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REPORT: Glyphosat und Krebs - Gekaufte Wissenschaft - Ein Kommentar

Nico DaVinci 23.03.2017 - 21:03 Lesedauer ca 6 Minuten

KKommentar
Report: Glyphosat und Krebs: Gekaufte Wissenschaft
Die Tricks von Monsanto und der Beitrag der Behörden 
um Glyphosat vor einem Verbot zu retten.

Heute hat Global 2000 einen Bericht online verfügbar gemacht, in denen die Autoren Helmut Burtscher, Peter Clausing und Claire Robinson akribisch aufzeigen, wie die Glyphosathersteller unter der Führung von Monsanto für die Wiederzulassung Wissenschaftler gekauft, Ergebnisse verfälscht haben, und welche Rolle die entscheidenden Behörden dabei gespielt haben. 

Der Bericht enthält auch eine ganze Reihe an interessanten Daten und Quellverweisen zu entsprechenden Studien, die nahelegen: Glyphosat ist krebserregend.

Wer die Autoren nicht kennt: Das sind für Europa mit die bestorientiertesten Wissenschaftler, die sich eine halbe Ewigkeit mit dem Mittel beschäftigt haben und aufgrund der aktuellen Beweislage entschiedene Gegner einer Wiederzulassung sind.
Ihre Arbeit ist den Herstellern ein echter Dorn im Auge, deshalb werden sie ständig mit Diskreditierungskampagnen überzogen, die meiner Meinung nach haltlos sind, und die Integrität dieser Leute eher adeln, als dass sie mein Vertrauen erschüttern könnten.

Den Originalbericht könnt Ihr hier herunterladen

Zum PDF-Download

Da der Bericht zunächst zum überwiegenden Teil in kompliziertem Fach-Englisch verfasst ist werden die brisanten Informationen leider denen nicht so einfach zugänglich sein, die sich mit Englisch nicht so leicht tun und denen Fach-Englisch ohnehin eher chinesisch vorkommt.

Für diese Leute schreibe ich den Kommentar zu diesem Bericht, den ich heute im Laufe des Tages sehr intensiv studiert habe. Ich zeige Euch ein paar Highlights daraus.


Gezeigt wird unter anderem zum Beispiel, das Studien herangezogen werden, die eigentlich für jeden Laien ersichtlich ein ganz anderes Bild zeigen, als das dann der Öffentlichkeit präsentiert wurde. So gibt es eine Studie, in der man mehrere Mäuse verschiedenen Dosen von Glyphosat ausgesetzt hat. Während in der Kontrollgruppe keine Tumoren entstanden sind, stiegen die Tumorenfunde parallel zur Erhöhung der Dosis an. Das sieht dann so aus:

Welches wäre nun Eure Schlussfolgerung daraus? Ist das ein Hinweis auf eine Krebserzeugende Wirkung? Nein, meinten die gekauften Experten... ...  ...   .... 

Vielleicht sind solche "wissenschaftlichen Ergebnisse" ja der Grund, warum Monsanto und Co die Studien als Geschäftsgeheimnis erklärt und nicht öffentlich zugänglich macht?
Es gibt eigentlich keinen anderen vernünftigen Grund, das Patent ist ohnehin schon lange abgelaufen, und jeder kann Glyphosat in sein Giftfässchen mixen, der das lustig findet.


Ebenfalls besonderen Charme entwickelt der Umstand, dass das Herstellerkonsortium bei dem ursprünglichen Antrag, das Mittel auf den europäischen Markt bringen zu dürfen, eine Erlaubte Tagesdosis (ETD, engl. ADI) von 0,05 mg pro Kilogramm Körpergewicht vorgeschlagen hat, und die deutschen Behörden von sich aus grosszügig auf 0,3 "aufgerundet" haben. 

Mit der aktuellen Änderung von der EFSA sind wir nun schon auf 0,5, wofür es meiner Meinung nach überhaupt keine wissenschaftliche Basis gibt. 
Wenn Ihr mich fragt: Die haben das ausgewürfelt.



In einer Passage wird beschrieben, dass die US-Umweltbehörde EPA ihren eigenen Beitrag geleistet hat, wissenschaftliche Ergebnisse, die ein Verbot eigentlich zwingend erforderlich scheinen lassen ein bisschen zum Vorteil der Hersteller frisieren wollten. 

Das hat aber einigen gestandenen Wissenschaftlern dann doch nicht gefallen, Marion Copley, langjährige Toxikologin der EPA hat ihrem Chef ein paar Ergebnisse geschickt und dazu geschrieben:



Die Dame hat einen Orden verdient für dieses Rückgrat.

Aber uns sollte das aus zwei Gründen beunruhigen:
1) Eine Wissenschaftlerin, die uneingeschränkten Zugang - AUCH - zu den geheimen Herstellerstudien hat fällt ein solch klares Urteil und

2) Die Karriereinteressen einiger weniger und deren Skrupellosigkeit bringt eine unglaublich grosse Anzahl an Menschen in Gefahr und das kann sich dann auch noch durchsetzen. Hier wird von ein paar wenigen A-löchern ein unglaublich grosser Teil der Weltbevölkerung als Versuchskaninchen für ein paar Milliarden Dollar Umsatz degradiert. Was ein Hohn.


Ich glaube, ich werde diesen Typ "Mensch" wie ihren Vorgesetzten niemals verstehen, der selbst bei solch einem klaren Risiko seine Seele verkauft. Wenn jemand hinter Gitter gehört, dann ganz sicher die, und zwar lebenslänglich, gerne bei Wasser im ADI-Bereich und sikkiertem Glyphosat-Weizen-Brot, bitteschön.

Und leider haben wir offensichtlich solche "Menschen" auch in Deutschland an sehr entscheidenden Stellen...
Die Biologische Bundesanstalt für Land- und Forstwirtschaft BBA hat gemeinsam mit dem Bundesinstitut für gewundheitlichen Verbraucherschutz und Veterinärmedizin BgVV und dem Umweltbundesamt BBA schon während dem eigentlichen Zulassungsverfahren 1999 vorhandene Belege für die krebserzeugende Wirkung von Glyphosat aktiv unterdrückt und darüberhinaus hat das BBA den ADI (Acceptable Daily Intake = Erlaubte Tagesdosis) von Glyphosat statt wie vom Herstellerkonsortium beantragt von 0.05 mg/kg auf 0,3 mg/kg um das sechsfache höher angesetzt. WIESO!?!

Die gesamte Vorgehensweise wurde im Juli 2011 noch vom Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) selbst kritisiert, die geforderte Diskussion hat aber nie stattgefunden. Das mag unter Umständen daran liegen, dass der im BfR zuständige Mann für die Pestizidsicherheit derselbe Roland Solecki ist, der für das BBA diese unglaublichen Entscheidungen getroffen hat.

Das BfR hat - wie im Report nachgewiesen - ganz bewusst Beweise zum Vorteil der Industrie verändert und deren Bedeutung gezielt heruntergespielt.
Das ist für eine steuerfinanzierte staatliche Institution, deren Funktion der Schutz die Gesundheit der Bürger - in diesem Fall als Berichterstatter für die EU - für 508 Mio EU-Bürger inakzeptabel und MUSS personelle - wenn nicht strafrechtliche - Konsequenzen nach sich ziehen.

Ich war aufgrund der unterschiedlichen Studien bezüglich des Krebsrisikos bisher sehr verhalten mit meiner Aussage zu Krebs selbst, habe aber ja im Film "Gift im Darm" meine zwischenzeitlich wissenschaftlicher hinterlegten Thesen zu einer ganzen Reihe weiterer Krankheiten erläutert.

Aber nach diesem Bericht habe ich persönlich keine Zweifel mehr.
Zieht man die gekaufte Wissenschaft ab, bleibt nur noch ein riesiges knallrotes Ausrufezeichen hinter dem Wort Krebs, und damit muss das Mittel nach den EU-Reglementen umgehend verboten werden.


Die von Industriegeldern freien Studien weisen erdrückend auf den Umstand hin, dass Glyphosat krebserzeugend ist oder bei der Entstehung von Krebs eine Rolle einnimmt.

Dieser Umstand wird sich früher oder später ebenso offenbaren wie das bei einer ganze Reihe Vorgängerprodukte aus dem Hause Monsanto war, die ursprünglich als sicher galten und heute im Allgemeinwissen als hochgiftig gelten und deshalb verboten wurden.


Es stellt sich eigentlich nur noch die Frage, wie viele Menschen bis zu dieser Erkenntnis noch sinnlos sterben oder schwer erkranken müssen.


Und wenn Ihr jetzt mal in Euch geht und überlegt, wen Ihr alles in Eurem eigenen Umfeld kennt, den Ihr bereits verloren habt oder der gerade mit Krebs kämpft, dann wird es wohl endlich Zeit, dass Ihr Euch an die Tasten setzt und im "Superwahlkampf-Jahr" jeden Politiker so lange nervt, bis er sich endlich mit den Wahrheiten zu diesem Thema auseinandersetzt. Ihr könntet diesen Leuten ja mal eine Kopie des Reports zukommen lassen und um Stellungnahme bitten. 

Das sind ein paar Zeilen. Na!?


Bis später.


Weiterführende Links:
Der Global-2000-Report (PDF)


Aktuelle Situation: 70% der Menschen haben das krebserzeugende Mittel derzeit in ihrem Körper nachweisen können


PS: An die Autoren

Lieber Helmut,
werter Peter,
liebe Claire,

Ihr habt mit diesem brillanten Report der Öffentlichkeit einen unschätzbaren Dienst erwiesen.

Im Namen der bald 17.000, die ich vertrete, und den 70%, die wir positiv mit Glyphosat gemessen haben
und von denen ein nicht unbeträchtlicher Teil gesundheitliche Probleme bis hin zu NHL haben
ein riesiges
D A N K E S C H Ö N

Lebensmittelsicherheit? Nicht mit DIESER EU!

Nico DaVinci 20.03.2017 - 13:03 Lesedauer ca 1 Minute

NachdenKKlich
Wieso geben wir diesen Leuten so viel Macht?
Dieser Mann ist zuständig für die Lebensmittelsicherheit von 508 Millionen EU-Bürgern. Wieso?!


Nach akribischer Recherche aufgrund einiger Ungereimtheiten konnte ich am Wochenende ein paar interessante Fakten in einem neuen Film zusammentragen, die nicht nur das Glyphosat-Problem an sich betreffen, sondern ganz allgemein die Themen Gesundheit und Lebensmittelsicherheit in Europa.

Das Recherche-Ergebnis könnt Ihr in diesem 12-minütigen Film anschauen:


Zum Film

Und wenn man nun noch betrachtet, für welche Branchen er da zuständig ist...
Pharma-Industrie, Lebensmittel-Industrie, Aggro-Chemie...
Die ja jetzt alle nicht für einen moralisch hohen Standard berühmt sind...

Ich finde, damit kann man als normal denkender Mensch nicht weiter einverstanden sein.


Bis später.

Film: 
Vytenis Andriukaitis - Der EU-Gesundheitskommissar mit Risiken und Nebenwirkungen [NDV]


"Beipackzettel"
Alle Quellenangaben und Links zum Film als PDF


Fruchtgezwergt - Zwei Punkt Null?

Nico DaVinci 03.03.2017 - 07:03 Lesedauer ca 11 Minuten

Kommentar/Kritik
Fruchtzwerge - Jetzt mit neuer Rezeptur
Entwickelt sich Danone in eine bessere Richtung?

Die ersten TV-Spots flimmern verführerisch über den Bildschirm und informieren über eine Veränderung. Vom Standpunkt eines längst gut eingeführten Produktes sogar eine drastische. Denn verändert wird nicht nur innen, sondern auch aussen.




Ich finde es ja sehr spannend, dass man interessante Daten zu einem Produkt, das sich an unsere Kinder richtet, heutzutage am besten aus einer Wirtschaftszeitung erhält. 
Erkennt man so vielleicht, an wen sich die Veränderung vor allem richtet: 
Etwa an die Aktionäre?

Im Artikel wird die Veränderung jedenfalls wie folgt begründet:

"Ab Februar ist das beliebte Milchprodukt Fruchtzwerge in einem moderneren Design und mit verbesserter Rezeptur erhältlich. Der Zuckergehalt wurde um 14 Prozent auf nunmehr 11,8 g pro 100g erneut reduziert. Auch das Design wurde angepasst: ein schlichtes Erscheinungsbild mit weißem Hintergrund spiegele den generellen Anspruch auf Natürlichkeit wider, so der Konzern."

Donnerlüttchen aber auch! 14 Prozent weniger Zucker! Da soll noch einer sagen...
Und - aha. Anspruch auf Natürlichkeit. Sehr schön. Natürlich ist immer gut. Oder?

Aber weiter im Text:
„Fruchtzwerge haben durch die jüngste Weiterentwicklung ein optimiertes Nährwertprofil, um den Anforderungen von Eltern im Hinblick auf die Ernährung und Entwicklung ihrer Kinder noch gerechter zu werden“, so Mira Koppert, Ernährungswissenschaftlerin bei Danone. Das Unternehmen setzt weiterhin auf Vitamin D und Calcium und verzichtet auf den Einsatz künstlicher Farb- und Konservierungsstoffe.

Ich hatte es befürchtet. Da arbeiten Ernährungswissenschaftler. 
Ein Hinweis darauf, dass sie wohl doch ziemlich genau wissen, was sie tun.

Es gibt einen Umstand am Internet, den ich immer mehr zu schätzen lerne.
Es vergisst nicht. Und vielleicht sogar noch weniger, wenn es in meinen Blog steht.

Und so ergibt sich die geniale Chance auf einen 1:1 Vergleich der Neuerung, was den Inhalt betrifft.

Auf, auf, zum lustigen Faktencheck:

In meinem Blogartikel vom 30. Juli 2015 habe ich ja dankenswerter Weise ein paar Details peinlich genau festgehalten, ein Hoch auf diese Gründlichkeit an dieser Stelle.

Und da steht zu damals zu den Zutaten:

Frischkäse, Zucker, Erdbeeren, Bananen, Aprikosen, Rote Bete Saftkonzentrat, Calciumcitrat, Aroma, Vitamin D.

Und jetzt auf der aktuellen Webseite liest man:

Frischkäse, Rahm, Zucker, Erdbeeren, Bananen, Aprikosen, Oligofructose, färbendes Konzentrat Rote Beete, Calciumcitrat, natürliches Aroma, Vitamin D.


Aha. Da ist also der Unterschied in der Rezeptur: Rahm, und Oligofructose.
Schauen wir gleich noch näher an...

Spannende Beobachtung noch nebenbei: 
Damals erklärte man uns noch, dass der Fruchtanteil bei stattlichen 6% läge. Diese Bezeichnung steht aktuell nirgends mehr. Wieso?! Ist man nicht mehr stolz genug auf den Fruchtanteil? Oder wurde der gar weiter reduziert? 


Jetzt muss man ja wissen, wie die Medien heute funktionieren. Die Susan Hasse vom Handelsmagazin Cash erfindet so einen Text ja nicht mehr selbst. 
Das wäre journalistische Arbeit, und die ist in diesen Tagen nicht mehr ganz so gefragt wie früher, als das noch ein flächendeckend ehrenwerter Beruf war.
Nein, heute bedient man sich an einem Presseportal. 
Und wie es der Zufall will stolperte ich so über das Original, von dem sie abgeschrieben hat.
Da steht noch ein bisschen mehr darüber, wie Danone bzw Frau Mira Koppert das neue Produkt gesehen haben möchte. Und siehe da, es ist gar kein Zufall, dass das von einer Wirtschaftszeitung abgeschrieben wird. Denn veröffentlicht hat Danone das Original auf dgap - die titeln mit "Financial News Directly From The Source".
Also "Finanznachrichten, direkt von der Quelle". Fiiii-nanz. Nachrichten.

Und auch wenn der Frau Hasse von Cash die digitale Tinte ausgegangen ist, oder der Platz - da sind noch ein paar Highlights drin, die eigentlich schon aus Prinzip nicht verloren gehen sollten. 

Gut zu wissen:
* Da es sich bei FruchtZwerge um ein Milchfrischeprodukt handelt und
Laktose (Milchzucker) ein natürlicher Bestandteil der Milch ist, kommt
diese auch in FruchtZwerge vor. Laktose besitzt allerdings nur eine sehr
geringe Süßkraft, ist also nicht mit normalem Haushaltszucker vergleichbar.

Aha. Wie bitte? Weil Zucker in einem Rohstoff drin ist und weniger süss, kann man ihn nicht mit Haushaltszucker vergleichen. Jo. Stimmt. Ist aber meiner Meinung nach ganz bewusst irreführend  formuliert, denn die Mütter interessiert ja nicht die Herkunft, sondern die Wirkung, und die ist sehr wohl vergleichbar. Aber weiter:

* Die Deklarierung des Zuckers in FruchtZwerge bezeichnet den
Gesamtzuckergehalt. Von den 11,8 g Zucker pro 100 g sind 3 g Laktose, auch
die zugesetzten Früchte bringen fruchteigenen Zucker (ca. 0,7 g) mit. Pro
Becher (50 g) werden dann noch ca. 4 g Zucker zugesetzt, um den Geschmack
abzurunden.
Da ist es wieder. Fruchteigener Zucker. Natürlich. Auch das meiner Meinung nach bewusst in die Irre geführt, denn Zucker ist Zucker und fruchteigene unter Umständen je nach Fruktosegehalt sogar ungünstiger. Aber Mütter liebens ja natürlich, für die Kids.

Aber jetzt kommt der echte Graue-Zellen-Bügler. Folgt ihr mir mal eben schnell:
Von 11,8g Zucker pro 100 Gramm sind 3 Gramm Laktose (also der "gute" Zucker aus Milch)
und 0,7 g kommt aus den zugesetzten Früchten (heisst 0,7%, btw...). Und jetzt kommts.
Pro 50 Gramm Becher werden ca 4 Gramm zugesetzt. Habt Ihr's gemerkt?!

Ein typischer Industrie-Taschenspieler-Trick, der sich darauf verlässt, dass man die Zahlen alleinstehend liest und nicht mitdenkt. Aber sorry, ich denk halt nun mal mit.

Ich vereinfache den Satz daher neu und setze alles auf 100 Gramm, für den besseren Vergleich: 
"Von 11,8g Zucker pro 100 Gramm sind 3 Gramm Laktose, 0,7g aus den Früchten und ca ACHT(!) Gramm auf 100 zugesetzt, um den Geschmack abzurunden." 

Klar, wie das läuft?! Schwubs ist nämlich das "abrunden" tatsächlich das Doppelte vom übrigens keinen Deut günstigeren Zucker, den man hier so hartnäckig als natürlich verkauft.
Und das würde nicht nur das Wort "abrunden" ins Lächerliche ziehen (wo es hingehört), sondern auch das Scheinargument mit den Haushaltszucker oben absurd erscheinen lassen (was es ja auch ist).

Und jetzt kommt die Stilblüte, die mich vermuten lässt, warum der Cash-Susan die digitale Tinte und der Platz ausgegangen ist. Ich gehe mal davon aus, dass sie den Zucker-Trick nicht bemerkt hat. Aber das was jetzt kommt, war ihr vermutlich selbst zu komisch...
Susan, falls Du das liest kannst mich das ja mal wissen lassen... 
Meine Emailadresse ist nicht schwer herauszufinden, steht irgendwo schon ein paar Mal hier im Blog.

FruchtZwerge - der ideale Snack für den Nachmittag

Für Kinder in Deutschland ist der Snack am Nachmittag eine wichtige
ergänzende Zwischenmahlzeit. Anders als in vielen anderen Ländern dürfen
Kinder hier oft selbst entscheiden, was sie am Nachmittag essen.
FruchtZwerge sind durch ihr Nährwertprofil eine schlaue Wahl und eine
wertvolle Alternative zu Keksen, Schokolade und anderen Snackprodukten für
Kinder. 

Was für ein Yak-Mist auf Rädchen! Aber danke sehr, jetzt ist das mit den 2 Stück aus meinem ersten Blogbericht dazu wenigstens vom Hersteller selbst als "amtlich anerkannt" beschrieben.

Auch bieten FruchtZwerge schon seit ihrer Markteinführung vor über
35 Jahren im Vergleich zu vielen anderen Milchprodukten einen
entscheidenden Vorteil, wie Mira Koppert, Dipl.-Ökotrophologin bei Danone,
erklärt: "Wir haben die Konsistenz der klassischen FruchtZwerge so
entwickelt, dass sie von Kindern ganz selbstständig und ohne zu kleckern
gelöffelt werden können. 

Ehrlich?! Wie klein sind eigentlich Kinder, die kleckern? Das müssen wir doch beim WHO-Zuckervergleich direkt mal im Hinterkopf behalten, bitteschön. Was für ein Quatsch.

Die enthaltenen Früchte sind fein püriert, da Kinder Fruchtstücke oft nicht mögen. 

Erziehen wir nach dem Danone-Verständnis also selbstständige Kinder, die nur püriert vertragen. Gute Idee, Frau Koppert. Sie sind ein Genie! Ich gehe mal davon aus, dass Sie ihr Diplom nicht unbedingt an einem lauen Weihnachtsabend im Glühwein gefunden haben, von dem her wissen sie genau, was das für die Aufnahmefähigkeit bei "fein püriert" mit dem enthaltenen Zucker bedeutet, richtig?!

Außerdem ist die Größe der Becher
ideal, um von Kinderhänden alleine gehalten zu werden." Diese Entwicklung
ist kein Zufall: Denn FruchtZwerge liegt das Thema Selbstständigkeit bei
der Entwicklung von Kindern sehr am Herzen.

Verdammich aber auch. Die Kleckerkinderhände also. Gleich nochmal im WHO-Vergleich was für den Hinterkopf...

Wussten Sie schon?
* 90 Prozent der Eltern sind der Meinung, dass der Snack ein wichtiger Teil
der täglichen Ernährung ihrer Kinder ist.*
* Joghurt ist der zweitliebste Snack für Kinder in Deutschland (54 Prozent).*
* Eltern geben ihren Kindern gerne Joghurt als Snack, weil ihre Kinder den
Geschmack lieben.*
*Afternoon snacking study, Dezember 2015

90% der Eltern irren. 54% haben noch nie auf den Zuckergehalt der Joghurts geschaut.
Nicht der Geschmack von Joghurt wird von den Kindern in diesem Fall geliebt, sondern der enthaltene Zucker. Und nebenbei bemerkt vermisse ich in der Zutatenliste den Joghurt überhaupt, was soll also das Argument und der Vergleich?! Frischkäse hat gemäss Definition überhaupt nichts mit Joghurt zu tun?

Und - kann mir jemand die genannte Studie zuschicken bitte?
Ich fand keine im Web. Die dem Titel nächste dazu hatte etwas mit Beerenkonsum zu tun.
Nicht mit Fruchtzwergen oder sonstigen Süssigkeiten als Snacks. Anyone?!

FruchtZwerge - Sag Ja zu Selbstständigkeit

Manchmal ist es gar nicht so einfach "Ja" zu sagen - das wissen viele
Eltern. Kinder sind aktiv, probieren gerne Neues aus und entdecken die Welt
mit eigenen Augen. Eltern stehen vor der großen Aufgabe, ihre Kinder beim
Großwerden zu begleiten, sie zu beschützen und ihnen trotzdem Freiräume zum
eigenständigen Entdecken zu geben. FruchtZwerge als vertrauter und
beliebter Begleiter vieler Generationen möchte Kindern und Erwachsenen bei
dieser spannenden Reise zur Seite stehen.

Bla... blaa.... bla... Die spannende Reise in die Zuckersucht und zur späteren Diabetes?
Oder was genau ist damit denn nun gemeint? 


Was hat sich aber nun tatsächlich eigentlich verändert?!
Was macht die neue Rezeptur gegenüber der alten aus?
Dank des Screenshots im alten Blogbericht habe ich den Luxus, das mal 1:1 gegenüberzustellen:




Vergleichen wir also die Bechergrösse 50 Gramm Neu zu alt im Faktencheck:

1) Der Brennwert ist gerade mal um 1(!!!) Kilokalorie gesunken. 

2) Der Fettgehalt ist gleich geblieben, allerdings ist der Anteil der gesättigten Fettsäuren jetzt über verdoppelt. Ausgehend von Frau Dipl.-Kopperts Dipl-Standard ist das eine massive Verschlechterung, denn die DGE schreibt ja "Hinsichtlich der Fettqualität sollten gesättigte Fettsäuren durch mehrfach ungesättigte Fettsäuren ausgetauscht werden. Damit sinkt das Risiko für koronare Herzkrankheiten und die Gesamt- und LDL-Cholesterolkonzentration im Blut."
3) Der Zucker wurde um sagenhafte 0,5 Gramm gesenkt. Glanzleistung!

4) Das Verkaufsargument Calcium scheint zu bröckeln, da spart man sich neuerdings ein Viertel, und 

5) Vitamin D ist um mikroskopische 0,03 Mikrogramm angehoben.

14% Senkung des Zuckers sind also pro Becher ein halbes Gramm.
Mann, mann, mann... 

Und was ist mit den beiden neuen Zutaten?

Rahm: 
Nunja, der könnte tatsächlich zu einem früheren Sättigungsgefühl beitragen, wenn da nicht die anderen Zutaten wären, die das wohl wieder aufheben.

Oligofructose:
Ein Zucker, den man nicht extra ausweisen muss. Das heisst, man hat wohl die Zuckersenkung erreicht, indem man einen Zucker beigemischt hat, der nicht unter "davon Zucker" auftauchen muss, möglicherweise ist also faktisch sogar mehr drin als vorher.
Man weiss es nicht. 
Tatsache ist, dass dieser Zucker gemäss den Herstellerstudien, die für die Zulassung eingereicht wurden nicht vom Körper aufgenommen werden kann. Ich muss Euch kaum erklären, was ich von Hersteller-Studien für eine Zulassung halte, nicht wahr?
Die EFSA hatte sich jedenfalls lange gewehrt, die von den Herstellern angeführten Vorteile anerkennen, bis 6 Hersteller-Studien das "unumstösslich" gemacht haben.

Fakt ist aber in jedem Fall auch, dass der Verbraucherschutz dazu schreibt:
"Der künstliche Zusatz von Oligofructose ist jedoch nicht ganz unproblematisch. Bei den bisher durchgeführten Studien wurden beispielsweise 10 Gramm Oligofructose pro Testmahlzeit verzehrt. Diese Menge verursachte zum Teil heftige Blähungen, Bauchschmerzen und Durchfall. Solche negativen Begleiterscheinungen sind natürlich unerwünscht. Die zugesetzte Menge wird deshalb in der Praxis erheblich reduziert. Ob diese geringen Mengen überhaupt noch wirken, ist fraglich. Zudem handelt es sich bei den mit Inulin oder Oligofructose angereicherten Produkten meist um stark verarbeitete Lebensmittel."

Ebenso verwunderlich ist, dass die wie die Hersteller behaupten nicht verstoffwechselte Oligofructose von Fructoseintoleranten teilweise als ein grosses Problem angesehen wird.

Ich persönlich gehe davon aus, dass wir auf das gleiche Problem schauen wie ich das schon für Inulin beschrieben hatte. Eine Fehlbesiedlung im Darm - die ja heute dank einiger Umweltgifte wie Glyphosat gar nicht mehr so selten ist - macht die OF zum Problem. 

Sollten die Kleinen also nach übermässigem Zwergengenuss von sich aus mit Magenkrämpfen zum Kinderarztbesuch einladen, so weiss man spätestens dann, dass diese neue Zutat wohl doch eher keine gute Idee war.

Der WHO-Zuckervergleich
Holen wir also zum guten Schluss nochmal die kleinen selbständigen Kinderkleckerhände aus unseren Hinterköpfen, die laut Hersteller doch gerne 2 Becher dieses Produkts
zu verzehren haben. Die Kiddies freuen sich beim Genuss von 100 Gramm noch immer über rund 5 Zuckerwürfel. Und bezogen auf die Tagesobergrenze für 4 - 8 jährige von der WHO sind 2 von diesen Dingern immer noch so viel, dass sie an diesem Tag nichts anderes mehr mit zugesetztem Zucker zu sich nehmen sollten.


Was also ändert das neue Rezept?
Nicht viel. Vielleicht 2 Ticker nach oben bei der Danone-Aktie. Für Eure Kinder: Nichts.

Ich kann Euch aber sagen, was es nicht ändert:
Meine wachsende Überzeugung, dass diese Konzerne aktuell tatsächlich allesamt nur zu Kosmetik und neuen Verpackungen in der Lage sind, aber nicht zu einschneidenden Veränderungen hin zum Wohl des Kunden. Was gerade bei Kindern eben nicht akzeptabel ist. Und an die richtet sich das Produkt ganz klar. 
Deshalb das Gerede von den Klecker-Patschehändchen.


Das Schlusswort hat nochmal Danone:
"Eltern stehen vor der großen Aufgabe, ihre Kinder beim Großwerden zu begleiten."


Richtig. Gross. Von dick war nicht die Rede.


Bis später.




Weiterführende Links:
In diesem Text direkt verarbeitet.

Die Sache mit den Portionen

Nico DaVinci 22.02.2017 - 12:02 Lesedauer ca 5 Minuten

KKWissen
Das Portionen-Problem und ein Lösungsvorschlag

Vom Aufessen und vom Sattsein

Mindestens wer in meiner Generation aufgewachsen ist kennt noch Sprüche wie "Iss auf - die Kinder in Afrika wären froh, sie hätten überhaupt etwas zu essen".

Ich gehe mal davon aus, dass das heute nicht mehr so oft der Fall ist, denn für die Kinder in Afrika ist ja zwischenzeitlich bestens gesorgt.

Dank Futter-Giganten wie Nestlé, die sie nicht mehr nur mit ihrem eigenen Wasser teuer beglücken, sondern auch den ganzen Kontinent nach und nach mit all den Ernährungsgewohnheiten impfen, die uns schon kaputt gemacht haben.

Und dank Bundeslandwirtschaftsminister-Darsteller Christian Schmidt. 

Der sorgt für Milchpulver, Milch und Schweineohren vor Ort. 
Das macht zwar den einheimischen Bauern jetzt das Geschäfts kaputt und die deutsche Investion aus Steuergeldern in eine teure Molkerei aus Entwicklungshilfe-Geldern, die nun still steht, aber wen kratzt das schon. Wir werden das erst merken, wenn die EU die Mauer gen Süden noch ein Stückchen höher bauen muss, weil sich der arbeitslose Milchbauer in den Norden aufmacht, auf der Suche nach neuen Perspektiven...

Allein Monsanto bleibt da ein bisschen auf der Strecke der hilfsbereiten Weltkonzerne, die sich um das Wohl der Afrikaner kümmern. Denn so richtig klappt das Konzept nicht. Dort werden jetzt mehr Menschen durch den ganzen Aggro-Chemie-Kram krank, und statt mehr Ernte wie Monsanto verspricht gibt es jetzt weniger...

Aber zurück zum Thema: Iss auf!





In jedem Kochbuch steht irgendwo klein in der Ecke sowas wie "Für 2 Personen".

Auf Fertigfutter-Dosen und -pappschachteln findet sich gerne mal der Aufdruck 2-3 Portionen.


Und Mutti? Meint es gut. Sehr gut. 
Im schwäbischen heisst das dann "Iss was, damit de was wirsch".
Und je nach Mutti klappt das auch mit dem "was werden". 
Manchmal wird man was, und manchmal sogar dick.

Ich kann Euch gar nicht mehr sagen wie oft ich nun schon besorgte Muttis dabei beobachtet habe, die ihrem Kind noch den vierten Zucker-Keks zwischen die noch nicht vorhandenen Zähne rammen. Obwohl die Körpersprache des Kindes schon beim zweiten deutlich rebellierte und gesagt hat: "Mama, es reicht!" Ich habe aufgehört, das zu zählen...

Essen ist toll!
Es entspannt, macht glücklich und zufrieden.

Das Hormoncocktail, das uns der Körper zur Belohnung dafür ausschüttet, dass wir ihn mit Nachschub versorgen, kümmert sich da wirklich ganz rührend um uns. 


Aber unter Zwang?!

Steckt nicht in diesem ganzen Portionen-Gedöns und Für-X-Personen-Vorgaben ein riesiger Denkfehler?!

Erklärt mir doch bitte mal, mit welchem Recht ein Hersteller 2 Portionen darauf schreibt?


Beispiel:

Maria ist 1,60m gross, 55 kg schwer und sitzt den ganzen Tag an der Nähmaschine.


Währenddessen schiebt Urs seine stattlichen 1,90m und seine durch den Job als Zimmermann bestens durchtrainierten 86 Kilo reinster Muskelmasse täglich stundenlang über die Dächer der Stadt.

Wieso glauben wir, dass unter diesen dermassen unterschiedlichen Voraussetzungen die Portion für beide richtig ist?

Gingen Maria und Urs zusammen in eines dieser Feinschmecker-Restaurants hätte Maria wahrscheinlich tatsächlich nach dem dritten Gang genug, während Urs flehentlich den Teller anhebt und darunter nachschaut, ob das wirklich schon alles war...



Ich verstehe das. Man braucht einen groben Massstab. 
Etwas, an dem wir uns orientieren können. Deshalb der Aufdruck auf der Packung.
Deshalb die Bemerkung in den Kochbüchern.

Aber das geht doch im wahrsten Sinne des Wortes am Bedarf vorbei.

Und wenn man dann noch den Geist der Mutter auf der Schulter sitzen hat, der flüstert "Iss auf!", dann wird das Portionendenken zum Problem. 

Denn statt satt werden wir voll, aus den eigentlich von der Natur geplanten Gefühlen wie Glück, Entspanntheit und Zufriedenheit werden so erstaunlich oft eher "Nicht satt" oder "Ranzenspannen".

Bei den KK-Rezepten auf unserer Seite haben wir diese Portionsangaben nicht.
Was öfters für Rückfragen sorgt. Aber statt Euch vorzugeben, wieviel Ihr essen sollt ist unsere Philosophie eine andere:
Nicht wir bestimmen die Menge, Euer Hunger bestimmt das.

Weil wir nicht wissen können, ob Du eher eine Maria bist, oder eher ein Urs, der unsere Rezepte liest und nachkocht.

Aber bei dem bin ich komplett auf Eurer Seite: 
Essen wegschmeissen ist doof. Hungern sogar noch doofer, das wisst Ihr ja.

Hier ist mein Vorschlag, wie Ihr damit umgehen könnt, Euren ganz persönlichen, eigenen Massstab zu finden:

Visualisiert Euer Essen! 

Das Bild da oben habe ich heute am Vormittag geschossen, als ich mir mein Frühstück gemacht habe. Ich habe alle Zutaten auf den Tisch gelegt (das mache ich natürlich nicht immer ganz so sehr ordentlich wie für das Foto), und habe in mich gehorcht: 

Wie viel davon könnte ich mir jetzt in diesem Moment im Rohzustand vorstellen, davon zu essen? 


Dann eine Tomate dazu, ein Karöttchen weg, ein paar der Zuckerschoten zurück in den Vorratsbehälter. 

Wenn ich mir anhand des Blickes auf die Rohzutaten vorstelle, wieviel ich in diesem Augenblick davon verdrücken könnte, liege ich fast immer genau richtig. 

Klar, bei ein paar Lebensmitteln muss man berücksichtigen, dass sie noch Wasser verlieren, bei ein paar ist das Gegenteil der Fall und sie ziehen Wasser.
Berücksichtig man diesen Umstand mit, kommt man auf einen guten Massstab.

Der ist aber im Unterschied zum Aufdruck von Herrn Dr. Oetker ganz auf meinen individuellen, persönlichen Bedarf zugeschnitten. 
Und zwar sogar auf den, den ich just in diesem Moment verspüre, wenn ich mit dem Kochen anfange.


Und schon ist das Portionen-Problem nicht mehr meins.
Probiert das doch auch mal aus!


Bis später.


PS - Nicos Bonus-Tipp: 
Wer sich schon öfters geärgert hat, dass Eier gerne von der Arbeitsplatte kullern und wer wenig Spass daran findet, die Sauerei auf dem Boden wegzuwischen... Auf dem Foto sieht man das Küchenhandtuch bei den Eiern. Das ist nicht nur für das Foto so, das mache ich tatsächlich so: Kleines Kissen draus formen, Eier drauf legen. 
Ich fluche seither sehr viel seltener...


Weiterführende Links:

ZDF Planet)e: Globale Dickmacher (deutsch, 28:29 min) 
Wie die Lebensmittelindustrie die Armen verführt

Nestlé: Bottled Life - WDR die Story (deutsch, 44:47 min) 
Wie Nestlé in Afrika den Menschen das Wasser wegnimmt um es ihnen dann wieder teuer zu verkaufen

ZDFzoom: Der Irrsinn mit der Milch (deutsch, 28:59 min)




Wir brauchen nur eine Million

Nico DaVinci 14.02.2017 - 06:02 Lesedauer ca 4 Minuten

- Wichtig ! - 
Wir brauchen nur eine Million Stimmen!
EU-Petition zum Verbot von Glyphosat u.a.

Liebe Leute, 


wir haben letztes Jahr gemeinsam mit freiwilligen KK-Mitgliedern und einem renommierten Labor in einer privaten Initiative getestet, wie viele Menschen bereits das Totalherbizid Glyphosat im Körper haben.


Das Resultat war verheerend: 

70 % - egal ob Mann, Frau, Kind, Säugling, Schwangere ...

hatten Werte im Körper, die zwischen dem 5 bis rund 41-fachen über das hinaus gingen, 

was die EU selbst als Rückstand für Trinkwasser als Obergrenze akzeptiert.
Diese Werte waren im Urin der Menschen. Ob sie das wollten, oder nicht.

Die genau Verteilung der aktuell verfügbaren Daten könnt Ihr hier einsehen:
Live-Karte Ergebnisse der privaten Initiative GTEST, Ergebnisse


Wir konnten in einem anschliessenden Fragebogen eine Tendenz feststellen, dass Menschen, die mit einem hohen Glyphosat-Gehalt getestet wurden, signifikant oft mit entzündlichen Krankheiten und ähnlichem zu Kämpfen haben. 






Nicht nur wir
Beunruhigend ist auch, dass vollkommen unabhängig zu uns eine weitere Initiative zusammen mit der Heinrich-Böll-Stiftung diesen Test ebenfalls von sich aus gemacht hat, in einem anderen Labor. Die Ergebnisse waren praktisch deckungsgleich. 
Auch hier über 70% der Teilnehmer positiv. Bei ihnen war der gemessen Höchstwert 42fach.

Krebsgefahr

Der "Golden Standard" der Welt-Krebsrisikoforschung, das IARC, hat dieses Mittel als "wahrscheinlich krebserregend" eingestuft, und auch wenn es anderslautende Nachrichten gab, habe ich keine Zweifel, dass das mehr als ernst zu nehmen ist.

Es ist nicht nur Krebs...

Ich persönlich gehe sogar noch weiter, Krebs ist eigentlich sogar unser kleinstes Problem.
In meinem Film beschrieb ich schon zu Beginn 2016 welche möglichen Folgen dieses Gift in unserem Körper verursacht und bin seither von unabhängigen Seiten nur bestätigt worden.

Die EU-Kommission verhält sich seltsam
Normalerweise sollte in der EU das Vorsorgeprinzip greifen, es sieht allerdings so aus, als würde die EU-Kommission diese einstmals so wichtigen Werte nicht mehr achten.

Und entgegen ihrer Aufgabe den Umsatz einiger weniger Konzerne über das wichtigste Gut, die Gesundheit der Bürger stellen.
Und das, obwohl in vielen Ländern so viele Menschen protestiert und ihre Stimmen abgegeben haben, dass bei mehreren Entscheidungsterminen auch mehrere Länder eine Wiederzulassung ablehnten. Demokratie sieht für mich eigentlich anders aus.
Hier soll das Wohl von 508 Mio EU-Bürgern gefährdet, der Wille einer Mehrheit ignoriert werden.

Ein Netzwerk an Aktionen vereint sich
Im vergangenen Jahr habe ich gemeinsam mit ein paar Institutionen, die die Gefahren ebenfalls für inakzeptabel halten eng kommuniziert und zusammengearbeitet.
Aus dieser Zusammenarbeit aller beteiligten europäischen Aktivisten ging nun eine "Europäische Bürgerinitiative Stop Glyphosat" (EBI) hervor, 

die jüngst von der EU als offizielles Instrument anerkannt werden musste.
Die Petition
Diese Initiative will nun eine Petition an die EU richten. 
Bekommen wir 1 Million Stimmen zusammen, MUSS die EU darauf reagieren.
Und die Chancen stehen mehr als gut, denn wir hatten letztes Jahr ja schon in anderen Unterschriftensammlungen wesentlich mehr als "nur" eine Million.

Die Forderungen
- Die EU soll den Mitgliedstaaten ein Verbot von Glyphosat vorschlagen 
- Das bisherige System zur Genehmigung von Pestiziden soll reformiert werden
- Die EU soll für die Mitgliedstaaten verbindliche Ziele vorgeben, die eine Reduktion des Einsatzes der Gifte haben, die man uns übers Essen kippt.

Das macht Ihr mit Eurer Unterschrift zu Eurer Forderung an die EU:
Original-Text, deutsche Fassung

Verbot von Glyphosat und Schutz von Menschen und Umwelt vor giftigen Pestiziden
Wir rufen die Europäische Kommission auf, den Mitgliedstaaten ein Verbot von Glyphosat vorzuschlagen, das Genehmigungsverfahren für Pestizide zu reformieren und EU-weit verbindliche Reduktionsziele für den Einsatz von Pestiziden festzulegen.

Verbot von Herbiziden auf Glyphosat-Basis, deren Exposition mit Krebs beim Menschen in Verbindung gebracht wurde und zu einer Verschlechterung des Zustands von Ökosystemen geführt hat; Sicherstellung, dass die wissenschaftliche Bewertung von Pestiziden für die Genehmigung durch die Regulierungsbehörden der EU allein auf der Grundlage veröffentlichter Studien erfolgt, die von den zuständigen Behörden und nicht von der Pestizidindustrie in Auftrag gegeben wurden; Festlegung EU-weit verbindlicher Reduktionsziele für den Einsatz von Pestiziden mit Blick auf die Erreichung einer pestizidfreien Zukunft.


Ihr seht, das sind vollkommen vernünftige Forderungen, die jeder mit etwas Verstand - und der nicht Geld damit verdient, das Gift über unser Essen zu kippen - nicht ablehen kann.

Wir brauchen Euch trotzdem

Auch wenn die Chancen sehr gut stehen, die Million Unterschriften zusammen zu bekommen liegt es an uns allen, hier einen Unterschied auszumachen.

Ihr alle kennt die Petitionen von Campact und Co.
Diese hier ist anders. Diese hier hat eine offizielle, politische Dimension. 

Eure Unterschrift geht direkt von einer anerkannten Bürgerinitiative als offizielle Petition an die EU. 

Wenn Ihr also nicht weiter zu denen gehören wollt, die in den kommenden Jahren dieses unsägliche Gift in ihrem Essen haben mit umfangreichen Schäden für Eure Gesundheit, 
dann ist dies Euer Moment, einen einfachen aber sehr wirksamen Beitrag zu leisten.

Tragt Eure Daten ein (ein Hilfstext steht nebendran)
und schickt das ab. Fertig ist Eure offizielle Unterschrift unter die Forderungen.

Die Daten sind verschlüsselt, sie werden nicht an Dritte weitergegeben und wieder gelöscht, wenn die Aktion zu Ende ist.


Es gibt keinen vernünftigen Grund zu zögern.
Es sei denn, Ihr gehört zu den Zynikern, die ihr Geld damit verdienen, anderen Gift übers Essen zu kippen. 


Klickt also hier, wenn Ihr Eure Stimme gegen Glyphosat gehört wissen wollt.
Im Namen aller Betroffenen, die ich letztes Jahr kennenlernen durfte, sage ich Danke dafür.



Bis später.



Weiterführende Links:
Zur Onlinepetition der EBI
Zur Karte der Belastungen aus der Aktion GTEST
Zur Auswertung der parallel gelaufenen Aktion mit der Bertelsmann Stiftung

Diese Krankheiten können mit Glyphosat über Krebs hinaus in Verbindung stehen
Alle diese Lebensmittel sind mit hoher Wahrscheinlichkeit belastet
GTEST2 - Falls Ihr selbst wissen wollt, ob Ihr Glyphosat in Eurem Körper habt 



Von Leaky Gut, Pestbeulen und grünen Pflastern

Nico DaVinci 12.02.2017 - 09:02 Lesedauer ca 7 Minuten

KK-Basiswissen
"Leaky Gut" - Der undichte Darm

Betrachtungen zu einem Gesundheitsproblem auf dem Vorm arsch

- Zustand: Gereizt - 

Ein absolutes Indiz, dass wir in unseren Breitengraden flächendeckend etwas bei der Darmgesundheit sehr im argen liegen haben ist ein TV-Spot, den Ihr wahrscheinlich kennt. Denn der wird mittlerweile gefühlt allabendlich über unsere Schirme geflimmert: 
Kijimea Reizdarm - das Pflaster für den gereizten Darm

Und das ist gar nicht das einzige Mittel dieser Art, das mehr und mehr beworben wird.
Ich habe diesen Spot nur bevorzugt ausgesucht, weil er mit der Glasröhre ein Problem für uns recht anschaulich darstellt. Diese kleinen Schäden an der Darmwand. 

Kommen wir gleich nochmal drauf zurück...

Ich kann weder etwas für noch etwas gegen die Wirksamkeit dieses Mittel sagen, ich finde allerdings bedenklich, dass der Spot suggeriert, dass man "immer wieder mal" Blähungen, Durchfall und Verstopfung mit diesem Pflaster zu reparieren habe.


Die Passage "es KANN ein gereizter Darm sein" wird sicher von vielen Zusehern nicht beachtet. Und weia - haben viele von denen ab und zu Blähungen, Durchfall oder Verstopfung. Wie viele werden das sein? 99,9998 % der Bevölkerung?
Ihr seht meinen Kritikpunkt an dem Spot?




© 2017 NicoDaVinci


Jemand, der wirklich einen gereizten Darm hat, weiss das in der Regel sehr gut.
Denn das merkt man. 
Patienten mit chronisch entzündlichen Darmerkrankungen wie Colitis ulcerosa / Morbus Crohn und solche mit einem Reizdarm leiden im Alltag sehr darunter.
Ein diagnostizierter Reizdarm-Patient mit dem ich mal sprach plante seinen Arbeitsweg z.B. so, dass er jeweils wusste, wo die nächste für ihn erreichbare Toilette ist. 

Um peinliche, entwürdigende Unfälle zu vermeiden. 

Das ist eine echte Last im Leben, die wesentlich darüber hinaus geht, 
als die "immer wieder mal Blähungen" aus dem Spot.

Tatsache scheint jedenfalls zu sein, da ist irgendetwas, das in unseren Körpern derzeit für einen Anstieg an Entzündungen sorgt. Sonst müsste man keine "grünen Pflaster" erfinden und vermarkten.


- Zustand: "Leaky" - 
Wer auf Wikipedia das Wort "Leaky Gut" sucht wird auf der deutschen Seite momentan nicht fündig. Auf der englischen gibt es einen interessanten Artikel, der darauf verweist, dass dieses Syndrom von der Schulmedizin derzeit nicht anerkannt sei, sondern ein Phänomen sei, das überwiegend in den Kreisen von Ernährungswissenschaftlern und Alternativmedizinern diskutiert werde. 

Die würden als Behandlung unter anderem die Gabe von probiotischen Lebensmitteln, die Reduzierung des Zuckerkonsums, die Reduzierung der Aufnahme von kurzkettigen Kohlenhydraten (sogenannten FODMAPs) sowie den Verzicht auf Gluten anraten.


Ein erstes Achtungszeichen für all jene, die meine Arbeit über die letzten Jahre ernsthaft mitverfolgt haben. Ihr könnt den Nebenverweis dort auf der Seite zu Autismus gerne nochmal aus Eurem Hinterkopf holen...

Nun mag man sich wundern, wieso Schulmedizin und die Pharma-Industrie sich so eine fette Gelegenheit entgehen lassen. 
Ein Syndrom, das bei normaler Betrachtung des Befindens einer so rasant ansteigenden Patientenzahl durchaus plausibel erscheint, und bei dem auch noch das Wort Gluten vorkommt wäre doch prädestiniert, flächendeckend quasi mit Flugzeugen teure grüne Pflaster über der Bevölkerung abzuwerfen und dabei den Aktionären tropfend-feuchte Hände und Lefzen zu versprechen? 

- Zustand: Widerwärtig -
Noch verwunderlicher wird es, wenn man weiss, dass der im englischen Wikipedia-Artikel genannte Kritiker Stephen Barrett Mitglied im ACSH ist. 

Also im "American Council on Science and Health", einer industrienahen Organisation, die so ziemlich alle Wissenschaftler stellen, die mit ihren Veröffentlichungen vorsichtig formuliert "dem Umsatz der grossen Konzerne" einen sehr guten Dienst erweisen. 

Themen wie Klimawandel, Zucker, GMO, Glyphosat, Fracking sind deren Ding, um Beispiele zu nennen. 

Die wissenschaftliche PR-Taskforce, die immer sofort zur Stelle ist, wenn man wieder irgendwo aus unerfindlichen Gründen die Leukämie ausbricht und der damit verbundene Umsatz zu schützen ist. 

Alles was Rang und Namen hat ist ihn diesem Verein beieinander, um unartige Wissenschaftler zu diskreditieren, die ihren Job noch ernst nehmen und mit ethischem Grundsatz zu Werke gehen. 

Die Methoden haben sogar gelegentlich für jemand mit Hirn fast schon Unterhaltungswert... Wenn Witze auf Kosten von Leukämie-Erkrankten nicht so dermassen schäbig wären...

Also... gerade Stephen Barrett müsste doch ganz im Gegenteil das Wort "Leaky Gut" von seinen Auftraggebern in Gold giessen lassen und bei jeder Gelegenheit öffentlich handstreicheln? 

Aber nein - macht er nicht... Warum?!


- Zustand: Selbst ist der Mann - 
Lassen wir doch die Wissenschaftler und Ärzte sich weiter unproduktiv streiten und gehen wir der Sache einfach mal selbst näher auf den Grund... 

Nehmen wir uns dazu aus dem wachsenden Pool an Autoimmunkrankheiten doch einmal eine Krankheit vor, bei der sich auch die renommierten Topleute (Focus-Award 2017, siehe oben rechts) der Schulmedizin eher mit den anderen einig sind.

Autoimmune Pankreatitis.
 

Der Moment, wenn das Immunsystem verrückt spielt und die eigenen Bauchspeicheldrüsen-Zellen angreift. Unklar, sagen die, wo es herkommt.
Aber die Schulmediziner stellen öffentlich fest, dass eine Parallele da ist zu entzündlichen Darmerkrankungen. Wieder ist die Rede von Morbus Crohn und Colitis ulcerosa... 

Spannend, nicht wahr?

Was wenn - "unklar" - eben doch die Durchlässigkeit des Darmgewebes wäre? 
Und so Eiweissstoffe in den Körper gelangten, die dann wiederum Antikörper erzeugen, die dann später irrtümlich ähnlich "aussehende" Bauchspeicheldrüsen attackieren? 
So wie das Ernährungswissenschaftler und Alternativmediziner annehmen?

Und die begleitenden Symptome für diese Durchlässigkeit eben die chronischen Entzündungen sind. 
Wieso redet Kijimea von "kleinen Schädigungen" an der Darmwand? Sind die nur oberflächlich? Wieso sollte man die dann "schliessen"? Mutmassungen?
- Zustand: Paleo -
Die Anhänger der Paleobewegung haben sich ebenfalls mit der Thematik "Leaky Gut" auseinandergesetzt. Für mich nicht verwunderlich, denn wie hier schon beschrieben litten die beiden US-amerikanischen Begründer dieser Bewegung Loren Cordain und Robb Wolf beide an Zöliakie, also einer Gluten(!)-Unverträglichkeit, die "sowohl Merkmale einer Allergie als auch einer Autoimmunerkrankung" aufweist. Und - die mit einer chronischen Entzündung der Dünndarmschleimhaut einher geht... 

Ein paar zwischenzeitlich ältere Berichte wie dieser hier stellen lose einen Zusammenhang zwischen Nachtschattengewächsen und "Leaky Gut" her, bleiben die Erklärung dann aber schuldig, wieso sie den Zusammenhang sehen. 

Die findet man dann auf anderen Seiten, da geht es dann wieder um die Lektine, diesmal in den Nachtschattengewächsen. 
Wer dort dann aber näher hinschaut stellt fest, dass es doch sehr herausragende Hinweise gibt, dass es bei dem Lektin-Problem in diesem speziellen Zusammenhang um Weizen geht.

Während wir bei KK Tomaten, Zucchini und Auberginen zum Beispiel sehr regelmässig konsumieren und in den letzten Jahren keinerlei Beschwerden daraus resultierten, können wir das für die Pausentag-Kartoffeln wiederum bestätigen, ein Umstand, der seine eigene Brisanz in sich trägt. Eine Verbindung zwischen Nachtschattengewächsen kann - schon auch aufgrund der Blutbilder einiger KK-Teilnehmer - praktisch ausgeschlossen werden. 




Was ist also dran, am "Leaky Gut"?

Irren alle Ernährungsmediziner, die längst danach behandeln?

Was ist mit den Alternativ-Medizinern? Irren die auch alle?
Haben sie ihre Behandlungserfolge nur aus - Zufall?!
Oder eben doch, weil die Empfehlungen stimmen?

Was ist mit uns? 
Bei KK sehen wir andauernd Blutwertverbesserungen, die einen Rückgang an Entzündungen nahelegen, die vorher ja gemäss den Berichten der Teilnehmer vorhanden waren. Wir sehen Darm-Beschwerden, die sich nach einer Weile in Luft auflösen, zum Teil nach jahrelangen fruchtlosen vorangegangenen Behandlungen der Schulmedizin. 
Und machen Beobachtungen von klaren Unterschieden von Weizenerzeugnissen aus Bioanbau zu konventioneller Produktion an unserem Pausentag. Ist das alles - Zufall?!


Oder ist es hier eben doch die Schulmedizin, die irrt? 

Und die zu zögerlich ist einzugestehen, dass da wohl doch etwas dran ist? 

Lag deren grosses Vorbild Hippokrates vielleicht doch näher bei der Wahrheit, als sie?
"Eure Nahrungsmittel sollen eure Heilmittel, und eure Heilmittel sollen eure Nahrungsmittel sein."- Hippokrates, *460 v.Chr, Begründer der Medizin als Wissenschaft - 



- Zustand: Fazit & Einschätzung -
Nach allem, was ich die letzten 5 Jahre erlebt, gesehen, gelesen und gelernt habe, 
werden wir nach meiner Einschätzung eines gar nicht allzu fernen Tages einig sein, dass sie stimmt, die "Leaky Gut"-Theorie. Schon allein, weil alle Ernährungsempfehlungen zu den damit verbundenen Krankheiten eine klare Sprache sprechen, die alle in eine Richtung zeigen.

Und dann wird auch der wissenschaftliche Widerstand von gesellschaftlichen Pestbeulen wie "Herrn" Stephen Barrett und seinen Kumpanen in sich zusammenbrechen. 

Denn der besteht - wenn Ihr mich fragt - nur aus einem einzigen logischen Grund:

WEIL ICH RECHT HABE.



Das Schlusswort hat nochmal Hippokrates.
"Der Darm ist der Vater aller Trübsal."
Wie könnte ich dem noch was hinzufügen?


Bis später.




Weiterführende Links:
Zöliakie und Glutenintoleranz, Pfad zu neuen Krankheiten II 
(Studie, englisch)



Der Skandal um Schwangerschaftsdiabetes

Nico DaVinci 09.02.2017 - 18:02 Lesedauer ca 2 Minuten

Skandal
Wichtige Info zur Schwangerschaftsdiabetes
Eine abenteuerliche Wahrheit kommt ans Licht


Als ich mit meiner Arbeit rund um Übergewicht und Adipositas begann hatte ich das Wort Schwangerschafts-Diabetes noch nie gehört. Dann immer öfter, ich ging aber immer davon aus, dass das mit der tatsächlich ja ansteigenden Anzahl an übergewichtigen Frauen und dem damit verbundenen erhöhten Risiko zu tun hat. 
Anscheinend sollte ich irren...

Wie es der Zufall so will ist gerade zu der Zeit als ich anfing - 2012 ein neues Screening-Verfahren auf den Weg gebracht worden, mit dem die Frauen flächendeckend auf Diabetes getestet werden. Vorher tat man das nur mit Schwangeren, die offensichtliche Risikofaktoren hatten.

Nun mag man sagen: Ok, logisch, wenn mehr getestet werden, dann wird auch mehr entdeckt. Der hier verlinkte Bericht  zeigt uns nun aber eine andere Wahrheit:

(Ein Must-see für Schwangere!)



https://www.zdf.de/politik/frontal-21/diabetes-in-der-schwangerschaft-100.html



LINK: ZDF Mediathek - frontal 21 - Diabetes in der Schwangerschaft - deutsch (8:14 min)

Da werden also Frauen, die eigentlich gesund sind in Panik versetzt. In einem solch kostbaren Augenblick ihres Lebens. 
Und müssen - wie die eine Dame sagt "die Küche in ein Labor verwandeln"... 
WEIL ES DRUCK VON "INTERESSENGEMEINSCHAFTEN" GAB?! 

Ein willkürlich festgelegter Wert ohne wissenschaftlichen Hintergrund und hinreichende Studien schafft ein solches RISIKO?!

Ab Minute 7 im Filmbeitrag spricht Helmut Kleinwechter ein paar Dinge an, die man besonders beachten sollte: 

Er sagt da sinngemäss:
"Die unnötige Gabe von Insulin kann sogar für Wachstumsverzögerungen bei den Kindern sorgen und ein höheres Risiko an Stoffwechselproblemen und Übergewicht in der Pubertät oder dem späteren Erwachsenenalter."


Das kann ich von meiner Arbeit auch bestätigen, diesen Zusammenhang sehe ich auch.
Und das ist nebenbei bemerkt auch der Grund, warum man in der Schwangerschaft auch dringend moderat mit Zucker umgehen sollte...

Aber - um das Gesehene in einfache Worte zusammenzufassen:
Für das Interesse, Umsätze zu steigern verängstigt und verstört man einen offensichtlich doch sehr nennenswerten Anteil der Schwangeren - um dann am Ende in 12 - 16 Jahren eine weitere unerklärliche Welle an Übergewicht zu haben. 


Entschuldigt, aber das ist ein Skandal! 
Und noch skandalöser ist, dass das in einem Rahmen gezeigt und besprochen wird, der an viel zu vielen der Fernsehzuschauer vorbei geht. Das wäre eigentlich was für die Talkshows, die Tagesschau und sämtliche Printmedien, was da für eine Sauerei stattfindet.
Ich jedenfalls finde, das muss dringend unter die Leute. 

Dank an der Stelle an die frontal21-Crew, mal wieder einen super Job gemacht!

Und eigentlich müsste man - nachdem das gleiche Gremium mit einer sehr ähnlichen Entscheidung auf einmal Abertausende durch die Verschiebung eines Grenzwertes plötzlich auf Bluthochdruck gesetzt hat, die vorher noch als gesund galten - die aktuelle Praxis dieser Einstufungen einmal näher beleuchten und dringend auf den Prüfstand stellen. 

Denn da stimmt was nicht.

Ich denke wir alle sehen, dass Gier und Finanzinteressen immer öfter jede Moral vergessen lassen. Bankenskandale, VW... Ihr wisst, was ich meine. 

Aber irgendwann ist doch mal die eine dicke rote Linie überschritten? 

Und mit Schwangeren und Kindern ist das doch irgendwie erreicht? 

Das waren mal allseits anerkannt die Schutzbedürftigsten unserer Gesellschaft. 
Und jetzt ist auch diese Grenze überschritten.

Wie lange schauen wir da noch zu?! Wie lange...?



Bis später.




Weiterführende Links:
ZDF Mediathek - frontal 21 - Diabetes in der Schwangerschaft - deutsch (8:14 min)



Forever. Not. Yours.

Nico DaVinci 09.02.2017 - 07:02 Lesedauer ca 10 Minuten

Meinung
Nahrungsergänzungsmittel. Kasse machen mit Struktur.
Wie klug ist es, Mahlzeiten mit Soja-Protein-Shakes zu ersetzen?

Während meiner Arbeit begegne ich leider fast zwangläufig auch immer wieder dieser besonderen Sorte Mensch: 

Leute, die wie ferngesteuert euphorisiert durch einen Strukturvertrieb wie 
FLP Forever Living Products oder JuicePlus durch das Internet fräsen. 

Auf der Suche nach willigen Opfern, um ihnen ihre überteuerten Nahrungsergänzungsmittel zu verkaufen. Ohne Rücksicht auf Verluste, nur damit sie die nächste Stufe in ihrem Multi-Level-Marketing erklimmen können. Um dann noch reicher, noch schöner und noch erfolgreicher zu werden. Was so gut wie nie Wirklichkeit wird. Ich kenne jedenfalls nur Leute, die damit scheitern... 


Gestern hatte ich mal wieder die Gelegenheit zu einer spannenden Unterhaltung mit einem solchen Menschen und - wow - sind die überzeugt, von dem was sie (sich) da (an)tun. Am Ende der Chatunterhaltung versprach ich ihr, mich dem Thema mal anzunehmen, und meine Sichtweise darauf niederzuschreiben. Versprochen ist versprochen. Here we go...

Während der Unterhaltung kamen wir auf zwei der Produkte zu sprechen. 
Das eine war ein Soja-Shake, der beschreibungsgemäss in 300 ml 0,3% Magermilch aufzulösen sei, und dann per Tag bis zu 2 Mahlzeiten ersetzen soll. Dies mit dem Zweck, abzunehmen. Das andere war ein Calcium-Produkt, das ihre weichen Nägel endlich schön hart gemacht habe. 

Aber der Reihe nach...



Symbolfoto: Das Bild zeigt nicht die eigentliche Verpackung. 
Wäre mir zu stressig. Und zu teuer. Die Sympathie-Träger.



Lasst uns zunächst mal die Shake-Idee von einem ganz sachlichen nüchternen Ernährungsstandpunkt betrachten. Werfen wir dazu einmal gemeinsam einen Blick in die Zutatenliste eines solchen Produktes.

Wer es selbst im Web nachvollziehen möchte - das Produkt heisst "Forever Ultra Vanille". 

Vertrieben wird es über den Strukturvertrieb FLP Forever Living Products, mit Hauptsitz in Amerika, für Deutschland aktuell in Frankfurt am Main und München (schönes Schloss, Respekt! Muss ja gut laufen...) 

Ein 375-Gramm-Beutel kostet während ich das schreibe satte 24,50 Euro, das entspricht einem Kilopreis für das Pulver von 65,33 Euro. 
Stolzer Preis für ein Pülverchen. 
Geht man davon aus, dass man pro Mahlzeit 25 Gramm verwendet soll und das zwei Mal am Tag, ist so ein Shakebeutel nach gut einer Woche leer. 
Was könnte man für tolle Lebensmittel für 98 Euro im Monat... 
Lassen wir das. Zurück zu den


Zutaten (Quelle, Herstellerseite, 08.02.2017)

Soja Protein Isolat, Fructose, Färberdistelöl-Pulver, natürliches Vanille Aroma, Sonnenblumenöl-, Pulver, Kaliumphosphat, Fructooligosaccharide, Guarkernmehl, Magnesiumoxid, Emulgator (Sojalecithin), Süßungsmittel (Sucralose), Calciumcarbonat, Vitamin C (L-Ascorbinsäure), Eisenfumarat, Vitamin E (D-alpha, Tocopheryl Acetat), Niacin, Kaliumiodid, Zinkoxid, Mangansulfat, D-biotin, Pantothensäure, Vitamin, A (Retinylpalmitat), Kupfersulfat, Hefe, Vitamin, B6 (Pyridoxinhydrochlorid), Vitamin D (Cholecalciferol), Vitamin B1 (Thiaminhydrochlorid), Vitamin B2 (Riboflavin), Folsäure, Vitamin B12, (Cyanocobalaminsäure), Selen.

Ok, dröseln wir das mal auf, wo es zählt:

Soja Protein Isolat
"Tolle" Idee. Wo 90% des weltweiten Anbaus von Soja heute genmanipuliert erfolgt, damit die Pflanzen Glyphosat vertragen... Natürlich entnimmt ein amerikanisches Unternehmen das Isolat aus den übrigen, teureren 10% an nicht verändertem Soja... 

Das darf man doch voraussetzen bei Firmen, die deutlich profitorientiert sind und wie in dem Fall deren Gründer Rex Maughan mit 600 Mio US-Dollar auf Rang 368 der Forbes-Weltrangliste (2002) der reichsten Leute katapultiert hat. 

Aber halt! Entwarnung?! 
Der Hersteller schreibt beschwichtigend zu seinem Produkt "auf der Basis von nicht gentechnisch verändertem Soja-Eiweiß". Klingt doch gut?!

Was ist denn nun genau nicht gentechnisch verändert? Das Soja-Eiweiss? 
Oder die Pflanze, aus der es gezogen wird? Wieso schreiben die das dann nicht so?

Grundsätzlich ist das - gentechnisch manipuliert oder nicht - ernährungstechnisch die erste meiner Meinung nach dümmliche Idee an dem Produkt, denn Soja-Protein-Isolat hat sich in Studien als "den Fettstoffwechsel zum Nachteil verändernd" herausgestellt. 
Verständlich ausgedrückt: Es bremst Abnahmebemühungen.
Tatsächlich ist daher mit diesem Stoff als Hauptzutat nicht eine Abnahme, sondern schlimmstenfalls eine Zunahme zu erwarten. 
Die getesteten Ratten sahen das wohl genauso. [FIG 1]

Fruktose
Es gab eine Zeit, da gab man Diabetikern als Zuckerersatz reine Fruktose, weil die den Insulinspiegel nicht ansteigen lassen. Die hat's gefreut, denn Fruchtzucker ist sogar 20x süsser als gewöhnlicher Zucker und wie sehr Menschen süss mögen - nun, das brauche ich Euch nicht zu erzählen. 

Heute weiss man jedoch gesichert, dass das keine gute Idee war, und zwischenzeitlich schreibt sogar das BfR (Bundesinstitut für Risikobewertung), dass eine "Fructoseaufnahme ungünstige Wirkungen auf den Stoffwechsel entfaltet".  Und in einer sehr technischen Ausführung weiter, dass es Übergewicht erzeugt, Bluthochdruck, den Fettstoffwechsel stört (schon wieder) und selbst für Insulinresistenz und im weiteren Verlauf dann zu Diabetes 2 führt (Metabolisches Syndrom). 

Der Mechanismus dahinter ist sogar verdammt logisch: Da kommt zwar Energie in den Körper, wird aber mangels Insulinausschüttung nicht als solche erkannt. Für den, der das aufnimmt fühlt sich deshalb so an, als würde man - trotz Energieaufnahme - bei lebendigem Leib verhungern. Wir kennen die Folge daraus dann als Heisshungerattacke.
Somit ist diese Beigabe, die sogar als zweite auf der Zutatenliste erscheint, in einem Produkt zur Unterstützung von Abnahmebemühungen eine ziemlich dumme Wahl. 

Sukralose (E955)
Wer nun schon bei den ersten beiden kritisierten Zutaten das Gefühl bekam, dass das eigentlich für eine Abnahme überhaupt nicht geeignet ist, der kann sich jetzt anschnallen, und bitte Helm auf! 


Auf der Suche nach einem Zuckerersatzstoff patentierte Tate&Lyle, das war damals der zweitgrösste Zuckerhersteller der Welt 1976 eine Zucker-Chlor-Verbindung als Süssungsmittel. Diese Verbindung ist chemisch gesehen als Organochlorverbindung in der gleichen Substanzklasse zu finden wie Lindan und DDT, also zwei hochgiftigen Insektiziden, die ihre ganz eigene Geschichte hatten, bevor sie endlich verboten wurden. Zugelassen wurde dieser Süssstoff aber trotzdem, 1999 in den USA und 2004 in der EU.

Der Zulassungsprozess hat meiner Meinung nach eher beunruhigende Parallelen zur Freigabe von Aspartam, auch hier wurden Warnzeichen in der vorgelegten Bewerbungsstudie geschönt und unter den Teppich gekehrt.
So traten bei Ratten einige gesundheitlichen Probleme auf: Vergrösserte Leber und Niere, eine Beeinträchtigung des Immunsystems, Verkleinerung der Milz und der Thymusdrüse.

Sei's drum, dachten sich die Entscheider in der EU, legen wir einen ADI fest (täglich akzeptable Aufnahmemenge) und schauen wir einfach mal, was passiert... Hail Mary...

Und passiert ist zwischenzeitlich viel... 
Man weiss zum Beispiel, dass der künstliche Süssstoff, den es so in der Natur nicht gibt, in grossen Mengen in unsere Abwässer gelangt und selbst mit teuerster Klaranlagentechnologie nicht herauszufiltern ist. 
Wir haben diese Verbindung daher heute bereits in jedem Fluss, in jedem See - und natürlich auch in unserem Trinkwasser. 
Auswirkungen auf Tier- und Pflanzenwelt wurden nie untersucht. 
Was einem bei der chemischen Nähe zu Lindan und DDT schon einmal zu denken geben könnte. Aber wen schert schon die Umwelt... 

Viel spannender ist vielleicht zu wissen, dass der Hersteller bei der Zulassung noch getönt hat, dass der Stoff zu 100% unverdaut durch den Körper geht. Soviel zur Glaubwürdigkeit von Herstellerangaben, denn zwischenzeitlich ist nachgewiesen, dass eben doch 15% im Verdauungssystem aufgenommen und gespeichert werden. Wie der Stoffwechsel reagiert? Weiss man nicht.
Man weiss, dass es irgendwie trotzdem dick macht.
Und was man auch weiss ist, dass der ph-Wert im Darm steigt, und dass Sucralose das Potential hat, die Darmflora um bis zu 50% zu beschädigen

Und das, meine Lieben, ist - WAHNSINN! 

Ist Euch schon mal aufgefallen, dass wir mittlerweile fast allabendlich TV-Spots der Pharmaindustrie sehen, in dem ein gereizter Darm (Leaky Gut) mit Pillen geflickt werden soll? Achtet da mal drauf... Wer dieses Warnzeichen übersieht, dass da ein dermassen grosser Bedarf entsteht, dass man so eng aneinander Spots schalten kann...
Beschäftigt Euch mal bitte damit, was für verheerende Auswirkungen das haben kann - z.B. in Sachen Autoimmunerkrankungen wie Hashimoto oder auf die Bauchspeicheldrüse!


Auch hier wieder werden die guten Bakterien im Darm geschädigt während die schlechten unbeeinflusst den freiwerdenden Raum einnehmen. Das hatten wir doch schon mal?!
Richtig. Hier... Die Folgen habe ich ja in dem Film erklärt, die das nach sich zieht.

Und wenn schon die Bakterien im Darm davon sterben, dann will ich wirklich lieber nicht wissen, was das Zeug in unseren Gewässern erreicht!

Aber die Forevers kippen Euch das als Nahrungsersatz in den Kopf! 
Vollkommen grundlos wird hier das Leaky-Gut-Problem weiter verschärft.
Und dann behaupten sie dabei noch, die Shakes könnten "dabei helfen, sich bewusst und gewichtskontrolliert zu ernähren". Wie verantwortungslos kann man nur sein!?

Und Abnehmen!?
Klar - mit schön Milch dabei, damit das mit dem Abnehmen noch weniger klappt.

Hauptsache 0,3% Fett!

Vom niederkalorischen Prinzip, das der Shake-Ersetzt-Mahlzeit-Idee zugrunde liegt mal ganz zu schweigen, denn der Abfall in den Hungerstoffwechsel erzeugt wie wir ja alle wissen allenfalls kurzfristig eine Abnahme, gefolgt von Ausgleich oder gar Zunahme.

Und Zucker hat in einem Abnahmeprodukt genau NULL verloren.

Kurz: Dieses Produkt ist eine grenzenlose Dummheit, und gnadenlos überteuert dazu, weil man den ganzen Apparat dieses Strukturvertriebs mitfüttern muss.

Forever? Not yours. Never. Ever.


Das Forever-Kalzium-Produkt.

90 kleine Pillen erhält man da für - während ich das schreibe - 32 Euro.
Nett. 4 Pillen am Tag seien einzunehmen, weiss das Produktdatenblatt.
Das heisst, der Kalzium-Pillen-Vorrat reicht für 22 Tage, nicht mal einen ganzen Monat, selbst wenn er Februar heisst. Selbst in der Apotheke gibt es Kalziumprodukte, die günstiger sind.
"Jaaa", sagt der Multi-Leveler... "So kannst Du das nicht sehen, unseres wirkt besser!"

Aha. Die Rede ist von Bioverfügbarkeit, also der tatsächlichen Fähigkeit des Körpers, den Stoff überhaupt erst aufzunehmen. 

Man könnte jetzt aber auch einfach vernünftige Lebensmittel davon kaufen, 
die man ja sowieso braucht, wenn man nicht verhungern will...

Eine ganz natürliche TOP-Bioverfügbarkeit bieten zum Beispiel:
Artischocken, Brokkoli, Brunnenkresse, Butternutkürbis, Eier, Fenchel, Fisch, grüne Bohnen, Grünkohl, Kohlrabi, Kresse, Lauch, Leinsamen, Mandeln, Okraschoten, Pak Choi, Petersilie, Sardinen, Sesam, Spargel, Spinat, Rindfleisch, Rosenkohl, Rucola, Zwiebeln...

Lediglich bei Leinsamen und Sesam müsste man etwas mehr davon essen, weil die enthaltene Oxalsäure die Aufnahme hemmt.

Vielleicht kann man ja die 32 Euro für die 22 Tage auch einsparen und stattdessen in Bioqualität investieren? Nebenbei: Kein einziges davon macht dick...

Wir haben Dutzende von Berichten in unserer Gruppe, die beschreiben, wie toll auf einmal die Nägel der KK-Damen geworden sind. Der Auszug an kalziumhaltigen Lebensmitteln da oben mag ein guter Grund dafür sein.   


"Ja, aber schau mal, bei uns ist ja noch Magnesium..." Och komm bitte - verschone mich! 
Schlag die Gehalte im Internet nach, nimm einen Taschenrechner.
Oder frag einfach unsere erfolgreichen, konsequenten KKler nach ihren Blutwerten. 
Mängel? Fehlanzeige! Ganz ohne teure Pillen.


FAZIT / Ein direktes Wort an unsere KK-Mitglieder:

Leute, ich möchte an dieser Stelle eine liebgemeinte Warnung aussprechen. 
Ich weiss, diese Struktur-Pulveranten kommen wiederholt mit tollen Versprechen auf Euch zu. Lasst Euch bitte nicht einlullen und das Geld aus der Tasche ziehen. 

Diese Menschen werden geschult, mit Euren Einwänden gegen deren Produkte umzugehen"Tricks", nennt das der junge MLM-Mann, der uns hier allen erklärt, warum ein Strukturvertrieb kein Schneeballsystem ist. Das ist die Art, wie diese Leute ausgebildet werden. Es geht um "Kontern", "Austricksen" und "Verkaufen". 

Das tatsächliche Wissen, was in den Produkten drin ist, und was für Euch daraus entstehen kann, ist spärlich bis gar nicht vorhanden. 
Wie das aber tatsächlich ausschaut, habe ich ja nun oben an einem Beispiel demonstriert...

Und wo das endet, wenn Ihr Euch auf diesen Quatsch einlasst, könnt Ihr an diesem Beispiel hier sehen - es ist zwar teilweise Schweizerdeutsch, aber Ihr bekommt eine gute Ahnung.
Reich werden die Leute, die in der Kette ganz oben stehen nicht ihr. 

Und die Dame in dem Film blieb auf Waren im Wert von mehreren tausend Franken sitzen.
Lasst Euch nicht blenden. 

Kein Pillenpresser ist besser als die Natur.
Und wie Abnehmen langfristig geht, das wisst Ihr ja sowieso.


Bis später.



Weiterführende Links:
SRF Kassensturz undercover: In den Fängen einer Networkfirma (Forever Living Products)
Einblick in die Methoden - und die Folgen

Wertvoller, entspannend: a-ha Forever not yours   ;) 




Sind Hülsenfrüchte ungesund?

Nico DaVinci 16.01.2017 - 14:01 Lesedauer ca 15 Minuten

KK-Wissen
Hülsenfrüchte - wie gefährlich sind sie wirklich?
Ein umfassender, verantwortungsvoller Blick auf die Hülsen-Kritik. 

Hülsenfrüchte sind ein wesentlicher Bestandteil der KK-Ernährung.
Sie halten uns länger satt, geben ihre Energie über vernünftige Zeiträume ab und halten unseren Blutzuckerspiegel in akzeptablen Höhen.


Sie helfen uns damit in unschätzbarer Weise beim effizienten Abnehmen.
Deshalb empfehlen wir auch innerhalb des Zeitraums Frühstück und Mittagessen
insgesamt eine Mindestmenge von 5 Esslöffeln in den täglichen Ablauf einzubauen.
Bei Bedarf gerne mehr, je nach Konstitution reicht das eventuell nicht aus.
Aber natürlich - wie sonst auch - nicht über das Sattgefühl hinaus...

Nun gibt es aber von einigen Seiten in der Ernährungswelt kritische Stimmen zu dieser Vorgehensweise. Darauf möchte ich heute einmal umfassend eingehen.  

Bevor ich zu den Hülsenfrüchten komme, möchte ich Euch kurz eine grundsätzliche Empfehlung ans Herz legen, die mir persönlich sehr wichtig ist:
Wann immer jemand etwas Kritisches zu unserer Ernährungsweise zu wissen scheint, nehmt das zunächst einmal ernst. 

Das tun wir nämlich auch. Zu gross ist die Verantwortung für so viele Teilnehmer. 
ABER: Seid bitte nicht zu vorschnell mit Eurem Urteil. 

Denn oft liegen die Dinge einfach anders, und viele Dinge basieren auf einer reichlich dünnen Beweislage, die sich absolut nicht mit dem deckt, was wir über die letzten Jahre mit KK erlebt haben.

Und wenn Euch je etwas länger auf der Seele brennt, dann fragt doch einfach mal nach.
Das bitte dann aber ganz sachlich, frei von Panik, denn wir wollen ja eine stressfreie Umgebung erhalten. Da hilft es nicht, wenn man die Pferde schon scheu macht, bevor man überhaupt erst aufgesattelt hat.


Wie dünn eine Beweislage sein muss um massive Auswirkungen im Ernährungsverhalten eines gesamten Landes zu haben erläutere ich gerne kurz in einem Beispiel:

Wisst Ihr, wie beschlossen wurde, dass Deutschland mit Jod unterversorgt ist?
EINE Studie, mit 300 Schulkindern in Dortmund.

Das reichte um zu entscheiden, dass GANZ Deutschland zu wenig Jod aufnimmt.

Keine Berücksichtigung von eventuell vorhandenen regionalen Gegebenheiten, und eigentlich verdammt wenig Teilnehmer. Und nur Kinder. Keine Berücksichtigung auf mögliche Unterschiede zu den Erwachsenen.

Ja, werden die jetzt sagen, wir haben nachgebessert. Stimmt.
Bis Mai 2013 waren es dann 1.500 Menschen, sogar einige Erwachsene dabei.
Aber immer noch regional, und immer noch - verdammt wenige Teilnehmer.

Und trotzdem reicht es aus, überall Jod mit reinzupacken.
Teilweise auch, weil man es in der Produktion braucht und gar nicht wüsste, wie man es aus den Lebensmitteln dann heraushält. Gute Idee - für die 1.500 in Dortmund.
Aber ist es das auch für den Rest Deutschlands? Wirklich? Woher wollen wir das wissen?!
Wir reden von rund 0,001875 % der Bevölkerung, regional ausgewählt.
Bevor Ihr jetzt fragt: Was haben denn Hülsenfrüchte mit Jod zu tun? Nichts.

Es geht mir darum zu erklären, wie manche Verhaltensweisen entstehen und welche Minizahlen und meiner Meinung nach mangelhafte Studiendesigns heute ausreichen, um eine Doktrin zu erstellen. 
Ich halte das für inakzeptabel ungenügend und kritisiere scharf, dass man solche Dinge nicht regelmässiger auf den Prüfstand nimmt.

Aber diese fragwürdige Vorgehensweise zieht sich leider im Gegenteil in manchen Bereichen der Lebensmittelforschung durch wie ein roter Faden.


Ich halte deshalb solche Ergebnisse grundsätzlich für hinterfragenswert. 

Und wenn sich dann Unstimmigkeiten und Widersprüche ergeben, dann finde ich mich im Gegensatz zu vielen nicht damit ab, sondern grabe tiefer. Und vergleiche. Zum Beispiel mit anderen Ländern und deren Ernährungsgewohnheiten. 


Spannend, manchmal - der Blick über den Tellerrand...




Über den Tellerrand geschaut: Indien
Indien hat heute ungefähr eine Bevölkerungszahl von 1.3 Milliarden Menschen.
Indien ist der weltgrösste Produzent von Hülsenfrüchten.
Und obwohl sie so viel davon produzieren sind jüngst trotzdem noch auf Importe angewiesen gewesen. Da gehen eine Menge Linsen, kichernde Erbsen und Co über den Tresen, nicht wahr?


Es gibt Leute, die halten Hülsenfrüchte für bedenklich
Und wenn man nun den Warnhinweisen einiger Glauben schenken möchte, dann müsste sich die Bevölkerungszahl drastisch reduzieren und dort alle krank sein.
Aber das Gegenteil ist der Fall.
Mit diesem Widerspruch sollte man doch dann mal hinterfragen, ob die Warnungen denn alle so stimmen, richtig? Richtig. Dann wollen wir mal...


Die "bösen" Stoffe, die den Hülsenfrüchten wiederkehrend angedichtet werden sind
Lektine, Phytate und das Purin.

SOJA - ein Sonderfall
Und - bei Soja kommen noch die Isoflavone/Phytoöstrogene hinzu.
Das können wir aber gleich klären, denn Soja findet bei KK nicht statt.
Denn die halte ich persönlich tatsächlich für bedenklich und den Eingriff in den Hormonhaushalt schon bei geringen Dosen für nicht hinnehmenswert.

Ganz abgesehen davon sind 90% der Weltproduktion von Soja heute gentechnisch verändert, und obendrin getränkt in Glyphosat. Dermassen getränkt, dass man Rückstandswerte drin hat, die im leider wahrsten Sinne des Wortes die eine oder andere Kuh umhauen. 

Es gibt da noch ein paar andere Dinge zu bedenken, weshalb Soja und alle Abwandlungen bis auf wenige Ausnahmen für mich nicht Bestandteil von etwas ist, das sich gesunde Ernährung nennt. Mehr dazu könnt Ihr hier nachlesen. 


Bleiben also noch die bösen Lektine, Phytate und das Purin.

Erste Frage: Sind die überhaupt drin? Unbestritten.
Zweite Frage: Sind die gefährlich? Möglich. Kommt aber eben drauf an...

Lektine
Wer sich mit der Ernährungsform Paleo auseinandersetzt wird auf seinem Weg fast zwangsläufig über Warnhinweise zu Lektinen stolpern. Und so sehr ich die Parallelen unserer Konzepte schätze und mich darüber freue, wenn deren Anhänger ebenfalls gesundheitliche Verbesserungen spüren - das ist das - neben unserer Konzentration auf effiziente Abnahme - einer der ganz grossen Unterschiede zu uns.
Aber hier sehe ich das eben auch einfach begründet anders.

Erstens sind Lektine per se ja nicht nur in Hülsenfrüchten, sondern auch in vielen Gemüsesorten ohnehin vorhanden und somit ja zwangsläufig schon ein gewöhnender Bestandteil einer einigermassen gesunden Ernährung. Ganz sicher aber einer der Paleos.

Zweitens stimme ich zu: Es gibt einige Lektine, die für Mensch und Tier roh als giftig anzusehen sind. Das ist aber nichts Neues. Schon die Oma wusste, dass man z.B. Gartenbohnen nicht roh verzehren darf sondern kochen muss.

Was zu drittens führt: Das Lektin-"problem" lässt sich supereinfach lösen...

Und eben weil Hülsenfrüchte so wichtige Dienste auf dem Weg zurück zum Normalgewicht leisten können, ist es diesen Aufwand auch wert:

Wer den Lagerungsvorteil vor die Zeitersparnis stellt und getrocknete Hülsenfrüchte verwendet sollte sie ausreichend lange einweichen. Mit 12 Stunden ist man dabei eigentlich auf der sicheren Seite, weshalb viele das über Nacht erledigen.
Während dem Einweichen empfiehlt es sich zusätzlich, das Wasser mehrmals abzugiessen und frisches nachzufüllen. In jedem Fall wichtig ist es, das abgegossene Wasser selbstverständlich NICHT irrtümlich zum Kochen zu verwenden.
Nach dieser Prozedur ziehen wir jetzt ja mit den frischen, den Dosen- und den TK-Hülsis gleich.

Und ab da heisst es: Kochen. Nicht blanchieren. Kochen. Das inaktiviert Lektine.
Das ist per Hülsenfrüchtsorte unterschiedlich lang, ein kurzer Klick ins Google-versum gibt zuverlässig Auskunft, wie lange das für welche Sorte ist. Kidneys zum Beispiel (Chili con Carne) brauchen ca 45 - 60 Minuten. 


Extra-Tipp: Wem das alles zu umständlich klingt, das für jede Einzelportion zu durchlaufen... Man kann vorgekochte Hülsenfrüchte wunderbar einfrieren. Klug, wer das gleich in Portionen abpackt. Wer aus Platzgründen eher dazu neigt, das in einem Einzelbehälter aufzubewahren sollte sie nach dem Kochen sehr gut abtropfen lassen, damit die Kochwasserreste die Hülsis nicht in einen undurchdringlichen Einzelblock zusammenfrieren.


Phytate

Ebenfalls in der Kritik - gerade bei den Paleo-Anhängern - stehen die sogenannten Phytate.
Hier könnte man eigentlich mal nachfragen, wieso die in der Paleo-Meinung viel höheren Gehalte in Paranüssen plötzlich keine Rolle mehr spielen, wenn sie doch in Hülsenfrüchten als problematisch angesehen werden. Oder in Gemüse. Es gibt Gemüsesorten, in denen sich mehr Phytate befinden, als in Hülsenfrüchten. Und trotzdem sind es Bestandteile der Paleokost. Wieso?! Ein Widerspruch.

Was also ist dran an dem Phytinsäure-Problem?

Nichts. Erstmal. Ein gesunder Mensch mit einem funktionierenden Magen und einem einigermassen intakten Darm knackt die Verbindungen bereits mit der Magensäure. Fertig.

Problematisch allerdings wird es dann unter Umständen tatsächlich, wenn man einen durchlässigen Darm hat. Leaky gut, Zöliakie, zum Beispiel.
Mein Punkt ist allerdings hier, dass sich diese Problematik auf eine dermassen hohe Anzahl anderer Lebensmittel als Schwierigkeit auswirkt, dass es deshalb ohnehin erst einmal die erste Priorität für ein gesünderes Leben sein sollte, diesen Zustand zu beenden.
Da könnte man dann zum Beispiel mal versuchen, Alkohol ganz wegzulassen. Der macht im übertragenen Sinn gesagt faustdicke Löcher in den Darm. Und weiters: die Darmflora wieder ins Gleichgewicht zu bringen. Da komme ich unten gleich nochmal drauf zurück.

Ich will aber nochmal einen Umstand beleuchten, den ich für mehr als Bemerkenswert finde.
Die Begründer der Paleo-Bewegung heissen Loren Cordain und Robb Wolf.

Beides US-Amerikaner. Also der amerikanischen Ernährungsumgebung ausgesetzt.
Und ihre wesentlichen Veröffentlichungen über Paleo fanden in einem Zeitraum nach 2000 statt. Warum das brisant ist, erkläre ich weiter unten. In jedem Fall haben sie eines gemeinsam. Beide leiden/litten an Zöliakie und damit verbundenen Autoimmunerkrankungen. Und - sagte ich ja, dann ticken die Hülsenuhren ein bisschen anders. Trotzdem - diese Auflösung bewahre ich mir für den Schluss. Bleibt gespannt.


Purin/Gicht/Nierenprobleme
Wer vom Arzt heute Gichtsymptome oder Nierenprobleme bescheinigt bekommt, erhält dort fast immer Ernährungsempfehlungen an die Hand, auf die ich gerne einmal in einem anderen Beitrag zurückkommen werde, denn ich halte sie für überwiegend falsch und kontraproduktiv. In jedem Fall sind auch dann die Hülsenfrüchte wieder Thema, denn da geht man davon aus, dass die hohen Purinwerte problematisch seien.
Auch hierauf gehe ich nochmal zum Ende hin darauf ein, wenn sich der grosse Kreis schliesst.


Dauerpupsen - wenn's im Bäuchlein windet und zwickt
Ebenfalls als unangenehm werden von einigen ungeübten Hülsenfrüchte-Vertilgern die damit einhergehenden Leibeswinde empfunden. Das hat aber nichts ungesundes, sondern eher damit zu tun, dass sich die Darmflora noch nicht angepasst hat. Das dauert ein bisschen, ist aber nach einer Weile kein Problem. Weil das aber gelegentlich auch ein bisschen im Bäuchlein zwickt, ist hier für die Übergangsphase tatsächlich die Einnahme der Hilfsmittelchen sab simplex oder Lefax eine gute Idee, um diese Effekte im Zaum zu halten.


Prägung/Abneigung
Es gibt auch einige neue Teilnehmer, die kommen zu uns und haben schlichtweg eine Abneigung gegen Hülsenfrüchte. Das kann aufgrund der Prägung sein, Gewohnheit oder auch Unwissen, wie reichhaltig der Hülsenfrüchte-Sorten-Tisch eigentlich von der Natur gedeckt ist. Ich habe Verständnis, wenn jemand etwas nicht mag, empfehle aber in diesem speziellen Fall wirklich mit Nachdruck, hier ein bisschen über den eigenen Schatten zu springen. Spätestens bei Zuckerschoten sollte man seinen Frieden mit den Hülsis schliessen können. Aber es gibt da noch viel mehr. Und - sofern es mit der Prägung begründet ist - nicht alles, was wir als Kinder nicht mochten, ist auch im Erwachsenenalter noch so. Es empfiehlt sich, das eine oder andere nochmal zu probieren und zu sehen, wie gut man sich damit arrangiert. Weglassen ist jedenfalls die schlechteste aller möglichen Alternativen im Umgang damit. Dafür sind die Hülsenfrüchte einfach ein zu starker Helfer auf dem Weg zu dünner.



Wie jetzt?! Gut für den Cholesterinspiegel?!
Tja. Die kleinen "Teufels"-Dinger. Wohl doch nicht so ganz Krankheitstreiber?
Nein. Gar nicht. Tatsächlich gibt es eine Metastudie, die sich 140 andere Studien vorgeknöpft hat, Soja aussen vor gelassen hat und zum Ergebnis kommt, dass Hülsenfrüchte sich positiv senkend auf den LDL-Cholesterinspiegel auswirken.
Das ist der, den man wenn er zu hoch ist, mit Herzinfarkten und Schlaganfällen verbindet.
Spannend, gell? Vielleicht mal lieber die Hülsis, statt der weitgehend wirkungslosen Statine? Nur so ein Gedanke...


Der Hammer zum Schluss - als der Kreis sich schloss...
Und jetzt kommen wir zu einem Bereich, der bei all den Kritikern bitte sehr für grosse Aufmerksamkeit sorgen sollte. Denn wir teilen hier heute unsere Erfahrungen aus 5 Jahren Hülsenfrüchte-Konsum auf eine Art und Weise, die noch viel zu wenige auf dem Zettel haben. Und der Kreis schliesst sich auf eine vielleicht unerwartete, aber sehr bemerkenswerte Art und Weise...


Ich habe mich im vergangenen Jahr sehr intensiv mit Pestizid-Rückständen, insbesondere von Glyphosat in unseren Lebensmitteln auseinandergesetzt. Und das mit Erfahrungsberichten und Interviews innerhalb der Gruppe von Teilnehmern, die Probleme mit Hülsenfrüchten abgeglichen. Und siehe da...

Hülsenfrüchte werden leider immer mehr der unguten Praxis der Vorernte-Reifung / Sikkation unterzogen. Unabhängige Institutionen wie die deutschen CVUAs (Chemisches und Veterinärunersuchungsamt) haben dann auch folgerichtig in einer ganzen Reihe von Hülsenfrüchten Rückstände von Glyphosat gefunden. Das sowohl bei einheimischer Produktion, als auch fremdländischer, was unsere türkischen Mitglieder bitte auf dem Schirm haben sollten, wenn sie vertrauensvoll beim Türkenladen ihren Bedarf decken.
Auch dort, meine lieben. Leider auch dort...

In ausnahmslos ALLEN Fällen, in denen mit Mitglieder von Beschwerden berichtet haben, die über den Gewöhnungseffekt der Darmflora hinausgingen konnten wir mit der Empfehlung, auf Bioqualität der Marken Demeter, Bioland oder Naturland umzusteigen wahr Wunder bewirken. Keine Beschwerden mehr. Obwohl die Hülsenfrüchte ja bezüglich der kritisierten Inhaltsstoffe identisch waren. Schon das sollte einen vollkommen neuen Blick auf die Gesamtproblematik erlauben.


Die beiden Paleo-Amerikaner begannen ihre Publikationen in einem Zeitraum, in dem in den USA bereits die tonnenweise Anwendung von Glyphosat üblich zu werden begann, ich würde wetten, dass ihre Zöliakie-Beschwerden ebenfalls in dem Zeitraum begannen, als die ersten Auswirkungen der unsäglichen RoundUp-Ready-Praxis begann.
Wieso ich da eine Verbindung sehe, habe ich ja bereits in meinem Video "Gift im Darm" erklärt.

Zöliakie heisst in Medizinerkreisen heute die "Clownkrankheit" oder "Chamäleon", weil man sie so schwer einordnen kann, was die Ursachen betrifft. Und sie gilt als nicht heilbar. Wirklich?! Klar sind die Ursachen verschleiert. Nicht jeder nimmt gleich viel an Rückständen von Glyphosat auf, und die Belastung schwankt mit der Lebensmittelwahl. Jeden Tag.
Das MUSS die Auswirkungen ja schwer nachvollziehbar machen. Mich wundert das nicht.
Und ich würde den Ärzten, Heilpraktikern und sonstigen Nicht-Medizynikern da draussen gerne die Empfehlung aussprechen, den Versuch zu unternehmen, die Patienten auf Biokost mindestens in allen fraglich belasteten Lebensmitteln umzustellen und parallel dazu die Darmflora aufzubauen. Ich freue mich sehr zuversichtlich auf Euer positives Feedback...


Eines unserer Labore hat einen merklichen Anstieg an Purin-Gehalt festgestellt, sobald eine Belastung durch Glyphosat-Rückstände im Urin dokumentiert werden konnten, und diese zeigte sich in direkter Verbindung mit dem Anstieg. Hohe Rückstandswerte an Glyphosat bedeuteten auch einen Anstieg an Purin-Messwerten.

Anders herum ist das als Gichtverursacher vermeintlich identifizierte Purin in der Lebensmittelumgebung Indiens ja nicht minder enthalten. Und doch hält diese Theorie den aktuellen Zahlen mit einer verschwindend geringen Gicht-Quote von 0,12% der indischen Bevölkerung einfach nicht stand.

Das gleiche Labor stellt ebenso Veränderungen an den Nieren fest, sobald Glyphosat ins Spiel kommt. Was mich zu der möglichen Schlussfolgerung führt, dass die Nierenprobleme nicht zwingend mit den Hülsenfrüchten oder dem Purin zusammenhängen, sondern vielmehr mit den mitgelieferten Herbizid-Rückständen.


Und wenn also die Beschwerden bei rückstandsfreien Hülsenfrüchten in der angesprochenen Bioqualität fernbleiben, dann sollte man sich ab heute und hier die ernsthafte Frage stellen, ob die gesundheitlichen Probleme tatsächlich mit den Worten "Lektin", "Phytat", "Purin" zu erklären sind, oder ob der eigentliche Übeltäter schlicht und einfach tatsächlich "Glyphosat", "Pestizidrückstand" oder "Herbizidrückstand" heisst.



Das Fazit: Meine Empfehlungen an unsere KK-Teilnehmer

Wer sich durchschnittlich gesund (wie ja von uns explizit vorausgesetzt) an unsere Ernährungsempfehlungen wagt, der sollte sich von Warnhinweisen nicht allzu sehr beeindruckt zeigen, sondern frohen Mutes erst einmal ausprobieren, wie er selbst damit klar kommt. Ernstzunehmende Nebenwirkungen sind nicht zu erwarten, dazu machen wir das mit 5 Jahren einfach schon zu lange und mit jetzt 15.000 auch einfach mit zu vielen.
Gäbe es da tatsächlich Schwierigkeiten, hätten wir das längst in Form von Feedback alle mitlesen können, die Teilnehmer der Facebook-Gruppe sind. Aber - Fehlanzeige.

Eventuell vorhandenen Abneigungen würde ich mit einer Wissensauffrischung begegnen, was überhaupt alles Hülsenfrüchte sind und mich erst einmal durchprobieren, dazu sind die Dinger einfach zu wichtig, wenn man effizient und gesund bleiben will.

Wer tatsächlich über die Gewöhnungszeit der Darmflora hinaus Beschwerden bei sich bemerkt, sollte auch nicht sofort die Flinte ins Korn werfen, sondern - wie oben angesprochen - einmal versuchen, speziell die Hülsenfrüchte in echter Bioqualität zu kaufen und beobachten, was es mit ihnen macht.

Sollten dann wieder erwarten noch immer Probleme auftreten, oder hat man tatsächlich bereits diagnostizierte Erkrankungen, die mit einer durchlässigen Darmwand in Verbindung zu bringen sind, dann bleiben als gute Alternative immer noch Wurzelgemüse.
Selbstverständlich und gerade dann sollte man darauf achten, dass diese unbelastet sind.
Und es muss Euch klar sein, dass wir dies deshalb nicht ohnehin als Empfehlung haben, weil es schlichtweg weniger effizient beim Abnehmen ist. Es wird also bei Euch etwas länger dauern mit dem Erfolg.


Schlusswort

Lassen wir also doch die Inder, die Chinesen, die Mexikaner und die Brasilianer weiterhin ihren Energiebedarf hauptsächlich über Hülsenfrüchte decken, und nehmen wir uns ein Beispiel daran. Immerhin gibt's die Völker nun auch schon eine ganze Weile und deren Bevölkerung nimmt ja jetzt auch trotz Hülsenfrüchte-Genuss nicht ab.

Und selbst den Schwaben mag das erfreuen.
Wie ungut wäre es denn auch, wenn er plötzlich dank eines Paleo-Berichts feststellen müsste, seine geliebten Linsen mit Spätzle seien tödlich giftig?

Freispruch. Das sind sie nicht.
Zumindest, wenn man sie - wo nötig kocht. Und die Pestizide darin weglässt.


Bis später.

Lebensmittelsicherheit 2017 - Teil 3

Nico DaVinci 16.12.2016 - 15:12 Lesedauer ca 2 Minuten

AusbliKK
Lebensmittelsicherheit: Das kommt 2017 - TEIL 3
Eine Betrachtung wesentlicher Einflüsse auf 

die Lebensmittelsicherheit im kommenden Jahr

(3) Glyphosat im Essen und kein Ende in Sicht

Prognose: 
70% der Deutschen pinkeln heute schon Glyphosat. 
Eigentlich wäre Ende 2017 eine erneute Chance, das Gift aus unserem Essen zu halten. Aber.

Die meisten werden schon mitbekommen haben, dass meine Vorhersage, der Name Monsanto sei schon bald Geschichte auf einem guten Weg ist, einzutreffen. Das war lange überfällig.
Leider kommt es jedoch anders als es sich viele wünschen, die die Geschichte des Konzerns ein bisschen näher kennen. Anstatt einfach vom Globus zu verschwinden wird die Firma wohl von der Bayer AG übernommen und damit auch die Mitarbeiter, die Patente und - da würde ich wetten - auch einen guten Teil des unrühmlichen Geschäftsgebarens. 


Wenigstens ehrlich: Die CDU deklariert
auch nach 2017 Glyphosat im Essen als Wahlversprechen.


Verhindern könnte das jetzt noch die Politik. 
Denn eigentlich gab es einmal ein ganz sinnvolles Kartellverfahren, dass prüfen und verhindern soll, dass sich zu viel Marktmacht auf einen einzelnen Konzern konzentriert. 
Und bei den zu erwartenden Auswirkungen wäre das die einzig richtige Entscheidung:
Diese Elefantenhochzeit darf nicht stattfinden.


Jetzt ist es aber so, dass die Politik solchen Machtgebilden seit einiger Zeit nichts mehr entgegenzusetzen weiss, und anstatt die ohnehin schon starken Firmen nicht noch stärker zu machen, zementiert sie das sogar eher, durch Genehmigungen solcher Zusammenschlüsse.

Und da jetzt schon eine Menge Banken für die Finanzierung involviert sind und die Aktionäre ihr ok gegeben haben, will man der ganzen Vorarbeit natürlich auch nicht im Weg stehen.
Lieber gibt man die Zukunft des Saatgutes und der Pestizid-Wirtschaft alles in eine Hand.
Ironischerweise dann auch noch die gleiche Hand, die die gesundheitlichen Folgen mit den Pillen aus dem eigenen Haus zu behandeln weiss. Was für ein unguter Interessenmix da dann entsteht... 


Nun könnte man hoffen, Bayer würde vielleicht von sich aus von der Geldmaschine Glyphosat abrücken, weil... Moral. Und so. Immerhin hatte die Firma vor Jahrzehnten einmal so etwas wie einen Kodex. Der ist zwischenzeitlich allerdings gründlich abhanden gekommen.

Und so habe wir jetzt schon glasklare Aussagen von verantwortlichen Bayer-Mitarbeitern, die fest davon ausgehen, dass das Mittel auch nach Ende 2017 eine weitere Zulassung erhält.


Berücksichtigt man die Tatsache, dass unsere deutschen Ämter ja schon für ein amerikanisches Unternehmen tief in die Trickkiste gegriffen haben und alle zum Narren hielten (ein paar Spezialisten nennen das Vorgehen Betrug) - wie wahrscheinlich ist es wohl, dass sie das dann für ein deutsches Unternehmen genauso tun? Richtig. Sehr. Wahrscheinlich.

Und so kommt es denn, dass ein EU-Kommissar, der seinen vorherigen Job aufgrund Korruption verloren hat und eine sehr eigenwillige Ansicht davon hat, welcher Wissenschaft er vertraut relativ sicher auf die Kumpelei der Bundesregierung hoffen darf. Sofern es noch die gleiche bleibt.

Denn die CDU lässt keinen Zweifel daran, dass - sollten wir den Fehler begehen, sie im Herbst wieder zu wählen - das Gift auch weiter unser Essen und unser Grundwasser belasten darf.


Es ist bei uns zu entscheiden, ob wir das wollen. 

In dem Fall haben wir tatsächlich buchstäblich - die Wahl.

Bis später.



Lebensmittelsicherheit 2017 - Teil 2

Nico DaVinci 12.12.2016 - 15:12 Lesedauer ca 2 Minuten

AusbliKK
Lebensmittelsicherheit: Das kommt 2017 - TEIL 2
Eine Betrachtung wesentlicher Einflüsse auf 

die Lebensmittelsicherheit im kommenden Jahr

(2) Das Ende der Regulierung 

Prognose: 
Neue Produkte, ungetestet. Und ein paar alte, die es bisher niemals geschafft hätten.
Ich habe ja schon in diesem Blog ein paar Zusammenhänge zwischen der amerikanischen Lebensmittelsicherheit und der unseren in Europa erklärt. Und im vorletzten Blog schon anklingen lassen, was die Trump-Wahl möglicherweise bedeutet.

Zwischenzeitlich hat President-erect Trump seinen Ministerien und Behörden Namen zugeordnet, und wer sich da einmal näher mit beschäftigt, dem muss ein sehr mulmiges Gefühl zurück bleiben. 


Es ist ein bisschen so, als hätte man ihm eine Liste mit Namen gegeben, deren Überschrift lautet: "Diese Menschen wären für diese Ämter absolut ungeeignet", und er diese Überschrift überlesen hätte und die Namen aufgerufen hat, die darauf stehen.

Das Ergebnis: Ein Grusel-Kabinett.



Die Deregulierung in den USA birgt auch für Europa ein ordentliches Loch im Zaun

Bezogen auf die Lebensmittelsicherheit und das Umweltamt bedeutet das tatsächlich wie ich im vorletzten Beitrag vorausschauend angenommen habe: 

Die Leitung wird an Menschen gegeben, die die Regulierung und Prüfung von Lebensmitteln, Zusatzstoffen und dem ganze anderen Chemie-Kram, mit dem man Lebensmittel heute aus wasauchimmerfürgründen verändert - für absolut überflüssig halten.

Das heisst, wir werden dort Einschnitte erleben, sowohl was die finanzielle Ausstattung betrifft und natürlich auch die Sorgfalt, mit denen eingehende Zulassungsanträge bearbeitet werden.

Ich denke, dass wird ziemlich oft nach dem Motto "Sie wünschen, wir spielen" ablaufen.
Sofern man mit jenen gut bekannt ist und sich gut gestellt hat, die das alles jetzt in den Abgrund leiten.


Ein erster bereits beschlossener Vorgeschmack wie das aussehen wird - ist schon einmal ein rechter Dampfhammer aus der Abteilung "Holy $hit":

Die FDA hatte unlängst beschlossen, eine umfangreiche Untersuchung aller Lebensmittel auf Glyphosat-Rückstände in den USA durchzuführen. 

Endlich so etwas wie eine veritable Chance einmal zu begreifen, woher die positiven Urin-Proben kommen und weiter zu forschen, welche Folgen sich daraus belegen lassen.
Und eventuell daraus zu lernen, wie schlimm die Situation tatsächlich ist.

Nun. Nicht mehr.
Diese Tests sind verschoben auf unbestimmte Zeit.
Um nicht zu sagen: Für immer.


Was für eine $chei$$e.

Das alles ist deshalb kritisch, weil die Importe von Rohstoffen und Produkten aus den USA so gut wie gar nicht untersucht werden und die Europäische Lebensmittelsicherheit EFSA Entscheidungen der FDA anscheinend blind übernimmt, wenn man die bisherige Historie betrachtet. 
Was für uns bedeutet, dass wir nun indirekt mit dereguliert werden.

Hier ist es unbedingt erforderlich, dass unsere Politik diese Veränderung schnellstmöglich begreift - und entsprechend auch eingreift. Die ohnehin schon fragwürdige Rolle der EFSA darf nicht noch unterstützt werden durch den Mangel an vernünftigen Vorgaben in den USA.

Und das mit dem begreifen gilt natürlich ebenfalls für unsere Bürger.

Naja. Fangen wir heute damit an.

Du weisst das ja jetzt schon mal...


Bis später.


Teil 3 demnächst hier auf diesem Blog





Jetzt noch wachsamer bleiben: Lebensmittelsicherheit in 2017 - TEIL 1

Nico DaVinci 11.12.2016 - 18:12 Lesedauer ca 3 Minuten

AusbliKK
Lebensmittelsicherheit: Das kommt 2017 - TEIL 1
Eine Betrachtung wesentlicher Einflüsse auf 

die Lebensmittelsicherheit im kommenden Jahr

(1) Der "neue" Zucker

Prognose: Deutschland wird noch dicker, Diabetes noch häufiger
Es ist ja nicht so, dass 1.000 neue Diabetes-Diagnosen pro Tag in Deutschland bereits viel zu viel wären. 


Nein. Jetzt kommt es noch dicker. 
Im wahrsten Doppel-Sinne des Wortes. 

Wer damals in Kitzingen beim Zuckervortrag dabei war, weiss es schon. 
Ich habe davor gewarnt. Jetzt wird es Realität. 

Ab 2017 werden die Lebensmittelproduzenten auf eine neue Zuckersorte zurückgreifen können. Die EU hatte die eigenen Zuckerproduzenten bisher durch Zölle und eine Mengenbegrenzung geschützt. Diese Mengenbegrenzung fällt zum 01.01.2017 jetzt weg.

Und damit fliesst die bräunliche Brühe nun ungebremst über den Atlantik und wird auch bei uns das eine oder andere Hirn "verkleben".

Der Name ist Isoglukose, in den USA auch bekannt unter High Fructose Corn Sirup (HFCS).




Der Stoff, aus dem die feuchten Träume der Lebensmittelindustrie sind:
Kostet nur ca. 30% vom bisher verwendeten Zucker, hat ein noch höheres Suchtpotential und lässt sich, weil flüssig - besonders gut industriell verarbeiten. In Getränken z.B. 


Wer einmal aufmerksam normalsterbliche Menschen bei Fernsehübertragungen aus den USA beobachtet, der wird feststellen, dass dort nicht nur eine unglaublich hohe Zahl an Menschen mit Übergewicht zu kämpfen hat (aktuell bekannte Zahl: 70% der Bevölkerung), sondern vor allem auch, in welchem Ausmass. Denn Menschen mit 150 kg Körpergewicht oder gar viel mehr sind dort alles andere als eine Seltenheit geworden. Von ein paar Ausnahmeregionen, die den Körperkult besonders pflegen abgesehen, wie z.B. Kalifornien.

Für mich persönlich steht ausser Frage, dass die Verwendung von dem flüssigen Maiszucker einen entscheidenden Beitrag dazu geleistet hat. Denn nicht nur, dass die Zahlen mit Einführung dieses Stoffes drastisch anstiegen, nein - man beobachtet das gleiche auch in Ländern, in die diese "geniale" Grundidee exportiert wurde.

Mexiko, zum Beispiel. Die haben irgendwann verstanden, dass das irgendwie zusammen hängt, wollten den schrecklichen Irrtum wieder rückgängig machen, als dann die US-Firmen die gleichen Schiedsgerichte angerufen haben, die man uns per TTIP gerne aufs Auge drücken möchte. Die Folgen: Der Ausflug Richtung Vernunft wurde teuer für Mexiko, sinnvolle Änderungen mussten wieder rückgängig gemacht werden und so grassieren Übergewicht und Diabetes dort nun munter vor sich hin.

Meine Prognose: Ausser dass sich die Statistik mittelfristig bei so netten Dingen wie Gallenkoliken, Herzinfarkten, Schlaganfällen, Diabetes nach oben verschieben wird werden wir in den kommenden Jahren mehr und mehr ahnungslose Verbraucher in den Fussgängerzonen sehen, die jenseits der 100 kg - Marke und schwerer unterwegs sind.

Was man noch erwähnen könnte ist, dass die Grundstoffe der Import-Klebrigkeit natürlich gentechnisch veränderte Pflanzen sind, die um es den Farmern einfacher zu machen gerne mal mit Glyphosat und Co behandelt werden. Und wir diese Importe sehr wahrscheinlich ohne jede Untersuchung und Tests auf den Markt lassen. Was nochmal eigene unerwünschte Effekte erzeugen wird. Schönen Dank, EU. Hast Du fein gemacht.


Der Automatismus, den die Tatsache erzeugt, dass der neue Zucker so sehr viel billiger und an einigen Stellen auch in der Produktion Vorteile für die Industrie hat, liegt auf der Hand:

Es wird nicht lange dauern, bis sich dieser auch bei uns überall durchgesetzt hat.
In den USA gibt es jedenfalls jetzt schon kaum Produkte zu kaufen, in denen der nicht irgendwie eingesetzt wird, das haben mir ein paar unserer Mitglieder, die dort wohnen unabhängig voneinander bestätigt.

Und deshalb kommen wir gerne noch einmal in 2, 3 Jahren auf diesen Blogpost zurück, wenn wir in Deutschland und Europa auf einmal einen unerklärlichen Anstieg an noch mehr und noch dickeren Dicken, Diabetes und Herzkrankheiten statistisch zu erfassen haben.
Und die damit einhergehenden Krankheiten grassieren.

Um ein Beispiel zu den Auswirkungen zu machen:
Wer heute bei 100kg liegt und regelmässig auf Süssgetränke mit diesem neuen Zucker zurück greift und nicht auf sich achtet, wird schon 2019 bei 140kg - 150kg liegen.

Ohne, dass er sonst grossartig etwas an seinen Gewohnheiten verändert hat.
Und wird sich schon deshalb wundern, was er denn falsch macht.

Nein. Er hat nichts falsch gemacht.
Das waren andere.

Bis später.



Hier geht es zu Teil 2 - Deregulierung


Trump - One more Thing. A big one.

Nico DaVinci 10.11.2016 - 03:11 Lesedauer ca 3 Minuten

Ergänzung zum vorherigen Beitrag
DAS ANDERE NINE - ELEVEN - [NACHTRAG]
Unvorhergesehen. Wichtig.

Da ist es nun passiert. Wie ich vorhergesagt habe. 

Mr. President Donald J. Trump.

Ich habe ja den Interessierten schon ein paar Dinge beschrieben, wie ich sie sehe, wo das herkommt.


Und im vorangegangenen Artikel meinen Standpunkt geäussert, wie sich die Wahl auf unsere Lebensmittelsicherheit auswirken könnte.






Heute muss ich das ergänzen, weil sich gestern neben ein paar Dingen wie die Legalisierung von Marihuana (schauen Sie genau hin, Frau Mortler!) und die Erlaubnis für Todkranke zur Sterbehilfe in einem Staat noch etwas ganz Elementares verändert hat. 

Ausser einem republikanischen Präsidenten Trump hat sich durch die anderen Wahlergebnisse die Machtachse zusätzlich in allen relevanten Schlüssel-Säulen der amerikanischen Demokratie verschoben.  

Ausser den Präsidenten stellen die Republikaner nun auch eine Mehrheit im Senat, im Repräsentantenhaus und wohl auch sehr bald im Obersten Gerichtshof.
Ich denke mal, dass nicht jeder meiner Leser das amerikanische politische System kennt und versteht, was das bedeutet.

Deshalb versuche ich das in möglichst einfachen Worten zu umschreiben:
Alle Kontrollorgane der Macht sind jetzt in der Hand einer einzelnen Partei.
Einer die dafür bekannt ist, gesundheitliche Risiken prinzipiell unter die Umsatzinteressen der Firmen zu stellen.


Während Obama einige Dinge nicht durchsetzen konnte, weil sie im Senat geblockt wurden, hat Trump den Luxus, dass seine Entscheidungen jetzt recht wahrscheinlich durchgewunken werden.
Anders herum hat der Präsident ein Veto-Recht für Entscheidungen aus der Gesetzgebung. Auch diese Richtung wird kaum Widerstände von Trump erwarten lassen.


Warum muss ich deshalb meine Einschätzung in Sachen Lebensmittelsicherheit ergänzen?

Es gibt zwei wesentliche Entscheidungen, die angekündigt oder in der Pipeline waren, auf die man besonders zu achten hat nach der Vereidigung:

Sowohl die Umweltbehörde EPA als auch die für die im vorherigen Bericht erwähnte Regulierungsbehörde FDA sollen nach Trumps Wünschen abgeschafft werden. Nochmal: ABGESCHAFFT.


Selbst wenn das nicht offiziell umgesetzt wird bedeutet es aber auf jeden Fall, dass - wie schon zuvor in der Geschichte - an den Schlüsselpositionen der Behörden Leute eingesetzt werden, die den Konzernen und Firmen nicht im Weg stehen. 

Und es gibt Dank den Wahlergebnissen kein Kontrollorgan mehr, welches das aufhalten könnte.

Für uns in Europa bedeutet das - in klare Worte gefasst:
Diese Deregulierung wird nicht nur den Klimawandel für mindestens weitere 4 Jahre anheizen und bereits erreichte Fortschritte pulverisieren, 

sondern auch alle Produkte mit möglichen gesundheitlichen Gefahren unkontrolliert auf den Markt gelangen lassen, hinter denen viel Geld oder ein mächtiger Konzern steckt - auch gentechnisch veränderte Lebensmittel und vor allem die gesamte Agrar-Chemie. Bereits errungene kleinere Fortschritte wie Pläne, gentechnisch veränderte Lebensmittel zu kennzeichnen - vorbei. Over. Done. Gone. Weg.

Wie wir wissen ist diese Regulierung in der Zuverlässigkeit für bestehende Herbizide und andere Mittel schon in der Vergangenheit mehr als fragwürdig gewesen.
Diese Situation wird sich nun um ein Vielfaches verschlechtern.


Das bedeutet: 

- Wer ab nächstem Jahr Lebensmittel aus dem Herkunftsland USA bezieht: Viel Glück.
- Wer ab nächstem Jahr Lebensmittel bezieht, die Rohstoffe aus dem Herkunftsland USA beinhalten: Viel Glück!
- Da das bei vielen Artikeln, die wir vermeintlich von deutschen Firmen kaufen, die Zutaten aus den USA beinhalten - uns allen: Viel Glück!



Und das bedeutet auch - und das ist noch viel wichtiger:

Wenn wir jetzt nicht eiligst ernsthafte Anstrengungen unternehmen,

- unsere eigene EU-Lebensmittelbehörde EFSA und 
- die landeseigenen Behörden wie unser Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft mit den angegliederten 
- Bundesamt für Verbraucherschutz und das 
- Bundesinstitut für Risikobewertung 

auf die Reihe zu bekommen,  

+ und wir es nicht schaffen, 

- in alle wichtigen Köpfe der Entscheider zu bekommen, dass Einstufungen ab dem kommenden Jahr, die aus den USA kommen keinerlei Sicherheitsgarantie für uns mehr darstellen...
- oder die uns via CETA oder TTIP und Schiedsgerichten aufgezwungen werden

.... uns allen - Viel Glück!



Bis später.


Weiterführende Informationen:
Lass mal giftig bleiben, Baby






DAS ANDERE NINE - ELEVEN - UND DANN?!

Nico DaVinci 08.11.2016 - 20:11 Lesedauer ca 5 Minuten

KKommentar
DAS ANDERE NINE - ELEVEN - UND DANN?!
Was bedeutet die US-Wahl für uns in Sachen Lebensmittel? - Eine Betrachtung


Heute Nacht schlafen eine ganze Menge unruhig. Auch in den USA.
Denn wenn morgen Vormittag am 09.11.2016 der Durchschnitts-Amerikaner aufwacht, 

dann mit einer neuen Präsidentin - oder einem neuen Präsidenten. 
Und wie es aussieht - es wird knapp wie nie.

Man könnte ein Buch darüber schreiben, was jede der beiden Optionen wohl für die Zukunft der gesamten Welt bedeutet.

Was mich heute hier aber viel mehr interessiert ist die Betrachtung, was das wohl für uns in Sachen Lebensmittel bedeuten dürfte. Wer wäre auf diesen kleinen Ausschnitt wohl die bessere Wahl? Gibt es überhaupt eine bessere?

Dieser Frage bin ich die letzten Monate recht intensiv nachgegangen und habe jede Menge Interviews, Zeitungsberichte und Videos analysiert.

Eines ist klar: 
Auf dieses Thema bezogen spielt es auf jeden Fall auch bei uns eine Rolle, wenn ein Sack güldner Reis in Amerika umfällt.

Schauen wir doch mal näher hin:






Zunächst einmal kurz etwas zur Frage: Was geht uns das an?
Dazu gibt es nur eine Antwort: Jede Menge.


Erster Grund: 
Eine ganze Reihe an Konzernen, die unsere Lebensmittelproduktion beeinflussen ist amerikanisch oder wird direkt oder indirekt aus Amerika gelenkt.

Zweiter Grund: 
Die für die Lebensmittelsicherheit in Europa zuständige Behörde EFSA verlässt sich ohne ernsthaft zu prüfen auf Erkenntnisse, anhand derer die amerikanische Behörde FDA Entscheidungen über Zulassung, Einstufung oder Grenzwerte von schädlichen Inhaltsstoffen trifft. Ein Freibrief der FDA zieht so meist auch einen Freibrief der EFSA nach sich.

Es gibt auch noch ein paar weitere Gründe, aber beschränken wir uns mal nur auf diese beiden bedeutsamen.

Was bedeutet der Ausgang der Wahl für uns?


Wenn Hillary Clinton gewinnt


Wenn sich Frau Clinton eines nachsagen lassen muss, dann sind es tiefe Verstrickungen von Korruption und Gefallen gegen Geld. Lange Zeit waren das nur Vermutungen, die immer wieder mit halbseidenen Argumenten abgeschmettert wurden, aber je tiefer die Einblicke in diese Verstrickungen durch die aktuellen Veröffentlichungen von WikiLeaks werden, desto klarer ist: Sie ist absolut auf der Seite derer, von denen sie Geld erhält.
Nicht - wie sie vorgibt - eine Frau des Volkes. Und die Liste der Lebensmittel-Industrie auf ihrer Tanzkarte ist endlos.

Sie befürwortet Handelskonstrukte wie TTIP, und es steht zu erwarten, dass sie die bisherigen Verhandlungen entgegen ihres Wahlversprechens zu Ende führen wird. Und TTIP Realität wird. Rechtfertigen wird sie das Nichteinhalten mit kleinen Änderungen hier und da, die die Auswirkungen des Handelsabkommens auf die Lebensmittelsicherheit jedoch in keiner Weise verringern werden. Ob das noch eine Rolle spielt oder nicht sei dahingestellt, aber da komme ich gleich nochmal darauf zurück.

Ein hochkarätiger Manager ihres Wahlkampfes, dem man gute Chancen einräumt, seinen Platz in einer Clinton-Regierung zu bekommen - ist ein Monsanto-Mann.
Die Wahrscheinlichkeit, dass dies keine negative Auswirkung auf die Lebensmittelsicherheit hat sehe ich gegen Null. Insbesondere das Pushen von gentechnisch veränderten Lebensmitteln und Agrar-Chemie ist mehr als wahrscheinlich.

Da zu erwarten steht, dass Frau Clinton die Alliierten in Sachen Militärausgaben stärker beteiligen will, werden bestehende und künftig zu erwartende neue militärische Vorhaben ein sehr einfache Mittel der Erpressung - hust, Entschuldigung - Entscheidungshilfe werden.

Ein Tipp an Frau Merkel: Wenn Sie Frau Clinton ab Januar anrufen wollen, überweisen Sie bitte zuerst 1 Million US-Dollar an die Clinton-Foundation. Vorher wird Ihnen auch die Tatsache nicht helfen, dass Sie beides Frauen sind.


Fazit: In Sachen Lebensmittelsicherheit gewinnen wir mit Frau Clinton alles andere als eine verlässliche Partnerin und da sie bekannt dafür ist, dass sie ihre Vorhaben sehr zielstrebig ohne langwieriges Abwägen der Folgen durchsetzt, ist eine weitere Verschlechterung mehr als wahrscheinlich.



Wenn Donald Trump gewinnt

Was für ein Mann, der Herr Trump. Noch jemand, der sich freut, dass dieser selbsternannte Sonnenkönig ab Januar den Daumen über dem roten Nuke-Button haben könnte?

Aber - eines muss man ihm lassen: Er ist gegen TTIP und würde sich gerne wieder mehr auf Amerika konzentrieren als auf die grosse Welt da draussen. Hoffnung? Mitnichten.
TTIP spielt nach der Unterzeichnung von CETA gar keine grosse Rolle mehr, ein amerikanisches Unternehmen wird seine Interessen jetzt über Filialen in Kanada durchsetzen.

Der andere Punkt ist - ich traue ihm kaum den Überblick zu, wichtige Entscheidungen alleine zu treffen. Das ist Arbeit, und arbeiten lassen hat er in seinem Leben immer nur die anderen. Das bedeutet, dass seine Person über die Dauer der Amtszeit relativ sicher irrelevant wird, wenn es um Fragen wie Lebensmittelsicherheit geht, denn da wird er von seinen Berater eingesetzte Spezialisten ranlassen, und woher die kommen, dürfte klar sein.

Wirklich bedenklich sind Aussagen während des Wahlkampfes, dass er Regulierung im allgemeinen nicht besonders toll findet. Er geht sogar so weit, dass er die Umweltbehörde für überflüssig hält und sie abschaffen will. Das wird ihm dann vielleicht jemand ausreden, aber in Bezug auf die ohnehin schon unterfinanzierte FDA wird das relativ sicher heissen, dass die nicht wie benötigt mehr Geld für ihre Arbeit bekommen, sondern weniger.

Fazit: Hier ist gar nicht er als Person das Problem, sondern vielmehr die Tatsache, dass es ihm relativ egal sein wird, was wer innerhalb der Regierung macht. Hauptsache, es kostet nicht "unnötig" Geld. Und der eine oder andere Freund aus den Reihen der konzern-affinen Republikaner wird sich mit ihm ganz sicher an Schlüsselpositionen wiederfinden.
Auch mit ihm wird es nicht besser, mit Sicherheit aber chaotischer.



Mir persönlich tun die Amerikaner in diesem Wahlgang leid. 

Die Entscheidung zwischen den beiden Kandidaten ist in etwas so, wie der Kabarettist Volker Pispers einmal gesagt hat:
Man kann einem die Pistole an den Kopf halten und sagen "Clinton oder Trump?!".
Die Antwort ist: "Ach komm, drück ab!".


Das wäre fast wie wenn wir bei einer Bundestagswahl die Wahl zwischen einem Kandidaten hätten, der alles aussitzt und damit Chaos verursacht oder einem, der auf Seiten der Firmen seine und des Volkes Seele verkauft.

Achso.
Aua.

Mist.



Bis später.




Schlankheitspillen: Dem grossen Nepp auf der Spur

Nico DaVinci 04.11.2016 - 17:11 Lesedauer ca 9 Minuten

AufgedecKKt
Schlankheitspillen - einem Mords-Nepp auf der Spur
Über das Zeug mit eingebauter Neppomatik

Es klingt wunderbar. Da hat man über die Jahre ein bissl Fett auf den Hüften angesammelt.

Oder man ist weiblich, recht jung und steht auf den coolen Max in der Schulklasse.
Fühlt sich aber schrecklich unattraktiv beim Blick in den Spiegel.

Und dann blitzt sie auf. Die Rettung. Auf Facebook.
Oder in den Anzeigen an der Seite der Tagespresse. 



Irgendjemand ist "schockiert", wie wunderbar das doch funktioniert:
Eine Pille einwerfen, und innerhalb von wenigen Wochen hat man wieder eine Taille.
Das kann man sich dann schon auch mal was kosten lassen. 

Starterpakete mit den Pillen gibt es um die 50 Euro, und wenn man auf den Nepp hereinfällt, ist man auch schnell mal ein Vielfaches davon los.

Versprochen: Das Einzige, was davon abnimmt ist der Geldbeutel.
Schlimmstenfalls sogar die Gesundheit.

Ich schreibe diesen Bericht heute, um möglichst viele vor dieser Riesendummheit zu bewahren.

Denn eines steht fest. Ohne genügend Internet-Kungfu sind viele der Nepp-Anzeigen so gut aufgemacht, dass man sich durchaus der Hoffnung hingeben kann, das wäre etwas für einen.

Auch wenn ich überzeugt bin, das fast alle meiner Leser nicht im Traum auf so einen Unsinn hereinfallen, habe ich die letzten Jahre schon immer mal wieder jemand gehabt, der mit mir Kontakt aufgenommen hat, und um Argumente gebeten hat, wie man das der besten Freundin oder der Tochter wohl am Besten ausreden kann. Nun. Hier sind sie. Die Argumente.

Zunächst einmal ganz klar zu den Pillen selbst: 
Es gibt zwei Sorten Pillchen und Pülverchen, die man sich mit solchen Angeboten einfängt.
Die mit Wirkstoff. Und die ohne.

Glück hat man, wenn man die ohne jeden Wirkstoff erwischt, dann bleibt man nur dick.
Und nur um Geld ärmer.
Pech kann man haben, wenn man die mit Wirkstoff erwischt. 
Dann wird man vielleicht krank. Oder gerne auch mal - tot. 

Oder man kackt sich unfreiwillig stinkend-braune Streifen in die Hosen.

Was jetzt die Attraktivität für den coolen Max auch nicht sonderlich steigern dürfte.
Und am Ende ist man dann übrigens tatsächlich auch nicht dünner, wie dieses Video zeigt:



Der unbedachte Umgang mit diesen teils rezeptfreien Nahrungsergänzungsmitteln wie im Film gezeigt hat sich übrigens bis heute nicht verändert.

Allein: Abgelaufene Patente und veränderte Namen bieten in den Apotheken heute nicht nur eine dezente Auswahl, sondern auch ein Milliardengeschäft. Mit allen Risiken und Nebenwirkungen. Und kurzfristigen, sich per Jojo schnell wieder auf der Waage relativierenden "Erfolg"saussichten.


Das Einzige, was sich gelegentlich ein wenig ändert ist die Werbestrategie.
Wenn man z.B. nach entsprechenden Abmahnungen jetzt nicht mehr mit Doktoren wirbt, sondern mit Möpsen. 

Was angesichts der Zusammensetzung (die Hälfte ist Soja, in denen von Okötest Gentechik festgestellt wurde) und dem Bericht hier eine spannende Doppeldeutigkeit bekommt. Wohl dem, der die Kinderplanung schon erfolgreich oder ernüchtert abgeschlossen hat. Auch Ökotest stellt in diesem Zuge wohl nicht zu unrecht fest:  "Diätdrinks - Keinen Schuss Pulver wert".

Die Werbeanzeigen im WWW
Im Internet grassiert momentan auch noch etwas anderes.
Anzeigen, die aussehen als seien sie von vermeintlich vertrauenswürdigen Quellen wie Apotheken-Zeitschriften, bekannten Gesundheits- oder Lifestyleratgebern wie Men's/Women's Health, Elle und Co.

Der Aufbau ist immer sehr ähnlich. Eine fast schon reisserisch wirkende Überschrift, Erfahrungsberichte, Vorher-Nachher-Fotos, pseudowissenschaftliche Erklärungen, warum das gerade eben erst entdeckte pflanzliche Mittel in den Tiefen des (schwindenden) Regenwaldes eine natürliche, unglaublich sensationelle Wirkung auf den Schlank-Baustein des Gehirns hat (das war Ironie, nur zur Sicherheit...). Gefolgt von vermeintlichen, aktuellen Social-Media-Berichten von Anwendern, die bestätigen, wie toll das Produkt wirkt. Überzeugend, wenn andere das sagen, stimmts?

Aber hallo!
Das Ganze stellt sich in der näheren Betrachtung dann doch ein bisschen anders dar:


Bauchweh könnte einem ja eigentlich schon das Impressum geben.
Dass die "Apotheken-Nachrichten" jetzt schon in Ägypten verfasst werden könnte einem ja schon mal sachte zu denken geben. Aber wer klickt schon (ausser mir) auf das Impressum, wenn man sich seinem Ziel schon so nah wähnt und glaubt, die Dum(m)pf-Pille streichelt besagten Schlank-Baustein? 

Versteckt wird das meistnes hinter wohlklingenden Namen wie Gesundheitsnews, Apothekennachrichten, Fitnessbla oder Muskelblubb... 

Oder dann sogar ganz dreist, als echte Fälschungen:

Die Markenpiraten
Auf der Suche nach weiteren Indizien für einen Betrug auf solchen Seiten mag man fündig werden, wenn man feststellt, dass die Dinger dann zwar teilweise ausschauen als seien sie z.B. die Modezeitschrift ELLE, sich aber die Links auf die anderen spannenden Themen wie  Rezepte oder Yoga dann gar nicht klicken lassen. 

Denn ausser den Anschein zu erzeugen haben die Seiten mit dem gleichnamigen Magazin absolut nichts zu tun.

Während meiner Recherchen hatte ich bei einer ähnlichen Anzeige dann auch Kontakt mit der Women's-Health-Redaktion. Die machte ich auf den Missbrauch ihres markengeschützten Logos aufmerksam. 

Die Antwort der Redaktion war entschuldigend, dass sie sich dieses Missbrauchs durchaus bewusst seien, der da mit ihrem guten Namen stattfindet.
Aber dass sie eben kaum eine Handhabe haben, wie sie den windigen Geschäftemachern das Handwerk legen können. Für jede Internetadresse, die sie schliessen lassen, kommen 3 neue hinzu...


Stoppmalkurz
Vielleicht sollte man jetzt schon einen kurzen Augenblick gedanklich innehalten und sich fragen, ob man Menschen, die sich solcher kriminellen und windigen Methoden bedienen das Vertrauen schenkt? 
Nur mal so dazwischen geworfen.


Das Abnehm-Augenpolster-Zahn-Genie
Und dann ist da ja noch Michael. Aus Sindelfingen.
Ein Spezialist auf allen Gebieten. 
Ihr findet ihn unten als vierten in den Sozial-Kommentaren. Und - oh boy - ist das ein Tausendsassa...

Michael ist überall dabei und weiss immer Rat. Interessanterweise timed er seine Beiträge dann auch immer gerade so, dass er zielgenau zwischen C(l)ara und Laura passt.
Zufälle gibt's...

Der Mann ist soviel unterwegs, dass er sich vor lauter Ratgeberstress dann manchmal mit dem eigenen Namen irrt. Er heisst dann auch schon mal  Benjamin. Dann Miguel.
Auf japanisch heisst er dann Toshiki. Oder wohnt dort. Mein japanisch ist begrenzt.
Fast schon lustig ist die spontane Geschlechtsumwandlung auf "Rosana". Da war wohl der Fake-Seiten-Bauer im Stress?

Tja, Michael kennt sich nicht nur aus in der Welt, die schöner macht, sondern er ist auch ein wahres Sprachen-Multi-Talent.

Und nach allen Kombinationen, die er zwischenzeitlich ausprobiert hat suchen sie ihn heute noch zwischen den Buchseiten seiner Bibel. Sooo dünn ist er zwischenzeitlich.

Tipp: Macht das Licht aus, dann seht ihr die weissen Zähne blitzen...
Hachz - ich lasse mich schon wieder hinreissen...

Natürlich ist das Quatsch. Der Mann heisst nicht Michael.
Und auch nicht Benjamin oder sonstwie.
Er heisst Tom Brownson und ist ein Erfolgscoach in den USA.
Und weiss vermutlich nicht mal von dem Missbrauch seines Fotos.
Oder vielleicht doch? Man weiss es nicht... 





Wer schreibt, bleibt - oder auch nicht
Ähnlich magisch verhält es sich übrigens auch mit der "Autorin" oberhalb der Berichte. 
Je nach Sprache heisst sie anders und das Bild ist das gleiche. Oder der Nachname ist der gleiche. Oder auch mal wieder nicht.




Zurück in die Wirklichkeit
Allerspätestens jetzt sollte auch der Person mit dem stärksten Wunsch zur Wunderpille klar geworden sein: Hier geht etwas so gar nicht mit rechten Dingen zu. 

Und solchen Arschgeig... Aasgeiern nicht nur das sauer verdiente Geld hinterher zu werfen sondern auch die eigene Gesundheit zu riskieren kann keine gute Idee sein, nicht wahr?!


Finden wir uns damit ab: Es ist, wie es ist.
Übergewicht hat seine Gründe.
Und die sind in den Lebensmittelgewohnheiten zu suchen, die man an den Tag legt.
Liegt man da halt daneben, steigt die Zahl auf der Waage unaufhörlich, daran kann weder mittel- noch langfristig ein Pillchen oder Pülverchen aus dem Web noch aus der Apotheke etwas ändern.
Und schon gar nicht eine noch so verlockende Werbeanzeige auf Facebook.
Oder wo Ihr Euch halt sonst so herumtreibt.


Apropos rumtreiben.
In letzter Zeit erreichen mich vermehrt Berichte von gutmeinenden Ratgebern aus Fleisch und Blut, die sich ihre Opfer ganz gezielt auf Facebook suchen. 


Der Gute-Freundin-Facebook-Trick
Plötzlich bekommt man eine nett klingende private Nachricht von jemandem, der vorgibt, es gut mit einem zu meinen. Dann bekommt man ein Vorher-Nachher-Foto der Person zu sehen. Und ist beeindruckt. Wow. Wie hast Du das gemacht? Toll! 

Dann kommt eine von deren Chef geskriptete Abfolge von Einwickelmassnahmen, wie das typisch ist für diese Multi-Level-Marketing-Schneeball-Abzock-Systeme.

Um dann am Ende z.B. für einen jenseitsmässig überteuerten Shake oder Pillchen aus eingedampftem Obst zu werben.

Persönlich enttäuscht.
Besonders frech und sehr enttäuschend ist das dann für Leute wie mich.
Da habe ich offensichtlich manchen von ihnen kostenlos und seit Jahren Hilfestellungen gegeben, die ihnen mit KK einen entscheidenden Beitrag erhalten haben, der ihnen die eindrucksvollen Vorher-Nachher-Fotos überhaupt erst ermöglicht hat.

Und dann verwenden sie diese Fotos als Werbung für ihren Strukturvertrieb, der ihnen die manipulativen Mittel beibringt, um dann damit achso viel Geld zu verdienen. 
Auf Kosten anderer.

Wie es scheint werden diese Leute über ihre Vorher-Nachher-Bilder rekrutiert.
Die sie Dank uns oder anderen Konzepten erreicht haben, und von denen sie dann vorgeben, sie seien mit ihrem Scheiss-Teuren-Mittel erst so geworden.

Ich habe kaum Worte, wie armselig ich diese Abzocke finde. Pfui.
Schämt Euch in Grund und Boden, bitteschön.


Eine Alternative
Wer abnehmen will und das langfristig beibehalten will, sollte bereit sein, die Dinge nach und nach aus dem Leben zu verbannen, die einen erst in die missliche Lage Übergewicht gebracht haben.
Dazu muss man verstehen, welche Lebensmittel das sind und warum sie das Plus auf der Waage erzeugen. Und sie dann halt meiden, so gut das eben möglich ist.

Alles andere ist teuer. Für den Geldbeutel. Oder die Gesundheit. Oder beides.

Ich lade deshalb alle gerne ein, denen ich die Pille aus dem Kopf drehen konnte:
14 Tage KK, kostet nix, und ist tausendfach erprobt erfolgreich. Bei uns lernt Ihr etwas über die Ursachen und was man nachhaltig gegen das Übergewicht tun kann. Und wie über 100 Bluttests unserer Mitglieder belegen: Bei guten Aussichten auf eine bessere Gesundheit.


Du kriegst den Max vielleicht auch so
Und noch ein letztes Wort an "weiblich, recht jung" vom Anfang. 
Wenn man so jung ist wie Du vielleicht dann ist niemand wichtiger als Dein Schwarm Max.
Das haben wir alle durch, die wir älter sind. Man hängt scheu zwischen den Seilen, traut sich nicht "seinem" Max in die Augen zu schauen und zweifelt an sich selbst.

Aber mal nur unter uns beiden - auch wenn Du das nicht hören willst:
Wenn Max nichts anderes im Sinn hat, als den Umfang Deiner Taille, dann kann er Dir gestohlen bleiben.

Denn nichts, absolut rein gar nichts ist es Wert, dass man für einen solchen Schwachsinn wie Pillchen und Pülverchen so einen Riesenhaufen Taschengeld ausgibt und dabei vielleicht sogar am Ende draufgeht.

Auch Max nicht.


Bis später



Weiterführende Links 
Diesmal im Text verarbeitet, zusätzlich ergänzend, weil Finger weg!
WIKI Sibutramin

Rezept: Rösti von Schwarzen Ur-Karotten und Pastinaken

Nico DaVinci 03.11.2016 - 20:11 Lesedauer ca 2 Minuten

Rezept
Rösti von Schwarzen Ur-Karotten und Pastinaken
inkl ein klein bisschen Lebensmittelkunde

Mal wieder ein klein bisschen Abwechslung in der KKüche schafft die sogenannte Schwarze Karotte oder auch Ur-Karotte. Sie enthält bis zu 40% mehr Betacarotin als die gewöhnliche orange Karotte.






Gesundheitsaspekt
Die dunkle Farbe bekommt sie vom Pflanzenfarbstoff Anthocyan, welcher auch für die Farbe in Brombeeren oder Johannisbeeren verantwortlich zeichnet. Den Anthocyanen wird bescheinigt, dass sie antioxidativ und blutdrucksenkend wirken, und somit vorbeugend gegen Krebs oder Herzinfarkte sind.

Was zu beachten ist
Unbelehrbare Fett-Angsthasen sollten wissen, dass sich die Vorteile der Urkarotte erst entfalten können, wenn man sie zusammen mit Fett aufnimmt. Denn Betacarotin ist fettlöslich. Heisst: Ohne Fett bekommt der Körper nix ab davon.
Was schade ist, denn es ist die Vorstufe zu Vitamin A, das ziemlich viele sinnvolle Funktionen im Körper übernehmen kann.

Und einige davon sind ein Gegenspieler von einigen typischen Gesundheitsproblemen, die gerne mit Übergewicht in Zusammenhang gebracht werden.


Verfügbarkeit

Man bekommt sie in der Saison manchmal auch direkt im Discounter, ansonsten sind sie in der Gemüseabteilung von Bauernmärkten oder Bioläden zu finden. Bei der Herkunft  lohnt es sich ähnlich den Süsskartoffel auf das Ursprungsland zu achten. 

Serviervorschlag/Rezept

Rösti von der Urkarotte und Pastinake

Zutaten
Schwarze Karotten / Urkarotten
Pastinaken
Eier
Petersilie
Kokosöl/Virgin Coconut Oil (VCO)
Pfeffer
Salz

Zubereitung
Die Karotten und die Pastinaken mit einem Gemüsehobel in Stifte raspeln.
Eier mit einem Quirl schaumig schlagen und unterheben. Im abgebildeten Beispiel wurden der Bindung halber 3 komplette Eier verwendet.






Petersilie hacken. Das war die verwendete Menge:



Petersilie unterrühren. Salzen und pfeffern nach Gusto. Ich fand, dass diese Mischung recht viel Salz verträgt, wobei man das zur Sicherheit ja auch nachträglich zugeben kann. Übersalzen ist so schlecht rückgängig zu machen ;) 




Die Masse in Fladen in einer Pfanne auf hoher Hitze anbraten, und dann gegebenenfalls ein bisschen herunterschalten. Öl der Wahl war VCO. Das verträgt die nötige Hitze am Besten.






Zwischendurch kurz wenden, beidseitig schön kross braten.





Dazu eignet sich ein kleiner Salat, evtl auch Guacamole.

So lecker es ist, zwei oder drei davon machen nicht unbedingt lange satt, das sollte man in der Gesamtplanung des Tages berücksichtigen. Es ist neben dem Genuss für die Momente gedacht, in denen Euch die Regelmässigkeit nicht so leicht fehlt, weil Ihr wenig Hunger habt. Dafür ist es perfekt.
Guten Appetit.

Eignung Tageszeiten:
Morgens, mittags, Zwischenmahlzeit: Hervorragend geeignet. Geht auch kalt.
Abends würde ich das ähnlich behandeln, wie wir das z.B. mit Kürbis oder Süsskartoffeln halten: nicht öfter als 2x (alles eingeschränke kombiniert) oder weglassen, wenn Ihr einen bremsenden Effekt bemerkt.


Ebenfalls perfekt geeignet für unsere Vegetarier.
Und natürlich auch sehr interessant für Schwangere und Stillende wegen dem erhöhten Vitamin-A-Bedarf und dem höheren Gehalt in den dunklen Karotten.

Bin gespannt, wozu Euch das so anregt.


Lasst doch Eure Phantasie spielen und probiert die dunklen Rüben doch auch mal, so als Abwechslung... Bin auf Eure Rezepte sehr gespannt.



Bis später.




Weiterführende Links:
Wiki: Vitamin A
Wiki: Anthocyane


















Gib endlich auf!

Nico DaVinci 29.10.2016 - 10:10 Lesedauer ca 5 Minuten

DenKKmal-Schubserle
Gib endlich auf!
Über Dein ureigenes Recht auf freie Entscheidung und Gesundheit


Am Mittwoch las ich in unserer Gruppe einen Beitrag, in dem eines unserer Mitglieder fragte, ob auch andere sich für ihre Entscheidungen bezüglich der Lebensmittelauswahl rechtfertigen müssen. Das sei gelegentlich doch recht anstrengend. 


Einige nette aufmunternde Beiträge und gute Ideen für den Umgang damit...

Dann kommt ein Beitrag, in dem eine Mutter beschreibt, wie sie innerhalb der eigenen Familie regelrecht gemobbt wird. Das geht weiter über das Rechtfertigen hinaus. 
So weit, dass sie sich mittlerweile gar nicht mehr traut gegen das ständige sich Lustigmachen anzugehen. Und noch schlimmer: Das gesunde Essen findet jetzt im Geheimen statt. Wenn keiner schaut.

Was für eine verkehrte Welt!




Da ist dann noch die Omma, die Ihrem Enkelchen in die Backe kneift und sagt:
"Jetzt bist Du aber dünn genug, das sieht ja nicht mehr gut aus!"

Wie lieb gemeint von der Omma. 

Tatsächlich hat Enkelchen voll motiviert wunderbare Fortschritte gemacht.
Und ist von einem BMI über 40 auf 32 geschrumpft, was leider immer noch ungesund zu viel ist. Aber Enkelchen ist verunsichert. 
Obwohl Enkelchen nun schon ein paar Jahre ziemlich erwachsen ist und eigentlich schon ziemlich im Leben steht.

Keine Frage. 
Es ist sehr viel einfacher durchs Leben zu gehen und sich keine Gedanken zu machen, was man alles in den Einkaufswagen packt. Und wie schwer sich mancher Partner tut, habe ich ja in der Serie KK und die Rolle des Partners schon beschrieben. Da steht auch, warum das wohl so ist und ich habe vorgeschlagen wie man damit umgehen kann.

Aber eigentlich sagt einem das Gegenüber nichts anderes als: "Gib auf!"

Marathon
Ich weiss nicht was Ihr empfindet bei dem Gedanken, Ihr lauft einen Marathon und am Strassenrand stehen Zuschauer, die ständig rufen: "Gib auf!" 

Aber ich kann Euch sagen, wie das für mich aussieht:
Erstens ist das tatsächlich unglaublich demotivierend, wenn man ohnehin selbst schon zu kämpfen hat - ab Kilometer 11,2 fängt man da dann bestimmt mal an darüber nachzudenken, ob man das schafft.
Und zweitens macht es mich fast schon wütend mir vorzustellen, wie unfair das Verhalten der Zuschauer doch ist. 


Jetzt kann man sich fragen, wie sinnvoll es eigentlich ist, sich in Berlin, New York, Boston oder bei einer Olympiade mit so vielen anderen an eine Startlinie zu stellen und den Körper zu schinden, bis man Blasen an den Füssen und womöglich den Zustand totaler Erschöpfung erreicht.

Aber kann man das auch bei der Entscheidung, gesunde Lebensmittel den eher ungesunden vorzuziehen? Ehrlich? Wie könnte man!?

Was man gewinnt
Mit unserer Ernährungsumstellung haben wir seit Jahren nachweislich genügend solide Belege, dass die Mitglieder bei KK nicht nur abnehmen, sondern sich auch alle gesundheitlichen Anzeiger wie Blutwerte stark verbessern. Und das liegt nicht allein an der Gewichtsreduzierung, sondern auch an der sinnvollen Zusammenstellung der Lebensmittel an sich. Und dem Meiden von ungünstigen Lebensmitteln, die unser aller Gesundheit keinen Gefallen tun.

Unsere konsequenten Mitglieder gewinnen an Lebensqualität, Gesundheit und verlieren eine Menge Zipperlein, die sie vorher plagten, als sie sich noch keine Gedanken gemacht haben, was im Einkaufswagen landete.


Mit welchem Recht stellt sich also der Ehemann, die neidische Arbeitskollegin oder die Omma, deren Ernährungsverständnis noch von den Folgen des zweiten Weltkriegs geprägt ist und die verpasst hat, was in all der Zeit aus unseren Lebensmitteln wurde... Mit welchem Recht stellen sich diese Leute neben Deinen Weg und rufen Dir zu "Gib endlich auf!"? 
Mit welchem Recht?!

Ja verdammt. Das demotiviert. Ist doch logisch. Verunsichert. 
Und je nachdem, wie man persönlich gestrickt ist reagiert man dann unterschiedlich.
Man gibt auf. Man wird trotzig und sagt sich: "Jetzt erst Recht...". Manche werden vielleicht dermassen aggressiv auf dieses Unrecht, dass sie sich in Kämpfe verstricken und darüber dann ihr eigentliches Ziel vor Augen verlieren.


Was wissen diese Leute eigentlich über Ernährung? Über Lebensmittel...?
Genau das, was uns alle kranker macht(e) und dicker. Toller Weg. "Fach"-Publikum.

Die perfekte Welt
In einer perfekten Welt könnte man diesen Buh-Rufern vermutlich erklären, wieso man das macht, welche Vorteile man daraus hat und wieso es sinnvoll ist.
Aber im Smartphon-Zeitalter ist die Aufmerksamkeitsspanne bei Nullkommadrei.
Sehr wahrscheinlich bekommt man die Gib-auf-Rufer nicht einmal annähernd dazu, dass sie sich mit dem Thema so auseinandersetzen, wie Ihr das tut. 


In einer perfekten Welt würden sie verstehen, dass es hier nicht um dumpfes, ungesundes Runterhungern mit eingebautem Jojo-Effekt handelt. 

In einer perfekten Welt würden nicht jene "Gib auf" rufen, die am Strassenrand Deines Weges stehen, sondern die, die verstanden haben, dass der unbefangene Umgang mit dem Einkaufswagen die ersten Schritte zu Diabetes, Alzheimer, Parkinson und einer Menge anderer teurer Krankheiten sind. Und wie einfach man das doch meiden könnte. 
Wenn man nur versteht.  

Aber ganz so perfekt ist unsere Welt nicht. 
Wir müssen lernen, mit dem umzugehen, was wir haben.

Mit dem Selbstbewusstsein, das uns zusteht. Weil wir das Richtige tun.
Wir haben das Recht über unsere Gesundheit zu entscheiden. 
Es ist unser Körper. Unser Leben.

Und das ist jetzt noch wichtiger, wo immer klarer wird, wie wenig sich tatsächlich die um sichere Lebensmittel kümmern, auf die wir bewusst oder unbewusst vertrauen wollten.

Und wie wenig von der Sicherheit noch übrig ist.


RepriseAm Donnerstag las ich dann nochmal einen Beitrag von der gleichen Frau.
Ein Arzt stellte fest, dass in 3 Untersuchungen in den letzten 9 Monaten die Werte der Thrombozyten über 300.000 liegen. Und sie der perfekte Spender wäre. So perfekt, dass der Arzt sie gleich dafür da behalten wollte. Und sie blieb. Spendete Blut, das Krebspatienten besonders nötig haben.


Also nochmal: Wer hat Recht?! Verdammt!

Bis später.




Weiterführende Links:
KK und die Rolle des Partners - Teil 1
KK und die Rolle des Partners - Teil 2
Der papierdünne Grat zu einem Krankheitsbild, das alles verändert

Sie haben eine eigene Abteilung dafür

Nico DaVinci 28.10.2016 - 12:10 Lesedauer ca 4 Minuten

KKWissen
Sie haben eine eigene Abteilung dafür
und ich glaube, es wäre ihnen lieber, wenn ihr nicht davon wisst.


Neulich traf ich einen Mann auf einer Geburtstagsfeier.
Wir sitzen beieinander, ich höre ihm so zu und merke, dass er sich ein bisschen Sorge macht, was mit unseren Lebensmitteln so passiert. Das macht mich natürlich hellhörig. Klar. 


Wir kommen also ein bisschen ins Gespräch, er fragt, was ich so mache, ein Wort gibt das andere, und dann war ich erstmal für eine Weile sprachlos.

Zunächst einmal eines vorweg ausgeräumt.
Für mich ist der Mann über jeden Zweifel erhaben, was seine Schilderung betrifft.


Erstens hatte er schon das Lebensalter überschritten, in dem man sich mit Horrorstories wichtig machen muss, zweitens hatte er ganz offensichtlich wirklich eine Menge an Insiderwissen, das habe ich an den vewendeten Fachbegriffen bemerkt und drittens ist er schon von berufs wegen eher in die Kategorie "absolut glaubwürdig" einzustufen. 


Und was er erzählte betrifft gar nicht ihn selbst, sondern den Beruf - seiner Frau.


Die hat ebenfalls ein akademisches Studium hinter sich gebracht und arbeitet jetzt hier in einer Nachbarstadt bei einer ziemlich bekannten Menschen-Massen-Futter-Fabrik, deren Erzeugnisse ihr in der Fertigfutter-Abteilung von jedem Supermarkt findet.

Und sie arbeitet in einer ganz speziellen Abteilung des Konzerns. 

Die hat nur eine einzige Aufgabe:
Sie soll - nein, genauer - sie muss Wege finden, wie bestehende Produkte noch gewinnbringender gestaltet werden können. 





Mit anderen Worten: Bereits bestehende Rezepte sollen in ihrer Zusammensetzung so verändert werden, dass günstigere Zutaten das gleiche Ergebnis bringen, was den Geschmack betrifft. Ohne die Verkaufszahlen zu beeinträchtigen, bitteschön. 

Das bedeutet, der Gewinn wird gar nicht mehr wie man das vielleicht eher vermuten würde allein durch den Einkauf eines Unternehmens, geschickte Verhandlungen mit Lieferanten und die grossen Chargen bestimmt. 

Sondern tatsächlich betreibt der Konzern eine eigene relativ teure Abteilung, die bestehende "Erfolgs"-Rezepte hinsichtlich des Gewinns weiter "optimieren" soll. 

Und der Druck auf diese Abteilung ist ganz schön hoch. 
Klar - deren Erfolg oder Misserfolg ist ziemlich einfach zu messen. Jedes einzelne Produkt, dass von denen "bearbeitet" wird ist einzeln im Umsatz und Ertrag messbar.

Die Reihenfolge der Priorität für die Rezeptveränderung ist wie folgt:

Priorität A: günstigere Zutaten
Priorität B: gleicher oder besserer Geschmack


In Versuchsreihen dürfen ein paar Testesser ankreuzen, wie sie den Geschmack bewerten.
Und was durchgeht - geht durch.
Fertig.

Merkt Ihr, was da fehlt?!


Richtig. Über die gesundheitlichen Auswirkungen dieser Veränderungen macht sich niemand Gedanken. Abgesehen davon, dass sie natürlich kein Arsen reinpacken, was in der Menge die Angehörigen der Testesser doch ein paar Fragen stellen lassen würde sind die Proben natürlich viel zu klein, um irgendetwas daran festzustellen. 

Und natürlich äussern sich dann die echten Auswirkungen auf die Gesundheit der Kunden erst am realen Produkt auf dem Markt, viel später und ist durch die vielen anderen Nebenprodukte, die man so über einen längeren Zeitraum zu sich nimmt gar nicht mehr nachvollziehbar.

Und wenn man zwischen den Zeilen genauer hinschaut, dann hat das sogar Kalkül.
Wieder und wieder sagen Verbandssprecher und Lobbyisten der Lebensmittel-Industrie bei Stoffen, die infrage stehen, gesundheitliche Nachteile zu erzeugen ein und dasselbe:


Das muss man erst einmal nachweisen. Da könnte alles mögliche andere verantwortlich sein.

Wenn Ihr Euch also fragt, wieso all diese seltsamen Unverträglichkeiten, Allergien etc auf einmal mehr und mehr um sich greifen, dann habt diese Abteilung mal im Hinterkopf.


Denn irgendwie fängt dort alles an. Man kann nicht erwarten, dass man den letzten Tropfen Umsatz aus einem ohnehin schon nicht idealen Produkt herausquetscht, ohne dass das irgendwann den Punkt erreicht, wo das Folgen hat.

Und ganz offensichtlich haben wir - was den Umgang mit Lebensmitteln betrifft - diesen Punkt schon eine ganze Weile überschritten. Und ein Licht am Ende des Tunnels ist nicht in Sicht. Ganz im Gegenteil.


Windows könnte das jetzt eigentlich ganz gut für uns zusammenfassen:


"Es ist ein schwerwiegender Systemfehler aufgetreten. Es werden einige Fehlerinformationen gesammelt, dann wird das System neu gestartet."
Wenn das nur mal rechtzeitig so der Fall wäre.
Aber das ist eben leider eine Gemeinsamkeit, die beide Systeme haben.

Der Kunde von heute ist nur noch der Betatester. Wie es ihm mit dem Produkt geht, interessiert heute in der immer zynischer werdenden Managerwelt niemand mehr.

Nur - bei einem geht es um Eure Gesundheit.



Bis später.



An die Leute, die in solchen Abteilungen arbeiten:
Seid doch mal ehrlich: Tief im Innern wisst Ihr, dass das alles ein Spiel mit dem Feuer ist. Ein paar von Euch machen das um ein Auskommen zu haben, nicht mehr und nicht weniger. Und ein paar von Euch haben noch so etwas wie ein Gewissen. Schreibt mich doch mal an. Diskretion ist selbstverständlich. Ihr verliert Euren Job, wenn Ihr öffentlich macht, was Ihr tagtäglich seht. Ich - nicht.






Der Grat zu Insulinresistenz und Diabetes 2 ist sehr viel schmaler als gedacht

Nico DaVinci 27.10.2016 - 11:10 Lesedauer ca 5 Minuten

KKnowHow
Insulinresistenz, Diabetes 2 und süsse Getränke

Der papierdünne Grat zu einem Krankheitsbild, das alles verändert

Seit ich diese Zahlen kenne, über die ich heute schreibe, gehen sie mir nicht mehr aus dem Kopf.


Sie kommen wieder, wenn ich beim Einkaufen bin, wenn ich an meinen Billiard-Spiel-Partner und seinen Sohn denke, bei der Fernsehwerbung. 

Und gelegentlich wenn ein neues Mitglied zu uns stösst und sich zu Beginn schwer tut zu verstehen, warum wir die eine oder andere Sache bei uns weglassen. 

Vor allem Sachen, die im generellen Bewusstsein der Bevölkerung als gut oder harmlos angesehen werden. Oder - dank geschicktem Marketing womöglich sogar - als gesund.

Aber - der Grat zu Insulinresistenz und Diabetes 2 ist sehr viel schmaler als so gut wie alle das bisher gedacht haben:




Ich habe über die letzten Jahre meine eigene Sichtweise auf die Krankheit Diabetes 2 entwickelt. Vieles von dem, was man liest passt nicht mit dem zusammen, was wir bei KK erleben und sehen. Und für mich wiegen Tatsachen einfach schwerer als ein Bericht in der Apotheken-Umschau.

Und die Tatsache, dass wir z.B. eine nennenswerte Anzahl an bereits diagnostizierten Diabetikern heute bei uns haben, die laut deren Arzt als geheilt gelten gibt mir wohl recht.
Über Diabetes hört oder liest man vieles, aber absolut nicht den ganzen Teil der Wahrheiten zu dieser Krankheit. Und eines scheint hinter allem zu stehen: Die Behandlung muss Geld einbringen. O-Ton: "... die Krankheit muss richtig verwaltet werden."


Als Bestätigung oder Kontrast zu meinen Erfahrungen habe ich gestern um die Meinungen unserer Mitglieder zu ergründen eine kleine Umfrage gestartet.

Ein bisschen erstaunt hat mich, wie weit sich die meine Sichtweise auf die Einschränkungen, die diese Krankheit mit sich bringt und die möglichen Nebenwirkungen und Folgeerscheinungen von einigen Antworten unterscheiden.

Mir persönlich macht es tatsächlich Angst vorzustellen, dass da einen eine Krankheit lebenslang im Griff hat, die dafür sorgt, dass man ständig Medikamente einnehmen oder spritzen muss.

Ich bin tatsächlich eher einer von denen, der das lieber gar nicht erst wissen wollen würde und schon deshalb um einen Test wirklich einen Bogen machen würde.
Sicher hätte man das ohnehin auch bei anderen Untersuchungen schon festgestellt, aber extra testen? Nie im Leben! Egal, wie unverantwortlich oder dumm das vielleicht ist.
Ich hasse Spritzen.

Aber dann: Schlaganfälle (2-3x häufiger), Erblinden (das sind immerhin jetzt schon 2.000 Menschen im Jahr /D), Amputationen (40.000) oder der Tod (jede Stunde(!) 3 Menschen)...
Das erscheint mir nicht harmlos genug, um es zu ignorieren.

2009 hat unsere Gesellschaft für Diabetes und die Folgeerkrankungen allein in Deutschland 48 Milliarden Euro ausgegeben. Neuere Zahlen waren für mich bisher nicht zu finden, was komischerweise immer dann der Fall ist, wenn irgendeine mächtige Industrie viel Geld mit etwas verdient.
Geht uns halt nichts an, man könnte ja anfangen, Fragen zu stellen.

Nachdem die Zahlen der Erkrankten in den letzten 7 Jahren aber stark angestiegen sind dürfen wir davon ausgehen, dass die Zahlen heute tatsächlich auch sehr viel höher sind als "lächerliche" 48 Milliarden Euro.

Um das mal in eine andere, leichter zu verstehende Zahl umzurechnen: 48 Mrd verteilt auf 80 Mio Einwohner bedeutet, dass jeder im Jahr ca 600 Euro dafür ausgibt, geht man davon aus, dass jeder dieser 80 Mio Krankenkassenbeiträge bezahlt.

Weil das nicht der Fall ist, zahlst DU entsprechend mehr. Wäre es nicht fein, wenn Du dieses Geld für irgendetwas anderes ausgeben könntest? Ich frag ja bloss...
Nicht, dass ich naiv genug wäre zu glauben, dass sie Dir das Geld lassen würden, denn da gibt es ja dann bestimmt irgendeine andere Geldkuh, die man mit Deinen 600 Euro lieber füttert, als sie in Deiner Tasche zu belassen. Sie sind ja eh weg, und Du scheinst zufrieden damit zu sein.



Da ich erfreulicherweise niemand direkt in der Familie habe, der an einer diagnostizierten Diabetes-Krankheit leidet muss ich ein wenig um mich schauen. Da ist mein guter Freund und Billiard-Partner. Der hat seinen Sohn alleine aufgezogen. Mit Diabetes. Seit das Kind 8 Jahre als war. 

Jedes Mal, wenn ich mit ihm irgendwo weg war, hat er mindestens einmal das Telefon in die Hand genommen, und seinen Sohn besorgt nach den Blutzuckerwerten gefragt.
Und mir jedes Mal entschuldigend erklärt, dass er diesen Kontakt braucht, weil - Kinder...

Nun ja. Es sind Kinder. Die wissen zwar, dass sie schlimmstenfalls ohnmächtig in einer Ecke liegen und sich klammheimlich leise von der Welt verabschieden könnten, wenn nicht rechtzeitig Hilfe kommt. Aber. Es sind Kinder. Die vergessen die Zeit, vergessen zu messen, nehmen es manchmal nicht so genau.
Ich habe ihn so wahrgenommen, dass es ein ständiges angespannt sein war.
Bis der Sohn dann irgendwann eine automatische Insulin-Pumpe bekam.
Das hat zwar entlastet. Erstmal.


Aber ein echtes Happy End blieb aus. Denn kürzlich wurde nun bei ihm der Verdacht auf MS festgestellt. Und es ist gruselig präzise, wie sehr Diabetes, MS, Depression und Hirn-Geschichten wie Demenz, Alzheimer und Parkinson in diesen gesamten Spiel irgendwie zusammenhängen.

Nein. Diabetes ist mir  nicht harmlos genug, um es zu ignorieren.

Und angesichts der Tatsache, wie schmal der Grat nach einer neuesten klinischen Studie tatsächlich ist, sollte es das für Euch auch nicht sein. 

Auch - und gerade nicht - für Eure Kinder.

Die meisten KKler von Euch machen das ohnehin schon richtig. Und die, die es bis jetzt noch unterschätzt machen haben jetzt die Chance, das zu ändern.

Und wenn man samstags im Supermarkt in die Einkaufswagen der anderen schaut, wenn man weiss, dass einige Eltern ihren Kindern in die Schule eine Einskommafünf-Liter-Cola mitgeben, und das ja noch lange nicht alles ist, was wissentlich und unwissentlich an Zucker in den Kinderkopf wandert, wenn der Tag lang ist....

... dann wird einem angesichts der Zahlen, wie papierdünn der Grat eigentlich ist, auf dem viele wandern, die vollkommen unbedacht durchs Ernährungsleben gehen doch ein bisschen mulmig.

Zumindest, wenn man ein Herz hat.

Bis später. 


Weiterführende Links:
Klinische Studie (englisch/Original) Insulinresistenz und Diabetes bei regelmässiger Aufnahme von gesüssten Getränken 

Wie viel Illusion lässt Du zu und wie viel Realität verträgst Du?

Nico DaVinci 16.10.2016 - 17:10 Lesedauer ca 6 Minuten

DenKKmalschubserle
Illusion vs Realität  
Wie viel Einfluss lässt frau zu?

Als jemand, der mit Medien und Werbung ab und an beruflich zu tun hat kommt man in der heutigen Zeit kaum am neuen Berufsbild "Youtuber" vorbei.

Die Chancen stehen ziemlich gut, dass - so Ihr jemand zwischen 12 und 16 Jahren in Eurem Lebensumfeld habt - dieser junge Mensch anstatt "Astronaut" oder "Feuerwehrmann" mit grossem Abstand viel eher "Youtuber" werden will, wie mir eine kleine Umfrage belegt, die ich neulich bei ein paar Schulkindern gemacht habe.

Die meisten wissen das, aber für die, die nicht - kurz erklärt:
Youtuber sind Menschen, die davon leben, kleine Filme auf Youtube hochzuladen um dann von den Werbeeinnahmen zu leben, oder -wenn sie dann mal berühmter sind - von Firmen bezahlt werden, bestimmte Produkte vorzustellen.





Eine relativ berühmte und preisgekrönte Youtuberin aus Grossbritannien ist Zoella.
Während ich diesen Bericht hier schreibe hat sie knapp über 11,1 Millionen Abonnenten. Das ist einer der Masstäbe, an denen die Popularität von Youtubern gemessen wird.
Und ihre ist sehr respektabel hoch.

In ihrem Kanal gibt sie Schminktipps, erzählt ein bisschen aus ihrem Leben, stellt Produkte vor und hat sich selbst zwischenzeitlich schon derart als eigene Marke etabliert, dass es sogar schon Produkte zu kaufen gibt, auf denen ihr Name Zoella steht.

Das mal zur groben Orientierung.

Ich halte sie aus verschiedenen Gründen für erwähnenswert, denn einmal ist sie ein sehr typisches Produkt des aktuellen Zeitgeistes, dem wir gerade unterliegen, dann hat sie ein bisschen was von dem Hochglanz-Schön, dass unsere Medienwelt prägt und zu guter Letzt hat offensichtlich auch eine ziemliche Anziehungskraft auf die Menschen, sonst hätte sie nicht so viele Abonnenten. 

Als ich nun während meiner Expedition durch diese Youtube-Welt unterwegs war und versucht habe, das Phänomen Youtuber ein bisschen besser zu verstehen, stiess ich - mehr oder weniger durch Zufall - auch auf ein Video von ihr.

Und das eignet sich meiner Meinung nach dermassen,
etwas zu demonstrieren, dass ich es gerne mit Euch teilen möchte:





Ihr müsst dieses Video nicht ganz anschauen (falls Euch der Inhalt nicht interessiert oder Ihr nicht englisch könnt). Darum geht es mir ja auch gar nicht.

Worum ich Euch aber bitte:
Schaut das Mädchen am Anfang kurz an und spult dann auf das Ende

Ist es nicht verblüffend, wie gross der Unterschied ist?

Und - ist es nicht ein starkes Symbol dafür, wer wir natürlicherweise eigentlich sind und wie etwas Maskerade etwas komplett anderes aus uns machen kann?

Am Anfang sehen wir die Realität. So sehen Menschen halt nun mal aus.
Ein paar Pickelchen hier, ungleichmässige Haut, ein paar Augenringe.

Und auch wenn es am Ende meiner Meinung nach sehr schön anzusehen ist:  

Nüchtern betrachtet ist es nicht mehr als eine Maske, die das wahre Mädel verbirgt.
Ich will jetzt hier nicht über Sinn und Unsinn von Makeup schreiben, wer sich damit besser fühlt soll das bitte gerne machen, und das Ergebnis kann sich ja wirklich sehen lassen und ist hübsch anzusehen...

Nein. Stattdessen möchte ich dieses Beispiel vielmehr verwenden um zu demonstrieren, dass wir in unserer Werbe-Geprägten Welt immer mit der Illusion bombardiert werden, dass Zoellas Nachher unser Vorher sein soll. Das ist Quatsch. So ist es nämlich nicht.


Ich ziehe ehrlich meinen Hut vor ihr, dass sie ihr Vorher so offen zeigen kann.
Zeugt es doch von einem gesunden Selbstbewusstsein. Denn gerade in einer Welt, in der unter jedem Video ein Kommentarfeld eine dermassen grosse Angriffsfläche auf die eigene Würde bietet, und von der sie aus ihren Erfahrungen weiss, dass diese all zu oft intensiv missbraucht wird - sie macht es trotzdem.

Und so ähnlich wie mit dem Makeup ist es auch mit dem "Schönheitsideal schlank".


Auch wenn sich der Trend in den letzten Jahren immer mal wieder den eigentlichen Gegebenheiten angepasst hat, und es ab und zu auch als schick gilt, XL-Models auf den Laufsteg zu schicken (darüber hatten wir in unserer Facebook-Gruppe ja heute eine kurze Diskussion) - die Realität sieht doch leider ganz anders aus. 


Vor nicht einmal einem Monat titelt der Spiegel:
"Dicke werden in Deutschland ausgegrenzt"
Ich stimme zwar einigen Inhalten - z.B. was die genannten Auslöser des Problems sind - absolut nicht zu - aber insgesamt kann man sehr viele Infos ableiten, wie es um die Wahrnehmung von "Dick" bei uns tatsächlich bestellt ist. 

Und die Wahrheit ist verheerend. Entmutigend. Deprimierend. 

Aber. Eben. Realität.

Im Fernsehen sehen wir viel öfter Zoellas Nachher - und die Wahrscheinlichkeit, dass neben Dieter Bohlen eine dünne perfekt Geschminkte das Supertalent aussuchen darf ist sehr viel höher als Erna Huber aus Buxtehude mit einem BMI von 40+.

Wir Menschen befinden uns im Leben ständig in einem Prozess des Abgleichens.
Wo stehen wir, wo stehen andere - und wie gut kommen wir in der Gesellschaft zurecht, wenn wir so sind, wie wir wahrgenommen werden? Das ist ein ganz natürlicher, aus der Tatsache 
erwachsener Überlebensinstinkt, dass wir Rudeltiere und somit auf die Sympathie anderer angewiesen sind.

Die Frage, ob wir nun der Zoella-Nachher-Illusion aus der bunten TV/Werbe/Hochglanz-Magazinwelt mehr Raum geben wollen als der auf die meisten von uns viel mehr zutreffenden Zoella-Vorher-Realität - kann sich vermutlich jeder nur selbst gut beantworten.

Ich persönlich glaube ein gesundes Mass an Realität ist auch gesünder für uns selbst.


Ich habe da neulich ein Zitat gefunden, dass ich Euch gerne übersetzen möchte:
"Dein Körper ist nicht Dein Meisterstück. Man suggeriert uns eine Million Mal am Tag, unsere Körper seien unser Projekt. Das sind sie nicht. Unsere Leben sind es. Unsere Beziehungen. Unsere Arbeit. Hört auf damit, wie besessen Eure Körper zu perfektionieren. Als wäre das das einzige, was Ihr der Welt zu bieten habt."

Da steckt viel Wahrheit drin, ich ergänze das aber noch um ein paar Gedanken, die mir da fehlen: 


Für mich ist es das gesunde Mittelmass, das zählt. 

Und ein gesunder Körper kann mehr. Hält länger. Gibt uns mehr Lebensqualität. Mehr Kraft. Hat seinen eigenen Teil am Selbstbewusstsein.

Es nützt nichts, wenn man sich in die eigenen Tasche lügt.
Ob man dazu eine Maske von Lancome aufsetzt, oder sich eine Familienpackung 

Form-Unterhemden oder Bodyshaper kauft.

Wenn am Abend Schminke und Klamotten fallen und wir in den Spiegel schauen werden wir alle mehr oder weniger das gleiche feststellen: Wir sind, wie wir sind.
Kein Hochglanz. Keine Perfektion. Menschen, halt.

Das darf aber eines nicht überdecken:
Trotzdem können wir sehr viel mehr vom Leben haben, wenn wir frei von gesundheitlichen Folgen in einem gesunden Körper stecken. Das klappt dick nicht so toll. Und manchmal ist die Rückkehr zu normal auch unbequem. Aber lohnenswert. Auch eine Realität.

Attraktivität kann auch ganz von alleine kommen, wenn wir uns 
positiv und mit Elan und Passion um die Dinge kümmern, die uns eigentlich ausmachen und die eigentlich wirklich im Leben zählen. 

Was das dann wirklich ist muss jeder für sich selbst herausfinden und entscheiden.
Denn da ist wirklich jeder anders.


Bis später.




Weiterführende Information:
Das angesprochende Video Zoella
Der angesprochene Spiegel-Bericht