsächlich hat das BfR die Risikobewertung gar nicht selbst geschrieben, sondern die Glyphosate Task Force (GTF), bestehend aus Firmen wie

Adama, Arysta, BASF, Bayer, Cheminova, Dow AgroSciences, Helm AG, Monsanto, Nufarm, Sygenta, UPL und ein paar andere. (Stand 01.09.2015)

Zusätzlich kommt hinzu, dass die Risikoeinschätzung selbst zu heftigem Einspruch bis hin zu einer Betrugsanzeige geführt hat.

Von der nachträglichen Einschätzung vom BfR der IARC-Darstellung ist bekannt, dass sie gerade bei der oben erwähnten "genaueren Untersuchung" ja dann selbst gerade Hinweise auf Krebs gefunden habe. 

Das stellt sich also eigentlich wie eine durchgängig falsche Darstellung der Fakten dar.

Und dann redet man in dem Bericht noch von der JMPR und vergisst dabei im Pressetext zu erwähnen, dass da doch der eine oder andere Interessenskonflikt eine Rolle spielt. 


Und dass das IARC bis heute nicht von ihrer Befürchtung das Mittel sei wahrscheinlich krebserregend abgerückt ist.

Das verwundert natürlich sehr, wenn man diese Hintergründe kennt.

Bis man dann auch da näher hinschaut und auf der Webseite folgende Mitgliederliste entdeckt:






Lobbyisten, Lümmel, Lügenbolde?!

Nun kenne ich die beiden da oben nicht und konnte mir keinen persönlichen Eindruck machen. Zu gerne würde ich verstehen, ob diese Leute selbst tatsächlich so wenig unbedarft sind, tatsächlich dermassen desinformiert sind oder gar am Ende tatsächlich bewusst Unwahrheiten verbreiten. Das wäre dann doch ziemlich skrupellos. 

Und so gibt es wohl Lobbyisten, 
Lümmel, die das "sportlich" sehen und sich der Tragweite ihres Handelns nicht bewusst sind... und es gibt Lügenbolde, die sehr wohl wissen, dass sie die Unwahrheit verbreiten.


Genau genommen dürfen wir den Landwirten eigentlich kaum Vorwürfe machen.

Wer ehrlich und im guten Glauben sein anstrengendes, solides Handwerk ausübt, schaut ab und an vielleicht einmal ein paar Agrar-Nachrichten online oder in Papierform an, bevor er müde ins Kissen sinkt. 
Aber Zeit für intensive Recherchen hat man da kaum. Für viele ist das ein 365 Tage Job.
Das wurde mir nun schon ein paar Mal unabhängig voneinander berichtet.

Und so kommt es wohl, dass sie dann ein Mittel dermassen intensiv einsetzen, dass es in Brandenburg im Grundwasser nachgewiesen wird und dass eine Behörde dann förmlich betteln muss, den Einsatz zu reduzieren: 






Ausser Kontrolle

Erbettelt wird eine Reduzierung, die dann wahrscheinlich nicht stattfindet. 
Denn man "weiss" als Anwender ja, wie harmlos das Mittel ist.
Und es ist praktisch. Und man weiss, dass es nicht kontrolliert werden kann, dazu haben die Behörden gar nicht genug Personal und selbst wenn hätten die ja nicht täglich Zeit auf dem Acker zu stehen, bis der Spritztraktor vorbei kommt.

Was die Landwirte betrifft: 
Andauernd bringt ihnen "jemand" bei, wie harmlos das Mittel ist, 
erzählt ihnen, dass die Gegenrede politisch motiviert sei, 
dass die "bösen NGOs" und die Grünen zweifelhafte Tests erzeugen, und und und. 

Wenn man dann deshalb nicht einmal mehr auf die eigentlich doch ziemlich verdammt relevanten Inhalte schaut, wenn man dermassen schon vorab gegen die berechtigte Kritik "geimpft" worden ist, dann hat man eigentlich kaum eine Chance, Bedenken zu entwickeln oder Zweifel zu bekommen. Obwohl das sowas von dringend nötig wär...

Interessanterweise sind die Landwirte, die sich dann wirklich einmal die Zeit nehmen und wirklich vorurteilsfrei in die Materie reinschauen binnen weniger Minuten schon bereit, wesentlich vorsichtiger und vernünftiger mit dem Mittel umzugehen.

Aber die Tarnung der Einflüsterer funktioniert prächtig. Oft erfolgt die Beeinflussung unter dem Deckmantel klangvoller Namen. Oder Vereinigungen, die von sich behaupten, eine moderne Landwirtschaft fördern wollen. Für eine bessere Zukunft.


Wer meint es denn eigentlich gut?

Denken wir doch einmal ein bisschen intensiver nach. 
Denken wir doch speziell an die aktuellen Berichte von den Milchbauern. 
Denen wurde seit etlichen Monaten, teilweise Jahren von den Bauernbänden suggeriert, sie müssten expandieren, gross werden. Kredite aufnehmen und den Stall erweitern. 
Um weiter effizient zu sein und mehr Umsatz zu erarbeiten.

Die Wahrheit ist aber doch vielmehr, dass gerade das Überangebot am Markt für zu niedrige Preise gesorgt hat. Und es jetzt noch viel schwerer zu überleben ist. Bei wesentlich mehr Arbeit. Und in der Zwickmühle, dass mit einem abzuzahlenden Kredit kaum ein leichter Ausstieg möglich ist. In fast jedem Gespräch das ich zu diesem Thema mit Betroffenen führte, kam das Wort "bereuen" vor. Und ausnahmslos alle waren sauer auf den Verband, der ihnen dazu geraten hat. Und den Landwirtschaftsminister Christian Schmidt, der sie sowieso im Stich lässt, wie sie sagen.

Für mich bedeutet das, dass man sehr, sehr genau hinhören sollte und ein gesunde Misstrauen entwickeln gegenüber all jenen, die zu einem höheren Umsatz drängen oder zu "noch mehr", "noch schneller" und "noch grösser" raten.

Denn in erster Linien empfehlen die Leute das, weil ihr eigener Umsatz daraufhin höher wird. Was sie dabei vergessen zu erzählen ist, dass wir in vielen Bereichen ohnehin überproduzieren und das die Preise in den Keller treibt. 
Und die Spirale ständig noch schneller nach unten drückt. 

So kommen dann neben teilweise spürbarer Überarbeitung aufgrund der Empfehlungen dann zusätzlich noch die finanziellen Sorgen, die auf die Seele drücken.

Die bisher geführten Interviews dazu sagen mir, dass niemand von denen, die diese Empfehlungen umgesetzt haben - heute wirklich glücklich ist.

Eine "feine" Empfehlung, also. Oft von den Bauernverbänden und nicht zuletzt durch den BuMEL Christian "Glypho" Schmidt ausgeprochen wird.


Was nötig scheint ist ein Schnitt.

Sehen wir nicht langsam immer klarer? Dass das alles aus dem Ruder gelaufen ist?
Dass es sinnvoller wäre die Dauerschleife vom "Märchen Mehrertrag" zu durchbrechen?
Und sich als Landwirt selbst einmal wieder mehr Zeit für sich selbst zu gönnen, statt digitalisiert und supermodern effizient in den Ruin zu rauschen?


Wäre es nicht viel sinnvoller, als Landwirt den direkten Dialog  mit den Verbrauchern zu führen? Ohne Handel, ohne Verband, die ihre ja vollkommen eigene Ziele verfolgen.

Wenn mir eines in den letzten Monaten aufgefallen ist, dann das:

Für die Industrie zählen nur nüchterne Dollars, der Landwirt ist auf seinem eigenen Feld allenfalls "weitgehend geduldet".  


Denen ist es egal, ob der Karl oder der Erwin übermorgen seinen Laden zusperrt. 
Denen ist es auch wurscht, ob sich der Landwirt mit einem Mittel das Feld im Zeitraum von 10 Jahren verwüstet. 

Der kurzfristige Gewinn ist, was sie interessiert. 
Obendrein wird das Konzept dann noch voller Dreistigkeit den Bauern als "nachhaltig" verkauft. Und macht sie zu modernen "Too big to fail"-Sklaven.


Und ganz nebenbei macht die Industrie auch noch eine unfassbar grosse Zahl an Menschen in der Bevölkerung massiv krank. Too big to jail?



Bis später.





Morgen ist D-Day - schon wieder...

Nico DaVinci 23.06.2016 - 16:06 Lesedauer ca 5 Minuten

Vor-aus-schau-end
Glyphosat - und wieder ist D-Day
Erneut Abstimmung in der EU

Morgen ist es nun soweit. Nach einer Menge Versuchen, die Glyphosat-Wiederzulassung durchzudrücken, für die sich aber keine Mehrheit fand erfolgt morgen wohl aus Zeitmangel der letzte Versuch. Zeitmangel deshalb, weil die Zulassung zum 30.06. ausläuft, und bis dahin kein weiterer Versuch zu erwarten ist.

Die gute Nachricht

Wir sind weg von dem Wahnsinn, das Mittel auf 15 weitere Jahre zuzulassen, ohne nennenswerte Einschränkungen. Es wird wohl auch keine 10 Jahre geben. Genaugenommen gibt es aktuell nicht einmal überhaupt eine Wiederzulassung.

Stattdessen wird morgen versucht, sich auf eine Verlängerung der aktuellen Zulassung auf 12 oder 18 Monate zu einigen. Aber auch hier stehen die Zeichen eher schlecht. Frankreich hat sich wieder auf ein Nein besonnen, für Deutschland gibt es keine Nachricht, dass aus der Enthaltung ein Ja wird. Das bedeutet, eine Mehrheit ist morgen auch nicht zu erwarten.

Nun könnte man der Versuchung erliegen zu hoffen, dass das Mittel dann ab dem 01.07. ein Auslaufmodell in Europa wird. Das wäre schön. Zu schön. Um wahr zu sein.

Die schlechte...

Denn tatsächlich gibt es jetzt schon eine Ankündigung der zuständigen EU-Kommission (das wären eigentlich die, die uns vor Schaden durch Lebensmittel zu bewahren hätten), sie würden nun eigenmächtig eine Verlängerung der bestehenden Zulassung vornehmen. Beim bisherigen Verhalten ist das dann wahrscheinlich auch gleich auf das Höchstmass 18 Monate zu erwarten.

Begründet wird das wie folgt: 

Erstens steht im Herbst nächsten Jahres eine weitere Veröffentlichung von Untersuchungsergebnissen durch eine weitere Institution an, und zwar die der European Chemical Agency (ECHA). Offensichtlich erwartet die EU-Kommission von denen einen Freibrief und verzögert das deshalb. Alternativ mag es vielleicht auch daran liegen, dass Monsanto's Werk für den alten, wiederzubelebenden Ersatz-Stoff dicamba wohl nicht rechtzeitig fertig wird, in das sie Milliarden investiert haben. So gewinnt man noch etwas Zeit, und kann dann einen mehr oder weniger nahtlosen Übergang vom unpopulär gewordenen Umsatzträger Glyphosat zu einem anderen Stoff anknüpfen. Der übrigens beim näheren Hinsehen die gleichen gesundheitlichen Auswirkungen erwarten lässt.

Zweitens begründet die Kommission ihr Handeln damit, dass eine gute Zahl an Staaten für eine Wiederzulassung war, und sich (Stand letzte Abstimmung) allein Malta klar für ein Nein positioniert hat. Alle anderen - inklusive Deutschland - haben sich enthalten. Anlass für die Kommission daraus zu schliessen, dass das kein Nein sei, somit ein Ja.


Mit bestem Dank auch an...

Zu verdanken haben wir Deutschen das unserem Bundesminister für Ernährung und Landwirtschaft Christian Schmidt. Der hat durch sein beratungsresistentes, stures und vollkommen sinnfreies Festhalten an einem Ja dafür gesorgt, dass Deutschland sich nicht zum überfälligen Nein entscheiden konnte. Zu schade. Denn das hätte das Spiel sicherlich nochmal ganz anders aussehen lassen. Und es der Kommission vermutlich ein bisschen schwerer gemacht.


Bedenkliche Verbindungen und ein Nogo

Dass die Kommission eine Wiederzulassung forciert, ist klar zu erkennen, und nicht nur das, der geleakte Emailverkehr und die zuletzt veröffentlichte Stellungnahme des Kommissars ein einen EU-Parlamentarier, die ganz offensichtlich eine glatte Lüge war zeigen, dass die Kommission nicht ihre Arbeit (Gesundheitsschutz) macht, sondern eng verbunden mit der Industrie gemeinsame Sache.

Im Hinblick auf die Historie des EU-Kommissars Vytenis Andriukaitis und warum er seinen damaligen Job im Parlament Littauens verloren hatte ist das eine mehr als beunruhigende Entwicklung, die vermutlich jeden zum EU-Kritiker werden lassen würde, der die ganzen Zusammenhänge auch nur annähernd verstanden hat. 


Dass bei der Vergabe von solch mächtigen Posten Korruption im Lebenslauf kein K.O.-Kriterium ist zeigt, wie unglaublich nötig eine EU-Reform wäre. Oder eben ein Ende der Schrecken. Wie auch immer. Andruikaitis hatte im Rahmen einer Korruptionsaffäre seinen Posten als stellvertretender Parlamentspräsident Littauens verloren. 

Man warf ihm damals vor, von einer Gesellschaft namens Rubicon Gelder im fünfstelligen Eurobereich angenommen zu haben, die dann seine Entscheidungen auf seinem Posten beeinflusst haben sollen. 

Die Vorwürfe gingen damals doch deutlich über einen blossen Verdacht hinaus, der zuständige Staatsanwalt stellte klar, dass es Gesprächsmitschnitte und Videoaufnahmen gäbe, die die Vorwürfe bestätigen würden.


Hier wäre es doch mehr als nötig, einmal eine Untersuchung anzustrengen, ob der Herr EU-Kommissar nicht wieder einmal der Versuchung erlegen ist, und den "Rubicon erneut überschritten hat", was die Zusammenarbeit mit der Glyphosate Task Force betrifft.


Mein Prognose


Mit der Verlängerung der bestehenden Zulassung wird alles bleiben wie bisher.
Das Mittel wird eingesetzt wie gehabt, die Menschen werden weiterhin Glyphosat im Urin haben und alle gesundheitlichen Auswirkungen werden mindestens gleich bleiben, wahrscheinlich eher noch sich verstärken.

Wir werden weiterhin Grenzüberschreitungen in Grundwasser und fliessenden Gewässern haben und es wird weiterhin zu bemerkenswerten Warnmeldungen von den Landesbehörden kommen müssen.

Denn die Landwirte sind sich ja keiner Schuld bewusst, sie wähnen sich auf der sicheren Seite und vertrauen ohne Zweifel auf die Werbeversprechen der Hersteller, der "Fach"-Zeitschriften und der Landesbauernverbände.


Wo das jetzt allerdings kritisch wird, und was wir in der Folge zu 100% dem BuMEL Christian Schmidt anzulasten haben werden ist:

Wir haben ohnehin schon eine mehr als angespannte Situation bei den Milchbauern.

Es wird Dank Wegfall der Milchquote (ebenfalls ein Schmidt-Versagen, mMn) zu viel produziert, die Preise sind zu niedrig, die meisten Milchwirtschafter legen drauf, und das nicht zu knapp.





Kommt es nun Dank des neuen Messverfahrens zum zu erwartenden Supergau und die Rückstände in der Milch werden Thema (und das MÜSSEN sie, dringend!), dann ist das Dank Herrn Schmidt für viele tapfere Landwirte der endgültige Todesstoss.
Der wäre zu vermeiden gewesen, mit einem entschiedenen Nein.



Hintergrund:
Bisher waren Kartoffeln und Milch nicht genau genug zu messen gewesen. Ein neues Messverfahren soll das nun ändern. Durch die höhere Genauigkeit steht zu erwarten, dass die meinen Erfahrung nach höchstwahrscheinlich deutlichen Rückstände in Milch/Milchprodukten endlich nachgewiesen werden können. 




Das mag der Gesundheit der Menschen zuträglich sein, denn es offenbart eine weitere typische Quelle, wo sich die Bürger ihre Belastungen einfangen.

Aber für viele Landwirte, die in gutem Glauben ihrem Handwerk nachgehen, mag das das endgültige Aus bedeuten. Schon weil vertuschen in dem Fall keine Alternative ist.

Und dann möchte man ihnen fast wünschen, dass sie noch genug Geld übrig haben für ein Flugticket nach St. Louis.


Bis später.


Update: EU-Kommissar Andruikaitis täuscht nicht nur die Öffentlichkeit

Nico DaVinci 22.06.2016 - 21:06 Lesedauer ca 1 Minuten

Update
EU-Kommissar spricht sich mit den Herstellern ab -Teil 2
... und täuscht sogar das EU-Parlament über die Verbindungen




Wie jetzt vom Umweltinstitut München in einem Update bekannt wird, täuscht der EU-Kommissar Andriukaitis nicht nur die Öffentlichkeit, sondern sogar offensichtlich ganz bewusst das EU-Parlament.


So schreibt das Umweltinstitut:
'In der Auseinandersetzung um Glyphosat verspielt Gesundheitskommissar Andriukaitis mehr und mehr seine Glaubwürdigkeit. So hat der Kommissar die von uns aufgedeckten Absprachen mit der Industrie in seiner Antwort auf eine kleine Anfrage des Grünen Europa-Abgeordneten Martin Häusling verschwiegen.


Auch dem Abgeordneten Häusling kam die prompte Antwort der Industrie auf das Schreiben von Andriukaitis vom 4. April merkwürdig vor. Er stellte deshalb folgende Anfrage an die Kommission:


"Kann die Europäische Kommission belegen, dass es keine Absprachen mit der GTF hinsichtlich des Zugänglichmachens der Industrie-Studien zu Glyphosat gab?"

Die Anfrage wurde von Martin Häusing ursprünglich bereits am 11. April gestellt, von der Kommission aber erst Ende letzter Woche beantwortet. In seiner Antwort schreibt Andriukaitis:

"Die Tatsache, dass die „Glyphosat Task Force“ (GTF) nach Erhalt des Schreibens der Kommission zum Thema Zugang zu Informationen zügig reagiert hat, hängt nicht mit irgendeiner Form von Absprache oder Vereinbarung zwischen der Kommission und der GTF zusammen."

Ferner behauptet der Kommissar, die bereits länger anhaltende öffentliche Kritik an der Intransparenz der Studien wäre der Grund für die schnelle Reaktion der Industrie. Die von uns öffentlich gemachte Telefonkonferenz mit der Industrie vom 17. März verschweigt Andriukaitis in seiner Auskunft gegenüber dem Abgeordneten.
Wir meinen: Der Kommissar täuscht nicht nur die Öffentlichkeit, sondern auch das Parlament.'


Es ist schon sehr bemerkenswert, dass dieser Skandal nicht ein einiges Mal in der Mainstream-Presse aufgegriffen wurde. Da ist ein einzelner Mann so mächtig, dass er alleine das Geschick von 508 Mio EU-Bürgern in der Hand hat und er täuscht die Öffentlichkeit (darüber wurde natürlich intensiv von der Mainstream-Presse berichtet)
und dann verfolgen die Herren Journalisten das nicht einmal.



Ich wünsche den Briten einen gelungenen Brexit und muss ehrlich sagen:
Nach all den Jahren guter Erfahrungen mit der EU verstehe ich, wieso sie gehen.




Weiterführende Links:

Erster Bericht: Absprachen zwischen EU-Kommissar und Monsanto und Co
Bericht des Umweltinstitut München

Antwort des EU-Kommissars an den EU-Parlamentarier



Glyphosat: Die Wissenschaft des feinen Herrn Schmidt

Nico DaVinci 18.06.2016 - 15:06 Lesedauer ca 1 Minute




VIDEO
Glyphosat: Die Wissenschaft des feinen Herrn Schmidt
Über einen der grössten wissenschaftlichen Betrugsskandale
der jüngeren Geschichte der Bundesrepublik


Der Bundesminister für Ernährung und Landwirtschaft Christian Schmidt täuscht wissentlich die Bevölkerung über die gesundheitlichen Auswirkungen von Glyphosat.




Als verantwortlicher Dienstherr des Bundesinstituts für Risikobewertung und des Bundesamtes für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit deckt er einen der grössten Betrugsskandale der jüngeren Geschichte der Bundesrepublik.Er ist damit nicht nur verantwortlich für die Gefährdung von 80 Mio Bundesbürgern, sondern durch die Tatsache, dass die deutsche Risikobewertung Grundlage für die EU-Entscheidung über eine Wiederzulassung ist - auch für die Gefährdung von 508 Mio EU-Bürgern.

Bis später.




BREAKING-NEWS: EU-Kommissar trifft geheime Absprachen mit der Glyphosate Task Force!

Nico DaVinci 16.06.2016 - 20:06 Lesedauer ca 2 Minuten

EU-Kommission-LEAKS
EU-Kommissar Andriukaitis: 
Gemeinsame Sache mit Monsanto und Co
Geheime Absprachen rund um Glyphosat mit den Glyphosat-Herstellern


Vor ein paar Wochen berichteten die Nachrichten, der für die Wiederzulassung von Glyphosat zuständige EU-Kommissar Vytenis Andriukaitis fordere von den Herstellern Transparenz was den Zugang auf 3 bestimmte Studien betrifft. 

Diese Studien seien gemäss dem Bundesinstitut für Risikobewertung und der EFSA Grundlage für die Wiederzulassung. Die Hersteller hatten die Studien als geheim eingestuft und sich auf das Betriebsgeheimnis gestützt.

Die Reaktion der Glyphosate Taks Force kam damals erstaunlich schnell.
Ihr Verständnis von Transparenz war die Bereitschaft, die Studien in einem Leseraum zur Verfügung zu stellen, wie man ihn von TTIP bereits kennt.
Die Nähe zu dieser Idee hatte ich damals schon im Umstand vermutet, dass der leitende Beauftragte der US-Regierung in Sachen TTIP ein Monsanto bzw CropLife-Mann war.

Wieso niemand auf die Idee kam, das Argument zu hinterfragen, man müsse sich vor dem Wettbewerb schützen ist mir bis heute unklar. Was sollte denn der Wettbewerb daraus schliessen? Krebsgefahr, vielleicht? Das Patent ist doch ohnehin längst abgelaufen, und bei einer Studie zu gesundheitlichen Auswirkungen ist das noch zwei Mal ein seltsames Argument - wenn man denn nichts zu verstecken hat.

Heute platzte nun die Bombe. 
Geleakte EU-Dokumente belegen, dass die "Transparenz-Offensive" von Andriukaitis eine mit der Glyphosate-Task-Force abgesprochene PR-Massnahme war, die die NGO/Umweltorganisationen und die Öffentlichkeit ruhig stellen sollte. 






Geplant waren gemäss dem Dokument 3 alternative Schritte als Reaktion bei öffentlichen Anfragen
1. Das Übermitteln einer bereinigten Version der Studien
2. Das Veröffentlichen der Studien oder
3. Zugriff in einem Leseraum

Die Industrie habe allerdings arge Bedenken, dass bei den Alternativen 1 und 2 die Daten in die Öffentlichkeit kommen. Wieso? Weil dann Fachleute drüber schauen könnten?

Liest man zwischen den Zeilen sieht man auch deutlich, welche Strategien gefahren werden sollten, um den Prozess an sich zu erschweren.

So langsam gibt das doch alles ein rundes Gesamtbild.
Die seltsame Vorgehensweise, als keine Mehrheit zu bekommen war - das beständige Beharren des Kommissars auf einer Wiederzulassung, die künstliche Eile des Kommissars, all das...

Der Kommissar Andriukaitis ist zuständig für die Gesundheit von 508 Millionen EU-Bürgern.
Und das geleakte Material beweist meiner Meinung nach deutlich, dass ihn das nicht schert, sondern dass er gemeinsame Sache mit der Industrie macht, die Öffentlichkeit und die (Umwelt)organisationen / NGOs zu täuschen.

Besonders brisant wird die Geschichte dann, wenn man weiss, dass der EU-Kommissar den Job davor verloren hat - wegen Korruption! 

Ich sagte es mehrfach und wiederhole es erneut:
Das System EU-Kommissar kann so nicht funktionieren, zu grosse Machtkonzentration, noch schlimmer, wenn sich nicht einmal die Mühe gemacht wird, die Biographie der Leute zu berücksichtigen. Und hier ist eine umfassende Untersuchung nötig an dessen Ende ich fast erwarte, dass ein paar Leute hinter Gittern landen sollten, bei allem, was ich weiss.



SlowCarb ist geschützte Marke

Nico DaVinci 10.06.2016 - 14:06 Lesedauer ca 1 Minuten

MarKKe
SLOWCARB® geschützte Marke
Warum ich die Wort-Bild-Marke SLOWCARB® schützen liess

Es ist schon eine Weile der Fall, bisher habe ich noch nicht viel Aufhebens darum gemacht.
Ich bin seit Kurzem der Inhaber der Wort-Bildmarke SLOWCARB®.

WOZU?
Während manche sich Markennamen schützen lassen, weil sie gerne das grosse Kapital schlagen möchten ist das bei mir ausdrücklich nicht das erklärte Ziel.

Es ist vielmehr so, dass wir in den vergangenen 4 Jahren die positiven Auswirkungen dieser Ernährungsweise mehr als hinreichend belegen konnten und sie jetzt nach und nach auch in die Kliniken und in Mainstream-Medien ankommt. 

Das treibt dann teilweise seltsame Blüten, so werden Fertigsossen und Nudeln von Lifestyle-Magazinen in Rezepte eingearbeitet und ähnliche Dinge. 
Wir hatten das ja zu Beginn des letzten Jahres hier im Blog berichtet.


BEWAHREN DER GRUNDSÄTZE
Diese Verwässerung eines Erfolgskonzeptes durch unbedarfte Dritte soll nun nicht weiter möglich sein. Wo Slowcarb draufsteht, soll bitteschön auch Slowcarb drin sein. Punkt.

So können sich die Interessenten und Teilnehmer zuverlässig von der Wirksamkeit überzeugen, ohne dass ihnen jemand aufgrund schlechter Recherche oder aus anderen Gründen etwas dazwischen mogelt, was die Erfolgschancen minimiert und ihnen eine reelle Chance auf ein gesundes Abnehmen und ein Mehr an Energie verwehrt. 
Und die Motivation aufgrund ausbleibender Erfolge von "SlowCarb"-Light-Varianten nimmt.


NUTZUNG/WEITERVERWENDUNG
Ich habe keine Pläne, jemandem die Nutzung der Marke in Büchern, Berichten oder auch online zu verweigern. Im Gegenteil. Sofern die entsprechende Nutzung im Sinne der SlowCarb-Idee erfolgt, sind alle recht herzlich eingeladen, mit mir unter nico@nicodavinci.de kurz Kontakt aufzunehmen und sich mit mir für die Nutzung abzustimmen. 


LIZENZGEBÜHREN
Ob für die Nutzung der Marke oder des Logos dann Lizenzgebühren fällig werden oder nicht hängt von der Nutzung und der Verbreitung selbst ab Aber im Regelfall wird das nicht nötig sein. Falls doch, wird das Geld verwendet, um den Bekanntheitsgrad der Ernährungsform weiter voranzutreiben und unsere wichtige Arbeit weiter zu ermöglichen.


MORE TO COME
Ich werde mittelfristig da noch weitere Information online stellen.
Bis dahin lade ich via dem oben genannten Emailkontakt zum  Dialog ein.




Tjo. Da isses nun. 
Der Nico wird Mr. SlowCarb. 
Wer hätte das vor vier Jahren für möglich gehalten?

Ich... nicht.


Bis später.


GTEST: Woher kommen die Belastungen bei Bio?

Nico DaVinci 09.06.2016 - 13:06 Lesedauer ca 3 Minuten

NachgehaKKt
Was wir jetzt brauchen ist eine Notbremse
Unverantwortliches Handeln der EU


Während die CDU und die CSU gerade auf die SPD einprügeln und versuchen, 
sie von ihrer Gegenhaltung zum Thema Glyphosat zu einer Zustimmung zu bewegen,
zeigen aktuelle Messungen doch deutlich, dass wir dringender den je die Notbremse ziehen müssen.

Erst gestern bin ich erneut gefragt worden, wo meiner Einschätzung nach eine Belastung von - in dem Fall 1,62 ng/ml - herkommen kann, wenn man sich praktisch ausschliesslich mit echtem Bio ernährt.

Wie es der Zufall will kam gerade dazu passend ein Zeitungsbericht in der Frankfurter Rundschau, den ich unten verlinke. Der Bericht erläutert gleich eine ganze Reihe an Details der Problematik.

Ich kürze das mal auf das Wesentliche zusammen:

Ein Biobauer verliert gelegentlich mal eben 100.000 Euro, weil seine Waren Grenzwerte überschreiten, zu deren Einhaltung er sich vertraglich verpflichtet hat. Und das ohne eigenes Zutun. Sondern weil irgendwo ein Nachbar, der konventionell arbeitet, bei sich Gift versprüht, und das zu ihm per Wind übertragen wird. 


Man darf sich hier gerne mal die Frage stellen, wo das wohl noch überall landet, wenn man in der Nähe eines solchen Feldes wohnt...

Schadenersatz? Fehlanzeige. 
Denn der Nachweis, wer der Verursacher ist, kann ja nicht geführt werden.

Gemessen wurde 2014 von offizieller Stelle (LUGV) nur, dass in der Umgebung, u.a. in Privatgärten über grosse Entfernungen die Grundbelastung teilweise um das tausend(!!!)fache überschritten wurde.


Die Reaktion der EU?
Anstatt sich des Problems anzunehmen, wurden die Grenzwerte (Pendimethalin) angehoben. 
Mal wieder:

o Knollensellerie - verdoppelt
o Karotten, Meerrettich, Petersilie-Wurzeln, Haferwurz und Pastinaken - fast verdreifacht
o Kohlrüben - sogar ums achtfache erhöht




Das alles ist längst ausser Kontrolle geraten. 
Und anstatt auf die Bremse zu treten, erhöht man Grenzwerte. 
Mit dem selben Problem: Ein daran Erkrankter wird den Nachweis ebenso kaum führen können, dass es das Mittel X oder Y war. 
Aber teilweise deutliche nachhaltige Gesundheitsschäden für den Rest seines Lebens mit sich herumtragen. Für anderer Leute Umsatz.

Wir haben in der Donau 700fache Grenzüberschreitungen mit Glyphosat gemessen und es gibt ebenso beunruhigend Nachweise im Grundwasser. 

Was ist mit dem Trinkwasser?
Meine Gespräche mit Sachen Trinkwasser ergeben im Zwischenstand:
Viele der Wasserversorger testen zwar auf Pestizid-Rückstände, Glyphosat selbst ist da aber explizit gar nicht dabei. Das heisst: Grossflächig ist die tatsächliche Belastung des Trinkwassers gar nicht bekannt.
Wo es doch gemessen und nachgewiesen wurde, helfen anscheinend teure Filteranlagen. Die sollte man endlich mal mit in die "Wirtschaftlichkeits-"Berechnung der Stoffe mit einfliessen lassen. 

Und es gibt anscheinend eine Reihe an Messungen beim Trinkwasser, das von den Gemeinden über Brunnen bezogen wird. Und dort sind bereits deutliche Belastungen gemessen worden.

Der Wahnsinn nimmt seinen Lauf, niemand schaut hin, und wo es Nachrichten gibt, werden diese unterdrückt. Von der 700fachen Überschreitung in der Donau bei Ulm erfahren wir trotz der lebhaften Diskussion um Glyphosat EIN JAHR später...

Wofür das alles?
Ertrag, Ertrag, Ertrag. Es wird von der Wettbewerbsfähigkeit der Bauern gesprochen, mit höheren Kosten für Lebensmittel Angst gemacht. 

Was dabei vergessen wird: 
Nach 10 Jahren sind glyphosatbehandelte Felder offensichtlich unbrauchbar. 


Und haben wir nicht gerade bei der Milch ein Beispiel, wohin das ständige Streben nach Mehrertrag geführt hat? 


Ob ein landwirtschaftlicher Betrieb nun daran stirbt, weil seine Nutzfläche im Eimer ist, oder ihn später die Preise aus dem Wettbewerb schiessen ist doch eigentlich egal. 
Früher oder später holt ihn das konventionelle Handeln ein. 
Dazwischen aber, bis das soweit ist, liegt eine unverantwortliche Gefährdung der Umwelt und der Gesundheit der Menschen.


Was wir brauchen ist eine Notbremse. Das darf so nicht mehr weitergehen.  



Bis später.



Weiterführende Links:
FR: Immer weniger unbelastete Rohstoffe
Die CDU/CSU macht Druck auf die SPD
EU-Kommission: So geht es weiter in Sachen Verlängerung



PS:
Eine Prognose: Falls die SPD bei Glyphosat nachgibt, ist sie ähnlich der FDP Geschichte. 
Das ist momentan das einzig Vorzeigbare, das mir einfällt, wo sie sich für die Bürger einsetzen. Und das an wichtiger Stelle. Wird nun die Gesundheit der Bürger bei einem Stoff, auf dem vollkommen zurecht gerade so viele Augen gerichtet sind weiter gefährdet, weil man einknickt, wird das bis nächstes Jahr nicht vergessen sein.


1 Million

Nico DaVinci 09.06.2016 - 00:06 Lesedauer ca 1 Minute

KKrass
DANKE
für eine Million Besucher auf diesem Blog

Ich bin ja immer mal wieder auf YouTube unterwegs.

Und ab und zu freut sich dort einer der Kanalbetreiber über seine Meilensteine.

Oft sind die Zahlen wirklich verrückt, wenn man sich vorstellt, wie viele Personen da irgendwo auf der Welt hinter einem Bildschirm sitzen oder ihr smartes Fon in der Hand halten.

Und dann, nach beinahe 4 Jahren sitzt man selbst mit glühenden Ohren und sieht dem Besucherticker zu... 999.991 .... 999.997.... 1.000.001... 

Und zum ersten Mal verstehe ich wirklich, was diese YouTuber erleben. 
Nach so langer Zeit und dem Aufwand, der insgesamt damit verbunden ist.

Und ich meine das ehrlich und von Herzen, wenn ich Euch das sage, was die YouTuber immer sagen...

Danke Euch, für 



Fest verankert

Nico DaVinci 08.06.2016 - 12:06 Lesedauer ca 6 Minuten

NachdenKKlich
Was Rechtschreibung und Telefon-Nummern 
mit dem Gewicht zu tun haben
Über die Schwierigkeiten manchmal loszulassen

Es gibt da einen Moment, der mich wiederkehrend über mich selbst wundern lässt.

Dieser Moment, wenn mich jemand nach meiner Mobilnummer fragt.
Ich muss dann immer erst in meinem eigenen Gerät nachschauen. 
Denn ich kenne sie nicht auswendig. Nicht mehr. 

Ich weiss noch meine allererste. 
Von damals, als die Minute telefonieren noch 2 DM gekostet hat. 
Als man noch belächelt wurde, wenn man mit so einem "Fritz-Wichtig-Radio" durch die Gegend spazierte. 

Und ich weiss sogar noch die von meiner längst verstorbenen Grossmutter.

Aber nicht mehr die aktuelle eigene.






Fast reflexartig neigt man dazu, solche Merkwürdigkeiten bei Erklärungsversuchen vorschnell dem Alter zuzuordnen. Aber das ist wohl falsch. 

Denn eigentlich bin ich gar niemand, der sich schwer tut mit "Dinge merken". 
Oft reicht das einmalige Lesen eines Artikels, ja selbst einer komplizierten Studie und ich habe die Fakten und Zahlen im Kopf.

Was also macht den Unterschied?

Nachdem ich darüber eine ganze Weile nachgedacht habe kam ich auf eine mögliche Lösung. Und ich habe sogar ein Wort dafür gefunden: 


Der Ermüdungsbruch im Hirn.

Aufgrund einiger Tarif- bzw Anbieterwechsel hatte ich in den letzten Jahren verschiedene Nummern, und während ich mir noch die ersten nach den Wechseln gemerkt habe ist irgendwann einmal unterbewusst das Gefühl entstanden, dass es sich gar nicht erst lohnt, die Nummer zu merken. Sie ändert sich ja sowieso bald wieder. 
Das war der Punkt, als ich aufgehört habe, mir die neue zu merken. 

Und es gibt noch einen zweiten Punkt, bei dem ich das an mir feststelle.
In der Schule haben sie uns Rechtschreibung beigebracht. 


In meiner Wahrnehmung als Kind waren diese Regeln etwas Unumstössliches. Unabänderlich richtig. 

So wie das physikalische Gesetz der Schwerkraft. 
Oder so wie ich meine Klassenlehrerin heiraten werde, wenn ich endlich gross bin.

Und ich war gut bei Diktaten. 
Ausser Flüchtigkeitsfehler war da nichts, was für Abzüge an der Note sorgen konnte.

Dann später kam auf einmal die Rechtschreib-Reform. 
Ich verstehe bis heute nicht, wieso man das nötig hatte. 

Aber auf einmal war diese feste Konstante in meinem Leben in Gefahr...

Nachdem ich mich kurz mit den neuen Regeln beschäftigt habe, die mir teilweise unsinnig und verwirrend vorkamen und es dann noch hiess eine Weile gälte beides parallel fasste ich meinen Entschluss: Ich bleibe beim Alten. Dem Richtigen. Dem Unumstösslichen.
Leckt mich doch am Arsch mit Eurer Reform!

Wenn Du es bis hier im Text geschafft hast magst Du vielleicht beginnen Dich zu fragen, was ich damit sagen will. Und was das den bitteschön mit Abnehmen zu tun hat?!

Ich glaube eine ganze Menge. 
Wenn man nur genau hinschaut. Nehmen wir das mal auseinander:


1 - Die Prägung
In der Wissenschaft gibt es kaum noch eine Frage über den Umstand, dass die ersten 1000 Tage einen elementaren Einfluss haben auf unsere Essgewohnheiten später. Und auch die folgenden Jahre tragen entscheidend dazu bei. 
Ein guter Grund übrigens, warum eine kluge Mutter dem Märchen nicht folgt vom "das wächst sich noch raus" und "die haben später auch noch Zeit, sich zusammenzureissen, jetzt sollen sie das Leben (und den Zucker) geniessen".
Die Wahrheit ist doch, dass die meisten von uns der Auffassung sind, dass es nirgends so gut schmeckt wie bei Muttern. Prägung eben. Genau.

2 - Die Dogmen
Eine Zillion Mal habe ich in meinem Leben den Satz gehört: 
"Dick? Dann musst Du Dich halt mehr bewegen!" 
Oder: "Kein Wunder, soviel Fett wie da dran ist. Da musst Du ja zunehmen!"
Oder: "Milch ist gut. Wegen dem Kalzium."
Oder: "Spinnst Du? 2 Eier... Aber das Cholesteriiiiin....!"
Oder: "Dieser Schokoriegel ist gesund. Denn er enthält das Beste der Milch."
Oder: "Wer nämlich mit H schreibt ist dämlich"

Klingt nach unumstösslichen Wahrheiten, nicht wahr? 
Hat man so oft gehört oder gelesen... Das MUSS stimmen. 

3 - Hin und Her
Ein wunderbares Beispiel für diesen Punkt ist Kaffee. Mal ist er gesund, dann wieder nicht.
Mal entzieht er dem Körper Wasser, dann wieder nicht. Mal kann man 8 Tassen am Tag trinken, mal sollte man nicht über 1 gehen, und die möglichst noch koffeinfrei. Also Sex ohne Orgasmus... 

Ähnlich ist das auch mit anderen Lebensmitteln. 
Heute ein Hype, morgen verteufelt. Heute gesund, morgen krebserregend.

Einer der häufigsten Dinge, die die Leute dann sagen ist "... dann kann man ja bald gar nichts mehr essen!" - Oder: "Das ist doch ein Scheiss. Morgen erzählen sie wieder, dass alles anders ist." Und: "Ich bleib bei dem, was ich kenne." 
Fallback auf den Ursprung. Die Prägung.

Zurück zur alten Rechtschreibung. Reformiert Euch doch selbst.


4 - Manipulation
Was für ein wunderbares Mittel, um manipuliert zu werden: 
Man muss also Unwahrheiten nur oft genug behaupten, oder unliebsame Wahrheiten nur stetig mit Gegendarstellungen befeuern. Bis es zum Ermüdungsbruch kommt. 
Und dem fest eingebauten Fallback auf den alten Status Quo.

Zuletzt konnte man das bei der Frage erleben, ob Glyphosat denn nun krebserregend ist oder nicht. Und auch bei der Diskussion um Zucker ist das nicht sehr viel anders.


Kommen wir also zu einem entscheidenden Punkt:

Ob man sich eine Telefonnummer nun merkt, oder nicht - ist wurschtegal. 
Man kann die nachschauen, auch wenn die Situation jedes Mal ein klein bisschen peinlich ist. Mir zumindest.

Ob man sich "in acht nimmt" oder "in Acht nimmt" - WHO CARES? Hauptsache man ist vorsichtig. Wo es wirklich nötig ist. Egal ob mit grossem oder kleinem A.

Wenn man allerdings wirklich Abnehmen als ernstgemeintes Ziel formuliert, 
dann sollte man eine wichtige Wahrheit verstehen:

Da ist ein bestimmtes Verhalten, eine bestimmte Gewohnheit oder eben auch Prägung, die diesen Zustand herbeigeführt hat. Um den Zustand zu verändern, muss man die Gewohnheit verlassen. Das Verhalten ändern. Bereit sein, gegen die Prägung anzukämpfen. 

Denn nur das Verlassen des bisherigen Weges kann ein anderes Ergebnis bringen.

Und da ist es sinnvoll die Mechaniken 1 - 4 verstanden zu haben.
2 - 4 kann man mit Logik und klarem Menschenverstand begegnen. 
Und sie langsam durch zutreffendes Wissen ersetzen. 
Oder sein Wissen überhaupt erst schaffen und nach und nach auffüllen.

Punkt 1 ist meiner Meinung nach der Schwierigste. 
Eine Prägung zu überschreiben ist mit dem grössten Kraftaufwand verbunden. 
Und viel eiserner Disziplin. Standhaftigkeit. Und festem Willen.
Und gerade dieser Punkt wird auch gelegentlich für einen Rückfall sorgen. 

Allein - man hat es in der Hand, wie intensiv oder wie lange dieser Rückfall dann andauert. 
Und ob man gar sein Ziel dafür aufgibt. Und alle Mühen davor umsonst waren.


Die Standards von heute sorgen bei über der Hälfte der Bevölkerung für ein stetiges, andauernd wachsendes Plus auf der Waage. Der grösste Teil der Empfehlungen ebenfalls. Und sie werden nicht besser, wenn man sie auch noch so oft wiederholt. 

Die Lebensmittel selbst haben oftmals die gleichen Namen wie vor 30, 40 Jahren als die Welt noch in Ordnung war. Aber die Zusammensetzung hat sich verändert. 
Zutaten sind anders, Inhaltsstoffe verändert.

Am Ende sollte man sich an dem orientieren, was zählt: Erfolg. 

Wer an sich feststellt, dass er mit mehr essen auch noch abnehmen kann - wie das bei uns in der Gruppe ja häufig mit Erstaunen zur Kenntnis genommen wird - sieht doch, dass er auf einem guten Weg ist. Und wieviele neue Leben haben wir bisher bei KK geschaffen? 
Es werden tausende sein. Das ist kein Zufall.


Zum guten Schluss
Bei zwei Dingen habe ich gelernt, dass sie eben doch nicht unumstösslich sind:

Eier haben eben doch keinen Einfluss auf den Cholesterin-Spiegel.
Und ich habe meine Klassenlehrerin doch nicht geheiratet.



Bis später.




Technischer K.O. für den Mythos Grundumsatz - Am Ende verlieren sie alle

Nico DaVinci 29.05.2016 - 18:05 Lesedauer ca 6 Minuten

Nie NiederKKalorisch
THE BIGGEST LOSER - Am Ende verlieren sie alle
6 Jahre später nachgeschaut sieht alles anders aus
Der technische KO für den Mythos Grundumsatz

Man kann sie mögen, oder nicht.
Sie scheint Einschaltquoten zu erzeugen, die Sendung The Biggest Loser.
Wechselnd ausgestrahlt über Prosieben, Kabel eins und Sat1 kommt das Format immerhin schon auf 8 Staffeln. Ursprünglich handelt es sich um ein TV-Konzept aus den USA.

Ich denke ja immer - wenn man verstehen will, wie die Gesellschaft gerade tickt und was sie beschäftigt, dann muss man sich die TV-Formate näher anschauen, die gerade erfolgreich sind. Da kann man mal drüber nachdenken, wo wir dann wohl gerade insgesamt stehen.

Aber offensichtlich ist Abnehmen eine Sache, die ziemlich viele Menschen zu interessieren scheint. Bei 67 % übergewichtigen Männern und 53% übergewichtigen Frauen, sowie jedem fünften Kind im Übergewicht haben wir ja leider auch einen ganz realen Bedarf.




Das Prinzip ist einfach und wurde nie wesentlich verändert. Grob erklärt:
Ein paar Kandidaten leben in einem Camp zusammen und versuchen mit veränderter Ernährung und einem straffen Sport-/Bewegungsprogramm ihre Kilos zu verlieren.
Immer derjenige scheidet aus, der den geringsten Gewichtsverlust in Prozent seines Gesamtgewichtes erreicht. 
Als Gewinner einer Staffel wird am Ende der gekürt, der in diesem Aussiebeverfahren bis zum Schluss übrig bleibt.

Soweit, so gut.

Ich habe mit die Sendung in den letzten 3 Jahren ein, zwei Mal ganz angeschaut und bin beim Durchschalten auch mal kurz Hängengeblieben. 

Ich sehe das Format mit ziemlich gemischten Gefühlen. Auf der einen Seite finde ich es sehr gut, wenn sich jemand wie die Teilnehmer in der gezeigten Gewichtsklasse nicht einfach aufgibt. Grandios. Und ermutigend für ein paar der Zuseher, wie ich hoffe.

Woran ich mich immer gestört habe ist das Vorführen der Teilnehmer und der "Big-Brother-Charakter". Aber ganz besonders gestört hat mich das Konzept, nach dem überhaupt erst abgenommen wird. Denn ich hatte da immer ein bisschen Bauchweh, was den Langzeiterfolg betrifft.

In den Sendungen, die ich gesehen habe ging es zu 99% um Sport, über die Ernährung selbst wurde - zumindest dann, wenn ich das angeschaut habe - kaum berichtet. 
Ich glaube zu erinnern ich habe einmal eine Küche gesehen, und etwas Gemüse. 
An mehr erinnere ich zumindest nicht. Die Dauerfans mögen mich da gerne berichtigen... Aber ich glaube man ist auf der sicheren Seite wenn man behauptet: 
Im Vordergrund steht die Ernährung gegenüber dem sportlichen Teil nicht.

Das Sportprogramm selbst ist nun doch ziemlich straff. 
Da wird wirklich etwas abverlangt, und wenn es gar nicht mehr weiter geht und die Tränen gemeinsam mit dem Schweiss in die Augen schiessen, zack zack, gleich noch ein Stück weiter, aufgegeben wird nicht, auch schon mal bis zum Zusammenbruch. 
Gut, dass dann ein Arzt zur Stelle ist, alles andere wäre auch unverantwortlich.

Nun verfolge ich schon eine Weile die Überzeugung, dass Sport und Abnehmerfolge prinzipiell nichts miteinander zu tun haben. 

Ich werde dafür oft für verrückt erklärt, und manchmal auch recht harsch kritisiert. 

Zu oft wird als quasi vollautomatischer Reflex auf "dicker" das Wort "Bewegung" als legitime Gegenwaffe genannt. Genaugenommen lebt eine komplette eigenständige Fitness-Industrie davon: Geräteturnen und zum Schluss nen kühlen Eiweiss-Shake zur Kundenbindung.

Und ich bleibe dabei: Das ist Quatsch!

Ich mache das ja nicht seit gestern, und die internen Daten, die ich kenne, die Befragungen bei unseren Teilnehmern und deren Erfahrungsberichte zeigen mir, dass dieses Prinzip nicht stimmen kann.


Und siehe da. Ich sollte Recht behalten!

Das Hauptargument für Sport beim Abnehmen ist immer, man würde durch den Muskelaufbau einen höheren Grundumsatz erreichen. 
Grundumsatz, das ist das, was der Körper so durchschnittlich am Tag bei moderaten 28°C an Energie verbraucht, wenn man gar nichts tut. Und nüchtern ist.
Also anders gesagt: 
Das, was man in einem warmen Zimmer mit leerem Magen an Kalorien verbraucht, wenn man auf dem Sofa liegen bleibt, wenn alle Körperfunktionen sonst normal laufen.

Die Logik, die als Argument für den Sport hergenommen wird ist, dass man sagt:
Mehr Muskeln, mehr Grundumsatz, also Gas geben und Muskeln aufbauen.

Klingt schick, klingt einfach - und leider auch erst einmal einleuchtend.
Aber es ist eben leider - falsch!

Ein US-Forscherteam vom National Institute of Health hat 14 freiwillige der amerikanischen Staffeln jeweils am Ende der Staffel und dann 6 Jahre später nochmal auf Herz und Nieren getestet.

Das Resultat ist ernüchternd:
Hatten die Teilnehmer während der Staffel im Durchschnitt noch sagenhafte 58 kg abgenommen, kamen über den nachfolgenden Zeitraum von 6 Jahren wieder 41 kg dazu.

Ein klassisches Jojo.

Als besonders verheerend dabei sehe ich die Entwicklung des Körperfettanteils.
Hatten die Teilnehmer sich im Schnitt noch auf einen Wert von 28,1% Körperfett heruntergehungert, schoss dieser in den 6 Jahren wieder um 16,6% auf "satte" 44,7%(!) hoch.


Was ist da geschehen? Woran liegt das? 
Waren die Teilnehmer einfach wieder in schlechte Gewohnheiten zurückgefallen, nachdem die Kameras weg waren? Das ist ja oft das, was man dicken Menschen gerne vorwirft: Gierige Faulpelze, die sich nicht unter Kontrolle haben. Weniger Essen, mehr bewegen.


Die tatsächliche Erklärung kommt nun aber womöglich aus einer ziemlich unerwarteten Ecke des Supergewicht-Rings...:

Hatten die Teilnehmer zu Beginn vor der Staffel noch einen Grundumsatz von 2600 Kalorien, lag er am Ende der Staffel bei 1996 Kalorien, durchschnittlich.

Hier ist der erste Aufmerker:
Der Grundumsatz ist durch den intensiven Sport in Kombination mit der niederkalorischen Ernährung nicht gestiegen, sondern gesunken.

Noch viel interessanter jedoch ist, dass das gar kein kurzfristiger Effekt war, sondern der Grundumsatz auch nach 6 Jahren TROTZ der teilweise doch recht massiven Wiederzunahmen mit 1903 Kalorien sogar noch weiter abgesackt, anstatt angestiegen ist.


Übersetzt heisst das, dass die Abnahmebemühungen in der Langzeitwirkung nicht nur dafür gesorgt haben, dass sie nach 6 Jahren wieder nahezu am Ausgangspunkt angelangt waren - nein, das Dünnbleiben fällt ihnen jetzt auch noch zusätzlich entsprechend schwieriger. 

Denn im Schnitt lagen sie nach den 6 Jahren bei einem knapp 700(!) Kalorien niedrigeren Grundumsatz.

Mit anderen Worten: 


Der eigentlich versprochene Effekt, mehr zu verbrauchen und sich damit vielleicht auch einmal das eine oder andere mehr erlauben zu können hat sich ins Gegenteil verkehrt.


Statt sich mehr erlauben zu können, konnten sie sich weniger erlauben. 
Das langfristige Dünnbleiben wird durch diesen Weg also schon per Design erschwert.

Und noch etwas - sehr Elementares - kommt gemäss der Untersuchung erschwerend hinzu:

Aktive Stoffwechselhormone bleiben reduziert, die den Stoffwechsel eigentlich ankurbeln sollten und ein dauerhaft niedriger Leptinspiegel nimmt einem das Gefühl, satt zu sein.

Das heisst die Fettverbrennung bleibt dauerhaft auf niedrigem Level, während das Gehirn als Gegensignal andauernd das Gefühl bekommt, ständig am Verhungern zu sein.

Das ist kein Langzeits-Erfolgskonzept, das ist eher Langzeit-Qual-mit-Ansage.
Genau so, wie ich nun schon fast seit fast 4 Jahren warne...


Habe ich etwas gegen Sport?
Nein - gar nicht. Wer Spass daran hat, wem es beim Entstressen hilft, wer seinen Körper ein wenig definierter haben möchte, wenn man in den Bereich Normalgewicht gelangt... Bitte sehr, liebend gerne.

Aber ich habe etwas dagegen, dass jenen, die sich mit einer Abnahme wirklich einen grossen gesundheitlichen Gefallen tun auf den Holzweg geschickt werden, indem man ihnen suggeriert, es hätte etwas mit Bewegung, Kalorien und Grundumsatz zu tun.
Das haben unsere Daten nicht hergegeben, und das hat das Biggest-Loser-Experiment jetzt nun wirklich deutlich gemacht.


Was mich besonders daran ärgert ist, wie es diesen Menschen jetzt heute geht.
Ein einziges Wort ist das, was deren Leben heute zu prägen scheint, 
wenn man Interviews mit ihnen sieht oder liest. 

Und das ist: Scham.

Das nagende Gefühl, aus eigener Schuld versagt zu haben. 
Eine Chance, die man ihnen gab nicht genutzt zu haben. 

Dabei ist das im Ergebnis eben alles andere als eine Chance. 
Sondern Scheitern als Konzept.

Schämen sollten sich aber gar nicht die, die auf die Fachkompetenz der Anleitenden vertraut haben, sondern schämen sollten sich all jene, die die Daten kennen und aus wirtschaftlichem Interesse die Menschen noch immer auf den Holzweg zerren. 


Wider besseren Wissens.



Weiterführende Links:
Die Biggest-Loser-Studie (engl/Original)
Die gleiche Studie direkt als PDF zum Download

Der begleitende Presseartikel (engl) NewYork-Times



Presseschau: Glyphosat (Update)

Nico DaVinci 28.05.2016 - 08:05 Lesedauer ca 2 Minuten

KKurzes Update
GLYPHOSAT IN DER PRESSE
Kleine Presseschau

GLYPHOSAT IM FLUSSWASSER (700fache Grenzwertüberschreitung)
Die Südwestpresse hat einen Bericht über die Sichtweise des Pressesprechers der Landeswasserversorgung (LW) veröffentlicht, der es ganz schön in sich hat. 

Wir hatten das Thema "Wasserversorger" bei uns ja schon ein paar Mal in diesem Kontext und zuletzt gelernt, dass Glyphosat-Rückstände wohl gar nicht standardmässig in den Wasserproben gemessen werden. Um so interessanter nun, dass der LW-Mann ein paar brisante Infos für uns hat:
Seit 2012 haben sie 130 Proben aus der Donau direkt genommen. Am 10. Juni 2015 fanden sie dabei einen Rückstand, der 700fach(!) den Grenzwert für Trinkwasser übersteigt.
Wo blieb da eigentlich die Info an die Bürger? Ist so etwas nicht berichtenswert? Ein Jahr später erfahren wir darüber... EIN Jahr!


Wie kritisch das zu sehen ist erklärt er dann noch an einem anderen Beispiel. Von dem Ende der 80er Jahre verbotenen Mittel Atrazin seien heute noch Spuren nachweisbar.
Der einzige Grund, warum es nicht in Trinkwasser nachweisbar sei sind teure Filter. Ob die wohl in der Wirtschaftlichkeitsberechnung des Mittels berücksichtigt sind? Wer zahlt denn die?
Südwest-Presse: "Spuren des Pflanzengifts Glyphosat im Flusswasser entdeckt"




Deutsche Ärzte: Widerruf!
Ebenfalls knackig und erstaunlich klar ist das Resümee des gerade zuende gegangenen 119. Deutschen Ärztetages. Die Ärzte fordern den Widerruf der Zulassung von Glyphosat.
Bundesärztekammer: Ärzte fordern Widerruf der Glyphosat-Zulassung


Bundesgesundheitsminister hält sich raus
Das macht dann auch das Urteil unseres Bundesgesundheitsministers Gröhe ziemlich spannend. Der hält sich aus allem raus und verweist lediglich auf die (fragwürdige) Risikoeinschätzung durch unser Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR). Da er der CDU angehört müsste er eigentlich Mutti Merkel folgen (die findet das Mittel toll) und Christian Glypho-Schmidt (CSU). 
Wie kann das sein? 
Er müsste genügend Daten vorliegen haben, die das Mittel unmöglich machen.
Ist das daraus entstehende Umsatzinteresse der Pharmaindustrie doch so viel stärker?
FAZ: Gesundheitsminister Gröhe hält sich heraus



Wie geht es weiter? Neue EU-Tagung am 06.06.16
Und jetzt zum besonders spannenden Teil - wie geht es denn nun weiter?
Zur Wiederzulassung war ja keine Mehrheit zu finden. 

Das würde bedeuten, man lässt die Zulassung zum Ende nächsten Monats auslaufen.
Nicht so bei der EU. 


Dort lässt man gar nicht erst abstimmen, was man nicht will und trifft sich dann einfach nochmal.


Am 06.06.16 - symbolträchtiges Datum für Satanisten, habe ich irgendwo gelesen - kommen die EU-Jungs nochmal zusammen. 


Jetzt ist wohl keine Wiederzulassung mehr das Thema, sondern die Verlängerung der bestehenden. Das wäre dann die... ich weiss nicht mehr wievielte Verlängerung der Verlängerung. Die Meinung der EU-Bürger ist klar, und es gibt genügend warnende Stimmen. Die einzig vernünftige Entscheidung wäre dem Spuk jetzt endlich ein Ende zu bereiten.

Wenn die EU weiter für EU-Müdigkeit sorgen will, dann entscheidet sie gegen den erklärten Willen der Politik und der Bürger. So viele Menschen, wie das Thema zwischenzeitlich aktiviert hat ist das eine nicht ganz unbeträchtliche Menge an Anti-EU-Energie, die das erzeugte. Würde ich schon daher sehr gut überlegen, ob es das wert ist.
Finanzen.net: Neue EU-Beratung im Glyphosat-Streit am 6. Juni


Hoffen wir das beste... für die Menschen, nicht den Umsatz.


Bis später.


Warum Wiederzulassung Wahnsinn wär

Nico DaVinci 24.05.2016 - 05:05 Lesedauer ca 10 Minuten

KKonkret
Glyphosat und die Auswirkung auf Menschen

Ein recht bedenkliches Beispiel aus der Praxis

Ja. Ich habe Verständnis für die Verwirrung der Verbraucher.
Wer in den letzten Wochen das ständige Hin und Her in der Presse mitverfolgt hat, weiss ganz sicher nicht mehr, was er noch glauben soll und was nicht. 

Und wahrscheinlich ist das auch so beabsichtigt.

Meine persönliche Einstellung gegen die Wiederzulassung des Mittels hat sich in der gleichen Zeit allerdings nur weiter verfestigt. 

Denn ich habe einige sehr konkrete Hinweise auf mögliche gesundheitliche Auswirkungen aus dem Umstand, dass 75% der Bevölkerung zwischenzeitlich Glyphosat pinkelt.

Nachdem ich heute von der betroffenen Person die Erlaubnis erhalten habe zu berichten beschreibe ich erstmals einen ganz konkreten Fall aus der Praxis.
Einen deutlichen Hinweis, was für drastische Auswirkungen das Mittel Glyphosat auf die menschliche Gesundheit haben kann. 
Jenseits der allseits bekannten möglichen Krebsgefahr. 
Wenn nur ein paar ungünstige Faktoren zusammen kommen. 






Vorgeschichte
Ende Januar hatte ich ja meinen Film "Gift im Darm" veröffentlicht. 
In dem benannte ich ein paar mögliche Verbindungen zu bestimmten Krankheitsbildern. 

Die Reaktionen auf den Film sowohl aus der unabhängigen Wissenschaft als auch von glyphosat-kritischen Journalisten haben mich nur bestätigt.
Ausserdem wurden mir seither eine Menge Studien und Unterlagen zugesandt, die ich nach und nach durchgearbeitet habe. Diese geben mir ebenfalls Recht. 

Und so ist das wohl auch. Wenn man sich ausserhalb der Banden der von wirtschaftlichem Interesse geprägten "Wissenschaft" bewegt.

Heute, knapp 4 Monate nach der Veröffentlichung des Films, gehe ich nun fest davon aus: Es ist nur noch eine Frage der Zeit, bis belegt sein wird, dass wir die Auswirkungen des Mittels in unseren Körpern massiv unterschätzt haben. 

Und dass unter anderem die derzeit untersuchte negative Wirkung auf den Hormonhaushalt (endokriner Disruptor) oder Krebs nur zwei aus einer ganzen Reihe von negativen unerwünschten Seiteneffekte des in den letzten 15 Jahren massiv angestiegenen Einsatzes des Mittels sind.


Wie es begann
Eine der Reaktionen auf den Film war ein Kontakt den ich zu einer jungen Mutter bekam, die mich anschrieb und mir berichtete, dass eine sehr grosse Anzahl der im Film genannten Beschwerden auf sie zutreffend seien. 

Seit 4 Jahren habe sie extrem damit zu kämpfen gehabt, verschiedene Symptome hatten sie in den Rollstuhl gebracht - und es ging sogar soweit, dass sie soweit ich erinnere 2 Mal mit dem Notarzt zum Krankenhaus gebracht werden musste und nach eigenen Aussagen gerade nochmal dem Tod von der Schippe gesprungen ist. 

Die behandelnde Ärztin war in den letzten 2 Jahren relativ ratlos über die Ursache, was eine zielgerichtete Behandlung natürlich erschwerte.

Ich hatte nach allem, was ich zu diesem Zeitpunkt an wissenschaftlichen Arbeiten gelesen hatte schnell einen relativ klaren Verdacht. Durch ein längeres Telefonat zur Vorgeschichte, dem Krankheitsverlauf und einer konkreten Frage nach bestimmten Details im Blutbild war mein Verdacht gefestigt.

Hier ist, wovon ich ausgehe:
Eine vor ihrem Beitritt zu KK erfolgte Abnahme von über 50kg hat das im Speicherfett angelagerte Glyphosat in den Blutkreislauf abgegeben. Dadurch, dass die Abnahme allerdings relativ schnell erfolgt ist, war das vermutlich eine relativ hohe, unübliche Dosis.


Ich kam darauf, da wir ein ähnliches Phänomen schon des Öfteren zuvor beobachtet hatten. Wenn der Wirkstoff der Antibaby-Pille auf die gleiche Weise für Zwischenblutungen bei einigen Teilnehmerinnen gesorgt hatte. 

Im aktuellen Fall war die Folge jedoch eine übermässige Belastung der Organe, vor allem von Leber, den Nieren und ausserdem eine Reihe von Entzündungen im Körper sowie massive Atemprobleme, analog der von mir im Film beschriebenen asthmatischen Beschwerden.

Die Herkunft dieser Probleme sind u.a. von Anthony Samsel und Stephanie Sennef in ihren Arbeiten beschrieben und die logischen Zusammenhänge erklärt. Ein wesentlicher Teil davon ist auch, was ich selbst in den letzten Jahren beobachtet hatte und deshalb in meinem Film beschrieben habe.

Auch wenn die Hersteller nach wie vor behaupten, dass Glyphosat nicht im Körper angelagert wird gibt es in verschiedenen unabhängigen Studien nach meiner Auffassung genügend Hinweise, dass das eben doch der Fall ist. 
Monika Krüger spricht von ca 2/3, die ausgeschieden werden und 1/3, das sich anlagert. 

Es erscheint mir auch unlogisch, warum sich nachgewiesene Rückstände in den Organen von Nutztieren nicht auch im Menschen befinden sollten. Zwei weitere unabhängige Quellen haben mir ähnliche Beobachtungen geschildert. Ich bezweifle eine Einlagerung daher nicht mehr.

Ich bat die betroffene Person daher, ihrer behandelnden Ärztin meinen Verdacht mitzuteilen und ggf die Behandlung danach auszurichten. 

Der erste Versuch blieb in einer wohl für Schulmediziner typischen Reaktion stecken: 
Was nicht in Medizinbüchern steht und von dem nicht ein Pharma-Referent sagt 
"Hier ist die neue Krankheit und so heisst die Pille dafür" dann scheint es erst einmal nicht existent. Ärgerlich ist das. 

Ich bestand jedoch darauf, dass die Betroffene ihrer Ärztin 2 Studien vorlegt. 
Auf einmal war es nicht mehr unwahrscheinlich, sondern sogar plausibel. 
Offensichtlich haben einige Werte, Symptome und Ereignisse der letzten 2 Jahre wohl dann doch all zu gut darauf gepasst. 

Dankenswerterweise erklärte sich die Ärztin bereit, die Behandlung entsprechend umzustellen, um dann nach einiger Zeit - wohl der Verbesserung des Gesundheitszustandes geschuldet - selbst wortwörtlich den Verdacht zu äussern, 
dass man wohl tatsächlich von einer Glyphosat-Vergiftung auszugehen habe.

Es war schön zu sehen, dass meine Empfehlung neben dem medizinisch gestützen Aufbau der Darmflora die konsequente Auswahl von Lebensmitteln in echter Bioqualität (Demeter, Naturland, Bioland) ganz offensichtlich Wirkung zeigte.. 

Wir sahen eine starke Verbesserung des Gesundheitszustandes. 
Ausserdem nebenbei eine erfolgreiche Abnahme seit Mitte Februar von knapp 13 Kilo (sie soll vor allem dazu dienen, dass sie sich leichter selbstständig in den Rollstuhl und aus demselben bewegen kann) und ein Rückgang von Wassereinlagerungen. 
Die Antibiotika konnten abgesetzt werden, die Neurodermitis wurde deutlich besser, die Gelbfärbung der Haut aufgrund der Leberschäden hatte nachgelassen und alles in allem berichtet sie von einem deutlichen Gewinn an Lebensqualität. 
Die grösste Freude bereitet mir dann ein Foto das sie in dieser Zeit hochgeladen hatte, auf dem sie auf eigenen Beinen stand. Alles schien auf einem sehr guten Weg.


Vor vier Wochen trat sie dann leider unfreiwillig die Gegenprobe an. 
Die ohnehin knappen finanziellen Mittel dank Hartz IV erlaubten nicht mehr den konsequenten Einsatz von Lebensmitteln in Bioqualität. 

Seither hat sie 2 schwere Lungeninfektionen und bekommt kaum noch Luft.
Cortison musste auf die höchst-mögliche Dosis gesetzt werden. 
Ein baldiger Besuch in der Uniklinik und Dauer-Sauerstoff sind wahrscheinlich. 

Sie berichtet ausserdem, dass die Neurodermitis wieder neu und besonders heftig aufgeflammt. Die zurückgekehrten Entzündungen im Körper lassen das Halten eines Wasser-Glases ohne technische Hilfsmittel derzeit nicht zu.


Ich bin sicher, dass die Glyphosat-Befürworter diese Tatsachen wie gewohnt ignorieren werden, von Zufällen ausgehen mögen und sich auf die bezahlten Kritiker von Samsel, Senneff und Krüger stützen mögen, die sich eine grosse Mühe geben, die 3 zu diskreditieren und ihre Arbeiten schlecht zu reden und zu verharmlosen. 
Ohne wissenschaftlich fundierte Gegenbelege liefern zu können, wohlgemerkt.

One more thing.
Wer sich an meinen Film erinnert - ich spreche da auch von dem ungünstigen Verhältnis 1:68 was die aktuellen Geburtenzahlen mit Autismus in den USA betrifft.

Die kleine Tochter der genannten Betroffenen ist - Autist. Auch Zufall? 


Es gibt noch ein paar weitere Hinweise aus den Messwerten und Fragebögen aus unserer GTEST-Erhebung, die in eine ähnliche, wenn auch bei weitem nicht so deutliche Richtung anzeigen, dass es eine Verbindung zu entzündlichen Krankheiten, Autoimmun-Reaktionen und einigen in meinem Film genannten Krankheiten gibt. 

Deshalb glaube ich nicht weiter an Zufälle.


Ich gehe vielmehr davon aus, dass wir mit diesem aussergewöhnlichen Fall einen ersten besonders deutlichen Beleg darauf haben, welche negativen Auswirkungen Glyphosat auf den menschlichen Organismus tatsächlich haben kann. 

Und wenn Ihr mich fragt... was wir hier sehen mag vielleicht eine Art Zeitraffer-Aufnahme von dem, was bei vielen der belasteten Menschen über einen längeren Zeitraum passieren kann.

Ich halte es daher nur noch für eine Frage der Zeit, bis die Nachweise für die schädlichen Wirkungen auf Menschen belegt werden können.



Ein paar wichtige Hinweise an unsere KKler und andere Abnehmwillige
Wer mich in den letzten Jahren näher kennengelernt hat weiss, dass ich meine Aufgabe jeden Tag versuche mit grossem Verantwortungsbewusstsein auszufüllen. 

Deshalb bitte ich Euch, den folgenden Hinweis in diesen Licht zu sehen: 
Es gibt ein paar gute Gründe, warum Eure Entscheidung für eine vernünftige, gesündere Ernährung und die von Euch gewünschte Abnahme nach wie vor eine hervorragende Idee ist und bleibt. 

Verbunden mit unseren erweiterten Empfehlungen im Umgang mit den belasteten Lebensmitteln - vielleicht sogar mehr denn je. 

Wir haben in den bald 4 Jahren keinen einzigen Hinweis gesehen, dass eine Abnahme mit KK in den moderaten durchschnittlichen Kilozahlen eine auch nur annähernd ähnlich gelagerte Gefährdung mit sich bringt wie das im angesprochenen Fall geschehen ist. Selbstverständlich werden wir da trotzdem auch weiter ein waches Auge darauf haben. 

Würde man den geschilderten Fall als Ausflucht verwenden, begonnene Bemühungen zu unterbrechen oder abzubrechen dann muss einem bewusst sein, dass die anderen mit Übergewicht verbundenen gesundheitlichen Beschwerden dadurch nicht kleiner werden. Und die Vorteile meiner Meinung nach ganz sicher Grund genug sind, dass auf unserer vernünftigen Basis den Konzeptes weiter zu verfolgen.


Eile mit Weile
Allerdings zeigt sich hier, dass der oft von Neuzugängen zu unserem Programm geäusserte ehrgeizige Wunsch nach schneller und mehr tatsächlich mit sehr gemischten Gefühlen zu sehen ist. Natürlich ist es am Ende wohl eine Frage der in der Zeit vor Beginn der Abnahmebemühungen aufgenommenen Belastung. Jemand, der sich davor vielen belasteten Lebensmitteln ausgesetzt sah, hat wohl auch eine grössere Wahrscheinlichkeit, von einer schnelleren Abnahme - als es bei KK der Fall ist - ähnliche gesundheitliche Schwierigkeiten zu bekommen. 


Wie weiter?
Es gibt da noch sehr viel aufzuarbeiten, was das Glyphosat-Chaos betrifft. 

Solange die merkwürdigen Umstände um die Risikoeinschätzungen nicht geklärt sind, solange die Wiederzulassung in der EU noch nicht vom Tisch ist und sich wie kürzlich in Österreich aufgedeckt Dinge offenbaren wie ein Verbot der Sikkation, das am Ende gar keines ist wird da noch sehr viel Aufwand zu betreiben sein. 
Wer weiss, was da noch alles ans Tageslicht kommt...



Aber eines kann man wohl mit Sicherheit sagen:
So sehr die ganzen Diskussionen der letzten Monate den Verbraucher verwirrt haben mögen, so sehr haben sie auch dafür gesorgt, dass zwischenzeitlich eine Menge kluger Köpfe daran arbeiten, diese nötige Aufarbeitung zu leisten.


Und ich bin mehr als zuversichtlich, dass die Wahrheit am Ende siegt.

Denn Auswirkungen in dem Ausmass, wie sie sich nach und nach zeigen, lassen sich auf Dauer nicht weiter unterdrücken. Ganz egal, wie gross das wirtschaftliche Interesse auf der anderen Seite ist und wie viel Geld dafür ausgegeben wird, das zu überdecken.
Die Zeiten des Mauschelns sind vorbei.


Und eines noch zum guten Schluss...

Wir haben hier ein Mitglied unserer Gesellschaft aufgrund skrupelloser, von wirtschaftlichen Interessen bedingter Fahrlässigkeit offensichtlich derart krank werden lassen, dass sie sich nicht mehr mit eigener Hände Arbeit versorgen kann.

In einigen Fällen zahlen wir gelegentlich für ein paar Pillen tausende Euros im Monat.

Aber wir sind ausserstande ihr zu ermöglichen, dass sie sich ein paar unbelastete Lebensmittel, die ihr nachweislich geholfen haben - für ein paar Dutzend Euro im Monat weiter zugänglich bleiben.

Um ihr dann wieder Antibiotika, Cortison und einen Uniklinik-Aufenthalt zu bezahlen, der ganz sicher wesentlich teurer ist. Und ihre Tochter mit jeder neuen Infektion erneut ins Risiko zu bringen, die Mutter zu verlieren. Wie es schon zwei Mal beinahe der Fall gewesen ist.


Das ist Wahnsinn. 
Das ist Unsinn. 
Das ist armselig. 


Bis später.


Glyphosat - ein Gedankenspiel

Nico DaVinci 19.05.2016 - 16:05 Lesedauer ca 7 Minuten

GedanKKenspiel
Das Glyphosat-1x1 - leichter, als man denkt?
Das Wirrwarr rund um die Wiederzulassung - vielleicht entschlüsselt?


Wenn man in den letzten Wochen online mit Befürwortern (und/oder bezahlten Schreibern) zu Glyphosat diskutiert hat, dann kam erstaunlich oft die Gegenrede, dass hat doch nichts mit Monsanto zu tun. Die seien ja schliesslich nicht die einzigen, die Glyphosat herstellen.

Was diese Leute dabei vergessen vielleicht sind zunächst zwei Dinge... 

Erstens ist der Vorsitzende der Glyphosate Task Force mit Richard Garnett (vgl zweiter Absatz) 
ein Monsanto-Mann (vgl Emailanschrift). 

Und zweitens hat sich die deutsche Geschäftsführerin von Monsanto als Sprecherin der Arbeitsgemeinschaft Glyphosat doch recht deutlich überall in die Diskussion eingemischt und die Presse mit Informationen versorgt. Darüber hatte ich hier ja schon berichtet (Heisse Luft im Presseportal). 


Ich erkläre jetzt mal, wieso ich denke, dass Monsanto tatsächlich einen massiven und wohl auch federführenden Anteil an allem hatte, was wir in den letzten Monaten an Kampf und Krampf zum Thema Glyphosat erlebt haben...





Man kann jetzt nicht unbedingt behaupten, dass Monsanto auf eine ausnehmend glorreiche Historie von Wahrheit und Moral zurückblicken kann. Seit Agent Orange gab es doch einige Fälle, die vertuscht, geschönt und unterdrückt worden sind. Hier gibt es ein recht interessantes Video dazu... 

Es gibt eine Menge Berichte von Wissenschaftlern und Journalisten, die Monsanto oder eines der Produkte kritisiert haben und daraufhin ihren Job verloren haben, diskreditiert wurden und deren Karrieren ruiniert worden sind.

Forschungsgelder oder Fördergelder wurden aus heiterem Himmel gestrichen. 
Gelder, die wohlgemerkt eigentlich von staatlichen Stellen gekommen wären, nicht von Monsanto selbst. 

Es gibt aufgedeckte Schriftwechsel von vermeintlich unabhängigen Akademikern, die Monsanto allenthalben verteidigen. Und die belegen, dass hintenrum sehr wohl eine solide Verbindung bestand und teilweise sogar Gelder geflossen sind.

Und es gibt Berichte, dass selbst in Onlinemedien bezahlte Schreiber nichts anderes zu tun haben, als die Meinung der Bevölkerung zu beeinflussen. 


Aber lassen wir das alles einmal beiseite, konzentrieren wir uns auf das Thema Glyphosat.

Richtig ist, dass Monsantos Patent zu Glyphosat (zumindest das als Pflanzenschutzmittel) ausgelaufen ist und deshalb auch andere Hersteller dieses billig herzustellende Mittel produzieren und mit sehr guten Margen verkaufen können. Das heisst natürlich nicht, dass Monsanto das nicht auch tut, im Gegenteil, sie machen damit ganz gute Umsätze.

Trotzdem gibt es einen Unterschied, der Monsanto von den anderen Herstellern wesentlich unterscheidet und der gerade Monsanto dazu bringen könnte, sich besonders um eine Wiederzulassung in Europa zu bemühen. 

Um den Unterschied zu erläutern lade ich einmal kurz zu einem Gedankenspiel ein:

Stellen wir uns einmal kurz vor, ab morgen wäre der Verkauf von Glyphosat überall auf der Welt verboten. Nirgends mehr dürfte dieses Mittel verkauft werden...


Würde Monsanto das überleben? 

Vielleicht. Möglich. Wir wissen es nicht.

Was wir aber sicher wissen ist, dass sie aufgrund des Geredes um Glyphosat gerade einen leichten Umsatzrückgang haben. Unter anderem, weil einige Baumärkte das Zeug aus den Regalen verbannt haben. Ein kleiner Einbruch. Klitzeklein... 

Und Goldman Sachs stellt die Monsanto-Aktie auf "verkaufen".

Wenn man eine Aktiengesellschaft leitet, dann gerät man da leise in Panik. 
Denn so etwas kann sich unglaublich schnell verselbständigen. 

Und – wenn man nun mal genauer in der Presse schaut, dann sieht man schon erste Anzeichen. Bayer und BASF wollen Monsanto kaufen, steht da seit einigen Tagen zu lesen. 

Ich interpretiere: Da reicht also schon ein kleiner Einbruch, und schon kreist die Konkurrenz, wie Geier um ein waidwundes Tier...

Aber gut. Irgendwo hiess es mal in einer Dokumentation, Monsanto soll so viel freies Geld haben wie manche afrikanischen Staaten nicht in einem Jahr als Staatshaushalt haben. 

Gehen wir also mal davon aus, sie verkraften diesen herben Schlag durch das imaginäre Verkaufsverbot.

Und worauf fallen sie dann zurück? Auf ihr zweites dickes Standbein.
Gentechnisch verändertes Saatgut.

Saatgut, das so gentechnisch verändert wurde, dass es zusammen mit Glyphosat funktioniert.Also dem Glyphosat, das ja dann nicht mehr verkauft werden darf. 

Und dann!? 
Welchen Grund gibt es für die Farmer dann noch, das Saatgut zu kaufen? 
Die Knebelverträge, die die Farmer diesbezüglich kritisieren? 
Oder der vertragliche Passus, dass der Bauer diese Saat nicht vermehren und etwaige Überstände nicht in das nächste Jahr hinüber nehmen darf?

Wer würde diese Saat dann noch kaufen?! 

Und nun stehen wir mit dem Wegfall des zweiten Standbeines wirklich vor der Frage, ob Monsanto auch das überleben würde. 
Und das ist es, was Monsanto so sehr von den anderen unterscheidet. 
Während Firmen wie BASF und BAYER ein sehr weit gefächertes Produkt-Portfolio haben, das über diese Kombination hinaus geht, steht Monsanto vor allem auf diesen beiden Beinen.

Und deshalb liegt für mich die Vermutung nahe, dass was wir hier eigentlich erleben gar nicht ein wissenschaftlicher Disput über die Frage, ob ein Mittel krebserregend ist oder nicht.

Und wir sehen hier auch keinen politischen Kampf zwischen den blöden Grünen, den bösen NGOs und den Bauern, die sich gegenseitig die Köpfe einschlagen. Wer weiss, vielleicht mag das vielleicht sogar ein bisschen so eingerichtet worden sein. Damit die Anwender diesen lästigen Leuten gar nicht erst näher zuhören… 

Nein! 
Was wir hier eigentlich sehen ist der Überlebenskampf eines Industriegiganten, dem sein komplettes Geschäftsmodell gerade zusammenfällt wie ein Kartenhaus. 

Kampf. Krieg.
Und Kampf und Krieg sind nie fair. 

Wenn Kampf und Krieg fair wäre, dann wären in Afghanistan, Irak, Syrien, Jemen nicht 90% der Todesopfer Zivilisten. Frauen…. Kinder… 

Und so braucht man sich denn doch eigentlich gar nicht wundern, dass bei dem Prozess einer Wiederzulassung merkwürdige Dinge passieren.

Sogar staatlichen Stellen wie das deutschen Bundesinstitut für Risikobewertung halfen tatkräftig Richtung Wiederzulassung mit. 

Mit fragwürdigen Einschätzungen (vgl Gutachten Dr. Clausnig und Prof.Dr. Greiser), die zu allem Überfluss gar nicht von der Behörde selbst geschrieben worden sind, sondern von der Glyphosate Task Force (und... wer war da nochmal Chef?)

Dann waren da eine ganze Menge an Zeitungsberichten, die mir persönlich den Anschein machten, als seien sie von Monsanto selbst diktiert. 

Besonders auffällig erschien mir ein Wandel zu positiver Berichterstattung für das Mittel und eine immer herabwürdigendere Wertung der Kritiker, je näher die Abstimmung über die Wiederzulassung kam. Nachdem zu Beginn noch einigermassen neutral berichtet wurde fanden sich auf einmal bei unglaublich vielen Berichten das Wörtchen "umstritten". 

Während über die eigentlich zurecht umstrittene Risikobewertung, die für mich eigentlich sogar einer der grössten Skandale des Jahres ist - nicht ein Sterbenswörtchen kam.


Politiker haben teilweise so gesprochen, als hätten sie es den Abend zuvor recht angenehm mit einem Lobbyisten gehabt. Und wirtschaftliche Verknüpfungen scheinen zu reichen bis in den Bundestag. Ich würde zu gerne wissen, wer denn den Text geschrieben hat, den sie zuweilen ablesen. Denn da sind doch erstaunliche Parallelen zu manchen Formulierungen vorhanden...

Und dann - der Knaller:
2 Tage vor der Abstimmung in Brüssel über eine Wiederzulassung bescheinigt ein Teilgremium der WHO dem Mittel auf einmal Unbedenklichkeit. Und die Presse versteht teilweise nicht einmal in ihren Überschriften (oder vielleicht ja doch?), dass das nicht von der WHO selbst kam... Aber - h
ervorragend getimed, Respekt! 
Wäre da nicht der Umstand, dass entscheidene Leute aus dem Gremium doch sehr direkt wirtschaftlich verflochten mit Monsanto und CropLife sind.


Nein. Der fair war und ist der Kampf nicht.


Und wenn man ein bisschen genauer hinschaut, dann haben wir doch gewiss auch längst unter uns die ersten zivilen Opfer. Auch wenn der Nachweis schwierig sein wird.

Aber das ist das Gute daran:
Zwischenzeitlich arbeiten durch die Kontroverse so viele unabhängige Köpfe daran, dass es bei allen Anzeichen, die nun schon seit Jahren für eine gesundheitliche Gefährdung vorhanden sind nur noch eine Frage der Zeit ist, bis diese Zusammenhänge bewiesen werden.

Und dann mag der Konzern Monsanto aus oben genannten Gründen vielleicht tatsächlich ein unrühmlicher Holperstein der Geschichte werden.

Wenn er nicht zuvor von Bayer gekauft wird. 
Ob die den belasteten Markennamen dann noch weiterführen? Fraglich. 
Aber dann können wir nur hoffen und bangen, dass der Käufer sich endlich wieder an die ehrenhaften Werte zurück erinnert, die der Gründer Friedrich Bayer einst verkörpert haben soll. Doch auch Bayers Wandel in eine ähnliche Richtung hat leider schon längst begonnen.  


Für jetzt bleibt leider allerdings nur zu sagen:
"to be continued..."



Bis später.


Weiterführende Links -habe ich diesmal alle im Text untergebracht-
 


Wählst Du noch oder streikst Du schon?

Nico DaVinci 19.05.2016 - 13:05 Lesedauer ca 2 Minuten


KKritik
Wählst Du noch, oder streikst Du schon?
Das seltsame Demokratieverständnis der EU
...


Erinnert Ihr Euch noch dunkel wie Demokratie funktioniert?
Man lernt das schon bei der Klassensprecher-Wahl, wenn es heisst:
Lars oder Barbara...


Eine Mehrheit entscheidet sich für etwas Bestimmtes oder jemanden. Punkt. 
Das ist das Grundprinzip. 

Jetzt gibt es davon noch ein paar unterschiedliche Varianten wie 5%-Hürde, Zwei-Drittel-Mehrheit, oder anteilig nach Bevölkerungszahl usw. Aber das Grundprinzip bleibt. 
Das war Demokratie...






Eine demokratische EU-Entscheidung heute sieht aber so aus:

Einer steht vorne und sagt: 
"Ihr sagt mir jetzt, was Ihr wählen würdet. Wenn mir das gefällt: Super! Wenn mir das, was ihr wählen würdet nicht gefällt, dann fangen wir so einen Quatsch wie die Wahl gar nicht erst an."

Das ist kein Witz. Sondern der wahrscheinliche Grund, warum wir heute vermutlich immer noch keine Entscheidung über die Wiederzulassung von Glyphosat haben werden.

Denn eigentlich gibt aktuell keine nötige Mehrheit für eine Wiederzulassung. 

Folgt man den Schilderungen, welche Länder sich für ein Nein und eine Enthaltung entscheiden, und rechnet man das auf den Bevölkerungsschlüssel um, dann ist das Thema Glyphosat-Wiederzulassung eigentlich noch heute vom Tisch. 

Aber das gefällt offensichtlich einigen Leuten nicht, die die Strippen ziehen. Und so lässt uns der zuständige EU-Kommissar wahrscheinlich weiter im Unklaren, denn zumindest wurde gestern gesagt:

Man hält die lange angekündigte Abstimmung nun wohl einfach gar nicht erst ab.

Wenn so viele Länder mit so vielen Unterschieden ein gemeinsames Gebilde wie die EU bilden, dann gibt es natürlich 1000 gute Gründe, Kompromisse zu suchen, parlamentarisch zu streiten und dann irgendwie demokratisch zu Entscheidungen zu kommen.

Der Tag ist ja noch nicht zu Ende, wer weiss, welche Überraschungen uns noch ins Haus stehen. Aber wenn es so bleibt, dann wird heute deutlich, was aus den eigentlichen Grundwerten von Demokratie in der EU geworden ist. Was nicht gefällt, wird vertagt. 

So lange, bis man das gewünschte Ergebnis erzielt. 


Oder man einen Moment findet, an dem die Welt gerade angestrengt woanders hinschaut.
Wie zum Beispiel eine Fussball-Europameisterschaft.


Das wäre ja nicht das erste Mal, dass windige Entscheidungen parallel zu den Toren fallen.


Ich glaube, die EU-Bürokratie wird sich irgendwann einmal an sich selbst verschlucken.
Vorgänge wie dieser hier machen die Bürger EU-müde. 
Und das nicht einmal so ganz zu unrecht....


Bis später.



Weiterführende Links:
No decision yet on glyphosate... (englisch) 
Bericht über das Abstimmungsverhalten am ersten Tag.


Das WHO is WHO der Korruption

Nico DaVinci 16.05.2016 - 22:05 Lesedauer ca 2 Minuten

KKorruption
Die WHO hält Glyphosat für "wahrscheinlich nicht" krebserregend?

Wieso!?

Die Nachricht schlug ein wie ein kleines Bömbchen.
Zumindest bei denen, die nicht darauf vorbereitet waren...


Während die Krebsabteilung der WHO, der IARC noch deutliche Anzeichen dafür sah, dass Glyphosat wahrscheinlich krebserregend sei liest man heute in der Zeitung, die WHO selbst habe sich nun ein paar Tage vor der Abstimmung in der EU auf einmal für "wahrscheinlich nicht" krebserregend entschieden.

Was war da passiert?
Wie kommt es, dass das gleiche Haus zu zwei unterschiedlichen Ergebnissen kommt?




Wer sich die Bewertungen vom BfR und der EFSA näher anschaut, der wird feststellen, dass es da doch deutliche Anzeichen für Interessenskonflikte gibt.

So waren vor ein paar Jahren noch 9 von 13 "Experten" des BfR irgendwie wirtschaftlich mit Monsanto verknüpft. Und auch jetzt sind Mitarbeiter von Bayer und BASF ein Teil des BfR.

Sowohl Monsanto als auch die anderen beiden sind Profiteure einer Wiederzulassung.
Ob das Papier, dass vom BfR an die EFSA übermittelt wurde von diesen Mitarbeiter geschrieben wurde bleibt uns das BfR schuldig, denn die Autoren bleiben (seltsamerweise?) anonym.

Sicher ist, dass es hier sogar nicht nur fragwürdige kleinere Pannen gegeben hat, sondern recht offensichtlich eine ganz bewusste Fälschung der Ergebnisse, hin zu einem Persilschein für das Mittel. Dies berichten Dr. Clausnig und Prof. Dr. Greiser in ihren Gutachten, die doch auch für Laien recht leicht nachvollziehbar sind - und Bände sprechen, wie hier gearbeitet wurde.

Die EFSA? Nun, sie ist ohnehin schon länger in Erklärungsnöten, was den Drehtür-Effekt betrifft. Die komfortable Position die sie diesmal hatten war, dass sie sich auf die ohnehin fragwürdigen Unterlagen des BfR berufen konnten.

Und nun steht die WHO selbst in den Zeitungen. Dabei ist es genau genommen gar nicht die WHO, die hier gesprochen hat, sondern nur ein Mischgremium aus FAO und WHO, das sogenannte JMPR (Joint Meeting on Pesticide Residues).

Und jetzt wird es wieder spannend...
Mindestens 2 der Mitglieder Alan Boobis und Angelo Moretto sind über die Organisation ILSI wiederum eng mit den Glyphosat-Herstellern, hier der Lobbyorganisation CropLife und direkt mit Monsanto verbunden. Beide haben der ILSI eine Menge Geld gespendet, wie die Spenderliste belegt.

Boobis ist sogar der Vizepräsident der ILSI Europe,
Moretto ist Direktor des International Centre for Pesticides and Health Risks Prevention und das hat verschiedene von der ILSI finanzierte Projekte durchgeführt, unter anderem auch finanziert durch Monsanto.


Von einer unabhängigen Einschätzung kann hier (schon wieder) nicht die Rede sein. 

Ausserdem muss mal eines bemerkt werden:
Von "wahrscheinlich krebserregend" wurde in den letzten Monaten als Argument dermassen oft das Wort "wahrscheinlich" von den Befürwortern hervorgehoben, dass das jetzt andersherum sicherlich nicht weniger Gültigkeit hat. 


"Wahrscheinlich" nicht krebserregend heisst immer noch: Wir wissen es nicht. 

Und nicht wissen heisst immer noch - nach wie vor....
Das VORSORGEPRINZIP greift. 

Daran hat sich nichts geändert.

Es muss am Mittwoch immer noch heissen: Keine Wiederzulassung.

Alles andere stellt wirtschaftliche Interessen über die Gesundheit von 508 Millionen EU-Bürger. 

Und das ist und bleibt: inakzeptabel.





Weiterführende Links:
Interessenskonflikte beim JMPR (englisch)
Fragwürdige Einstufung "wahrscheinlich nicht krebserregend" durch den JMPR(englisch) 

Mitgliederliste ILSI
Spenden 2012 an die ILSI (CropLife/Monsanto)