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Schlankheitspillen: Dem grossen Nepp auf der Spur

Nico DaVinci 04.11.2016 - 17:11 Lesedauer ca 9 Minuten

AufgedecKKt
Schlankheitspillen - einem Mords-Nepp auf der Spur
Über das Zeug mit eingebauter Neppomatik

Es klingt wunderbar. Da hat man über die Jahre ein bissl Fett auf den Hüften angesammelt.

Oder man ist weiblich, recht jung und steht auf den coolen Max in der Schulklasse.
Fühlt sich aber schrecklich unattraktiv beim Blick in den Spiegel.

Und dann blitzt sie auf. Die Rettung. Auf Facebook.
Oder in den Anzeigen an der Seite der Tagespresse. 



Irgendjemand ist "schockiert", wie wunderbar das doch funktioniert:
Eine Pille einwerfen, und innerhalb von wenigen Wochen hat man wieder eine Taille.
Das kann man sich dann schon auch mal was kosten lassen. 

Starterpakete mit den Pillen gibt es um die 50 Euro, und wenn man auf den Nepp hereinfällt, ist man auch schnell mal ein Vielfaches davon los.

Versprochen: Das Einzige, was davon abnimmt ist der Geldbeutel.
Schlimmstenfalls sogar die Gesundheit.

Ich schreibe diesen Bericht heute, um möglichst viele vor dieser Riesendummheit zu bewahren.

Denn eines steht fest. Ohne genügend Internet-Kungfu sind viele der Nepp-Anzeigen so gut aufgemacht, dass man sich durchaus der Hoffnung hingeben kann, das wäre etwas für einen.

Auch wenn ich überzeugt bin, das fast alle meiner Leser nicht im Traum auf so einen Unsinn hereinfallen, habe ich die letzten Jahre schon immer mal wieder jemand gehabt, der mit mir Kontakt aufgenommen hat, und um Argumente gebeten hat, wie man das der besten Freundin oder der Tochter wohl am Besten ausreden kann. Nun. Hier sind sie. Die Argumente.

Zunächst einmal ganz klar zu den Pillen selbst: 
Es gibt zwei Sorten Pillchen und Pülverchen, die man sich mit solchen Angeboten einfängt.
Die mit Wirkstoff. Und die ohne.

Glück hat man, wenn man die ohne jeden Wirkstoff erwischt, dann bleibt man nur dick.
Und nur um Geld ärmer.
Pech kann man haben, wenn man die mit Wirkstoff erwischt. 
Dann wird man vielleicht krank. Oder gerne auch mal - tot. 

Oder man kackt sich unfreiwillig stinkend-braune Streifen in die Hosen.

Was jetzt die Attraktivität für den coolen Max auch nicht sonderlich steigern dürfte.
Und am Ende ist man dann übrigens tatsächlich auch nicht dünner, wie dieses Video zeigt:



Der unbedachte Umgang mit diesen teils rezeptfreien Nahrungsergänzungsmitteln wie im Film gezeigt hat sich übrigens bis heute nicht verändert.

Allein: Abgelaufene Patente und veränderte Namen bieten in den Apotheken heute nicht nur eine dezente Auswahl, sondern auch ein Milliardengeschäft. Mit allen Risiken und Nebenwirkungen. Und kurzfristigen, sich per Jojo schnell wieder auf der Waage relativierenden "Erfolg"saussichten.


Das Einzige, was sich gelegentlich ein wenig ändert ist die Werbestrategie.
Wenn man z.B. nach entsprechenden Abmahnungen jetzt nicht mehr mit Doktoren wirbt, sondern mit Möpsen. 

Was angesichts der Zusammensetzung (die Hälfte ist Soja, in denen von Okötest Gentechik festgestellt wurde) und dem Bericht hier eine spannende Doppeldeutigkeit bekommt. Wohl dem, der die Kinderplanung schon erfolgreich oder ernüchtert abgeschlossen hat. Auch Ökotest stellt in diesem Zuge wohl nicht zu unrecht fest:  "Diätdrinks - Keinen Schuss Pulver wert".

Die Werbeanzeigen im WWW
Im Internet grassiert momentan auch noch etwas anderes.
Anzeigen, die aussehen als seien sie von vermeintlich vertrauenswürdigen Quellen wie Apotheken-Zeitschriften, bekannten Gesundheits- oder Lifestyleratgebern wie Men's/Women's Health, Elle und Co.

Der Aufbau ist immer sehr ähnlich. Eine fast schon reisserisch wirkende Überschrift, Erfahrungsberichte, Vorher-Nachher-Fotos, pseudowissenschaftliche Erklärungen, warum das gerade eben erst entdeckte pflanzliche Mittel in den Tiefen des (schwindenden) Regenwaldes eine natürliche, unglaublich sensationelle Wirkung auf den Schlank-Baustein des Gehirns hat (das war Ironie, nur zur Sicherheit...). Gefolgt von vermeintlichen, aktuellen Social-Media-Berichten von Anwendern, die bestätigen, wie toll das Produkt wirkt. Überzeugend, wenn andere das sagen, stimmts?

Aber hallo!
Das Ganze stellt sich in der näheren Betrachtung dann doch ein bisschen anders dar:


Bauchweh könnte einem ja eigentlich schon das Impressum geben.
Dass die "Apotheken-Nachrichten" jetzt schon in Ägypten verfasst werden könnte einem ja schon mal sachte zu denken geben. Aber wer klickt schon (ausser mir) auf das Impressum, wenn man sich seinem Ziel schon so nah wähnt und glaubt, die Dum(m)pf-Pille streichelt besagten Schlank-Baustein? 

Versteckt wird das meistnes hinter wohlklingenden Namen wie Gesundheitsnews, Apothekennachrichten, Fitnessbla oder Muskelblubb... 

Oder dann sogar ganz dreist, als echte Fälschungen:

Die Markenpiraten
Auf der Suche nach weiteren Indizien für einen Betrug auf solchen Seiten mag man fündig werden, wenn man feststellt, dass die Dinger dann zwar teilweise ausschauen als seien sie z.B. die Modezeitschrift ELLE, sich aber die Links auf die anderen spannenden Themen wie  Rezepte oder Yoga dann gar nicht klicken lassen. 

Denn ausser den Anschein zu erzeugen haben die Seiten mit dem gleichnamigen Magazin absolut nichts zu tun.

Während meiner Recherchen hatte ich bei einer ähnlichen Anzeige dann auch Kontakt mit der Women's-Health-Redaktion. Die machte ich auf den Missbrauch ihres markengeschützten Logos aufmerksam. 

Die Antwort der Redaktion war entschuldigend, dass sie sich dieses Missbrauchs durchaus bewusst seien, der da mit ihrem guten Namen stattfindet.
Aber dass sie eben kaum eine Handhabe haben, wie sie den windigen Geschäftemachern das Handwerk legen können. Für jede Internetadresse, die sie schliessen lassen, kommen 3 neue hinzu...


Stoppmalkurz
Vielleicht sollte man jetzt schon einen kurzen Augenblick gedanklich innehalten und sich fragen, ob man Menschen, die sich solcher kriminellen und windigen Methoden bedienen das Vertrauen schenkt? 
Nur mal so dazwischen geworfen.


Das Abnehm-Augenpolster-Zahn-Genie
Und dann ist da ja noch Michael. Aus Sindelfingen.
Ein Spezialist auf allen Gebieten. 
Ihr findet ihn unten als vierten in den Sozial-Kommentaren. Und - oh boy - ist das ein Tausendsassa...

Michael ist überall dabei und weiss immer Rat. Interessanterweise timed er seine Beiträge dann auch immer gerade so, dass er zielgenau zwischen C(l)ara und Laura passt.
Zufälle gibt's...

Der Mann ist soviel unterwegs, dass er sich vor lauter Ratgeberstress dann manchmal mit dem eigenen Namen irrt. Er heisst dann auch schon mal  Benjamin. Dann Miguel.
Auf japanisch heisst er dann Toshiki. Oder wohnt dort. Mein japanisch ist begrenzt.
Fast schon lustig ist die spontane Geschlechtsumwandlung auf "Rosana". Da war wohl der Fake-Seiten-Bauer im Stress?

Tja, Michael kennt sich nicht nur aus in der Welt, die schöner macht, sondern er ist auch ein wahres Sprachen-Multi-Talent.

Und nach allen Kombinationen, die er zwischenzeitlich ausprobiert hat suchen sie ihn heute noch zwischen den Buchseiten seiner Bibel. Sooo dünn ist er zwischenzeitlich.

Tipp: Macht das Licht aus, dann seht ihr die weissen Zähne blitzen...
Hachz - ich lasse mich schon wieder hinreissen...

Natürlich ist das Quatsch. Der Mann heisst nicht Michael.
Und auch nicht Benjamin oder sonstwie.
Er heisst Tom Brownson und ist ein Erfolgscoach in den USA.
Und weiss vermutlich nicht mal von dem Missbrauch seines Fotos.
Oder vielleicht doch? Man weiss es nicht... 





Wer schreibt, bleibt - oder auch nicht
Ähnlich magisch verhält es sich übrigens auch mit der "Autorin" oberhalb der Berichte. 
Je nach Sprache heisst sie anders und das Bild ist das gleiche. Oder der Nachname ist der gleiche. Oder auch mal wieder nicht.




Zurück in die Wirklichkeit
Allerspätestens jetzt sollte auch der Person mit dem stärksten Wunsch zur Wunderpille klar geworden sein: Hier geht etwas so gar nicht mit rechten Dingen zu. 

Und solchen Arschgeig... Aasgeiern nicht nur das sauer verdiente Geld hinterher zu werfen sondern auch die eigene Gesundheit zu riskieren kann keine gute Idee sein, nicht wahr?!


Finden wir uns damit ab: Es ist, wie es ist.
Übergewicht hat seine Gründe.
Und die sind in den Lebensmittelgewohnheiten zu suchen, die man an den Tag legt.
Liegt man da halt daneben, steigt die Zahl auf der Waage unaufhörlich, daran kann weder mittel- noch langfristig ein Pillchen oder Pülverchen aus dem Web noch aus der Apotheke etwas ändern.
Und schon gar nicht eine noch so verlockende Werbeanzeige auf Facebook.
Oder wo Ihr Euch halt sonst so herumtreibt.


Apropos rumtreiben.
In letzter Zeit erreichen mich vermehrt Berichte von gutmeinenden Ratgebern aus Fleisch und Blut, die sich ihre Opfer ganz gezielt auf Facebook suchen. 


Der Gute-Freundin-Facebook-Trick
Plötzlich bekommt man eine nett klingende private Nachricht von jemandem, der vorgibt, es gut mit einem zu meinen. Dann bekommt man ein Vorher-Nachher-Foto der Person zu sehen. Und ist beeindruckt. Wow. Wie hast Du das gemacht? Toll! 

Dann kommt eine von deren Chef geskriptete Abfolge von Einwickelmassnahmen, wie das typisch ist für diese Multi-Level-Marketing-Schneeball-Abzock-Systeme.

Um dann am Ende z.B. für einen jenseitsmässig überteuerten Shake oder Pillchen aus eingedampftem Obst zu werben.

Persönlich enttäuscht.
Besonders frech und sehr enttäuschend ist das dann für Leute wie mich.
Da habe ich offensichtlich manchen von ihnen kostenlos und seit Jahren Hilfestellungen gegeben, die ihnen mit KK einen entscheidenden Beitrag erhalten haben, der ihnen die eindrucksvollen Vorher-Nachher-Fotos überhaupt erst ermöglicht hat.

Und dann verwenden sie diese Fotos als Werbung für ihren Strukturvertrieb, der ihnen die manipulativen Mittel beibringt, um dann damit achso viel Geld zu verdienen. 
Auf Kosten anderer.

Wie es scheint werden diese Leute über ihre Vorher-Nachher-Bilder rekrutiert.
Die sie Dank uns oder anderen Konzepten erreicht haben, und von denen sie dann vorgeben, sie seien mit ihrem Scheiss-Teuren-Mittel erst so geworden.

Ich habe kaum Worte, wie armselig ich diese Abzocke finde. Pfui.
Schämt Euch in Grund und Boden, bitteschön.


Eine Alternative
Wer abnehmen will und das langfristig beibehalten will, sollte bereit sein, die Dinge nach und nach aus dem Leben zu verbannen, die einen erst in die missliche Lage Übergewicht gebracht haben.
Dazu muss man verstehen, welche Lebensmittel das sind und warum sie das Plus auf der Waage erzeugen. Und sie dann halt meiden, so gut das eben möglich ist.

Alles andere ist teuer. Für den Geldbeutel. Oder die Gesundheit. Oder beides.

Ich lade deshalb alle gerne ein, denen ich die Pille aus dem Kopf drehen konnte:
14 Tage KK, kostet nix, und ist tausendfach erprobt erfolgreich. Bei uns lernt Ihr etwas über die Ursachen und was man nachhaltig gegen das Übergewicht tun kann. Und wie über 100 Bluttests unserer Mitglieder belegen: Bei guten Aussichten auf eine bessere Gesundheit.


Du kriegst den Max vielleicht auch so
Und noch ein letztes Wort an "weiblich, recht jung" vom Anfang. 
Wenn man so jung ist wie Du vielleicht dann ist niemand wichtiger als Dein Schwarm Max.
Das haben wir alle durch, die wir älter sind. Man hängt scheu zwischen den Seilen, traut sich nicht "seinem" Max in die Augen zu schauen und zweifelt an sich selbst.

Aber mal nur unter uns beiden - auch wenn Du das nicht hören willst:
Wenn Max nichts anderes im Sinn hat, als den Umfang Deiner Taille, dann kann er Dir gestohlen bleiben.

Denn nichts, absolut rein gar nichts ist es Wert, dass man für einen solchen Schwachsinn wie Pillchen und Pülverchen so einen Riesenhaufen Taschengeld ausgibt und dabei vielleicht sogar am Ende draufgeht.

Auch Max nicht.


Bis später



Weiterführende Links 
Diesmal im Text verarbeitet, zusätzlich ergänzend, weil Finger weg!
WIKI Sibutramin

Rezept: Rösti von Schwarzen Ur-Karotten und Pastinaken

Nico DaVinci 03.11.2016 - 20:11 Lesedauer ca 2 Minuten

Rezept
Rösti von Schwarzen Ur-Karotten und Pastinaken
inkl ein klein bisschen Lebensmittelkunde

Mal wieder ein klein bisschen Abwechslung in der KKüche schafft die sogenannte Schwarze Karotte oder auch Ur-Karotte. Sie enthält bis zu 40% mehr Betacarotin als die gewöhnliche orange Karotte.






Gesundheitsaspekt
Die dunkle Farbe bekommt sie vom Pflanzenfarbstoff Anthocyan, welcher auch für die Farbe in Brombeeren oder Johannisbeeren verantwortlich zeichnet. Den Anthocyanen wird bescheinigt, dass sie antioxidativ und blutdrucksenkend wirken, und somit vorbeugend gegen Krebs oder Herzinfarkte sind.

Was zu beachten ist
Unbelehrbare Fett-Angsthasen sollten wissen, dass sich die Vorteile der Urkarotte erst entfalten können, wenn man sie zusammen mit Fett aufnimmt. Denn Betacarotin ist fettlöslich. Heisst: Ohne Fett bekommt der Körper nix ab davon.
Was schade ist, denn es ist die Vorstufe zu Vitamin A, das ziemlich viele sinnvolle Funktionen im Körper übernehmen kann.

Und einige davon sind ein Gegenspieler von einigen typischen Gesundheitsproblemen, die gerne mit Übergewicht in Zusammenhang gebracht werden.


Verfügbarkeit

Man bekommt sie in der Saison manchmal auch direkt im Discounter, ansonsten sind sie in der Gemüseabteilung von Bauernmärkten oder Bioläden zu finden. Bei der Herkunft  lohnt es sich ähnlich den Süsskartoffel auf das Ursprungsland zu achten. 

Serviervorschlag/Rezept

Rösti von der Urkarotte und Pastinake

Zutaten
Schwarze Karotten / Urkarotten
Pastinaken
Eier
Petersilie
Kokosöl/Virgin Coconut Oil (VCO)
Pfeffer
Salz

Zubereitung
Die Karotten und die Pastinaken mit einem Gemüsehobel in Stifte raspeln.
Eier mit einem Quirl schaumig schlagen und unterheben. Im abgebildeten Beispiel wurden der Bindung halber 3 komplette Eier verwendet.






Petersilie hacken. Das war die verwendete Menge:



Petersilie unterrühren. Salzen und pfeffern nach Gusto. Ich fand, dass diese Mischung recht viel Salz verträgt, wobei man das zur Sicherheit ja auch nachträglich zugeben kann. Übersalzen ist so schlecht rückgängig zu machen ;) 




Die Masse in Fladen in einer Pfanne auf hoher Hitze anbraten, und dann gegebenenfalls ein bisschen herunterschalten. Öl der Wahl war VCO. Das verträgt die nötige Hitze am Besten.






Zwischendurch kurz wenden, beidseitig schön kross braten.





Dazu eignet sich ein kleiner Salat, evtl auch Guacamole.

So lecker es ist, zwei oder drei davon machen nicht unbedingt lange satt, das sollte man in der Gesamtplanung des Tages berücksichtigen. Es ist neben dem Genuss für die Momente gedacht, in denen Euch die Regelmässigkeit nicht so leicht fehlt, weil Ihr wenig Hunger habt. Dafür ist es perfekt.
Guten Appetit.

Eignung Tageszeiten:
Morgens, mittags, Zwischenmahlzeit: Hervorragend geeignet. Geht auch kalt.
Abends würde ich das ähnlich behandeln, wie wir das z.B. mit Kürbis oder Süsskartoffeln halten: nicht öfter als 2x (alles eingeschränke kombiniert) oder weglassen, wenn Ihr einen bremsenden Effekt bemerkt.


Ebenfalls perfekt geeignet für unsere Vegetarier.
Und natürlich auch sehr interessant für Schwangere und Stillende wegen dem erhöhten Vitamin-A-Bedarf und dem höheren Gehalt in den dunklen Karotten.

Bin gespannt, wozu Euch das so anregt.


Lasst doch Eure Phantasie spielen und probiert die dunklen Rüben doch auch mal, so als Abwechslung... Bin auf Eure Rezepte sehr gespannt.



Bis später.




Weiterführende Links:
Wiki: Vitamin A
Wiki: Anthocyane


















Gib endlich auf!

Nico DaVinci 29.10.2016 - 10:10 Lesedauer ca 5 Minuten

DenKKmal-Schubserle
Gib endlich auf!
Über Dein ureigenes Recht auf freie Entscheidung und Gesundheit


Am Mittwoch las ich in unserer Gruppe einen Beitrag, in dem eines unserer Mitglieder fragte, ob auch andere sich für ihre Entscheidungen bezüglich der Lebensmittelauswahl rechtfertigen müssen. Das sei gelegentlich doch recht anstrengend. 


Einige nette aufmunternde Beiträge und gute Ideen für den Umgang damit...

Dann kommt ein Beitrag, in dem eine Mutter beschreibt, wie sie innerhalb der eigenen Familie regelrecht gemobbt wird. Das geht weiter über das Rechtfertigen hinaus. 
So weit, dass sie sich mittlerweile gar nicht mehr traut gegen das ständige sich Lustigmachen anzugehen. Und noch schlimmer: Das gesunde Essen findet jetzt im Geheimen statt. Wenn keiner schaut.

Was für eine verkehrte Welt!




Da ist dann noch die Omma, die Ihrem Enkelchen in die Backe kneift und sagt:
"Jetzt bist Du aber dünn genug, das sieht ja nicht mehr gut aus!"

Wie lieb gemeint von der Omma. 

Tatsächlich hat Enkelchen voll motiviert wunderbare Fortschritte gemacht.
Und ist von einem BMI über 40 auf 32 geschrumpft, was leider immer noch ungesund zu viel ist. Aber Enkelchen ist verunsichert. 
Obwohl Enkelchen nun schon ein paar Jahre ziemlich erwachsen ist und eigentlich schon ziemlich im Leben steht.

Keine Frage. 
Es ist sehr viel einfacher durchs Leben zu gehen und sich keine Gedanken zu machen, was man alles in den Einkaufswagen packt. Und wie schwer sich mancher Partner tut, habe ich ja in der Serie KK und die Rolle des Partners schon beschrieben. Da steht auch, warum das wohl so ist und ich habe vorgeschlagen wie man damit umgehen kann.

Aber eigentlich sagt einem das Gegenüber nichts anderes als: "Gib auf!"

Marathon
Ich weiss nicht was Ihr empfindet bei dem Gedanken, Ihr lauft einen Marathon und am Strassenrand stehen Zuschauer, die ständig rufen: "Gib auf!" 

Aber ich kann Euch sagen, wie das für mich aussieht:
Erstens ist das tatsächlich unglaublich demotivierend, wenn man ohnehin selbst schon zu kämpfen hat - ab Kilometer 11,2 fängt man da dann bestimmt mal an darüber nachzudenken, ob man das schafft.
Und zweitens macht es mich fast schon wütend mir vorzustellen, wie unfair das Verhalten der Zuschauer doch ist. 


Jetzt kann man sich fragen, wie sinnvoll es eigentlich ist, sich in Berlin, New York, Boston oder bei einer Olympiade mit so vielen anderen an eine Startlinie zu stellen und den Körper zu schinden, bis man Blasen an den Füssen und womöglich den Zustand totaler Erschöpfung erreicht.

Aber kann man das auch bei der Entscheidung, gesunde Lebensmittel den eher ungesunden vorzuziehen? Ehrlich? Wie könnte man!?

Was man gewinnt
Mit unserer Ernährungsumstellung haben wir seit Jahren nachweislich genügend solide Belege, dass die Mitglieder bei KK nicht nur abnehmen, sondern sich auch alle gesundheitlichen Anzeiger wie Blutwerte stark verbessern. Und das liegt nicht allein an der Gewichtsreduzierung, sondern auch an der sinnvollen Zusammenstellung der Lebensmittel an sich. Und dem Meiden von ungünstigen Lebensmitteln, die unser aller Gesundheit keinen Gefallen tun.

Unsere konsequenten Mitglieder gewinnen an Lebensqualität, Gesundheit und verlieren eine Menge Zipperlein, die sie vorher plagten, als sie sich noch keine Gedanken gemacht haben, was im Einkaufswagen landete.


Mit welchem Recht stellt sich also der Ehemann, die neidische Arbeitskollegin oder die Omma, deren Ernährungsverständnis noch von den Folgen des zweiten Weltkriegs geprägt ist und die verpasst hat, was in all der Zeit aus unseren Lebensmitteln wurde... Mit welchem Recht stellen sich diese Leute neben Deinen Weg und rufen Dir zu "Gib endlich auf!"? 
Mit welchem Recht?!

Ja verdammt. Das demotiviert. Ist doch logisch. Verunsichert. 
Und je nachdem, wie man persönlich gestrickt ist reagiert man dann unterschiedlich.
Man gibt auf. Man wird trotzig und sagt sich: "Jetzt erst Recht...". Manche werden vielleicht dermassen aggressiv auf dieses Unrecht, dass sie sich in Kämpfe verstricken und darüber dann ihr eigentliches Ziel vor Augen verlieren.


Was wissen diese Leute eigentlich über Ernährung? Über Lebensmittel...?
Genau das, was uns alle kranker macht(e) und dicker. Toller Weg. "Fach"-Publikum.

Die perfekte Welt
In einer perfekten Welt könnte man diesen Buh-Rufern vermutlich erklären, wieso man das macht, welche Vorteile man daraus hat und wieso es sinnvoll ist.
Aber im Smartphon-Zeitalter ist die Aufmerksamkeitsspanne bei Nullkommadrei.
Sehr wahrscheinlich bekommt man die Gib-auf-Rufer nicht einmal annähernd dazu, dass sie sich mit dem Thema so auseinandersetzen, wie Ihr das tut. 


In einer perfekten Welt würden sie verstehen, dass es hier nicht um dumpfes, ungesundes Runterhungern mit eingebautem Jojo-Effekt handelt. 

In einer perfekten Welt würden nicht jene "Gib auf" rufen, die am Strassenrand Deines Weges stehen, sondern die, die verstanden haben, dass der unbefangene Umgang mit dem Einkaufswagen die ersten Schritte zu Diabetes, Alzheimer, Parkinson und einer Menge anderer teurer Krankheiten sind. Und wie einfach man das doch meiden könnte. 
Wenn man nur versteht.  

Aber ganz so perfekt ist unsere Welt nicht. 
Wir müssen lernen, mit dem umzugehen, was wir haben.

Mit dem Selbstbewusstsein, das uns zusteht. Weil wir das Richtige tun.
Wir haben das Recht über unsere Gesundheit zu entscheiden. 
Es ist unser Körper. Unser Leben.

Und das ist jetzt noch wichtiger, wo immer klarer wird, wie wenig sich tatsächlich die um sichere Lebensmittel kümmern, auf die wir bewusst oder unbewusst vertrauen wollten.

Und wie wenig von der Sicherheit noch übrig ist.


RepriseAm Donnerstag las ich dann nochmal einen Beitrag von der gleichen Frau.
Ein Arzt stellte fest, dass in 3 Untersuchungen in den letzten 9 Monaten die Werte der Thrombozyten über 300.000 liegen. Und sie der perfekte Spender wäre. So perfekt, dass der Arzt sie gleich dafür da behalten wollte. Und sie blieb. Spendete Blut, das Krebspatienten besonders nötig haben.


Also nochmal: Wer hat Recht?! Verdammt!

Bis später.




Weiterführende Links:
KK und die Rolle des Partners - Teil 1
KK und die Rolle des Partners - Teil 2
Der papierdünne Grat zu einem Krankheitsbild, das alles verändert

Sie haben eine eigene Abteilung dafür

Nico DaVinci 28.10.2016 - 12:10 Lesedauer ca 4 Minuten

KKWissen
Sie haben eine eigene Abteilung dafür
und ich glaube, es wäre ihnen lieber, wenn ihr nicht davon wisst.


Neulich traf ich einen Mann auf einer Geburtstagsfeier.
Wir sitzen beieinander, ich höre ihm so zu und merke, dass er sich ein bisschen Sorge macht, was mit unseren Lebensmitteln so passiert. Das macht mich natürlich hellhörig. Klar. 


Wir kommen also ein bisschen ins Gespräch, er fragt, was ich so mache, ein Wort gibt das andere, und dann war ich erstmal für eine Weile sprachlos.

Zunächst einmal eines vorweg ausgeräumt.
Für mich ist der Mann über jeden Zweifel erhaben, was seine Schilderung betrifft.


Erstens hatte er schon das Lebensalter überschritten, in dem man sich mit Horrorstories wichtig machen muss, zweitens hatte er ganz offensichtlich wirklich eine Menge an Insiderwissen, das habe ich an den vewendeten Fachbegriffen bemerkt und drittens ist er schon von berufs wegen eher in die Kategorie "absolut glaubwürdig" einzustufen. 


Und was er erzählte betrifft gar nicht ihn selbst, sondern den Beruf - seiner Frau.


Die hat ebenfalls ein akademisches Studium hinter sich gebracht und arbeitet jetzt hier in einer Nachbarstadt bei einer ziemlich bekannten Menschen-Massen-Futter-Fabrik, deren Erzeugnisse ihr in der Fertigfutter-Abteilung von jedem Supermarkt findet.

Und sie arbeitet in einer ganz speziellen Abteilung des Konzerns. 

Die hat nur eine einzige Aufgabe:
Sie soll - nein, genauer - sie muss Wege finden, wie bestehende Produkte noch gewinnbringender gestaltet werden können. 





Mit anderen Worten: Bereits bestehende Rezepte sollen in ihrer Zusammensetzung so verändert werden, dass günstigere Zutaten das gleiche Ergebnis bringen, was den Geschmack betrifft. Ohne die Verkaufszahlen zu beeinträchtigen, bitteschön. 

Das bedeutet, der Gewinn wird gar nicht mehr wie man das vielleicht eher vermuten würde allein durch den Einkauf eines Unternehmens, geschickte Verhandlungen mit Lieferanten und die grossen Chargen bestimmt. 

Sondern tatsächlich betreibt der Konzern eine eigene relativ teure Abteilung, die bestehende "Erfolgs"-Rezepte hinsichtlich des Gewinns weiter "optimieren" soll. 

Und der Druck auf diese Abteilung ist ganz schön hoch. 
Klar - deren Erfolg oder Misserfolg ist ziemlich einfach zu messen. Jedes einzelne Produkt, dass von denen "bearbeitet" wird ist einzeln im Umsatz und Ertrag messbar.

Die Reihenfolge der Priorität für die Rezeptveränderung ist wie folgt:

Priorität A: günstigere Zutaten
Priorität B: gleicher oder besserer Geschmack


In Versuchsreihen dürfen ein paar Testesser ankreuzen, wie sie den Geschmack bewerten.
Und was durchgeht - geht durch.
Fertig.

Merkt Ihr, was da fehlt?!


Richtig. Über die gesundheitlichen Auswirkungen dieser Veränderungen macht sich niemand Gedanken. Abgesehen davon, dass sie natürlich kein Arsen reinpacken, was in der Menge die Angehörigen der Testesser doch ein paar Fragen stellen lassen würde sind die Proben natürlich viel zu klein, um irgendetwas daran festzustellen. 

Und natürlich äussern sich dann die echten Auswirkungen auf die Gesundheit der Kunden erst am realen Produkt auf dem Markt, viel später und ist durch die vielen anderen Nebenprodukte, die man so über einen längeren Zeitraum zu sich nimmt gar nicht mehr nachvollziehbar.

Und wenn man zwischen den Zeilen genauer hinschaut, dann hat das sogar Kalkül.
Wieder und wieder sagen Verbandssprecher und Lobbyisten der Lebensmittel-Industrie bei Stoffen, die infrage stehen, gesundheitliche Nachteile zu erzeugen ein und dasselbe:


Das muss man erst einmal nachweisen. Da könnte alles mögliche andere verantwortlich sein.

Wenn Ihr Euch also fragt, wieso all diese seltsamen Unverträglichkeiten, Allergien etc auf einmal mehr und mehr um sich greifen, dann habt diese Abteilung mal im Hinterkopf.


Denn irgendwie fängt dort alles an. Man kann nicht erwarten, dass man den letzten Tropfen Umsatz aus einem ohnehin schon nicht idealen Produkt herausquetscht, ohne dass das irgendwann den Punkt erreicht, wo das Folgen hat.

Und ganz offensichtlich haben wir - was den Umgang mit Lebensmitteln betrifft - diesen Punkt schon eine ganze Weile überschritten. Und ein Licht am Ende des Tunnels ist nicht in Sicht. Ganz im Gegenteil.


Windows könnte das jetzt eigentlich ganz gut für uns zusammenfassen:


"Es ist ein schwerwiegender Systemfehler aufgetreten. Es werden einige Fehlerinformationen gesammelt, dann wird das System neu gestartet."
Wenn das nur mal rechtzeitig so der Fall wäre.
Aber das ist eben leider eine Gemeinsamkeit, die beide Systeme haben.

Der Kunde von heute ist nur noch der Betatester. Wie es ihm mit dem Produkt geht, interessiert heute in der immer zynischer werdenden Managerwelt niemand mehr.

Nur - bei einem geht es um Eure Gesundheit.



Bis später.



An die Leute, die in solchen Abteilungen arbeiten:
Seid doch mal ehrlich: Tief im Innern wisst Ihr, dass das alles ein Spiel mit dem Feuer ist. Ein paar von Euch machen das um ein Auskommen zu haben, nicht mehr und nicht weniger. Und ein paar von Euch haben noch so etwas wie ein Gewissen. Schreibt mich doch mal an. Diskretion ist selbstverständlich. Ihr verliert Euren Job, wenn Ihr öffentlich macht, was Ihr tagtäglich seht. Ich - nicht.






Der Grat zu Insulinresistenz und Diabetes 2 ist sehr viel schmaler als gedacht

Nico DaVinci 27.10.2016 - 11:10 Lesedauer ca 5 Minuten

KKnowHow
Insulinresistenz, Diabetes 2 und süsse Getränke

Der papierdünne Grat zu einem Krankheitsbild, das alles verändert

Seit ich diese Zahlen kenne, über die ich heute schreibe, gehen sie mir nicht mehr aus dem Kopf.


Sie kommen wieder, wenn ich beim Einkaufen bin, wenn ich an meinen Billiard-Spiel-Partner und seinen Sohn denke, bei der Fernsehwerbung. 

Und gelegentlich wenn ein neues Mitglied zu uns stösst und sich zu Beginn schwer tut zu verstehen, warum wir die eine oder andere Sache bei uns weglassen. 

Vor allem Sachen, die im generellen Bewusstsein der Bevölkerung als gut oder harmlos angesehen werden. Oder - dank geschicktem Marketing womöglich sogar - als gesund.

Aber - der Grat zu Insulinresistenz und Diabetes 2 ist sehr viel schmaler als so gut wie alle das bisher gedacht haben:




Ich habe über die letzten Jahre meine eigene Sichtweise auf die Krankheit Diabetes 2 entwickelt. Vieles von dem, was man liest passt nicht mit dem zusammen, was wir bei KK erleben und sehen. Und für mich wiegen Tatsachen einfach schwerer als ein Bericht in der Apotheken-Umschau.

Und die Tatsache, dass wir z.B. eine nennenswerte Anzahl an bereits diagnostizierten Diabetikern heute bei uns haben, die laut deren Arzt als geheilt gelten gibt mir wohl recht.
Über Diabetes hört oder liest man vieles, aber absolut nicht den ganzen Teil der Wahrheiten zu dieser Krankheit. Und eines scheint hinter allem zu stehen: Die Behandlung muss Geld einbringen. O-Ton: "... die Krankheit muss richtig verwaltet werden."


Als Bestätigung oder Kontrast zu meinen Erfahrungen habe ich gestern um die Meinungen unserer Mitglieder zu ergründen eine kleine Umfrage gestartet.

Ein bisschen erstaunt hat mich, wie weit sich die meine Sichtweise auf die Einschränkungen, die diese Krankheit mit sich bringt und die möglichen Nebenwirkungen und Folgeerscheinungen von einigen Antworten unterscheiden.

Mir persönlich macht es tatsächlich Angst vorzustellen, dass da einen eine Krankheit lebenslang im Griff hat, die dafür sorgt, dass man ständig Medikamente einnehmen oder spritzen muss.

Ich bin tatsächlich eher einer von denen, der das lieber gar nicht erst wissen wollen würde und schon deshalb um einen Test wirklich einen Bogen machen würde.
Sicher hätte man das ohnehin auch bei anderen Untersuchungen schon festgestellt, aber extra testen? Nie im Leben! Egal, wie unverantwortlich oder dumm das vielleicht ist.
Ich hasse Spritzen.

Aber dann: Schlaganfälle (2-3x häufiger), Erblinden (das sind immerhin jetzt schon 2.000 Menschen im Jahr /D), Amputationen (40.000) oder der Tod (jede Stunde(!) 3 Menschen)...
Das erscheint mir nicht harmlos genug, um es zu ignorieren.

2009 hat unsere Gesellschaft für Diabetes und die Folgeerkrankungen allein in Deutschland 48 Milliarden Euro ausgegeben. Neuere Zahlen waren für mich bisher nicht zu finden, was komischerweise immer dann der Fall ist, wenn irgendeine mächtige Industrie viel Geld mit etwas verdient.
Geht uns halt nichts an, man könnte ja anfangen, Fragen zu stellen.

Nachdem die Zahlen der Erkrankten in den letzten 7 Jahren aber stark angestiegen sind dürfen wir davon ausgehen, dass die Zahlen heute tatsächlich auch sehr viel höher sind als "lächerliche" 48 Milliarden Euro.

Um das mal in eine andere, leichter zu verstehende Zahl umzurechnen: 48 Mrd verteilt auf 80 Mio Einwohner bedeutet, dass jeder im Jahr ca 600 Euro dafür ausgibt, geht man davon aus, dass jeder dieser 80 Mio Krankenkassenbeiträge bezahlt.

Weil das nicht der Fall ist, zahlst DU entsprechend mehr. Wäre es nicht fein, wenn Du dieses Geld für irgendetwas anderes ausgeben könntest? Ich frag ja bloss...
Nicht, dass ich naiv genug wäre zu glauben, dass sie Dir das Geld lassen würden, denn da gibt es ja dann bestimmt irgendeine andere Geldkuh, die man mit Deinen 600 Euro lieber füttert, als sie in Deiner Tasche zu belassen. Sie sind ja eh weg, und Du scheinst zufrieden damit zu sein.



Da ich erfreulicherweise niemand direkt in der Familie habe, der an einer diagnostizierten Diabetes-Krankheit leidet muss ich ein wenig um mich schauen. Da ist mein guter Freund und Billiard-Partner. Der hat seinen Sohn alleine aufgezogen. Mit Diabetes. Seit das Kind 8 Jahre als war. 

Jedes Mal, wenn ich mit ihm irgendwo weg war, hat er mindestens einmal das Telefon in die Hand genommen, und seinen Sohn besorgt nach den Blutzuckerwerten gefragt.
Und mir jedes Mal entschuldigend erklärt, dass er diesen Kontakt braucht, weil - Kinder...

Nun ja. Es sind Kinder. Die wissen zwar, dass sie schlimmstenfalls ohnmächtig in einer Ecke liegen und sich klammheimlich leise von der Welt verabschieden könnten, wenn nicht rechtzeitig Hilfe kommt. Aber. Es sind Kinder. Die vergessen die Zeit, vergessen zu messen, nehmen es manchmal nicht so genau.
Ich habe ihn so wahrgenommen, dass es ein ständiges angespannt sein war.
Bis der Sohn dann irgendwann eine automatische Insulin-Pumpe bekam.
Das hat zwar entlastet. Erstmal.


Aber ein echtes Happy End blieb aus. Denn kürzlich wurde nun bei ihm der Verdacht auf MS festgestellt. Und es ist gruselig präzise, wie sehr Diabetes, MS, Depression und Hirn-Geschichten wie Demenz, Alzheimer und Parkinson in diesen gesamten Spiel irgendwie zusammenhängen.

Nein. Diabetes ist mir  nicht harmlos genug, um es zu ignorieren.

Und angesichts der Tatsache, wie schmal der Grat nach einer neuesten klinischen Studie tatsächlich ist, sollte es das für Euch auch nicht sein. 

Auch - und gerade nicht - für Eure Kinder.

Die meisten KKler von Euch machen das ohnehin schon richtig. Und die, die es bis jetzt noch unterschätzt machen haben jetzt die Chance, das zu ändern.

Und wenn man samstags im Supermarkt in die Einkaufswagen der anderen schaut, wenn man weiss, dass einige Eltern ihren Kindern in die Schule eine Einskommafünf-Liter-Cola mitgeben, und das ja noch lange nicht alles ist, was wissentlich und unwissentlich an Zucker in den Kinderkopf wandert, wenn der Tag lang ist....

... dann wird einem angesichts der Zahlen, wie papierdünn der Grat eigentlich ist, auf dem viele wandern, die vollkommen unbedacht durchs Ernährungsleben gehen doch ein bisschen mulmig.

Zumindest, wenn man ein Herz hat.

Bis später. 


Weiterführende Links:
Klinische Studie (englisch/Original) Insulinresistenz und Diabetes bei regelmässiger Aufnahme von gesüssten Getränken 

Wie viel Illusion lässt Du zu und wie viel Realität verträgst Du?

Nico DaVinci 16.10.2016 - 17:10 Lesedauer ca 6 Minuten

DenKKmalschubserle
Illusion vs Realität  
Wie viel Einfluss lässt frau zu?

Als jemand, der mit Medien und Werbung ab und an beruflich zu tun hat kommt man in der heutigen Zeit kaum am neuen Berufsbild "Youtuber" vorbei.

Die Chancen stehen ziemlich gut, dass - so Ihr jemand zwischen 12 und 16 Jahren in Eurem Lebensumfeld habt - dieser junge Mensch anstatt "Astronaut" oder "Feuerwehrmann" mit grossem Abstand viel eher "Youtuber" werden will, wie mir eine kleine Umfrage belegt, die ich neulich bei ein paar Schulkindern gemacht habe.

Die meisten wissen das, aber für die, die nicht - kurz erklärt:
Youtuber sind Menschen, die davon leben, kleine Filme auf Youtube hochzuladen um dann von den Werbeeinnahmen zu leben, oder -wenn sie dann mal berühmter sind - von Firmen bezahlt werden, bestimmte Produkte vorzustellen.





Eine relativ berühmte und preisgekrönte Youtuberin aus Grossbritannien ist Zoella.
Während ich diesen Bericht hier schreibe hat sie knapp über 11,1 Millionen Abonnenten. Das ist einer der Masstäbe, an denen die Popularität von Youtubern gemessen wird.
Und ihre ist sehr respektabel hoch.

In ihrem Kanal gibt sie Schminktipps, erzählt ein bisschen aus ihrem Leben, stellt Produkte vor und hat sich selbst zwischenzeitlich schon derart als eigene Marke etabliert, dass es sogar schon Produkte zu kaufen gibt, auf denen ihr Name Zoella steht.

Das mal zur groben Orientierung.

Ich halte sie aus verschiedenen Gründen für erwähnenswert, denn einmal ist sie ein sehr typisches Produkt des aktuellen Zeitgeistes, dem wir gerade unterliegen, dann hat sie ein bisschen was von dem Hochglanz-Schön, dass unsere Medienwelt prägt und zu guter Letzt hat offensichtlich auch eine ziemliche Anziehungskraft auf die Menschen, sonst hätte sie nicht so viele Abonnenten. 

Als ich nun während meiner Expedition durch diese Youtube-Welt unterwegs war und versucht habe, das Phänomen Youtuber ein bisschen besser zu verstehen, stiess ich - mehr oder weniger durch Zufall - auch auf ein Video von ihr.

Und das eignet sich meiner Meinung nach dermassen,
etwas zu demonstrieren, dass ich es gerne mit Euch teilen möchte:





Ihr müsst dieses Video nicht ganz anschauen (falls Euch der Inhalt nicht interessiert oder Ihr nicht englisch könnt). Darum geht es mir ja auch gar nicht.

Worum ich Euch aber bitte:
Schaut das Mädchen am Anfang kurz an und spult dann auf das Ende

Ist es nicht verblüffend, wie gross der Unterschied ist?

Und - ist es nicht ein starkes Symbol dafür, wer wir natürlicherweise eigentlich sind und wie etwas Maskerade etwas komplett anderes aus uns machen kann?

Am Anfang sehen wir die Realität. So sehen Menschen halt nun mal aus.
Ein paar Pickelchen hier, ungleichmässige Haut, ein paar Augenringe.

Und auch wenn es am Ende meiner Meinung nach sehr schön anzusehen ist:  

Nüchtern betrachtet ist es nicht mehr als eine Maske, die das wahre Mädel verbirgt.
Ich will jetzt hier nicht über Sinn und Unsinn von Makeup schreiben, wer sich damit besser fühlt soll das bitte gerne machen, und das Ergebnis kann sich ja wirklich sehen lassen und ist hübsch anzusehen...

Nein. Stattdessen möchte ich dieses Beispiel vielmehr verwenden um zu demonstrieren, dass wir in unserer Werbe-Geprägten Welt immer mit der Illusion bombardiert werden, dass Zoellas Nachher unser Vorher sein soll. Das ist Quatsch. So ist es nämlich nicht.


Ich ziehe ehrlich meinen Hut vor ihr, dass sie ihr Vorher so offen zeigen kann.
Zeugt es doch von einem gesunden Selbstbewusstsein. Denn gerade in einer Welt, in der unter jedem Video ein Kommentarfeld eine dermassen grosse Angriffsfläche auf die eigene Würde bietet, und von der sie aus ihren Erfahrungen weiss, dass diese all zu oft intensiv missbraucht wird - sie macht es trotzdem.

Und so ähnlich wie mit dem Makeup ist es auch mit dem "Schönheitsideal schlank".


Auch wenn sich der Trend in den letzten Jahren immer mal wieder den eigentlichen Gegebenheiten angepasst hat, und es ab und zu auch als schick gilt, XL-Models auf den Laufsteg zu schicken (darüber hatten wir in unserer Facebook-Gruppe ja heute eine kurze Diskussion) - die Realität sieht doch leider ganz anders aus. 


Vor nicht einmal einem Monat titelt der Spiegel:
"Dicke werden in Deutschland ausgegrenzt"
Ich stimme zwar einigen Inhalten - z.B. was die genannten Auslöser des Problems sind - absolut nicht zu - aber insgesamt kann man sehr viele Infos ableiten, wie es um die Wahrnehmung von "Dick" bei uns tatsächlich bestellt ist. 

Und die Wahrheit ist verheerend. Entmutigend. Deprimierend. 

Aber. Eben. Realität.

Im Fernsehen sehen wir viel öfter Zoellas Nachher - und die Wahrscheinlichkeit, dass neben Dieter Bohlen eine dünne perfekt Geschminkte das Supertalent aussuchen darf ist sehr viel höher als Erna Huber aus Buxtehude mit einem BMI von 40+.

Wir Menschen befinden uns im Leben ständig in einem Prozess des Abgleichens.
Wo stehen wir, wo stehen andere - und wie gut kommen wir in der Gesellschaft zurecht, wenn wir so sind, wie wir wahrgenommen werden? Das ist ein ganz natürlicher, aus der Tatsache 
erwachsener Überlebensinstinkt, dass wir Rudeltiere und somit auf die Sympathie anderer angewiesen sind.

Die Frage, ob wir nun der Zoella-Nachher-Illusion aus der bunten TV/Werbe/Hochglanz-Magazinwelt mehr Raum geben wollen als der auf die meisten von uns viel mehr zutreffenden Zoella-Vorher-Realität - kann sich vermutlich jeder nur selbst gut beantworten.

Ich persönlich glaube ein gesundes Mass an Realität ist auch gesünder für uns selbst.


Ich habe da neulich ein Zitat gefunden, dass ich Euch gerne übersetzen möchte:
"Dein Körper ist nicht Dein Meisterstück. Man suggeriert uns eine Million Mal am Tag, unsere Körper seien unser Projekt. Das sind sie nicht. Unsere Leben sind es. Unsere Beziehungen. Unsere Arbeit. Hört auf damit, wie besessen Eure Körper zu perfektionieren. Als wäre das das einzige, was Ihr der Welt zu bieten habt."

Da steckt viel Wahrheit drin, ich ergänze das aber noch um ein paar Gedanken, die mir da fehlen: 


Für mich ist es das gesunde Mittelmass, das zählt. 

Und ein gesunder Körper kann mehr. Hält länger. Gibt uns mehr Lebensqualität. Mehr Kraft. Hat seinen eigenen Teil am Selbstbewusstsein.

Es nützt nichts, wenn man sich in die eigenen Tasche lügt.
Ob man dazu eine Maske von Lancome aufsetzt, oder sich eine Familienpackung 

Form-Unterhemden oder Bodyshaper kauft.

Wenn am Abend Schminke und Klamotten fallen und wir in den Spiegel schauen werden wir alle mehr oder weniger das gleiche feststellen: Wir sind, wie wir sind.
Kein Hochglanz. Keine Perfektion. Menschen, halt.

Das darf aber eines nicht überdecken:
Trotzdem können wir sehr viel mehr vom Leben haben, wenn wir frei von gesundheitlichen Folgen in einem gesunden Körper stecken. Das klappt dick nicht so toll. Und manchmal ist die Rückkehr zu normal auch unbequem. Aber lohnenswert. Auch eine Realität.

Attraktivität kann auch ganz von alleine kommen, wenn wir uns 
positiv und mit Elan und Passion um die Dinge kümmern, die uns eigentlich ausmachen und die eigentlich wirklich im Leben zählen. 

Was das dann wirklich ist muss jeder für sich selbst herausfinden und entscheiden.
Denn da ist wirklich jeder anders.


Bis später.




Weiterführende Information:
Das angesprochende Video Zoella
Der angesprochene Spiegel-Bericht




11.000 Euro, 22 Möpse und ein kurzes Leben

Nico DaVinci 13.10.2016 - 11:10 Lesedauer ca 3 Minuten

KKrank
Ausgemopst 

oder: Wieso man 11.000 Euro lieber verschenkt
Über bedenkliche Zustände und offene Köpfe

Ein regulärer Mopswelpe kostet laut Internet irgendwas zwischen 400 und 500 Euro.
Mit Stammbaum kann das auch ein Vielfaches davon sein, aber bleiben wir mal im unteren Bereich...

Wenn also eine Züchterin 22 Welpen verliert, dann ist das ein Schaden zwischen 8.800 und 11.000 Euro. Nun könnte man meinen, wenn der Verursacher dieses Schadens bekannt ist, sie würde Schadenersatz einfordern. Doch nein. Sie verzichtet lieber. Und bittet den mutmasslichen Verursacher nur, das nicht nochmal zu tun.

Klingt komisch, ist aber so.




Jetzt fragt Ihr Euch vielleicht, ob ich unter die Hundefreunde gegangen bin oder was hier los ist. Und obwohl ich Hunde tatsächlich ganz gut leiden kann - ist dieser Beitrag bitterer Ernst.

Denn was eigentlich passiert ist, hatten wir heute in den Nachrichten.
Der Tierarzt, der die Welpen und die beiden Muttertiere untersucht hat geht nämlich sehr überzeugt davon aus, dass die neugeborenen Tiere einer Glyphosat-Vergiftung zum Opfer gefallen sind.

Und dafür sprechen 4 Dinge ganz deutlich:

1) Bei den Muttertieren wurde Glyphosat im Blut nachgewiesen und das gar nicht mal so wenig...

2) Die Welpen kamen zum Teil mit offenen Schädeldecken zur Welt.
Was wir ja... moment...
HIER schon mal hatten, nicht wahr?!

3) Zur gleichen Zeit sind im Teich der Züchterin alle Fische und alle Frösche verendet, Tiere, die in allen möglichen Studien schon als besonders anfällig für den unsäglichen Unkrautvernichter sind.


4) Der Landwirt hat eingeräumt, das Mittel in diesem Zeitraum eingesetzt zu haben, ist sich aber keiner Schuld bewusst, denn a) sei das nicht verboten und b) habe er sich an den Sicherheitsabstand von 10 Metern zu bewohnten Grundstücken gehalten.


Der Tierarzt hat keine Zweifel, was die Ursache ist.
Die Züchterin hat keine Zweifel, was die Ursache ist.
Ich habe keine Zweifel, was die Ursache ist.

Und die meisten von Euch, die mit dem Thema vertraut sind, ganz sicher auch nicht mehr.


Aber - die Geschädigte entscheidet sich auf einen Verzicht. Und bittet den Landwirt freundlich, das Mittel nicht mehr einzusetzen. Und möchte bitte gerne anonym bleiben.

Bevor jetzt wieder die Idi... Befürworter des Mittels einen Kritikpunkt wittern:
Der Veterinär ist NICHT anonym, die Glyphosat-Tests liegen als Fotodokument genauso vor wie Bilder der verendeten Welpen mit den offenen Köpfen - die ich Euch hier lieber erspare, Ihr findet sie im Web, falls sie Euch interessieren.


Und wisst Ihr, wieso? Wieso verzichtet jemand auf 11.000 Euro Schadenersatz?
Plus Tierarzt- und Gutachterkosten, wahrscheinlich?

Weil sie Angst hat vor dem Druck der Industrie. Vor den Herstellern. ANGST.


Fassen wir zusammen: 
Nicht nur, dass die Einschüchterung der Konzerne - speziell des einen, der dafür ja besonders bekannt ist - jetzt schon vorbeugende Wirkung entfalten, nein, wir haben auf deutschem Boden erstmals offiziell die gleichen Symptome dokumentiert, die der Dänische Schweinezüchter Ib Pedersen bei seinen Ferkeln schon seit Jahren beobachtet hat.


Und wer glaubt, dass sich dieser Zustand mit dem möglichen wie von mir vor einem halben Jahr schon vorhergesagten Ende von Monsanto - jetzt nach der Übernahme von Bayer ändern wird, der sollte sich einmal die Aussagen des Bayer-Chefs zu Gemüte führen. Das ist das gleiche Geseiere und die gleichen Lügen, die wir nun schon seit Jahren aus der M-Ecke zu hören bekamen.

Und wenn man sich anschaut, wie Bayer Crop Science mit dem deutschen Bauernverband verknüpft ist, dann zweifle ich doch sehr, dass eine Veränderung von selbst kommt.

Im Gegenteil.

Gestern bei Schweinen.
Heute bei Hunden.
Und morgen? Bei uns?


Ich bleibe dabei - es liegt an uns, das zu beenden.

Bis später.


Weiterführende Links:
OE24.at - Darum mussten 22 Mops Welpen sterben
RTLnext - Schlimmer Verdacht Starben 22 Mopswelpen wegen einer Glyphosat-Vergiftung?




Ein PS an die Züchterin falls sie sich hier zufällig selbst ergoogelt oder das hier jemand findet, der sie kennt: Bitte nehmen Sie doch Kontakt zu mir auf, ich verstehe ihren Wunsch nach Anonymität sehr gut, weil ich schon länger an diesem Thema dran bin und sichere Ihnen absolute Diskretion zu. Trotzdem hätte ich Ihnen für meine Arbeit gerne ein paar Fragen gestellt, das würde mir sehr weiterhelfen auf dem Weg, dieses Mistmittel aus unserem Lebensraum zu bekommen.

Der Schlanktober

Nico DaVinci 06.10.2016 - 16:10 Lesedauer ca 1 Minuten

KK-Wissen
Wissenschaftler finden den "schlanksten" Monat
... und den dicksten

Eine Studie mit 3.000 Probanden aus Deutschland, Japan und den USA, die aktuell im New England Journal of Medicine veröffentlicht wurde fand heraus, dass der Oktober in allen 3 Ländern der ist, in dem die Menschen am schlanksten sind.

Die folgenden 10 Tage nach Weihnachten zeigten sich die Probanden hingegen am schwersten.





Zu typischen Feiertagen wie Thanksgiving (USA) oder der Golden Week (Japan) gab es - wen wunderts? - ebenfalls jeweils deutliche Spitzen nach oben.

Die Weihnachtszeit sorgte in Deutschland für eine Gewichtszunahme von im Schnitt einem Prozent an Körpermasse. Ca die Hälfte wurde nach wenigen Tagen schon wieder abgebaut, der Rest allerdings hielt sich recht hartnäckig über ein paar Monate - ca bis Ostern.



Als KKler könnt Ihr das vermutlich auch richtig deuten:

Ähnlich dem Phänomen, das schon viele im Urlaub festgestellt haben, geht ein guter Teil schnell verloren, weil es sich dabei um Wassereinlagerungen als Reaktion auf die traditionelle und meistens eher ungesunde Kost handelt. Ein Teil davon hängt auch mit Entzündungsreaktionen auf bestimmte Inhaltsstoffe zusammen.

Der Rest, das Hartnäckige, ist sehr wahrscheinlich grossteils Speicherfett. Was erklärt, wieso es so langsam geht.


Der Tipp der Wissenschaftler:
Ein bisschen Masshalten in diesen Tagen würde nicht schaden. 

Denn je weniger man an Gewicht zulegt, desto weniger Sorge hat man damit, es wieder zu verlieren.

Dem ist gar nicht so viel hinzuzufügen. 
Ausser vielleicht, dass man sich damit sicher leichter tut, wenn man die Schlemmertage nicht über einen zu langen Zeitraum streckt, sondern ganz bewusst immer mal wieder mit gesünderer, vernünftiger Ernährung unterbricht. Denn - je länger man das macht - um so schwerer fällt es tatsächlich einem Grossteil der von mir interviewten Mitglieder, wieder in das Konzept zurückzufinden. 

Wenn also bei Euch demnächst die Dschingels bellen, achtet ein bisschen auf Euch und lasst Euch nicht zu dolle treiben.

Denn es ist lang hin, bis zum nächsten Schlostern - und noch länger bis zum nächsten Schlanktober...



Bis später.



Weiterführende Links:
Original-Studie "Weight Gain over the Holiday in Three Countries" (englisch)

Heute schon gelachst?

Nico DaVinci 14.07.2016 - 15:07 Lesedauer ca 7 Minuten


SKKandalös: Laxe Lebensmittelsicherheit bei Lachsen Lebensmitteln

Wenn beim Fischgenuss mehr 
als nur die Gräte im Hals stecken bleibt...
Fischgenuss mit 100% eingebauter Sicherheit auf Giftrückstände



Vor etwas über 2 Jahren lernte ich zum ersten Mal im Rahmen einer Dokumentation von Problemen bei der Lachszucht aus Aqua-Kultur. Die eng beieinander gehaltenen Lachse hatten Deformationen und Tumoren entwickelt. 

Die Tiere waren teilweise derart unansehnlich, dass kein normaler Mensch auf die Idee käme, sie zu essen. Der Verbraucher bekommt davon allerdings nichts mit. Denn den filetierten Fischen, die wir hier in den Läden zu kaufen bekommen, sieht man das ja dann nicht mehr an.

Als wirklich beunruhigend empfand ich dann aber zwei weitere Informationen in der Doku.

Das eine waren mit versteckter Kamera aufgenommene Bilder von der Fütterung. 
Dort waren Männer in weissen Schutzanzügen mit Gasmaske zu beobachten, die säckeweise Fischfutter in das Gehege schütteten. 
Das sah alles andere als gesund aus, und ich wunderte mich, was wohl in dem Futter sein könnte, das den Einsatz von solch dramatischen Schutzvorrichtungen bei der Fütterung voraussetzte.

Das zweite war dann die Reaktion der norwegischen Fischerei-Ministerin, als sie darauf angesprochen wurde. Meine Menschenkenntnis sagte mir sofort, da wird etwas verheimlicht und vertuscht. 
Und folgerichtig berichtet dann die Doku auch ein paar Sätze später, dass die Ministerin selbst Inhaberin von solchen Fischfarmen ist, also mit den Praktiken bestens vertraut. Um so schwerer zu ertragen, dass sie recht aggressiv auf die Vorwürfe reagiert hat und klar gestellt habe, dass es da über nichts zu berichten gäbe.




Für mich war damals schon klar - irgendetwas stimmt da so gar nicht, mit der Lachskultur. Ich empfahl also relativ regelmässig, auf diesen Fisch zu verzichten und auf Wildfang oder Bio auszuweichen...

Das brachte mir einiges an Kritik ein, da es eben wohl im Netz auch Gegendarstellungen der Fischindustrie gibt. Manche davon sind anscheinend nicht einmal direkt als solche zu erkennen, der "Absender" der "Alles-Ist-Gut-Botschaften" wird teilweise geschickt kaschiert, in dem man andere Leute vorschickt, die Aquakultur als ideal darzustellen.



Meine eigene Entscheidung war jedenfalls klar: Ich habe seither sehr konsequent darauf geachtet, keinen Fisch aus Aquakultur zu kaufen. Lieber habe ich ein bisschen mehr Geld in die Hand genommen und den etwas teureren Wildlachs gekauft, wenn mir danach war.

Wie goldrichtig ich mit dieser Entscheidung lag, lernte ich nun gestern.

Denn nicht nur, dass Tiere, die so eng beieinander gehalten werden oft vorbeugend mit Antibiotika behandelt werden, dass die Schwarte kracht (50% der Weltproduktion Antibiotika werden in der Tierzucht verbraten) - nein - jetzt ist wohl auch klar, was die Deformationen und die Tumoren erzeugt. Und das ist alles andere als... "nett". Im Gegenteil. Ich denke, das ist wirklich ein Ding, über das es lohnt, intensiver zu berichten.


Na denn mal los...


Gestern berichtete die Sendung plusminus von Rückständen einer chemischen Verbindung namens Ethoxyquin und Ethoxyquin-Dimer in Lachs. Ein Mittel, das als Pflanzenschutzmittel zwischenzeitlich verboten ist, weil man es "als nicht mehr sicher" erachtet. Brisant: Als Konservierungsmittel in Tierfutter ist es jedoch erlaubt.






Grenzwertig.
Nun sind die Lebensmittelsicherheit-Fritzen ja nicht ganz so naiv zu glauben, das Mittel würde sich nicht im Fleisch der Tiere wiederfinden, weshalb sie dann folgerichtig einen Grenzwert von 50 Mikrogramm pro Kilo von beiden Stoffvarianten zusammen festgelegt (oder auch: ausgewürfelt) haben. 

Stutzig macht: Obwohl das als Pflanzenschutzmittel nicht zugelassen ist gibt es seltsamerweise einen gleich hohen Grenzwert bei Obst und anderen pflanzlichen Lebensmitteln. Aha. Warum?!

Aber zurück zum Fisch... 
Für Fisch gibt es - wieso auch immer - gar keinen Grenzwert.
Somit ist es wurscht - äh Fisch - wieviel davon enthalten ist, man darf den Fisch verkaufen. Verkehrsfähig, heisst das dann im Fachjargon.

Nun haben die plusminus-Leute 8 Proben frischen, tiefgekühlten und geräucherten Lachse bei ALDI, REWE, EDEKA und REAL aus dem Regal gekauft und dieses ins Labor gegeben. Und oh Wunder...

ALLE 8 Proben waren belastet und das zum grossen Teil erheblich höher, als es bei Fleischwaren erlaubt wäre. 

Der traurige "Testsieger" hatte sogar über 237% (!!) mehr an Rückstand von dem Stoff als das in einem Rindersteak erlaubt wäre.  

Und - mangels Grenzwert ist das sogar ganz legal. Wow...
Wie bescheuert kann man denn noch sein?!



Und weiter heisst es in dem Bericht in den Discounter-Reaktionen, als sie mit dem Testergebnis konfrontiert werden: 
"Es gibt derzeit kein Futtermittel bei der Produktion von konventioneller Aquakultur, das ohne Ethoxyquin auskommt" 
BÄM! 100% Chance auf Rückstände! Klasse. Na wunderbar...




So - und wie relevant ist das denn nun überhaupt? Sehr!
Nun - es ist bewiesen, dass diese Rückstände in Muttermilch gefunden worden sind, es ist belegt, dass es sich auch im menschlichen Körperfett anlagert (wunderbar für uns: wenn man dann abnimmt, dann wird es im Körper wieder freigesetzt), es schädigt die Erbsubstanz, schädigt die Organe, verändert den Stoffwechsel der Leber, überschreitet die Blut-Hirn-Schranke und Toxikologen äussern offen die Befürchtung, dass es die Gehirnentwicklung von Babies schon im Mutterleib stört.


Anders gesagt: Aquakultur ist die 100%ige Chance, sich mit einem Stoff zu belasten, der so richtig was kann, wenn es ums krankmachen geht.


Und was nun ebenfalls beunruhigen könnte...
Natürlich ist das nicht nur auf den Lachs beschränkt. Das betrifft tatsächlich alle Fische und auch Shrimps aus konventioneller Aquakultur.

Aber ausserdem:
Das Zeug ist nicht nur in Fischfutter, nein, das ist offensichtlich auch in Hunde- und Katzenfutter (Gruss an Eure Lieblinge an dieser Stelle) und natürlich auch in dem Tierfutter als Konservierungsmittel, das unser Geflügel, unsere Schweine und Rinder satt macht. Mahlzeit!



Hört jemand gerade jemand am Horizont BuMEL Christian Schmidt und seine Kumpanen im Ernährungsausschuss des Bundestages leise mal wieder säuseln: 
"Die Lebensmittel sind sicher wie nie zuvor..."?


Die Rolle der EFSA
Lebensmittelsicherheit. Für Europa ist da ja die im Beitrag genannte EFSA zuständig. Die hatte ja jüngst schon eine unrühmliche Rolle bei der Glyphosat-Sache. Und genauso verhält es sich bei Ethoxyquin. Auch hier stinkt das Drumherum bis ins Ozonloch.

Im Oktober 2015 veröffentlichte ein 20köpfiges Gremium der EFSA eine  58-seitige "Sicherheitsbewertung der Substanz", in der sie zu dem Schluss kommen, dass sie das Risiko mangels Daten nicht abschliessend bewerten können. Gähn... 
Wer nicht davon überfordert ist, bitte einmal näher in die 58 Seiten schauen, das ist wirklich spannend für die, die das lesen können.

Wenn man sich dann die Mühe macht, die Erklärung zu Interessenkonflikten der Gremiummitglieder näher anzuschauen kommt man aus dem Kopfschütteln kaum heraus:

Tätigkeiten bei Tierfuttererzeugern, in der ILSI, bei der Milcherzeugung (shhht, das ist auch in der Muttermilch nachgewiesen...) und dann 2 Vertreter des deutschen BfR, die im Nebenjob den rechtschaffenen Landwirt über die Agrarzeitung über die Vorzüge von Kraftfutter informieren oder bezahlte Vorträge bei dem Deutschen Verband Tiernahrung e.V. halten, in dem so ziemlich alle vereint sind, die sich um die Produktion von Tierfutter kümmern.

Und es gibt noch zwei Fragen, die man sich stellen sollte, wenn man verstehen will, warum die EFSA (wieder mal) zögert, den überfälligen Schritt der Notbremse zu ziehen...

Wer hat's erfunden?

Wer produziert und vertreibt es?
(siehe Historie, 1992- Joint Venture und alle Verknüpfungen zur Tiernahrungsindustrie)



Ja, aber... Omega 3 und so? Fischwoche? Heisst das jetzt Totalverzicht?
Nicht unbedingt. Die Chemischen und Veterinäruntersuchungsämter (CVUA) testen auf Anforderung Lebensmittel auf Rückstände. Und das CVUA Freiburg veröffentlichte als Reaktion auf eine andere Fernseh-Doku bereits einen interessanten Bericht.

Besonders spannend ist die dort enthaltene Grafik, wie sich die Belastung auf die unterschiedlich erzeugten Produkte verteilt:




Diese Grafiken sprechen Bände, und ich denke es sollte klar sein, auf welche Variante man besser verzichtet und zu welcher man greifen kann... Der grüne Kasten steht jeweils für Wildlachs oder Bioaufzucht. Alles andere bedeutet nicht einmal, ob es belastet ist oder nicht. Sondern allenfalls - wie hoch.


Ein klein bisschen ökologisches Gewissen noch: 
Wildlachs ist schon seit längerem vom Aussterben bedroht, die Ökobilanz ist nicht gerade rosig wie Lachssteak und auch die Fangmethoden sind teilweise im Gerede. Das sollte man ein klein bisschen im Hinterkopf haben wenn man ihn kauft. 

Bleibt noch Bioqualität. 
Ist ein bisschen teurer, muss aber ja auch nicht jeden Tag sein, nicht wahr? 



Mein persönliches Fazit: 


Wer bis eben noch fetten Fisch aus konventioneller Aquakultur gekauft hat, war uninformiert.  

Wer es jetzt noch tut, ... 


Bis später.




Weiterführende Links:
Ethoxyquin - Wikipedia

planet e - Ein giftiger Verdacht
ZDF plusminus "Zuchtlachs mit Chemikalie belastet" 6:45 Min deutsch (13.07.2016)
EFSA - "Sicherheitsbewertung ohne Ergebnis" PDF, 58 Seiten Oktober 2015

EFSA - FEEDAP-Gremium-Mitglieder Interessenkonflikt-Erklärung und Lebensläufe
Amtliche Messwerte: CVUA Ethoxyquin in Lachs


Gift für den Körper vs Gift für die Abnahme vs Gift für die Wahrheit

Nico DaVinci 06.07.2016 - 14:07 Lesedauer ca 7 Minuten

KK-Wissen
Eine Frage der Perspektive: "Giftige" Lebensmittel
... und was man aus "Fachbeiträgen" aus der Lifestyle-Presse alles lernen kann


Aufgrund eines verlinkten Beitrages von einem unserer Mitglieder in unserer Facebook-Gruppe, in dem ein über 3 Jahre alter Bericht vom März 2013 über Glutamat eher positiv spricht ergibt sich eine gute Gelegenheit, ein paar Dinge näher zu beleuchten...





Gift für den Körper
Es gibt Substanzen, die bei KK gemieden werden, weil sie entweder bereits 
klar gezeigt haben, dass sie ungesund sind, oder in sehr begründetem Verdacht
stehen, das zu sein. 

Glyphosatrückstände im Essen können das. Aspartam kann das. 
Und Fructose kann das. Um ein paar Beispiele zu nennen.

Die gemiedenen Stoffe müssen gar nicht unbedingt einen direkten Einfluss auf die Abnahme haben, wobei sie es indirekt interessanterweise doch öfters tun, als uns lieb sein kann.

Da wir aber mit KK ja versuchen, eine möglichst gesunde Form der Ernährung zu suchen - und der Erfolg gibt uns ja Recht damit - sind diese Stoffe bei uns so markiert, dass wir sie aus dem Essen rauslassen. Ich denke, das ist leicht verständlich.


- vs - 

Gift für die Abnahme
Und dann gibt es Wirkstoffe, bei denen eine Schädlichkeit für den Körper (noch) nicht
nachgewiesen ist, von denen man aber doch recht sicher weiss, dass sie ihren eigenen Anteil an der Tatsache haben, dass wir 67% übergewichtige Männer, 53% übergewichtige Frauen und jedes fünfte Kind im Übergewicht haben.

Das Ding mit dem Übergewicht mag zwar heute zwischenzeitlich bei diesen Zahlen und einem gewissen Gewöhnungseffekt für viele zur Normalität geworden sein, ist es aber keineswegs. Und die Gesundheitszahlen zeigen ja leider auch eindrucksvoll, das es keine dauerhafte Normalität werden sollte.

Glutamat lässt uns mengenmässig mehr essen, als wir das natürlicherweise ohne tun würden. Das heisst, es bescheisst unser natürliches Satt-Gefühl und beeinflusst damit natürlich auch, wie viel Energie wir aufnehmen. 

Zusätzlich suggeriert uns Glutamat auch noch, da käme hochwertiges Eiweiss, und dann kommt irgend ein anderer Kram. 

Zumindest bei anderen Stoffen hat da die Wissenschaft schon Ansätze, dass dieses "den Körper an der Nase herumführen" nicht ganz folgenlos bleibt. Und - wenn Ihr mich fragt - wird das hier nicht anders sein.

Somit ist Glutamat in jedem Fall "Gift für die Abnahme", inwiefern es in der industriell/chemisch erzeugten und gerne in Fertigfutter verwendeten Variante eventuell sogar in die obige Kategorie "Gift für den Körper" passt, da streiten sich die Gelehrten wie bei vielen Dingen, die viel Geld bringen und wo man Gegenstudien kaufen kann vermutlich noch bis zum Sankt Nimmerleinstag... 



- vs - 


Gift für die Wahrheit

Mittenrein - was man aus dem Artikel selbst alles lernen kann.

Interessant ist, dass in dem Artikel unten eine Organisation zitiert wird, die sich Umami Information Center nennt. Schaut man ein bisschen nach, wer das ist, soll sie eine gemeinnützige Non-Profit-Organisation sein, die sich für die Geschmacksrichtung "Umami" weltweit einsetzt. (Wo ist eigentlich die NGO für "bitter"?)

Dafür, dass das deren Hobby sein soll, kommt die Organisation aber doch mit einer sehr professionellen ansprechenden Webseite daher. Muss man ihr lassen... Schön geworden.



Und auch die Abfrage, wer die Domain registiert hat zeugt jetzt nicht unbedingt vom Umstand, das seien reine Hobby-Umami-"stiker". 



Fairerweise muss man sagen, ich habe bei den Worten GMO gleich gezuckt, aber es scheint sich tatsächlich um einen Internetprovider zu handeln, der nur einen - für diesen Kontext hier - unglücklichen Namen hat. Über das Laboratorium war nichts zu finden, die Seite, über die die Emailadresse läuft hat keine aufrufbare Webseite. Mir fällt jedenfalls keine andere Non-Profit-Organisation ein, die das Wort "Labor" trägt, aber das mag eine irrtümliche Betrachtung sein. 

Weniger irrtümlich sondern real ist die Antwort auf die folgende Frage:

Gibt es eine Verbindung mit dem weltgrössten Hersteller von Mononatrium-Glutamat Ajinomoto? Ja, die gibt es und zwar hier, dort leiten die Hobby-Glutamaten sogar ein komplettes Symposium für Ajinomoto.

Auch wenn ich das jetzt nicht in der Kürze der mit zur Verfügung stehenden Zeit endgültig belegen kann, sehe ich nach meiner Auffassung hier doch zumindest erste gute Anzeichen, dass es sich bei denen um einen Werbearm der Lebensmittelindustrie handelt, nichts weiter sonst. Es wäre in jedem Fall doch sehr spannend in deren Geschäftsunterlagen zu sehen, wer die so sponsert.

Um Ajinomoto in dem ganzen Spiel einzuordnen habe ich hier mal eben die Liste, mit welchen Heilsbringern für die Gesundheit die sich in der Lobby-Organisation ILSI so tummeln:


Kleiner Hinweis zur Markierung auf der Grafik: 
Ich will damit nicht Monsanto in diesen Kontext packen, die haben mMn nichts damit zu tun. Ajinomoto steht oben als zweiter links. Aber leider habe ich gerade keinen anderen Screenshot und musste mich einem alten bedienen, in dem ich eine Verbindung zu Monsanto zu zeigen hatte. Da ILSI momentan gerade "ein wenig" ins Gerede kam wegen Glyphosat, sehe ich die aktuelle "Überarbeitung" von deren Webseite mit gemischten Gefühlen. In jedem Fall haben wohl auf der neuen "vergessen", die Mitgliedernamen zu veröffentlichen.
Deshalb dieser alte Screenshot.


Ich sage das jetzt gar nicht nur, um den Inhalt des Standard-Bericht per se zu relativieren, sondern ich sage das aus einem anderen Grund. Was wir hier sehen ist ein relativ typischer Aufbau, wie man heutzutage Lobbyarbeit betreibt.

"We are bad. Well, blame the others!"

Das ist quasi ein ungeschriebener Leitsatz, der mit in den letzten Wochen auch während meiner Glyphosat-Arbeit mehrfach begegnet ist. 

Glyphosat wird nicht einen Hauch weniger giftig, wenn man aufzählt, was noch alles giftig ist. Das wurde aber in den letzten Wochen wieder und wieder seitens der Befürworter getan, schon um Verwirrung zu stiften und die berechtigten Sorgen und die Kritik zu zerstreuen. Ablenkung, ähnlich wie ein Magier oben mit der Hand wischt, während er unten, wo man dann nicht hinschaut das Pik-As aus dem Ärmel holt...


Und genauso wird das in dem Standardbericht gemacht. 

Man lenkt von dem chemisch extrahierten weissen Pulver ab und zeigt auf lauter lecker schmeckende Sachen, in dem das auch drin ist.

Man nennt ein paar Vertrauenspersonen. 

Man würzt mit Rassismus, denn den finden wir doch alle Scheisse. 
"Ich esse kein Glutamat, also bin ich Rassist". Gib her das Zeug!

Man relativiert einen doch sehr entscheidenden Umstand
"Frisches Fleisch, das mit Glutamat gewürzt wird, schmeckt etwa so, als sei es bereits gereift."
Aha! Jemand gegen Frische?! Hat jemand etwas gegen Reife? Nein? 
Na also, rin in den Kopp mit dem weissen Etwas!

Dann der typische Irrtum:
"So ist industriell hergestelltes Glutamat chemisch ident mit solchem, das natürlich - etwa in Parmesan - vorkommt"
Parmesan - ein Suchtmittel. Wer könnte darauf schon verzichten? 
Und wenn das gleich wenig schlimm ist, wieso sollte ich zögern, 
Ajinomoto-Produkte zu verwenden?

Das mit dem "chemisch ident"-isch (da haben wir wohl vergessen den Text zu Ende zu bearbeiten, den man Dir geschickt hat, Tobias?) will man uns allenthalben Glauben machen, dass die Dinge gleich seien, wenn sie anders hergestellt oder extrahiert werden. 

Leider gibt es nun aber mehr und mehr Anzeichen, dass dem nicht der Fall ist, und dass es sehr wohl auf den Gesamtkontext ankommt, in welchem die Natur uns das zur Verfügung stellen, den wir Menschen aber immer stärker manipulieren: 

Aromen lassen uns glauben wir bekommen Himbeeren

Smoothies filtern alle Ballaststoffe aus - und lassen uns exakt mit dem alleine, das dick macht.

Und Glutamat, das unserem Körper suggeriert, da kommt hochwertiges Eiweiss, was aber nicht stimmt, wenn man es über andere nährstoffarme Pampe kippt.

Und das ist der Hauptpunkt für meine Kritik: 

Wir sollten mehr Augenmerk auf den Kontext lenken.
Ich meine damit nicht nur die Glaubwürdigkeit von Berichten in den Lifestyle-Teilen der Zeitungen, die mehr und mehr zu einem Mischding von Werbung und Nachricht verkommen, ohne dass man das lästige Wort "-Anzeige-" darüber schreiben muss.

Nein, ich meine den Kontext der Natur:
Wie stellt die Natur etwas bereit? In welcher Zusammensetzung? Was signalisieren die Dinge dem Körper? Und was geschieht darauf hin? Und wo hat der Fake dann eben doch Nachteile? 

Wir pfuscheln bei Lebensmitteln immer mehr der Natur ins Handwerk, 
denken nie über die Konsequenzen nach, testen nie die Langzeitwirkungen dieser Manipulationen ausreichend, bevor etwas auf den Markt kommt und vertrauen bei den Berichten zur Unschädlichkeit dann ausgerechnet den Leuten, die damit tonnenweise Scheine verdienen.

Das kann nicht gut gehen.


Bis später.


Weiterführende Links:
Umami Information Center
(siehe Domainname/Link, wo die PDF-Datei liegt)

(siehe Mitte des Beitrages, im GRAZIA-Teil)

In welchen Lebensmitteln ist Glyphosat?

Nico DaVinci 03.07.2016 - 18:07 Lesedauer ca 1 Minute

Download-LinKK
Die kleine Glyphosat-Fibel
Eine bebilderte Aufstellung belasteter Lebensmittel und weitere Info


Es ist jetzt 3 Tage her, als man die Chance verpasst hat, das Totalherbizid Glyphosat vom Acker zu machen. 

Obwohl es etliche Anzeichen gibt, dass der ausufernde Einsatz des Mittels längst ausser Kontrolle gerade ist, wie Rückstandsüberschreitungen in Grundwasser(!!), fliessenden Gewässern und einer ganzen Reihe an Lebensmitteln wurde die Zulassung für dessen Einsatz um weitere 18 Monate - soweit ich erinnere jetzt dann zum vierten Mal - verlängert.

Wer in diesen (hoffentlichen letzten) 18 Monaten das Mittel im Körper vermeiden will, kann sich hier in der 



Kleinen Glyphosat-Fibel
Eine bebilderte Aufstellung belasteter Lebensmittel




informieren.




Der Download ist kostenlos und darf gerne geteilt werden - wir bitten sogar darum!




Weiterführende Links:

Die kleine Glyphosat-Fibel - (PDF, deutsch - 7,7 MB)

Warum ist Glyphosat im Körper keine gute Idee? (Info-Film)

Lobbyisten, Lümmel, Lügenbolde

Nico DaVinci 25.06.2016 - 08:06 Lesedauer ca 6 Minuten


KKontext
Lobbyarbeit in der Landwirtschaft
Warum es so schwer ist, Nachrichten von Werbung zu unterscheiden




In den letzten Wochen und Monaten habe ich ja viel recherchiert und eine Menge Daten und Fakten gesammelt. 

Und dann liest man während den Recherchen immer mal wieder dazwischen Nachrichten, die irgendwie nicht in den Gesamtkontext passen....

Da war zum Beispiel diese hier.


"Sie setzten die Existenz von Landwirten aufs Spiel, nur um sich selbst zu profilieren", steht da zu lesen. Ein kläglicher Witz. Ich komme später im Bericht auf diesen Punkt zurück, wenn es um Existenzen geht, dann habe ich da eine andere Sichtweise, wer das Problem antreibt.

Spannend wird das jedenfalls dann wenn man mal ein bisschen näher hinschaut, und den Kontext entdeckt, der einem zum Verständnis fehlt.





Na, das hat doch Charme, oder?
Oder dann, etwas später stiess ich dann auf diese "News" hier:





Da ist dieser Hinweis mit den "wissenschaftlichen Grundsätzen."

Wir alle wissen ja langsam, dass das im Falle der Wiederzulassung nicht der Fall ist.

Tatsächlich hat das BfR die Risikobewertung gar nicht selbst geschrieben, sondern die Glyphosate Task Force (GTF), bestehend aus Firmen wie

Adama, Arysta, BASF, Bayer, Cheminova, Dow AgroSciences, Helm AG, Monsanto, Nufarm, Sygenta, UPL und ein paar andere. (Stand 01.09.2015)

Zusätzlich kommt hinzu, dass die Risikoeinschätzung selbst zu heftigem Einspruch bis hin zu einer Betrugsanzeige geführt hat.

Von der nachträglichen Einschätzung vom BfR der IARC-Darstellung ist bekannt, dass sie gerade bei der oben erwähnten "genaueren Untersuchung" ja dann selbst gerade Hinweise auf Krebs gefunden habe. 

Das stellt sich also eigentlich wie eine durchgängig falsche Darstellung der Fakten dar.

Und dann redet man in dem Bericht noch von der JMPR und vergisst dabei im Pressetext zu erwähnen, dass da doch der eine oder andere Interessenskonflikt eine Rolle spielt. 


Und dass das IARC bis heute nicht von ihrer Befürchtung das Mittel sei wahrscheinlich krebserregend abgerückt ist.

Das verwundert natürlich sehr, wenn man diese Hintergründe kennt.

Bis man dann auch da näher hinschaut und auf der Webseite folgende Mitgliederliste entdeckt:






Lobbyisten, Lümmel, Lügenbolde?!

Nun kenne ich die beiden da oben nicht und konnte mir keinen persönlichen Eindruck machen. Zu gerne würde ich verstehen, ob diese Leute selbst tatsächlich so wenig unbedarft sind, tatsächlich dermassen desinformiert sind oder gar am Ende tatsächlich bewusst Unwahrheiten verbreiten. Das wäre dann doch ziemlich skrupellos. 

Und so gibt es wohl Lobbyisten, 
Lümmel, die das "sportlich" sehen und sich der Tragweite ihres Handelns nicht bewusst sind... und es gibt Lügenbolde, die sehr wohl wissen, dass sie die Unwahrheit verbreiten.


Genau genommen dürfen wir den Landwirten eigentlich kaum Vorwürfe machen.

Wer ehrlich und im guten Glauben sein anstrengendes, solides Handwerk ausübt, schaut ab und an vielleicht einmal ein paar Agrar-Nachrichten online oder in Papierform an, bevor er müde ins Kissen sinkt. 
Aber Zeit für intensive Recherchen hat man da kaum. Für viele ist das ein 365 Tage Job.
Das wurde mir nun schon ein paar Mal unabhängig voneinander berichtet.

Und so kommt es wohl, dass sie dann ein Mittel dermassen intensiv einsetzen, dass es in Brandenburg im Grundwasser nachgewiesen wird und dass eine Behörde dann förmlich betteln muss, den Einsatz zu reduzieren: 






Ausser Kontrolle

Erbettelt wird eine Reduzierung, die dann wahrscheinlich nicht stattfindet. 
Denn man "weiss" als Anwender ja, wie harmlos das Mittel ist.
Und es ist praktisch. Und man weiss, dass es nicht kontrolliert werden kann, dazu haben die Behörden gar nicht genug Personal und selbst wenn hätten die ja nicht täglich Zeit auf dem Acker zu stehen, bis der Spritztraktor vorbei kommt.

Was die Landwirte betrifft: 
Andauernd bringt ihnen "jemand" bei, wie harmlos das Mittel ist, 
erzählt ihnen, dass die Gegenrede politisch motiviert sei, 
dass die "bösen NGOs" und die Grünen zweifelhafte Tests erzeugen, und und und. 

Wenn man dann deshalb nicht einmal mehr auf die eigentlich doch ziemlich verdammt relevanten Inhalte schaut, wenn man dermassen schon vorab gegen die berechtigte Kritik "geimpft" worden ist, dann hat man eigentlich kaum eine Chance, Bedenken zu entwickeln oder Zweifel zu bekommen. Obwohl das sowas von dringend nötig wär...

Interessanterweise sind die Landwirte, die sich dann wirklich einmal die Zeit nehmen und wirklich vorurteilsfrei in die Materie reinschauen binnen weniger Minuten schon bereit, wesentlich vorsichtiger und vernünftiger mit dem Mittel umzugehen.

Aber die Tarnung der Einflüsterer funktioniert prächtig. Oft erfolgt die Beeinflussung unter dem Deckmantel klangvoller Namen. Oder Vereinigungen, die von sich behaupten, eine moderne Landwirtschaft fördern wollen. Für eine bessere Zukunft.


Wer meint es denn eigentlich gut?

Denken wir doch einmal ein bisschen intensiver nach. 
Denken wir doch speziell an die aktuellen Berichte von den Milchbauern. 
Denen wurde seit etlichen Monaten, teilweise Jahren von den Bauernbänden suggeriert, sie müssten expandieren, gross werden. Kredite aufnehmen und den Stall erweitern. 
Um weiter effizient zu sein und mehr Umsatz zu erarbeiten.

Die Wahrheit ist aber doch vielmehr, dass gerade das Überangebot am Markt für zu niedrige Preise gesorgt hat. Und es jetzt noch viel schwerer zu überleben ist. Bei wesentlich mehr Arbeit. Und in der Zwickmühle, dass mit einem abzuzahlenden Kredit kaum ein leichter Ausstieg möglich ist. In fast jedem Gespräch das ich zu diesem Thema mit Betroffenen führte, kam das Wort "bereuen" vor. Und ausnahmslos alle waren sauer auf den Verband, der ihnen dazu geraten hat. Und den Landwirtschaftsminister Christian Schmidt, der sie sowieso im Stich lässt, wie sie sagen.

Für mich bedeutet das, dass man sehr, sehr genau hinhören sollte und ein gesunde Misstrauen entwickeln gegenüber all jenen, die zu einem höheren Umsatz drängen oder zu "noch mehr", "noch schneller" und "noch grösser" raten.

Denn in erster Linien empfehlen die Leute das, weil ihr eigener Umsatz daraufhin höher wird. Was sie dabei vergessen zu erzählen ist, dass wir in vielen Bereichen ohnehin überproduzieren und das die Preise in den Keller treibt. 
Und die Spirale ständig noch schneller nach unten drückt. 

So kommen dann neben teilweise spürbarer Überarbeitung aufgrund der Empfehlungen dann zusätzlich noch die finanziellen Sorgen, die auf die Seele drücken.

Die bisher geführten Interviews dazu sagen mir, dass niemand von denen, die diese Empfehlungen umgesetzt haben - heute wirklich glücklich ist.

Eine "feine" Empfehlung, also. Oft von den Bauernverbänden und nicht zuletzt durch den BuMEL Christian "Glypho" Schmidt ausgeprochen wird.


Was nötig scheint ist ein Schnitt.

Sehen wir nicht langsam immer klarer? Dass das alles aus dem Ruder gelaufen ist?
Dass es sinnvoller wäre die Dauerschleife vom "Märchen Mehrertrag" zu durchbrechen?
Und sich als Landwirt selbst einmal wieder mehr Zeit für sich selbst zu gönnen, statt digitalisiert und supermodern effizient in den Ruin zu rauschen?


Wäre es nicht viel sinnvoller, als Landwirt den direkten Dialog  mit den Verbrauchern zu führen? Ohne Handel, ohne Verband, die ihre ja vollkommen eigene Ziele verfolgen.

Wenn mir eines in den letzten Monaten aufgefallen ist, dann das:

Für die Industrie zählen nur nüchterne Dollars, der Landwirt ist auf seinem eigenen Feld allenfalls "weitgehend geduldet".  


Denen ist es egal, ob der Karl oder der Erwin übermorgen seinen Laden zusperrt. 
Denen ist es auch wurscht, ob sich der Landwirt mit einem Mittel das Feld im Zeitraum von 10 Jahren verwüstet. 

Der kurzfristige Gewinn ist, was sie interessiert. 
Obendrein wird das Konzept dann noch voller Dreistigkeit den Bauern als "nachhaltig" verkauft. Und macht sie zu modernen "Too big to fail"-Sklaven.


Und ganz nebenbei macht die Industrie auch noch eine unfassbar grosse Zahl an Menschen in der Bevölkerung massiv krank. Too big to jail?



Bis später.





Morgen ist D-Day - schon wieder...

Nico DaVinci 23.06.2016 - 16:06 Lesedauer ca 5 Minuten

Vor-aus-schau-end
Glyphosat - und wieder ist D-Day
Erneut Abstimmung in der EU

Morgen ist es nun soweit. Nach einer Menge Versuchen, die Glyphosat-Wiederzulassung durchzudrücken, für die sich aber keine Mehrheit fand erfolgt morgen wohl aus Zeitmangel der letzte Versuch. Zeitmangel deshalb, weil die Zulassung zum 30.06. ausläuft, und bis dahin kein weiterer Versuch zu erwarten ist.

Die gute Nachricht

Wir sind weg von dem Wahnsinn, das Mittel auf 15 weitere Jahre zuzulassen, ohne nennenswerte Einschränkungen. Es wird wohl auch keine 10 Jahre geben. Genaugenommen gibt es aktuell nicht einmal überhaupt eine Wiederzulassung.

Stattdessen wird morgen versucht, sich auf eine Verlängerung der aktuellen Zulassung auf 12 oder 18 Monate zu einigen. Aber auch hier stehen die Zeichen eher schlecht. Frankreich hat sich wieder auf ein Nein besonnen, für Deutschland gibt es keine Nachricht, dass aus der Enthaltung ein Ja wird. Das bedeutet, eine Mehrheit ist morgen auch nicht zu erwarten.

Nun könnte man der Versuchung erliegen zu hoffen, dass das Mittel dann ab dem 01.07. ein Auslaufmodell in Europa wird. Das wäre schön. Zu schön. Um wahr zu sein.

Die schlechte...

Denn tatsächlich gibt es jetzt schon eine Ankündigung der zuständigen EU-Kommission (das wären eigentlich die, die uns vor Schaden durch Lebensmittel zu bewahren hätten), sie würden nun eigenmächtig eine Verlängerung der bestehenden Zulassung vornehmen. Beim bisherigen Verhalten ist das dann wahrscheinlich auch gleich auf das Höchstmass 18 Monate zu erwarten.

Begründet wird das wie folgt: 

Erstens steht im Herbst nächsten Jahres eine weitere Veröffentlichung von Untersuchungsergebnissen durch eine weitere Institution an, und zwar die der European Chemical Agency (ECHA). Offensichtlich erwartet die EU-Kommission von denen einen Freibrief und verzögert das deshalb. Alternativ mag es vielleicht auch daran liegen, dass Monsanto's Werk für den alten, wiederzubelebenden Ersatz-Stoff dicamba wohl nicht rechtzeitig fertig wird, in das sie Milliarden investiert haben. So gewinnt man noch etwas Zeit, und kann dann einen mehr oder weniger nahtlosen Übergang vom unpopulär gewordenen Umsatzträger Glyphosat zu einem anderen Stoff anknüpfen. Der übrigens beim näheren Hinsehen die gleichen gesundheitlichen Auswirkungen erwarten lässt.

Zweitens begründet die Kommission ihr Handeln damit, dass eine gute Zahl an Staaten für eine Wiederzulassung war, und sich (Stand letzte Abstimmung) allein Malta klar für ein Nein positioniert hat. Alle anderen - inklusive Deutschland - haben sich enthalten. Anlass für die Kommission daraus zu schliessen, dass das kein Nein sei, somit ein Ja.


Mit bestem Dank auch an...

Zu verdanken haben wir Deutschen das unserem Bundesminister für Ernährung und Landwirtschaft Christian Schmidt. Der hat durch sein beratungsresistentes, stures und vollkommen sinnfreies Festhalten an einem Ja dafür gesorgt, dass Deutschland sich nicht zum überfälligen Nein entscheiden konnte. Zu schade. Denn das hätte das Spiel sicherlich nochmal ganz anders aussehen lassen. Und es der Kommission vermutlich ein bisschen schwerer gemacht.


Bedenkliche Verbindungen und ein Nogo

Dass die Kommission eine Wiederzulassung forciert, ist klar zu erkennen, und nicht nur das, der geleakte Emailverkehr und die zuletzt veröffentlichte Stellungnahme des Kommissars ein einen EU-Parlamentarier, die ganz offensichtlich eine glatte Lüge war zeigen, dass die Kommission nicht ihre Arbeit (Gesundheitsschutz) macht, sondern eng verbunden mit der Industrie gemeinsame Sache.

Im Hinblick auf die Historie des EU-Kommissars Vytenis Andriukaitis und warum er seinen damaligen Job im Parlament Littauens verloren hatte ist das eine mehr als beunruhigende Entwicklung, die vermutlich jeden zum EU-Kritiker werden lassen würde, der die ganzen Zusammenhänge auch nur annähernd verstanden hat. 


Dass bei der Vergabe von solch mächtigen Posten Korruption im Lebenslauf kein K.O.-Kriterium ist zeigt, wie unglaublich nötig eine EU-Reform wäre. Oder eben ein Ende der Schrecken. Wie auch immer. Andruikaitis hatte im Rahmen einer Korruptionsaffäre seinen Posten als stellvertretender Parlamentspräsident Littauens verloren. 

Man warf ihm damals vor, von einer Gesellschaft namens Rubicon Gelder im fünfstelligen Eurobereich angenommen zu haben, die dann seine Entscheidungen auf seinem Posten beeinflusst haben sollen. 

Die Vorwürfe gingen damals doch deutlich über einen blossen Verdacht hinaus, der zuständige Staatsanwalt stellte klar, dass es Gesprächsmitschnitte und Videoaufnahmen gäbe, die die Vorwürfe bestätigen würden.


Hier wäre es doch mehr als nötig, einmal eine Untersuchung anzustrengen, ob der Herr EU-Kommissar nicht wieder einmal der Versuchung erlegen ist, und den "Rubicon erneut überschritten hat", was die Zusammenarbeit mit der Glyphosate Task Force betrifft.


Mein Prognose


Mit der Verlängerung der bestehenden Zulassung wird alles bleiben wie bisher.
Das Mittel wird eingesetzt wie gehabt, die Menschen werden weiterhin Glyphosat im Urin haben und alle gesundheitlichen Auswirkungen werden mindestens gleich bleiben, wahrscheinlich eher noch sich verstärken.

Wir werden weiterhin Grenzüberschreitungen in Grundwasser und fliessenden Gewässern haben und es wird weiterhin zu bemerkenswerten Warnmeldungen von den Landesbehörden kommen müssen.

Denn die Landwirte sind sich ja keiner Schuld bewusst, sie wähnen sich auf der sicheren Seite und vertrauen ohne Zweifel auf die Werbeversprechen der Hersteller, der "Fach"-Zeitschriften und der Landesbauernverbände.


Wo das jetzt allerdings kritisch wird, und was wir in der Folge zu 100% dem BuMEL Christian Schmidt anzulasten haben werden ist:

Wir haben ohnehin schon eine mehr als angespannte Situation bei den Milchbauern.

Es wird Dank Wegfall der Milchquote (ebenfalls ein Schmidt-Versagen, mMn) zu viel produziert, die Preise sind zu niedrig, die meisten Milchwirtschafter legen drauf, und das nicht zu knapp.





Kommt es nun Dank des neuen Messverfahrens zum zu erwartenden Supergau und die Rückstände in der Milch werden Thema (und das MÜSSEN sie, dringend!), dann ist das Dank Herrn Schmidt für viele tapfere Landwirte der endgültige Todesstoss.
Der wäre zu vermeiden gewesen, mit einem entschiedenen Nein.



Hintergrund:
Bisher waren Kartoffeln und Milch nicht genau genug zu messen gewesen. Ein neues Messverfahren soll das nun ändern. Durch die höhere Genauigkeit steht zu erwarten, dass die meinen Erfahrung nach höchstwahrscheinlich deutlichen Rückstände in Milch/Milchprodukten endlich nachgewiesen werden können. 




Das mag der Gesundheit der Menschen zuträglich sein, denn es offenbart eine weitere typische Quelle, wo sich die Bürger ihre Belastungen einfangen.

Aber für viele Landwirte, die in gutem Glauben ihrem Handwerk nachgehen, mag das das endgültige Aus bedeuten. Schon weil vertuschen in dem Fall keine Alternative ist.

Und dann möchte man ihnen fast wünschen, dass sie noch genug Geld übrig haben für ein Flugticket nach St. Louis.


Bis später.


Update: EU-Kommissar Andruikaitis täuscht nicht nur die Öffentlichkeit

Nico DaVinci 22.06.2016 - 21:06 Lesedauer ca 1 Minuten

Update
EU-Kommissar spricht sich mit den Herstellern ab -Teil 2
... und täuscht sogar das EU-Parlament über die Verbindungen




Wie jetzt vom Umweltinstitut München in einem Update bekannt wird, täuscht der EU-Kommissar Andriukaitis nicht nur die Öffentlichkeit, sondern sogar offensichtlich ganz bewusst das EU-Parlament.


So schreibt das Umweltinstitut:
'In der Auseinandersetzung um Glyphosat verspielt Gesundheitskommissar Andriukaitis mehr und mehr seine Glaubwürdigkeit. So hat der Kommissar die von uns aufgedeckten Absprachen mit der Industrie in seiner Antwort auf eine kleine Anfrage des Grünen Europa-Abgeordneten Martin Häusling verschwiegen.


Auch dem Abgeordneten Häusling kam die prompte Antwort der Industrie auf das Schreiben von Andriukaitis vom 4. April merkwürdig vor. Er stellte deshalb folgende Anfrage an die Kommission:


"Kann die Europäische Kommission belegen, dass es keine Absprachen mit der GTF hinsichtlich des Zugänglichmachens der Industrie-Studien zu Glyphosat gab?"

Die Anfrage wurde von Martin Häusing ursprünglich bereits am 11. April gestellt, von der Kommission aber erst Ende letzter Woche beantwortet. In seiner Antwort schreibt Andriukaitis:

"Die Tatsache, dass die „Glyphosat Task Force“ (GTF) nach Erhalt des Schreibens der Kommission zum Thema Zugang zu Informationen zügig reagiert hat, hängt nicht mit irgendeiner Form von Absprache oder Vereinbarung zwischen der Kommission und der GTF zusammen."

Ferner behauptet der Kommissar, die bereits länger anhaltende öffentliche Kritik an der Intransparenz der Studien wäre der Grund für die schnelle Reaktion der Industrie. Die von uns öffentlich gemachte Telefonkonferenz mit der Industrie vom 17. März verschweigt Andriukaitis in seiner Auskunft gegenüber dem Abgeordneten.
Wir meinen: Der Kommissar täuscht nicht nur die Öffentlichkeit, sondern auch das Parlament.'


Es ist schon sehr bemerkenswert, dass dieser Skandal nicht ein einiges Mal in der Mainstream-Presse aufgegriffen wurde. Da ist ein einzelner Mann so mächtig, dass er alleine das Geschick von 508 Mio EU-Bürgern in der Hand hat und er täuscht die Öffentlichkeit (darüber wurde natürlich intensiv von der Mainstream-Presse berichtet)
und dann verfolgen die Herren Journalisten das nicht einmal.



Ich wünsche den Briten einen gelungenen Brexit und muss ehrlich sagen:
Nach all den Jahren guter Erfahrungen mit der EU verstehe ich, wieso sie gehen.




Weiterführende Links:

Erster Bericht: Absprachen zwischen EU-Kommissar und Monsanto und Co
Bericht des Umweltinstitut München

Antwort des EU-Kommissars an den EU-Parlamentarier



Glyphosat: Die Wissenschaft des feinen Herrn Schmidt

Nico DaVinci 18.06.2016 - 15:06 Lesedauer ca 1 Minute




VIDEO
Glyphosat: Die Wissenschaft des feinen Herrn Schmidt
Über einen der grössten wissenschaftlichen Betrugsskandale
der jüngeren Geschichte der Bundesrepublik


Der Bundesminister für Ernährung und Landwirtschaft Christian Schmidt täuscht wissentlich die Bevölkerung über die gesundheitlichen Auswirkungen von Glyphosat.




Als verantwortlicher Dienstherr des Bundesinstituts für Risikobewertung und des Bundesamtes für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit deckt er einen der grössten Betrugsskandale der jüngeren Geschichte der Bundesrepublik.Er ist damit nicht nur verantwortlich für die Gefährdung von 80 Mio Bundesbürgern, sondern durch die Tatsache, dass die deutsche Risikobewertung Grundlage für die EU-Entscheidung über eine Wiederzulassung ist - auch für die Gefährdung von 508 Mio EU-Bürgern.

Bis später.




BREAKING-NEWS: EU-Kommissar trifft geheime Absprachen mit der Glyphosate Task Force!

Nico DaVinci 16.06.2016 - 20:06 Lesedauer ca 2 Minuten

EU-Kommission-LEAKS
EU-Kommissar Andriukaitis: 
Gemeinsame Sache mit Monsanto und Co
Geheime Absprachen rund um Glyphosat mit den Glyphosat-Herstellern


Vor ein paar Wochen berichteten die Nachrichten, der für die Wiederzulassung von Glyphosat zuständige EU-Kommissar Vytenis Andriukaitis fordere von den Herstellern Transparenz was den Zugang auf 3 bestimmte Studien betrifft. 

Diese Studien seien gemäss dem Bundesinstitut für Risikobewertung und der EFSA Grundlage für die Wiederzulassung. Die Hersteller hatten die Studien als geheim eingestuft und sich auf das Betriebsgeheimnis gestützt.

Die Reaktion der Glyphosate Taks Force kam damals erstaunlich schnell.
Ihr Verständnis von Transparenz war die Bereitschaft, die Studien in einem Leseraum zur Verfügung zu stellen, wie man ihn von TTIP bereits kennt.
Die Nähe zu dieser Idee hatte ich damals schon im Umstand vermutet, dass der leitende Beauftragte der US-Regierung in Sachen TTIP ein Monsanto bzw CropLife-Mann war.

Wieso niemand auf die Idee kam, das Argument zu hinterfragen, man müsse sich vor dem Wettbewerb schützen ist mir bis heute unklar. Was sollte denn der Wettbewerb daraus schliessen? Krebsgefahr, vielleicht? Das Patent ist doch ohnehin längst abgelaufen, und bei einer Studie zu gesundheitlichen Auswirkungen ist das noch zwei Mal ein seltsames Argument - wenn man denn nichts zu verstecken hat.

Heute platzte nun die Bombe. 
Geleakte EU-Dokumente belegen, dass die "Transparenz-Offensive" von Andriukaitis eine mit der Glyphosate-Task-Force abgesprochene PR-Massnahme war, die die NGO/Umweltorganisationen und die Öffentlichkeit ruhig stellen sollte. 






Geplant waren gemäss dem Dokument 3 alternative Schritte als Reaktion bei öffentlichen Anfragen
1. Das Übermitteln einer bereinigten Version der Studien
2. Das Veröffentlichen der Studien oder
3. Zugriff in einem Leseraum

Die Industrie habe allerdings arge Bedenken, dass bei den Alternativen 1 und 2 die Daten in die Öffentlichkeit kommen. Wieso? Weil dann Fachleute drüber schauen könnten?

Liest man zwischen den Zeilen sieht man auch deutlich, welche Strategien gefahren werden sollten, um den Prozess an sich zu erschweren.

So langsam gibt das doch alles ein rundes Gesamtbild.
Die seltsame Vorgehensweise, als keine Mehrheit zu bekommen war - das beständige Beharren des Kommissars auf einer Wiederzulassung, die künstliche Eile des Kommissars, all das...

Der Kommissar Andriukaitis ist zuständig für die Gesundheit von 508 Millionen EU-Bürgern.
Und das geleakte Material beweist meiner Meinung nach deutlich, dass ihn das nicht schert, sondern dass er gemeinsame Sache mit der Industrie macht, die Öffentlichkeit und die (Umwelt)organisationen / NGOs zu täuschen.

Besonders brisant wird die Geschichte dann, wenn man weiss, dass der EU-Kommissar den Job davor verloren hat - wegen Korruption! 

Ich sagte es mehrfach und wiederhole es erneut:
Das System EU-Kommissar kann so nicht funktionieren, zu grosse Machtkonzentration, noch schlimmer, wenn sich nicht einmal die Mühe gemacht wird, die Biographie der Leute zu berücksichtigen. Und hier ist eine umfassende Untersuchung nötig an dessen Ende ich fast erwarte, dass ein paar Leute hinter Gittern landen sollten, bei allem, was ich weiss.



SlowCarb ist geschützte Marke

Nico DaVinci 10.06.2016 - 14:06 Lesedauer ca 1 Minuten

MarKKe
SLOWCARB® geschützte Marke
Warum ich die Wort-Bild-Marke SLOWCARB® schützen liess

Es ist schon eine Weile der Fall, bisher habe ich noch nicht viel Aufhebens darum gemacht.
Ich bin seit Kurzem der Inhaber der Wort-Bildmarke SLOWCARB®.

WOZU?
Während manche sich Markennamen schützen lassen, weil sie gerne das grosse Kapital schlagen möchten ist das bei mir ausdrücklich nicht das erklärte Ziel.

Es ist vielmehr so, dass wir in den vergangenen 4 Jahren die positiven Auswirkungen dieser Ernährungsweise mehr als hinreichend belegen konnten und sie jetzt nach und nach auch in die Kliniken und in Mainstream-Medien ankommt. 

Das treibt dann teilweise seltsame Blüten, so werden Fertigsossen und Nudeln von Lifestyle-Magazinen in Rezepte eingearbeitet und ähnliche Dinge. 
Wir hatten das ja zu Beginn des letzten Jahres hier im Blog berichtet.


BEWAHREN DER GRUNDSÄTZE
Diese Verwässerung eines Erfolgskonzeptes durch unbedarfte Dritte soll nun nicht weiter möglich sein. Wo Slowcarb draufsteht, soll bitteschön auch Slowcarb drin sein. Punkt.

So können sich die Interessenten und Teilnehmer zuverlässig von der Wirksamkeit überzeugen, ohne dass ihnen jemand aufgrund schlechter Recherche oder aus anderen Gründen etwas dazwischen mogelt, was die Erfolgschancen minimiert und ihnen eine reelle Chance auf ein gesundes Abnehmen und ein Mehr an Energie verwehrt. 
Und die Motivation aufgrund ausbleibender Erfolge von "SlowCarb"-Light-Varianten nimmt.


NUTZUNG/WEITERVERWENDUNG
Ich habe keine Pläne, jemandem die Nutzung der Marke in Büchern, Berichten oder auch online zu verweigern. Im Gegenteil. Sofern die entsprechende Nutzung im Sinne der SlowCarb-Idee erfolgt, sind alle recht herzlich eingeladen, mit mir unter nico@nicodavinci.de kurz Kontakt aufzunehmen und sich mit mir für die Nutzung abzustimmen. 


LIZENZGEBÜHREN
Ob für die Nutzung der Marke oder des Logos dann Lizenzgebühren fällig werden oder nicht hängt von der Nutzung und der Verbreitung selbst ab Aber im Regelfall wird das nicht nötig sein. Falls doch, wird das Geld verwendet, um den Bekanntheitsgrad der Ernährungsform weiter voranzutreiben und unsere wichtige Arbeit weiter zu ermöglichen.


MORE TO COME
Ich werde mittelfristig da noch weitere Information online stellen.
Bis dahin lade ich via dem oben genannten Emailkontakt zum  Dialog ein.




Tjo. Da isses nun. 
Der Nico wird Mr. SlowCarb. 
Wer hätte das vor vier Jahren für möglich gehalten?

Ich... nicht.


Bis später.


GTEST: Woher kommen die Belastungen bei Bio?

Nico DaVinci 09.06.2016 - 13:06 Lesedauer ca 3 Minuten

NachgehaKKt
Was wir jetzt brauchen ist eine Notbremse
Unverantwortliches Handeln der EU


Während die CDU und die CSU gerade auf die SPD einprügeln und versuchen, 
sie von ihrer Gegenhaltung zum Thema Glyphosat zu einer Zustimmung zu bewegen,
zeigen aktuelle Messungen doch deutlich, dass wir dringender den je die Notbremse ziehen müssen.

Erst gestern bin ich erneut gefragt worden, wo meiner Einschätzung nach eine Belastung von - in dem Fall 1,62 ng/ml - herkommen kann, wenn man sich praktisch ausschliesslich mit echtem Bio ernährt.

Wie es der Zufall will kam gerade dazu passend ein Zeitungsbericht in der Frankfurter Rundschau, den ich unten verlinke. Der Bericht erläutert gleich eine ganze Reihe an Details der Problematik.

Ich kürze das mal auf das Wesentliche zusammen:

Ein Biobauer verliert gelegentlich mal eben 100.000 Euro, weil seine Waren Grenzwerte überschreiten, zu deren Einhaltung er sich vertraglich verpflichtet hat. Und das ohne eigenes Zutun. Sondern weil irgendwo ein Nachbar, der konventionell arbeitet, bei sich Gift versprüht, und das zu ihm per Wind übertragen wird. 


Man darf sich hier gerne mal die Frage stellen, wo das wohl noch überall landet, wenn man in der Nähe eines solchen Feldes wohnt...

Schadenersatz? Fehlanzeige. 
Denn der Nachweis, wer der Verursacher ist, kann ja nicht geführt werden.

Gemessen wurde 2014 von offizieller Stelle (LUGV) nur, dass in der Umgebung, u.a. in Privatgärten über grosse Entfernungen die Grundbelastung teilweise um das tausend(!!!)fache überschritten wurde.


Die Reaktion der EU?
Anstatt sich des Problems anzunehmen, wurden die Grenzwerte (Pendimethalin) angehoben. 
Mal wieder:

o Knollensellerie - verdoppelt
o Karotten, Meerrettich, Petersilie-Wurzeln, Haferwurz und Pastinaken - fast verdreifacht
o Kohlrüben - sogar ums achtfache erhöht




Das alles ist längst ausser Kontrolle geraten. 
Und anstatt auf die Bremse zu treten, erhöht man Grenzwerte. 
Mit dem selben Problem: Ein daran Erkrankter wird den Nachweis ebenso kaum führen können, dass es das Mittel X oder Y war. 
Aber teilweise deutliche nachhaltige Gesundheitsschäden für den Rest seines Lebens mit sich herumtragen. Für anderer Leute Umsatz.

Wir haben in der Donau 700fache Grenzüberschreitungen mit Glyphosat gemessen und es gibt ebenso beunruhigend Nachweise im Grundwasser. 

Was ist mit dem Trinkwasser?
Meine Gespräche mit Sachen Trinkwasser ergeben im Zwischenstand:
Viele der Wasserversorger testen zwar auf Pestizid-Rückstände, Glyphosat selbst ist da aber explizit gar nicht dabei. Das heisst: Grossflächig ist die tatsächliche Belastung des Trinkwassers gar nicht bekannt.
Wo es doch gemessen und nachgewiesen wurde, helfen anscheinend teure Filteranlagen. Die sollte man endlich mal mit in die "Wirtschaftlichkeits-"Berechnung der Stoffe mit einfliessen lassen. 

Und es gibt anscheinend eine Reihe an Messungen beim Trinkwasser, das von den Gemeinden über Brunnen bezogen wird. Und dort sind bereits deutliche Belastungen gemessen worden.

Der Wahnsinn nimmt seinen Lauf, niemand schaut hin, und wo es Nachrichten gibt, werden diese unterdrückt. Von der 700fachen Überschreitung in der Donau bei Ulm erfahren wir trotz der lebhaften Diskussion um Glyphosat EIN JAHR später...

Wofür das alles?
Ertrag, Ertrag, Ertrag. Es wird von der Wettbewerbsfähigkeit der Bauern gesprochen, mit höheren Kosten für Lebensmittel Angst gemacht. 

Was dabei vergessen wird: 
Nach 10 Jahren sind glyphosatbehandelte Felder offensichtlich unbrauchbar. 


Und haben wir nicht gerade bei der Milch ein Beispiel, wohin das ständige Streben nach Mehrertrag geführt hat? 


Ob ein landwirtschaftlicher Betrieb nun daran stirbt, weil seine Nutzfläche im Eimer ist, oder ihn später die Preise aus dem Wettbewerb schiessen ist doch eigentlich egal. 
Früher oder später holt ihn das konventionelle Handeln ein. 
Dazwischen aber, bis das soweit ist, liegt eine unverantwortliche Gefährdung der Umwelt und der Gesundheit der Menschen.


Was wir brauchen ist eine Notbremse. Das darf so nicht mehr weitergehen.  



Bis später.



Weiterführende Links:
FR: Immer weniger unbelastete Rohstoffe
Die CDU/CSU macht Druck auf die SPD
EU-Kommission: So geht es weiter in Sachen Verlängerung



PS:
Eine Prognose: Falls die SPD bei Glyphosat nachgibt, ist sie ähnlich der FDP Geschichte. 
Das ist momentan das einzig Vorzeigbare, das mir einfällt, wo sie sich für die Bürger einsetzen. Und das an wichtiger Stelle. Wird nun die Gesundheit der Bürger bei einem Stoff, auf dem vollkommen zurecht gerade so viele Augen gerichtet sind weiter gefährdet, weil man einknickt, wird das bis nächstes Jahr nicht vergessen sein.


1 Million

Nico DaVinci 09.06.2016 - 00:06 Lesedauer ca 1 Minute

KKrass
DANKE
für eine Million Besucher auf diesem Blog

Ich bin ja immer mal wieder auf YouTube unterwegs.

Und ab und zu freut sich dort einer der Kanalbetreiber über seine Meilensteine.

Oft sind die Zahlen wirklich verrückt, wenn man sich vorstellt, wie viele Personen da irgendwo auf der Welt hinter einem Bildschirm sitzen oder ihr smartes Fon in der Hand halten.

Und dann, nach beinahe 4 Jahren sitzt man selbst mit glühenden Ohren und sieht dem Besucherticker zu... 999.991 .... 999.997.... 1.000.001... 

Und zum ersten Mal verstehe ich wirklich, was diese YouTuber erleben. 
Nach so langer Zeit und dem Aufwand, der insgesamt damit verbunden ist.

Und ich meine das ehrlich und von Herzen, wenn ich Euch das sage, was die YouTuber immer sagen...

Danke Euch, für 



Fest verankert

Nico DaVinci 08.06.2016 - 12:06 Lesedauer ca 6 Minuten

NachdenKKlich
Was Rechtschreibung und Telefon-Nummern 
mit dem Gewicht zu tun haben
Über die Schwierigkeiten manchmal loszulassen

Es gibt da einen Moment, der mich wiederkehrend über mich selbst wundern lässt.

Dieser Moment, wenn mich jemand nach meiner Mobilnummer fragt.
Ich muss dann immer erst in meinem eigenen Gerät nachschauen. 
Denn ich kenne sie nicht auswendig. Nicht mehr. 

Ich weiss noch meine allererste. 
Von damals, als die Minute telefonieren noch 2 DM gekostet hat. 
Als man noch belächelt wurde, wenn man mit so einem "Fritz-Wichtig-Radio" durch die Gegend spazierte. 

Und ich weiss sogar noch die von meiner längst verstorbenen Grossmutter.

Aber nicht mehr die aktuelle eigene.






Fast reflexartig neigt man dazu, solche Merkwürdigkeiten bei Erklärungsversuchen vorschnell dem Alter zuzuordnen. Aber das ist wohl falsch. 

Denn eigentlich bin ich gar niemand, der sich schwer tut mit "Dinge merken". 
Oft reicht das einmalige Lesen eines Artikels, ja selbst einer komplizierten Studie und ich habe die Fakten und Zahlen im Kopf.

Was also macht den Unterschied?

Nachdem ich darüber eine ganze Weile nachgedacht habe kam ich auf eine mögliche Lösung. Und ich habe sogar ein Wort dafür gefunden: 


Der Ermüdungsbruch im Hirn.

Aufgrund einiger Tarif- bzw Anbieterwechsel hatte ich in den letzten Jahren verschiedene Nummern, und während ich mir noch die ersten nach den Wechseln gemerkt habe ist irgendwann einmal unterbewusst das Gefühl entstanden, dass es sich gar nicht erst lohnt, die Nummer zu merken. Sie ändert sich ja sowieso bald wieder. 
Das war der Punkt, als ich aufgehört habe, mir die neue zu merken. 

Und es gibt noch einen zweiten Punkt, bei dem ich das an mir feststelle.
In der Schule haben sie uns Rechtschreibung beigebracht. 


In meiner Wahrnehmung als Kind waren diese Regeln etwas Unumstössliches. Unabänderlich richtig. 

So wie das physikalische Gesetz der Schwerkraft. 
Oder so wie ich meine Klassenlehrerin heiraten werde, wenn ich endlich gross bin.

Und ich war gut bei Diktaten. 
Ausser Flüchtigkeitsfehler war da nichts, was für Abzüge an der Note sorgen konnte.

Dann später kam auf einmal die Rechtschreib-Reform. 
Ich verstehe bis heute nicht, wieso man das nötig hatte. 

Aber auf einmal war diese feste Konstante in meinem Leben in Gefahr...

Nachdem ich mich kurz mit den neuen Regeln beschäftigt habe, die mir teilweise unsinnig und verwirrend vorkamen und es dann noch hiess eine Weile gälte beides parallel fasste ich meinen Entschluss: Ich bleibe beim Alten. Dem Richtigen. Dem Unumstösslichen.
Leckt mich doch am Arsch mit Eurer Reform!

Wenn Du es bis hier im Text geschafft hast magst Du vielleicht beginnen Dich zu fragen, was ich damit sagen will. Und was das den bitteschön mit Abnehmen zu tun hat?!

Ich glaube eine ganze Menge. 
Wenn man nur genau hinschaut. Nehmen wir das mal auseinander:


1 - Die Prägung
In der Wissenschaft gibt es kaum noch eine Frage über den Umstand, dass die ersten 1000 Tage einen elementaren Einfluss haben auf unsere Essgewohnheiten später. Und auch die folgenden Jahre tragen entscheidend dazu bei. 
Ein guter Grund übrigens, warum eine kluge Mutter dem Märchen nicht folgt vom "das wächst sich noch raus" und "die haben später auch noch Zeit, sich zusammenzureissen, jetzt sollen sie das Leben (und den Zucker) geniessen".
Die Wahrheit ist doch, dass die meisten von uns der Auffassung sind, dass es nirgends so gut schmeckt wie bei Muttern. Prägung eben. Genau.

2 - Die Dogmen
Eine Zillion Mal habe ich in meinem Leben den Satz gehört: 
"Dick? Dann musst Du Dich halt mehr bewegen!" 
Oder: "Kein Wunder, soviel Fett wie da dran ist. Da musst Du ja zunehmen!"
Oder: "Milch ist gut. Wegen dem Kalzium."
Oder: "Spinnst Du? 2 Eier... Aber das Cholesteriiiiin....!"
Oder: "Dieser Schokoriegel ist gesund. Denn er enthält das Beste der Milch."
Oder: "Wer nämlich mit H schreibt ist dämlich"

Klingt nach unumstösslichen Wahrheiten, nicht wahr? 
Hat man so oft gehört oder gelesen... Das MUSS stimmen. 

3 - Hin und Her
Ein wunderbares Beispiel für diesen Punkt ist Kaffee. Mal ist er gesund, dann wieder nicht.
Mal entzieht er dem Körper Wasser, dann wieder nicht. Mal kann man 8 Tassen am Tag trinken, mal sollte man nicht über 1 gehen, und die möglichst noch koffeinfrei. Also Sex ohne Orgasmus... 

Ähnlich ist das auch mit anderen Lebensmitteln. 
Heute ein Hype, morgen verteufelt. Heute gesund, morgen krebserregend.

Einer der häufigsten Dinge, die die Leute dann sagen ist "... dann kann man ja bald gar nichts mehr essen!" - Oder: "Das ist doch ein Scheiss. Morgen erzählen sie wieder, dass alles anders ist." Und: "Ich bleib bei dem, was ich kenne." 
Fallback auf den Ursprung. Die Prägung.

Zurück zur alten Rechtschreibung. Reformiert Euch doch selbst.


4 - Manipulation
Was für ein wunderbares Mittel, um manipuliert zu werden: 
Man muss also Unwahrheiten nur oft genug behaupten, oder unliebsame Wahrheiten nur stetig mit Gegendarstellungen befeuern. Bis es zum Ermüdungsbruch kommt. 
Und dem fest eingebauten Fallback auf den alten Status Quo.

Zuletzt konnte man das bei der Frage erleben, ob Glyphosat denn nun krebserregend ist oder nicht. Und auch bei der Diskussion um Zucker ist das nicht sehr viel anders.


Kommen wir also zu einem entscheidenden Punkt:

Ob man sich eine Telefonnummer nun merkt, oder nicht - ist wurschtegal. 
Man kann die nachschauen, auch wenn die Situation jedes Mal ein klein bisschen peinlich ist. Mir zumindest.

Ob man sich "in acht nimmt" oder "in Acht nimmt" - WHO CARES? Hauptsache man ist vorsichtig. Wo es wirklich nötig ist. Egal ob mit grossem oder kleinem A.

Wenn man allerdings wirklich Abnehmen als ernstgemeintes Ziel formuliert, 
dann sollte man eine wichtige Wahrheit verstehen:

Da ist ein bestimmtes Verhalten, eine bestimmte Gewohnheit oder eben auch Prägung, die diesen Zustand herbeigeführt hat. Um den Zustand zu verändern, muss man die Gewohnheit verlassen. Das Verhalten ändern. Bereit sein, gegen die Prägung anzukämpfen. 

Denn nur das Verlassen des bisherigen Weges kann ein anderes Ergebnis bringen.

Und da ist es sinnvoll die Mechaniken 1 - 4 verstanden zu haben.
2 - 4 kann man mit Logik und klarem Menschenverstand begegnen. 
Und sie langsam durch zutreffendes Wissen ersetzen. 
Oder sein Wissen überhaupt erst schaffen und nach und nach auffüllen.

Punkt 1 ist meiner Meinung nach der Schwierigste. 
Eine Prägung zu überschreiben ist mit dem grössten Kraftaufwand verbunden. 
Und viel eiserner Disziplin. Standhaftigkeit. Und festem Willen.
Und gerade dieser Punkt wird auch gelegentlich für einen Rückfall sorgen. 

Allein - man hat es in der Hand, wie intensiv oder wie lange dieser Rückfall dann andauert. 
Und ob man gar sein Ziel dafür aufgibt. Und alle Mühen davor umsonst waren.


Die Standards von heute sorgen bei über der Hälfte der Bevölkerung für ein stetiges, andauernd wachsendes Plus auf der Waage. Der grösste Teil der Empfehlungen ebenfalls. Und sie werden nicht besser, wenn man sie auch noch so oft wiederholt. 

Die Lebensmittel selbst haben oftmals die gleichen Namen wie vor 30, 40 Jahren als die Welt noch in Ordnung war. Aber die Zusammensetzung hat sich verändert. 
Zutaten sind anders, Inhaltsstoffe verändert.

Am Ende sollte man sich an dem orientieren, was zählt: Erfolg. 

Wer an sich feststellt, dass er mit mehr essen auch noch abnehmen kann - wie das bei uns in der Gruppe ja häufig mit Erstaunen zur Kenntnis genommen wird - sieht doch, dass er auf einem guten Weg ist. Und wieviele neue Leben haben wir bisher bei KK geschaffen? 
Es werden tausende sein. Das ist kein Zufall.


Zum guten Schluss
Bei zwei Dingen habe ich gelernt, dass sie eben doch nicht unumstösslich sind:

Eier haben eben doch keinen Einfluss auf den Cholesterin-Spiegel.
Und ich habe meine Klassenlehrerin doch nicht geheiratet.



Bis später.