Mein privater Blog - Unabhängig und frei - Derzeit 496 Beiträge

    ÄLTERE

Wer ist das eigentlich, dieser Bauer Willi?!

06.10.2019
Lesedauer ca 5 Minuten

Danke Willi - Die PR-Aktion Grüne Kreuze

06.10.2019
Lesedauer ca 6 Minuten

Bestätigt: Glyphosat in Kaffee

28.09.2019
Lesedauer ca 4 Minuten

"Glyphosat-Urintests sind Betrug!"

13.09.2019
Lesedauer ca 12 Minuten

Der Kuschelkurs der EPA - Glyphosat und Dicamba

04.09.2019
Lesedauer ca 6 Minuten

Über Pestizid-Rückstände in Trink- und Grundwasser

09.06.2019
Lesedauer ca 3 Minuten

Ich hatte Unrecht. Es sind 5!

25.05.2019
Lesedauer ca 6 Minuten

Der Fall Pilliod, die EPA, die Presse und Bayers Aktionäre

03.05.2019
Lesedauer ca 5 Minuten

Lasst die Finger von den Hühnern!

17.04.2019
Lesedauer ca 5 Minuten

Über den BfR-Präsidenten Prof. Dr. Dr. Andreas Hensel und das ökonomische Vorsorgeprinzip

12.04.2019
Lesedauer ca 2 Minuten

Mehr Medienkompetenz - Teil 1 - immer wichtiger, immer komplizierter

03.04.2019
Lesedauer ca 10 Minuten

Schwarz auf Weiss

29.03.2019
Lesedauer ca 7 Minuten

Bauchweh bei Bio?

24.03.2019
Lesedauer ca 7 Minuten

Warum Reuters nicht mehr Reuters ist

17.03.2019
Lesedauer ca 7 Minuten

Wenn Süssstoff Dir auf die Nerven geht...

03.03.2019
Lesedauer ca 2 Minuten

Wenn Dir das BAYER eine Zitrone schenkt...

26.02.2019
Lesedauer ca 5 Minuten

Leserfrage: Glyphosat, Wasser und Filtersysteme

26.02.2019
Lesedauer ca 5 Minuten

Hülsenudeln - Nudeln aus Hülsefrüchten

12.01.2019
Lesedauer ca 5 Minuten

Faktencheck: Johnson vs Monsanto oder auch 289,2 Mio zu 0

30.09.2018
Lesedauer ca 7 Minuten

Die Posse Glyphosatverbrauch

21.09.2018
Lesedauer ca 15 Minuten

Wer ist das eigentlich, dieser Bauer Willi?!

Nico DaVinci 06.10.2019 - 23:10 Lesedauer ca 5 Minuten

Wer ist das eigentlich, dieser Bauer Willi?!
- TEIL 2 - 

Wo waren wir stehen geblieben? Achja. Beeindruckt.Denn im Gegensatz zu den sonstigen Gepflogenheiten einiger eher militanter Glyphosat-Verfechter aus den Reihen der Landwirte scheint Bauer Willi ganz vernünftig.






Als ich gestern im Rahmen der Recherche eine kleine Umfrage auf meiner Facebook-Pinnwand startete mit dem Ziel, ein bisschen abzuklopfen wie bekannt "Bauer Willi" eigentlich in meiner Community ist und wie er wahrgenommen wird, und nach all den Jahren nach dem im ersten Teil angesprochenen Brandbrief geschah es dann.
Bauer Willi, oder Dr. Willi Kremer-Schillings, zeigte sich persönlich in meinem Beitrag.
Das war er also - der erste Kontakt...

Er schrieb






Vielleicht kommen wir ja doch noch zusammen?
Möglich.

Aber bevor das geschieht, möchte ich mal ein paar wesentliche Dinge ausgeräumt sehen.
Denn eines hat mich nie losgelassen, wenn wir uns irgendwo im Web, vornehmlich auf Twitter über den Weg gelaufen sind. Und das ist bei einem Mann, der auf seinem Blog
auf den Suchbegriff 482 Einträge zu Glyphosat hat logischerweise doch recht häufig...

Was mich nie losgelassen hat war das Gefühl, dass er nicht ganz ehrlich ist.
Dieser nette Bauer Willi, wie gestern einer schrieb, mit Ähnlichkeit zu Peter Lustig, der die Leute an einen Tisch und in den Dialog bringen will.

Denn in seinem Sog bewegten sich oft so ziemlich alle Agrar-Blogger, Glyphosat-Verharmloser, Gentechnik-Jasager, Lobbyisten und selbst die Bayer-PR.



Und auch seine Positionen waren irgendwie mit einem deutlichen Spin in Richtung konventioneller Landwirtschaft, Bauernverband und der Agrarchemie.

Vielleicht entwickelt man ein Gespür mit der Zeit, wenn man all diese anderen Leute ständig liest: Da ist irgendwas...

Also habe ich mir das mal näher angesehen.

Und ich will gleich zu Beginn dieser Reise auf die ich Euch mitnehme klar sein:
Auch wenn ich deutlich weniger beeindruckt bin als 2015, und ich eine ganze Menge an Dingen gefunden habe, die mir überhaupt nicht passen, geht es nicht darum, jemanden zu demontieren. Im Gegenteil.


Ich finde die vernünftigen Ansätze, die in vielen seiner wie er gestern selbst erwähnt "1.800 Blog-Artikel", den dazugehörigen 60.000 Kommentaren, den über 1.400 Tweets, den Auftritten für den Bauernverband, Gastbeiträgen sind nach wie vor richtig und wichtig.
Abzüglich einiger Aktionen, die ich weniger glücklich finde.

ABER.

Wenn jemand einen Blogartikel schreibt, der da heisst "Nitrat: wer einmal lügt…", der muss sich doch irgendwie an seinen eigenen Massstäben messen lassen. 


Und manchmal ist auch Weglassen eine Lüge.

Auf seinem Blog - und diesen Link hat er ja gestern auch geschickt - lässt er über sich lieber "andere zu Wort kommen".  

Demut, die gefällt, und Effizienz, denn Copy und Paste ist wesentlich einfacher als selbst etwas zu formulieren, das wussten schon das Bundesinstitut für Risikobewertung und die EFSA als sie den Risk-Assessment-Report zu Glyphosat verfassten.

Auf der anderen Seite kann man so eben auch Dinge weglassen, die man selbst irgendwie doch hätte unterbringen müssen. Und das gilt sowohl für den Blog, als auch alle anderen Vorstellungen inklusive der seines Buches.

Ja. Er ist Landwirt. Mal im Nebenerwerb, gestern war das Vollzeit, wobei ich immer noch tief beeindruckt bin, wie man 40 ha in Vollzeit bewirtschaftet und nebenher dieses unfassbare Pensum an Öffentlichkeitsarbeit auch noch schafft. 

Und er ist ein Idol für die Landwirtskollegen...



Aber verdammt nochmal, Dr. Willi...
Wieso kann sowas nicht einmal ehrlich ablaufen?!


Wieso kannst Du nicht offen sein und sagen, dass Du für die Schering AG Produktmanager für Betanal warstDas jetzt heute Bayer gehört und nebenbei mit "kann vermutlich Krebs erzeugen", "erzeugt schwere Augenschäden" und "sehr giftig für Wasserorganismen mit langfristiger Wirkung ist", siehe Sicherheitsdatenblatt

Das ist doch eine für alle sehr relevante Information, wenn Du über Herbizide referierst.
Noch mehr, wenn "Dein" Produkt von damals im Prinzip die gleichen Eigenschaften hat wie Glyphosat heute nachgesagt wird. Die Leute sollten das wissen!

Geschenkt, dass Du für RP-Online Gastbeiträge wie diesen hier schreibst.

Geschenkt, dass Du auch auf Novo-Argumente einen Gastbeitrag geschrieben hast, die vom Industrieverband Agrar finanzielle Zuwendung erhielten, der diese Mitglieder umfasst.

Geschenkt, dass Du in einer Jury für den Glyphosat-Task-Force-Konzern ADAMA gesessen hast, zusammen mit der PR-Frau vom Forum Moderne Landwirtschaft.

Geschenkt, dass Deine "Top-Fans" auf Deiner Facebookseite in jedes Diskussionsforum einträufeln und mit falschen Fakten ahnungslose Verbraucher auf den Holzweg führen (denn dafür kannst Du nichts, aber Du solltest das auch nicht dulden!)

Geschenkt, dass Du für Gentechnik eintrittst mit dem Argument "man müsse die Menschheit ernähren" das leider allzu bekannt vorkommt. 

Geschenkt, dass Du in leitender Position etliche Jahre für einen Zuckerhersteller gearbeitet hast, der 2014 wegen wettbewerbswidriger Absprachen gemeinschaftlich 280 Mio Euro Bussgeld zu zahlen hatte, und das erst jüngst erstmals Erwähnung fand. 

Geschenkt, dass Du gestern von einer Einmann-Veranstaltung gesprochen hast, an anderen Stellen jedoch anderes steht (was sich ja  geändert haben kann).

Geschenkt, dass sich Deine Twitter-Likes lesen wir das Who-is-Who der Agrarlobbyisten...



Das alles, lieber Bauer Dr. Willi, sieht nicht gut aus, und ich hätte davon irgendwie lieber von Dir gelesen, als da alleine drüber zu stolpern...



Aber über eines komme ich absolut gar nicht hinweg... 


Ich habe gestern unter der Betriebsnummer GnR205 den aktuellen Handelsregister-Auszug der Buir-Bliesheimer Agrargenossenschaft eG gezogen. Den AKTUELLEN.

Willi, da stehst Du drin, als stellvertretender Vorstandsvorsitzender und Geschäftsführer. Immer noch. Genauso wie auf Eurer Webseite
Und auf einigen anderen Firmenportalen auch.

Name stimmt. Ort stimmt. Geburtsdatum stimmt, steht ja auf Deiner FB-Seite.
Kein Vertun...








Du leitest seit 2007 ein 100 Mio-Euro-Unternehmen zeitweise als Vorstand, dass - und hier zitiere ich Eure eigene Webseite 


"Mit über 1.100 to. Lagerkapazität für Pflanzenschutzmittel in zugelassenen und hochmodernen Gefahrstofflägern gehört die Buir-Bliesheimer zu den großen Spielern in diesem Segment."


Das von Düngemitteln lebt.

Das im letzten gemeldeten Geschäftsjahr fast 100 Millionen Euro Umsatz, 2013 sogar über 141 Mio Euro Umsatz gemacht hat.






Das ironischerweise Holzpellets vertreibt... 

Und weder in Deiner Buchbiografie, noch in irgendeiner Vorstellung als Sprecher für die zahllosen Auftritte für die Bauernverband und ähnliche Auftritte, noch in irgendeinem der vielen Zeitungsartikel und Interviews die ich von Dir fand steht davon auch nur ein Sterbenswörtchen?!

Tut mir leid, Willi. Das ist ein Problem...

Ich weiss nicht, wie man Interessenkonflikt anders beschreiben kann als Deine letzten 5 Jahre als "Bauer" Willi. Bei der Historie und keiner Erwähnung...


Verdammt, Willi!
Bring das in Ordnung!


Und bitte nicht so:





Denn das hier ist alles grundsolide recherchiert und für jedermann nachvollziehbar verlinkt.


WTF, Willi... WTF...



Bis später

Danke Willi - Die PR-Aktion Grüne Kreuze

Nico DaVinci 06.10.2019 - 20:10 Lesedauer ca 6 Minuten

Bedankt
DANKE, WILLI!
Wie PR-Bauer Willi eine echtes Problem für uns löste

Als ich neulich in der Bodenseeregion an einer der vielen Apfelplantagen vorbeifuhr entdeckte ich endlich "mein eigenes" erstes grünes Kreuz. 
Bis dahin hatte ich nur davon gelesen. Aber da stand es: Direkt zur Strasse hin hatte der Apfelbauer ein sehr gut sichtbares neongrünes Kreuz aufgestellt. 



Wie verschiedene Quellen recht eindeutig zuordnen handelt es sich dabei um eine Aktion, die von Landwirt Willi Kremer-Schillings - besser bekannt als Agrar-Blogger "Bauer Willi" - ins Leben gerufen wurde. Und dieser Post hier dürfte den Anfang gemacht haben.



Was wollen denn die Landwirte damit zum Ausdruck bringen?

Wofür stehen die grünen Kreuze? 


Bauer Willi selbst schreibt dazu: 
"Wir werden den Journalisten sagen, dass es Mahn-Kreuze sind, die auf die Folgen des Agrar-Paket hinweisen". Angekommen.


Der niedersächsische Bauernverband präzisiert: "Vor allem die Pläne zum Insektenschutz stießen bei vielen Bauern auf wenig Gegenliebe, heißt es vom Verband. Ein wesentlicher Kritikpunkt ist das Verbot des Unkrautvernichters Glyphosat Ende 2023.


Für den Bauernverband Heilbronn-Ludwigsburg e.V. ist es gleich das ganze Paket, Insektenschutz, Tierwohl-Label, Düngepaket, und das Volksbegehren Artenschutz - Rettet die Bienen, das benennen sie als Gründe, wieso sie die Kreuze setzen.


Ähnlich sieht es beim Bauernverband Uecker-Randow aus, auch hier wird die Aktion mitgetragen, u.a. stören sie sich an Verboten von Pflanzenschutzmitteln entlang von Gewässern und dem Glyphosatverbot.


Landwirt Niemeyer pflockt das Kreuz in den Boden mit dem Hinweis, dass die in Lebensmitteln gefundenen Glyphosat-Rückstände ja von den Spülmitteln kämen, sein Glyphosat würde sich restlos abbauen und die Lebewesen im Boden nicht beeinträchtigen



Ich könnte das noch endlos fortführen und werde auch noch ein paar Berichte am Ende verlinken, aber in der Zusammenfassung rammen die Landwirte den Berichten zufolge wegen dem jüngst beschlossenen Agrarpaket vor allem wegen dem Glyphosatverbot, den Auflagen zum Insektenschutz und dem Versuch, der notorischen Überschreitung der Nitratgrenzwerte im Boden über das "Güllepaket" irgendwie Herr zu werden in den geschundenen Ackerboden.


Das Problem, das Willi für uns löst

In unserer Community bin ich zigfach auf den Irrglauben gestossen, dass regional einkaufen die Glyphosat-Werte in unserer Studie nach unten beeinflussen würde.

"Wieso habe ich so einen hohen Wert an Glyphosat in meinem Körper, ich kaufe doch immer regional ein?" So und so ähnlich werde ich wiederholt angeschrieben.

Und dann muss ich den Probanden erklären, dass die Abgrenzung nicht entlang regional oder international, sondern konventionell (oder traditionell, wie Bauer Willi das liebevoll nennt) und Biolandbau verläuft. Das ist jetzt natürlich unglaublich schwer für den Verbraucher auseinanderzuhalten und dies noch mehr, weil leider einige der Landwirtskollegen offenbar unehrlich bleiben auf Nachfrage, ob sie Glyphosat einsetzen. Oder sich ausschweigen.

Unvergessen blieb mir der Dialog einer Mutter, deren Kind hohe Werte des Totalherbizids nachgewiesen hatte, die einen Bauer mit freundlicher Neugierde fragte, ob er Glyphosat einsetze, der sein Feld direkt angrenzend an ihr Grundstück hatte.

Die lapidare Antwort: "Das kommt darauf an, wer fragt..." 



Ich muss im Rahmen einer fairen Berichterstattung darauf hinweisen, dass Bauer Willi erst gestern schrieb "In den digitalen Medien wird derzeit versucht, die grünen Kreuze auf andere Zwecke zu übertragen". Er distanziere sich davon. Und die obigen Vorgaben gegen Glyphosat und Gülle hat er tatsächlich nicht explizit ausgegeben, als er seine Idee veröffentlichte. Es könnte also sein, dass ihm das gerade an einigen Stellen aus dem Ruder läuft. Das halten wir ihm also mal zugute.

Aber eigentlich spielt das keine Rolle, denn nicht die Intention der Aktion bildet die Realität ab, sondern die Aussagen der Bauernverbände und deren Mitglieder vor Ort.


Deshalb sage ich "Danke, Willi!":

Denn jetzt markieren gerade exakt jene Landwirte ihre Felder und Höfe mit gut sichtbaren grünen Kreuzen, die FÜR den Einsatz von Glyphosat stehen, die GEGEN eine Reduzierung der Nitratwerte bzw deren Massnahmen eintreten, und die GEGEN Insektenschutz in der vorgeschlagenen Form sind und GEGEN den Bienenschutz. 

Das heisst für die Leute, die gerne regional einkaufen möchten, aber nicht in Schlagnähe einen Bioland-, Naturland oder Demeterbetrieb unmittelbar vor Ort haben, wissen jetzt zumindest, wo sie für ihre Zwecke und mit ihrer Überzeugung gar nicht erst auf den Hof zu fahren brauchen. Viel einfacher hätte man es uns nicht machen können. DANKE!


Was ich an der durch die Aktion sichtbar gewordenen Haltung ausserdem kritisiere:

Abgesehen davon sind das auch just jene Landwirte, die bei einer Verweigerung zu Veränderungen der aktuellen Praxis durchaus entscheidend dazu beitragen, dass in Kürze jeder, der in Deutschland Steuern bezahlt die Folgen der Nitratproblematik mittragen wird, und zwar über ein Zwangsgeld in Höhe von 850.000 Euro. Pro Tag. Die Tagesschau berichteteAndere Quellen sprechen sogar von 860.000 Euro pro Tag.

Und dass man bei einem Rückgang von bis zu 70% der Insekten, den jeder selbst erlebt und bei der Tatsache, dass aktuell jedes siebte Bienenvolk nicht mehr über den Winter kommt, was zwischen 20 - 25 Mio Euro Schaden pro Jahr alleine in Deutschland bedeutet überhaupt noch über einen Beitrag auch aus der Landwirtschaft diskutieren muss ist mir schleierhaft. 






Und so mag es sein, dass diese grünen Kreuze für den einen oder anderen Betrieb ja tatsächlich nicht Ausdruck von Zusammenhalt, gemeinsamer Graswurzelbewegung (eine lustige Bezeichnung für Glyphosatanwender?) mit offensichtlich viel Spass bei den Aktionen bleiben, sondern eher zur selbsterfüllenden Prophezeiung werden.

Denn eigentlich ist es weder aus Verbrauchersicht noch aus Sicht der Gesellschaft zumutbar, dass wir jene über die Subventionen hinaus unterstützen, die mit ihrem Kreuz signalisieren, dass die ohnehin viel zu laschen Veränderungen im Agrarpaket rundweg ablehnen. Für effektive Kontrollen der Umsetzung ist ohnehin zu wenig Personal bei den Behörden da, hier müssen alle mitziehen.

Oder eben nicht. Aber dann darf man weder auf den Verbraucher der sich abkehrt schimpfen, noch andere für sein Unglück verantwortlich machen.


Bis sp... MOMENT! Augenblick...

Da ist noch was. Eine Kleinigkeit. Ein Bonus, sozusagen.
Etwas, über das man gelegentlich stolpert, wenn man sorgfältig recherchiert...



Wer ist das eigentlich, dieser Bauer Willi?!
- TEIL 1 - 

Ich persönlich erinnere mich noch ziemlich genau, wann ich ihm das erste Mal im Netz begegnet bin, das war ein Brandbrief von ihm, in dem er sich uns Verbraucher zur Brust nimmt und  ordentlich ins Gewissen redet. Das war Anfang 2015.

Da ich mich zu dem Zeitpunkt schon intensiv mit dem Thema Lebensmittelsicherheit beschäftigte und die Missstände immer offensichtlicher wurden, war ER es, der mir klar gemacht hat: Der Dialog mit den Landwirten ist wichtiger denn je. Denn die unsichtbare Kluft zwischen den Verbrauchern und Landwirten war tief, die Gründe dafür kaum zu erkennen und wenn man schlagkräftige Massnahmen vereinbaren will, wie das besser wird, dann muss man zu allererst miteinander reden.

Leider war er für mich zu dem Zeitpunkt irgendwie nicht erreichbar, gleich einem scheuen Reh war lange Zeit nicht mehr von ihm zu erfahren als der Name "Bauer Willi" und ich dachte mir, das wird wohl der unerwartete Erfolg bei der Reichweite seines Briefes sein, der ihm selbst schon fast unheimlich vorgekommen sein mag.

Ich für mich traf mich dennoch mit Milchbauern auf ihren Veranstaltungen und ging in sehr viele Einzelgespräche. So gesehen hat er mich erreicht. Und beeindruckt.

Wie das heute aussieht, ob und welche Vorbehalte sich zwischenzeitlich ergeben haben und ob ich seine Einladung, die er gestern auf meiner Facebook-Pinnwand ausgesprochen habe vielleicht annehme erkläre ich hier, noch heute gegen später.

Sorry für den Cliffhanger, aber der Text ist ohnehin zu lang.
Und was kommt zu wichtig, irgendwo tief unten im Blog vergraben zu werden.



Weiterführende Links:
Die oben erwähnten Berichte zu den grünen Kreuzen verlinke ich später hier noch, wenn der zweite Text online ist, Schreibfehler korrigiere ich ebenfalls später, falls Ihr einen findet, schreibt mir auf den üblichen Kanälen :) Das hilft.
  


Bestätigt: Glyphosat in Kaffee

Nico DaVinci 28.09.2019 - 11:09 Lesedauer ca 4 Minuten

Bestätigt:
Glyphosat in Kaffee 
Was wir schon länger vermutet hatten gilt jetzt als bestätigt

Glyphosatrückstände befinden sich auch in Kaffeebohnen.
Über diesen Umstand informiert uns aktuell kein geringerer als der Weltkonzern Nestlé.



Wie bloomberg berichtet will der Konzern nach einigen Funden in ungerösteten Bohnen um den Grenzwert (unklar bleibt ob darunter oder darüber) ab 1. Oktober den Rohkaffee stärker kontrollieren. Dies um sicherzustellen, dass die Grenzwerte eingehalten werden, die ja in einigen Ländern niedriger lägen als in anderen.

Wie mir berichtet wurde handelt es sich dabei um keine proaktive Veröffentlichung von Nestle, sondern die eher unfreiwillige Reaktion auf ein geleaktes Memo an die Kaffeeproduzenten. Ich ergänze diesen Umstand der Recherche zum besseren Verständnis des Informationsfluss und der Informationsbereitschaft an die Bevölkerung durch Konzerne wie Nestle bei solchen Angelegenheiten.


R E L E V A N Z
Diese Nachricht ist für all jene relevant, die für sich beschlossen haben, der weiter verbreitenen chronischen Kontamination durch das Totalherbizid auszuweichen, denn es erscheint relativ deutlich, dass diese Rückstände keine begrenzten Einzelfälle sind, sondern viel mehr systemisch überall dort auftreten, wo die Erzeuger den Unkrautvernichter für unverzichtbar im Kaffeeanbau halten.

E M P F E H L U N G E N
Bis jetzt können wir natürlich noch keine endgültigen Empfehlungen aussprechen, dazu ist die Nachricht noch zu neu. Es ist noch unbekannt welche Sorten betroffen sind oder welche sich für die Ausweichstrategie eignen.

Eine adhoc-Recherche zeigt jedoch, dass es von 2 der 3 relevanten Biomarken Bioland, Naturland und Demeter durchaus Bohnenkaffee mit den wertvollen Siegeln gibt.

Von Bioland fanden wir leider nur Lupinen-Kaffee, dm vertreibt jedoch z.B. unter der Eigenmarke dmBio eine verhältnismässig erschwingliche Variante mit 100% Arabicabohnen mit Naturland-Siegel.

Wie auch bei anderen Lebensmitteln sind die 3 genannten Biolabel durch deren Erzeuger-Vorgaben bisher das einzig zuverlässige Erkennungsmerkmal, bei dem der Verbraucher relativ sicher sein kann, keine Rückstände in den Einkaufswagen zu legen.

F A Z I T
Ärgerlich bleibt, dass der Konzern sich auf die Einhaltung der ohnehin viel zu hohen Rückstandsverordnungen konzentriert,
anstatt den Versuch zu unternehmen, seine Produkte rein zu halten.

Denn im Gegensatz zur typischen Argumentation, die hierzu seitens der Glyphosat-Befürworter in Regelmässigkeit gefahren wird

"Man müsste eine Zillion Liter trinken und dann wäre das Koffein viel früher das Problem"

bleiben die wesentlichen Bedenken zu Glyphosat ja nach wie vor unausgeräumt:

Denn in Sachen Krebs, die Übertragung auf Föten durch die Nabelschnur sowie die Eigenschaft als hormonverändernde Substanz (endokriner Disruptor) gebietet die Vernunft einen Grenzwert von NULL.

Bis später.

----------------------
Hier der Original-Artikel (unten verlinkt) für Euch übersetzt:
----------------------
Nestle SA verstärkt die Kontrollen des von ihr gekauften Kaffees, nachdem jüngste Tests gezeigt haben, dass Bohnen aus einigen Ländern einen Gehalt an Unkrautvernichter-Glyphosat hatten, der nahe an einem gesetzlichen Grenzwert liegt.

Die weltgrößte Kaffeerösterei hat die Lieferanten indonesischer und bestimmter brasilianischer Bohnen über die neuen Verfahren informiert, die ab dem 1. Oktober in Kraft treten, so Bloomberg. Das Unternehmen sagt, dass die neuen Maßnahmen "vorübergehend" sein sollten, bis die Produktionsländer die Anwendung von Glyphosat korrigieren.

Der Schritt erfolgt zu einem Zeitpunkt, an dem viele Länder die Verwendung von Glyphosat, das im Roundup Unkrautvernichter verwendet wird, verboten haben oder verbieten wollen. Die Bayer AG, die 63 Milliarden Dollar für den Kauf des Herstellers Monsanto ausgegeben hat, sieht sich nun mit Klagen im Wert von Milliarden Dollar konfrontiert, in denen die Kläger den Konzern für die Verursachung ihrer Krebserkrankung verantwortlich machen.

"Wir überwachen aktiv chemische Rückstände, einschließlich Glyphosat, in dem von uns gekauften Rohkaffee", sagte Nestle in einer Erklärung. "Dieses Überwachungsprogramm hat gezeigt, dass in einigen Rohkaffeelosen die Grenzwerte für chemische Rückstände nahe an den durch die Vorschriften definierten Grenzwerten liegen. Wir verstärken unsere Kontrollen in Zusammenarbeit mit unseren Lieferanten, um sicherzustellen, dass unser Rohkaffee weiterhin den Vorschriften auf der ganzen Welt entspricht."

Die neuen Maßnahmen haben das Potenzial, die globalen Kaffeehandelsströme komplizierter zu gestalten. Die zusätzlichen Testanforderungen gelten vor allem für den Versand von Bohnen an Fabriken in Europa, Australien und Malaysia, wo die gesetzlichen Grenzwerte für Glyphosat strenger sind als in den meisten anderen Ländern.
Das brasilianische Memo richtete sich an Produzenten von "conilon", wie die bittereren Robusta-Bohnen des Landes genannt werden.

Brasilianische Bohnen hatten bereits Einschränkungen von Käufern, die die europäischen Glyphosatgrenzwerte einhalten müssen, sagte Edimilson Calegari, General Manager von Cooabriel, Brasiliens größter Robusta-Kaffeegenossenschaft. "Wir arbeiten mit unseren Mitgliedern zusammen, um den Einsatz zu reduzieren, um die europäischen Anforderungen zu erfüllen, die viel strenger sind als die meisten anderen Länder, einschließlich der USA."

Nestle sagte, dass sie mit den Landwirten zusammenarbeitet, um den Bedarf an Glyphosat zu reduzieren. "Unsere Agronomen werden weiterhin mit Kaffeebauern zusammenarbeiten, um ihnen zu helfen, ihre Unkrautbekämpfungsmethoden zu verbessern, einschließlich des angemessenen Einsatzes von Herbiziden und der Einführung anderer Unkrautbekämpfungsmethoden."

Weiterführende Links
Quelle/Original-Artikel:
https://www.bloomberg.com/news/articles/2019-09-26/nestle-steps-up-coffee-bean-testing-on-glyphosate-concerns

"Glyphosat-Urintests sind Betrug!"

Nico DaVinci 13.09.2019 - 20:09 Lesedauer ca 12 Minuten

"Glyphosat-Urintests sind Betrug!"
DIE NÄCHSTE LOBBY-LÜGE

Eine Spurensuche


Es gibt da ein paar Franzosen, die sind sauer. Richtig sauer.

Ähnlich unserer GTEST-Studie hatten sich letztes Jahr einige zusammengefunden, die wollten wie wir damals wissen, ob sie Glyphosat im Körper haben oder nicht. Sie gaben ihren Urin ab, sendeten ihn ein und warteten auf das Analyse-Ergebnis.

Und oh - "Überraschung!" - natürlich war das Ergebnis aus dem Briefkasten: positiv.

Glyphosat nachgewiesen, in unterschiedlich hoher Dosis. Überall. Realität 2019. 
Auch in Frankreich. Bei Tausenden von Testpersonen.



Während man in Deutschland ein solches Ergebnis häufig mit einem Schulterzucken zur Kenntnis nimmt und - je nach Höhe und ob Kinder die Betroffenen sind - über Ausweich-Strategien nachdenkt, ist man in Frankreich da ein wenig anders gestrickt. 

Nicht nur, dass man in gelben Westen monatelang für das, an das man glaubt auf die Strasse geht, nein, ein Totalherbizid im Körper ist inakzeptabel (wo sie recht haben) und man geht in guter alter Tradition dagegen vor. Und das laut.

So laut, dass es erste Wirkung zeigt, mehr Menschen testen, das Ergebnis überall dasselbe. Glyphosat im Urin, in den Nieren, überall im Körper, die Chemikalie kennt keine Barriere, nicht einmal die Blut-Hirnschranke hilft. Der Zorn wächst weiter. Und ebenso wächst die Verunsicherung unter den Landwirten. 


"Vielleicht ist da doch etwas dran?" - "Ist es wirklich so harmlos?" - "Ich nehme lieber mal etwas weniger" - bis hin zu: "Ich nehme das nicht mehr".

Die Wut der Franzosen hat historisch sogar noch eine ganz andere Rechtfertigung. Immerhin wurden sie um das vom damaligen Umweltminister Hulot angestrebte Totalverbot von ihren eigenen Parlamentariern regelrecht betrogen.

Zur Erinnerung: Frankreich hatte NEIN gestimmt in der EU im Rahmen der entscheidenden Abstimmung über eine Wiederzulassung - die unser damaliger Bundeslandwirtschaftsminister Christian "Soisserhaltder" Schmidt im Alleingang gegen den erklärten angeblichen Willen der Bundesregierung Merkel in ein Ja umwandelte.

Daraufhin wollte Frankreich unter Investmentbanker und Gelegenheitspräsident Macron und seinem Umweltminister Nicolas Hulot (guter Mann, wirklich) eben ein nationales Verbot durchsetzen. Angeblich. Denn die entscheidende Abstimmung im Parlament sah damals nämlich so aus:



Wahlverhalten FR-Parlament Glyphosat-Verbot
20 Abgeordnete FÜR ein Verbot, 63 DAGEGEN 491 ABWESEND!
Ergebnis: Verbot abgelehnt
Bildquelle: Parlament Frankreich

Längst hätte die chronische Kontamination der Bevölkerung nachhaltig eingedämmt werden können. Aber nein. Sie geht weiter. Messbar. Und das wissen die, die diese Tests angefangen haben. Und jene, die sich ebenfalls freiwillig testen liessen, die wissen das auch. Und sie kämpfen. Mit Erfolg! Der steigende Druck zeigt Wirkung.

Der Agrarminister Guillaume erklärte im Januar 2019, Frankreich würde bis 2021 die Glyphosat-Nutzung um 80% verringern.

Die Umweltbehörde ANSES strebt eigenständige Studien zur krebserzeugenden Wirkung von Glyphosat an (Viel Glück, Bayer...)

Und im August haben rund 20 Bürgermeister in ihren Gemeinden - gegen die Vorgaben der Regierung - Glyphosat verboten. Der Fall geht vor Gericht und soll kommende Woche entschieden werden. 100.000 Menschen stärken dabei den Bürgermeistern mit einer unterzeichneten Petition den Rücken. Bei der Anhörung zum Thema waren rund 300 Zuschauer anwesend. Unter anderem wird auch eine Ausweitung der Grenzen um Wohnhäuser gestritten, aktuell dürfen französische Landwirte im Abstand von gerade mal 10 Metern neben den Häusern sprühen. Wegen der Abdrift natürlich eine berechtigte Sorge der Anwohner.

Es läuft schlecht für die Bauernverbände, die sich vehement gegen diese unaufhaltsame Entwicklung zu einem Totalverbot hin stemmen. 
Und für die Glyphosat-Verkäufer entwickelt sich Frankreich zu einem echten Problem. Und die "unfreiwilligen Pisser", wie sich die Tester selbstironisch nennen tragen mit den Testergebnissen dazu massiv bei...

Nun gingen neulich etwa 20 Landwirte eines Bauernverbandes in ein Krankenhaus und liessen ebenfalls einen Test durchführen. Das Ergebnis bei allen - kein Glyphosat.

In 100% von Tausenden französischen Testpersonen findet man Glyphosat - in rund 20 Bauern, die das Mittel anscheinend sogar selbst ausbringen - nicht. 


Klingt das nicht irgendwie komisch?!

Die Erklärung folgt auf dem Fusse:
Eine Zeitung veröffentlicht ein Interview, in dem ein Herr Marcel Kuntz unter der Überschrift "Ein grossangelegter Betrug bei den Biocheck-Tests?" seine Sichtweise zum besten gibt.

Aha! Wussten wir es doch alle! Die 20 liegen richtig, tausende jedoch falsch. Und - und das ist ein Standardargument Monsantos seit Jahren vollkommen egal, wer oder was wie zu Glyphosat getestet wurde - Die Messmethode ist unpassend!

Er erklärt den unterschiedlichen Ausgang der beiden Untersuchungen damit, dass die Landwirte mit der Chromatographie-Methode getestet haben. Das sei genauer - aber eben teurer. Die vielen Tausend aber haben ein deutsches Testlabor namens Biocheck verwendet, das den ELISA-Test verwende. Das sein ein ungenauer Test, anfällig für Fehlalarm. Und er sei für Wasser zugelassen, aber nicht für Urin validiert.


Und dann folgt noch eine Reihe an Aussagen, die mir .... jetzt Moment mal! ... merkwürdig bekannt vorkommen... IARC, Geld von Anwälten, alle Regulierungsbehörden auf der Welt... Aktivisten... Kampagnen... Ideologische Gründe...

Wer ist eigentlich dieser... Marcel Kuntz?!

Bei dem Interview ist eine Box, die auf seine Biografie zeigt. Darauf geklickt liest man:

"Marcel Kuntz ist Biologe und Forschungsdirektor am CNRS im Labor für Zelluläre Pflanzenphysiologie. Er ist Goldmedaillengewinner der Académie d'Agriculture de France 2017. 
Er ist ausserdem Professor an der Joseph Fourier University in Grenoble.
Er bloggt täglich über GVO: Umwelt, Gesundheit und Politik und ist Autor von Les OGM, l'environnement et la santé (Ellipses Marketing, 2006). Im Februar 2014 veröffentlichte er "GVO, die politische Frage"."

Und weiter: 

"Marcel Kuntz hat keine Einnahmen im Zusammenhang mit der Vermarktung von Produkten. Er spricht in eigenem Namen, seine Worte stehen nicht für die Sichtweise seines Arbeitgebers".

Ach dann. Puh... Jetzt hat sich das doch glatt gelesen wie die 5 Jahre Dauerbeschallung an Monsanto-Propaganda, denen Landwirte und Leute wie ich, die zum Thema recherchieren, leider zwangsweise ausgesetzt sind. Aber wenn der keine Einnahmen aus der Vermarktung von Produkten hat... Dann ist ja alles in bester Ordnung. Oder?!

Lass mal eben googeln, nur zur Sicherheit. Nicht dass da auf den ersten Blick schon was steht, das in eine ganz andere Richtung wie die Kästchen-Info zeigt. Denn irgendwie kommt mir der Name jetzt doch bekannt vor... Goooogelt... uuuund:


OH!!!

Richtig! Der ist doch tatsächlich Teil der Diskreditierungskampagne der Internationalen Krebsforschungsagentur IARC der WHO gewesen, jener Kampagne, die schon durch Monsanto geplant wurde, lange bevor die IARC das verheerende Urteil "2a wahrscheinlich krebserregend" überhaupt erst entschieden hatte.


Und Autor auf Genetic Literacy Project, einer Frontgruppe bzw einer PR-Agentur, die von Monsanto gemäss den Monsanto Papers bezahlt wurde/wird.


Quelle: Monsanto Papers / Gerichtsunterlagen USA


Wie lustig wäre es doch, wenn er jetzt noch ein Autorenprofil auf ACSH, also dem American Council on Science and Health hätte, nicht wahr? Wie?! Hat er auch!? Nicht mööööööglich.
Ja, aber... da hat er sicher nur etwas zu Pflanzen geschrieben, oder? Nein?
Ach, ein Artikel über Glyphosat. Über die Deutungshoheit zu Informationen rund um die "Wahrheit" über Glyphosat, die er doch bitteschön gerne anders hätte...

Jetzt ergeben seine Aussagen und die Ähnlichkeit zu dem Altbekannten plötzlich Sinn.

Schwamm drüber, dass er hier den Lesern erklärt, dass Lobbyarbeit eine nützliche Tätigkeit in einer Demokratie ist, und explizit den Namen Monsanto erwähnt.

Und lassen wir ausser acht, dass er gemeinsam mit Syngenta, einem weiteren Glyphosat-Hersteller Patente hält, die sich alle irgendwie mit Gentechnik beschäftigen.


Und auf seiner Webseite: Seralini, Monsanto, IARC, Glyphosat... Der Mann hat ein aktives Leben zum Thema! Und sogar im Titel der Webadresse OGM stehen, das die die französische Abkürzung für GVO, also gentechnisch veränderte Organismen.

So langsam ärgere ich mich dann aber doch. Wie kann die Zeitung ein solches Kästchen schreiben und das als "Biografie" bezeichnen, einen unabhängigen Wissenschaftler suggerieren und dabei ALL DIESE VERBINDUNGEN weglassen?! Pennen die Journalisten dort, oder ist das Absicht? Das frage ich Euch...

Fassen wir kurz zusammen:

20 Bauern, die Glyphosat unbedingt am Markt halten wollen, gehen in ein Krankenhaus, und lassen ihren Urin testen (was soll da schon schief gehen?). Als das Ergebnis das exakte Gegenteil ist von dem was tausende andere testen, kommt ein gar nicht so neutraler Lobbyist mit glasklaren Verbindungen zu Monsanto daher, und erzählt in einer Zeitung, die diese Verbindung nicht ausweist allen, dass es wohl an den Tests des deutschen Labors liegt und die Zeitung erdreistet sich und übertitelt das dann auch noch mit dem Wort "BETRUG".

Ich weiss nicht, wo Ihr nach der Lektüre gerade steht, aber mir sieht das eher nach einem PR-Stunt aus... Und sehr alten Diskreditierungsmechanismen, die auch unter der BAYER-Führung offenbar noch vollkommen intakt weiterlaufen. Die Frage hier: Wie wahrscheinlich ist, dass so etwas ohne fortlaufende Finanzierung weiter läuft?

Und ich würde meinen Hintern verwetten, dass das sehr bald auch in Deutschland von den entsprechenden Stellen weiter verwertet wird... Oh. Ich darf ihn wohl behalten, den Hintern.






Die von Susanne Günther (auch als schillipaeppa bekannt) öffentliche Facebook-Gruppe wurde bereits Mitte 2014 gegründet. Sie selbst ist Preisträgerin 2017 des InnoPlanta-Preises,  die sie für ihre "objektive Berichterstattung zur modernen Pflanzenbiotechnologie" und "ihr engagiertes Auftreten in den neuen Medien" würdigten. 


Der erste Kommentator unter ihrem Beitrag ist Marcus HoltkötterBauernverbands-Influencer und Werbefigur in einem PR-Video von Monsantos PR-Arm in Europa, der European Crop Protection Assocaiation, die ausser Monsanto u.a. auch Bayer CropScience, Dow und Syngenta vertreten.

"NGOs und Grüne stützen sich auf gefälschte Untersuchungsergebnisse", schreibt er.


Es ist also nur eine Frage der Zeit, bis diese "Einschätzung" von ihm in die Öffentl... und während ich das schreibe, werde ich auch schon von meiner eigenen Prognose eingeholt. Verrückt, manchmal...




Ist er nicht ein echter Sympath? Und wie er sachlich auf die Tatsachen eingeht, die ich vorhalte... Die nette Bezeichnung hat er übrigens schon länger für mich auf Lager, eine freundliche Umschreibung für Europas grösste Langzeitstudie von Glyphosat im Humanurin, die ich ehrenamtlich begleite. Und wie man mit der blossen Weitergabe von Kosten Geld verdienen soll, hat er mir schon gefühlte 20 Mal nicht erklären können, da ist er stur. Ist das da am Ende gar so etwas wie eine Drohung?

Egal. Was ich damit aufzeigen will ist, wie solche Märchen wie "Glyphosat-Tests seien Betrug" in die Welt gesetzt werden und viel wichtiger noch - von wem.



Jetzt beschäftigen wir uns doch nochmal ganz sachlich und nüchtern mit den Aussagen zu dem Testverfahren und was an den Anschuldigungen dran sein könnte.


Richtig ist: 


Es besteht beim ELISA-Verfahren eine theoretische Möglichkeit, wie Kuntz behauptet, dass AMPA zu Glyphosat hinzu gezählt wird. Das findet allerdings nur ab einer höheren Dosis statt, als wir in den letzten 3+ Jahren Urin-Tests durchweg gemessen haben. Unterhalb dieser Schwelle ist eine Kreuzreaktion mit AMPA ausgeschlossen - seine Aussage ist für uns in jedem Fall falsch, vermutlich auch für den Löwenanteil wenn nicht gar für alle Franzosen, ich kenne deren Höchstwerte nicht.

Seine Aussage ist somit unzutreffend, und es ist mMn eigentlich nicht zu erwarten, das sein solcher Experte einen solchen Fehler aus Fahrlässigkeit macht. Da dürften seine Verbindungen und sein "Wunsch nach Wahrheit" viel eher die treibende Kraft dahinter sein.


Die Tatsache, dass in den französischen Tests 100% der Menschen positiv getestet worden sind, und bei uns derzeit nur 72,2% der belasteten Proben ist alleine dem Umstand geschuldet, dass WIR in unserer Studie eine Nachweisgrenze von 0,5 ng/ml anwenden, das ist, was der Hersteller von ELISA-Testkits aus den USA für Urin vorsieht.

Eine Nachweisgrenze legt man nach meiner Auskunft anhand Vergleichsmessungen mit anderen Methoden fest. Sie soll das Ergebnis zuverlässig halten, weil man darunter nicht zu 100% sagen kann, dass es stimmt.

Soweit mir das aus Frankreich bekannt ist, wurde diese Nachweisgrenze nicht angesetzt. Das ist tatsächlich ein handwerklicher Fehler dererseits, der allerdings nur eines bewirkt:

Statt 100% werden es auch zwischen 70 und 80% positive Proben sein, wenn man die Ergebnisse von 0,5 und darunter aussiebt. Die Kernaussage des Problems ist so nicht wegzudiskutieren.

Der Hersteller der Testkits empfiehlt weiterhin, positive Ergebnisse mit Chromatografieverfahren wie HPLC, GC/MS und andere zu bestätigen. Sofern es um regulatorische Massnahmen geht. Das ist zwar nicht verpflichtend.

Dennoch haben wir (GTEST) das in den vergangenen 3 Jahren für die Testpersonen kostenfrei wiederholt immer dann gemacht, wenn wir auf ausnehmend hohe oder unplausible Messwerte gestossen sind (z.B. 3 Familienmitglieder niedriger Wert, 1 Familienmitglied hoher Wert). Bei diesen Kontrolluntersuchungen (Doppelbestimmungen) hat sich ziemlich klar ergeben, dass der ELISA-Test ein relativ zuverlässiger Test ist, die Abweichungen waren durchweg zu vernachlässigen.

Ein möglicherweise legitimer Kritikpunkt, konzentrierter Urin sei anfälliger auf veränderte Ergebnisse ist bei uns unzutreffend, das ist eine ganz normale Urin-Einzelabnahme, die getestet wird und ich wage zu bezweifeln, dass das mit den französischen Proben anders abläuft. Auf jeden Fall bei der Mehrheit.

Glyphosat im Urin wurde seit Jahren in mehreren Testläufen mit verschiedenen Methoden festgestellt, teuren, weniger teuren, sowohl von unabhängigen Stellen als auch amtlich, wie z.B. hier vom Umweltbundesamt Deutschland in einer Untersuchung.

Die chronische Kontaminierung der Bevölkerung kann man nicht wegdiskutieren. Sie ist real, und je nach geografischer Lage und Messmethode immer zwischen 60 - 80%, in in den letzten Jahren immer weiter ansteigenden Dosen beim Durchschnitt der Einzelmessungen.

Und zu guter Letzt möchte ich noch jemanden zu Wort kommen lassen, dem Bauer Holti und seine Genossen absolut blindes Vertrauen schenken, bei allem, was sie schreiben.


Hier sprechen sie u.a. über den ELISA Test und Humanurin
"However, in the analytical part of this article, a comparison between values obtained by this ELISA and a GC–MS method was provided revealing a sufficient correlation (R2 of 0.87 for human urine). Thus, the measured values may be considered reliable."

Auf Deutsch, kurz: "Die gemessenen Werte gelten als zuverlässig."


Das, bitteschön, hat niemand Geringeres gesagt als das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR).



Das nachdenkliche Schlusswort:

Es gibt Menschen, die möchten Glyphosat weiter auf dem Markt halten. Aus unterschiedlichen Gründen. Nach der Ankündigung der Regierung, Glyphosat bis 2023 vom Markt nehmen zu wollen, sind offenbar die Boxhandschuhe ausgezogen, aber jetzt wird von deren Seiten offenbar nur noch mit blutigen Knöcheln gekämpft. Das merkt man ohnehin schon die letzten Tage auf Twitter, da sind wieder sämtliche Personen aufgetaucht, die schon rund um die Wiederzulassung zu Glyphosat ihre Propaganda verteilt haben.

Für Bayer geht es ums Überleben, wenn wenn die 70% des Monsanto-Umsatzes nach einem Glyphosat-Verbot auch noch wegbrechen, weil das Mittel verboten ist, dann war das mit Sicherheit die grösste Fehlinvestition in der Geschichte.


Bayer - und all seine Jünger - behaupten, das Mittel sei sicher, die Spuren unbedenklich. 


Und dennoch machen sie sich die Mühe, die Messwerte zu diskreditieren.
Mit solchen Mitteln.


Ganz so, als wäre ihnen selbst nicht ganz wohl mit der eigentlichen Wahrheit.



Bis später.










Der Kuschelkurs der EPA - Glyphosat und Dicamba

Nico DaVinci 04.09.2019 - 15:09 Lesedauer ca 6 Minuten

KKommentar
EPA + Pestizidhersteller = Dreamteam? 
Über Merkwürdigkeiten bei der US-Umweltbehörde EPA
Es ist nun schon 2 mal vorgekommen, dass sich die US-Umweltbehörde EPA dieses Jahr in Sachen Glyphosat merkwürdig verhalten hat. Dabei müssten sie z.B. mit Monsanto gerade bei Glyphosat eigentlich ganz anders umgehen. Aber der Reihe nach...



Der Pilliod-Prozess stand kurz vor einem Urteil, da gibt die EPA eine PRessemitteilung raus, dass Glyphosat harmlos sei. Besser getimed geht es kaum. Unterstützt wurde diese PRessemitteilung durch eine Aussage des US-Landwirtschaftsministeriums.

Vergangene Woche nun kam eine zweite Pressemitteilung, die das noch einmal unterstrich, und die natürlich von den Glyphosatbefürwortern und Teilen den Presse gerne verteilt wurde.

Bemerkenswert bei dieser Vorgehensweise ist allerdings, dass es gar keinen erkennbaren Anlass seitens der Behörde für dieses Vorgehen gibt. 

Denn neue wissenschaftliche Erkenntnisse liegen gar nicht vor. 
Die letzte tatsächliche Risikobewertung der EPA  unter Abteilungsleiter Jess Rowland (Mitleser werden den Herrn schon ganz gut kennen) wurde einkassiert und zurückgenommen. Der Freibrief verschwand nach kürzester Zeit aus dem Netz, was natürlich für Rückfragen sorgten, denn in der EU wurde damals gerade um die Wiederzulassung gerungen. Die Antwort, wieso es zu dieser Rücknahme kam, blieb bis heute aus. 

Ein Hinweis ergibt sich jedoch aus den Monsanto Papers. Dort geben die EPA-Wissenschaftler zu Protokoll, dass sie nach Sichtung aller Studien zum selben Ergebnis kommen wie die IARC. Es bleibt zu vermuten, dass sich diese Kräfte durchgesetzt haben.

Eine tatsächliche Risikobewertung durch die EPA ist eigentlich erst für Ende diesen Jahres angesetzt, und wie die ausgeht, kann man sich beim derzeitigen Zustand der EPA unter Trump und der Führung durch Lobbyisten an einer Hand abzählen. Mitarbeitern der EPA ist es untersagt, das Wort Klimawandel zu verwenden und die, die bei der EPA an dem Thema arbeiteten sind entlassen oder "woanders" untergebracht.

Aber wie gesagt: Diese Einschätzung zu Glyphosat gibt es noch gar nicht, die letzte ist zurückgezogen, der Standpunkt, den die Pressemitteilungen wiedergeben sind also Jahre alt. 

Wieso dann überhaupt? Und wieso jetzt? Kann man nicht wenigstens warten, bis der Freibrief wenigstens auf angeblich "wissenschaftlichen" Beinen steht? Wozu diese wiederholten Eingriffe in die Diskussion?


Eigentlich müsste die EPA ganz anders

Wie aus den Gerichtsunterlagen bekannt wurde gibt es einen bemerkenswerten Umstand, über den viel zu wenig gesprochen wird. Die erste Krebs-Studie, die Monsanto für die erste Zulassung der EPA vorgelegt wurde entstand auf der Basis von wissenschaftlichem Betrug. 

Als das entdeckt wurde, ist die Studie von der EPA für nichtig erklärt worden. Und Monsanto wurde aufgefordert für Ersatz zu sorgen. Der kam nicht, und die EPA hat sich selbst um eine Einschätzung bemüht. Das Ergebnis: Glyphosat ist krebserregend. 

Monsanto schickte einen Wissenschaftler, der durch einen statistischen Trick und erfundene Tumore in der Kontrollgruppe das EPA-Ergebnis entschärfte. Die Maus sollte jetzt im Rahmen der Glyphosat-Krebsprozesse noch einmal kontrolliert werden. Leider sind die Proben "verloren gegangen" 

Ein Teil der damals mit dem Thema betrauten EPA-Wissenschaftler weigerten sich, diese "Veränderung" zu unterzeichnen.

Bis heute hat Monsanto für diese wesentliche Studie keinen Ersatz geliefert, obwohl sie dazu aufgefordert war. Neben den Kosten wird Monsanto sehr genau wissen, wieso sie sich nicht auf eine Studie einlassen: Eine ganze Reihe anderer Tierstudien zeigt ja, dass Glyphosat krebserregend ist.

Weiterhin bemerkenswert ist, dass die Studie, die von der EPA zurückgewiesen wird mangels Alternative bis heute Bestandteil der Einschätzungen aller Regulierungsbehörden ist. Eine Anerkennung des Umstands, dass sie durch wissenschaftlichen Betrug entstand ist dabei nirgends zu finden - im Gegenteil - man scheint die gefälschten Daten sogar als Beleg für die Harmlosigkeit zu verwenden.

Würde die EPA ihre Arbeit machen (dürfen), dann wäre der logische Schritt also, die lange überfällige Krebsstudie endlich einzufordern. Davon ist allerdings in der derzeitigen Konstellation unter der aktuellen US-Regierung nicht der Hauch einer Spur zu sehen. 
Und man dürfte es auch kaum erwarten...

Sogesehen ist schon die Erstzulassung illegal, da wesentliche Bedingungen bis heute nicht erfüllt worden sind und die damals gültigen Anforderungen für eine Zulassung unerfüllt blieben.


Und jetzt bei Dicamba

Monsanto/Bayer hat noch ein ganz anderes Problem, das gerade vor sich hinschwelt. Und das heisst Dicamba. In den USA haben sich die letzten Jahre durch den übermässigen Gebrauch von Glyphosat mehr und mehr resistente Unkräuter gebildet. Um dieses Problem in den Griff zu bekommen, hat man ein eigentlich schon eingemottetes Mittel wieder aus den Regalen geholt. Und das heisst Dicamba.

Monsanto hat dafür vor gar nicht allzulanger Zeit sogar extra für über 1 Milliarde US-Dollar ein neues Werk hingestellt.

Nun ist es leider so, dass die Farmer, die Dicamba einsetzen die Ernten der Nachbarn beschädigen. Die Rede war schon Mitte 2018 von einer halben Million Hektar oder (1.1 Millionen acres) betroffener Fläche.  

Bemühungen der betroffenen Bundesstaaten, die Schäden einzudämmen wurde mit Klagen und konzertierten PR-Aktionen von Monsanto begegnet. Zeitweise war in Teilen der USA das Ausbringen sogar verboten. 

Erste Klagen gegen Monsanto/Bayer wurden von den betroffenen Geschädigten bereits eingebracht, das gibt auf das Glyphosat-Problem selbst nochmal satte Gerichtskosten und Schadenersatz, falls es den Betroffenen gelingt, die Gerichte zu überzeugen. Alles obendrauf zu Lasten Bayer/Monsanto. 

Und gerade, wo es wieder darum geht, geerbten Monsanto-Ärger für Bayer vor Gericht in den Griff zu bekommen, springt die EPA wieder ein:

Während die USA normalerweise echte Statistik-Junkies sind und so ziemlich alles und jeder in irgendeiner Datenbank gespeichert wird, was irgendwie an Zahlenkolonnen gespeichert werden kann entschied sich die EPA ausgerechnet dieses Jahr, die Daten zu den Schadenmeldungen zu Dicamba für dieses Jahr nicht mehr zu erfassen.
Die Vorgehensweise dabei ist ernüchternd einfach: Man fragt einfach aktiv die Daten der Bundesstaaten nicht mehr ab.

Experten gehen in dem einen Jahr von einer Verdopplung auf eine Million Hektar beschädigter Erntefläche, überwiegend auf Nachbargrundstücken aus, erklären jedoch durch die grossen Flutschäden in der Landwirtschaft wird das nie mehr 100%ig nachvollzogen werden können, wie gross die Schäden durch die fortgesetzte Praxis der Arbeit mit Dicamba tatsächlich sein werden. 

Aber es ist klar: Die Geschädigten werden nicht still halten, neues Ungemach für Bayer ist vorprogrammiert. Offenbar laufen erste Klagen und die Erfolgsaussichten stehen nicht schlecht, durch die Vielzahl an Schäden sind die Muster der Herkunft recht deutlich und somit einfach zu belegen. Da reicht ein "Das waren wir nicht" von Monsanto kaum aus.


Die EPA ist seit Trump in einem desolaten Zustand, Budgetkürzungen, Entlassungen von Wissenschaftlern, die ihren Job gemacht haben und Veränderungen wie Entscheidungen, EPA-Wissenschaftler aus Entscheidungsgremien zu verbannen und stattdessen mit Funktionären der Industrie zu ersetzen sind ein Supergau, von dem sich die Behörde länger nicht erholen wird. Selbst wenn Trump abgelöst werden sollte bei der kommenden Wahl, worauf man momentan besser nicht wettet, dass das passiert. Was aus der US-Umweltbehörde EPA wurde geschieht, wenn man einen Lobbyisten, der selbst in der Vergangenen 14 x gegen die Auflagen der EPA geklagt hatte zum Chef der Einrichtung ernennt. Sie wurde systematisch auseinandergenommen. Bis zur Unkenntlichkeit.

Die Regelmässigkeit, in der die EPA zu laufenden Gerichtsverfahren Teil der Öffentlichkeitsarbeit der Pestizidhersteller wird ist - gelinde gesagt: Auffällig.

Dementsprechend wird es keine Überraschung sein, wenn die EPA zum Jahresende erneut verkündet, wie harmlos Glyphosat ist. Nur hat das mehr mit Wirtschaft als mit Wissenschaft zu tun.

Und wer bis hier noch nicht ganz überzeugt war, dass die EPA auf der Seite der Pestizid-Hersteller ist: 

Was soll da schon schief gehen?!



Bis später.


Weiterführende Links:
- Siehe Text -


  

Über Pestizid-Rückstände in Trink- und Grundwasser

Nico DaVinci 09.06.2019 - 06:06 Lesedauer ca 3 Minuten

Nachgehakt
Das Wasser von Gifhorn
...und was man an den Kontrollen verbessern könnte 





Ich las gerade interessiert bei einer Diskussion auf Facebook mit.

Anlass war dieser Bericht in der Augsburger Allgemeinen. Die hatten sehr aktuell berichtet, dass eine Studie in Bayern überdurchschnittlich viele Pestizide im Grund(!!)wasser gefunden hatte.

Glyphosat sogar gleich 47 mal, in 6 Fällen "in problematischen Konzentrationen", das heisst wohl (deutlich?) über Trinkwasser-Grenzwert.

Das hatte natürlich auch an anderen Stellen in Deutschland zu der Frage geführt, wie es denn wohl dort aussieht. Ich selbst hatte ja vor ein paar Wochen auch schon einen Sachstandsbericht beschrieben, bezogen auf die allgemeine Wassersituation in Deutschland.

Da war der die Lage in Bayern allerdings noch nicht bekannt.
Und so fragte man sich eben auch in Gifhorn, wie dort wohl die Lage mit der Wasserqualität sei.


Ein freier Journalist gab dann in den Kommentaren Entwarnung: 
"Ergebnis: Im Grundwasser des Landkreises Gifhorn finden sich weder Nitrat noch Pestizide oder deren Rückstände (Metaboliten)."

Bezogen auf Gifhorn war ich allerdings sehr verwundert, dass da tatsächlich ein Laborbericht für den Wasserversorger vor Ort existiert, bei dem tatsächlich überhaupt keine Rückstände im Trinkwasser aufgefallen waren. Gifhorn liegt in Niedersachsen, und auch dort gab es schon Berichte über massive Pestizidfunde im Grundwasser. 
Und jetzt will man auf einmal tatsächlich gar nichts gefunden haben?

Das wollte ich mir dann doch mal näher ansehen...

Denn tatsächlich deuten die die bekannten Daten rund um Gifhorn alles andere als auf einen solchen Zustand hin.

Wie der NDR einst berichtet hat, genauer Panorama 3 (MEDIATHEK) wurden auch in Niedersachsen alleine in 45% der genommenen Grundwasserproben Pestizid-Rückstände gefunden. Die dort genannte Studie selbst ist heute noch einsehbar, und zwar hier.


Und wie ich hier grob markiere, ist Gifhorn eher in einem der Gebiete, wo diese Studie in der Vergangenheit doch gleich in mehreren Punkten Auffälligkeiten fand - hier ein paar Screenshots. Das rote Quadrat kennzeichnet grob das Einzugsgebiet von Gifhorn, Quelle die Panorama 3-PDF.
















Ich fände es gut, wenn tatsächlich nichts gefunden wurde, wie das Wasserwerk Gifhorn versichert
Aber nach all den Jahren im Thema bin ich vorsichtig geworden. Oft lohnt sich das Hinterfragen auch.

Das erste, das mir bei der Wasseranalyse des Gifhorner Wasserwerks aufgefallen ist, ist das Entnahmedatum:



Da steht: 27.02. also Ende Februar. 

Das ist eine ziemlich unglückliche Wahl, wenn man denn tatsächlich eine Aussage treffen möchte, ob und wie viele der aktuell eingesetzten Pestizide im Wasser sind.
Denn der Termin liegt ungünstig. Den ganzen Winter über hatten die Rückstände im Boden und im Grundwasser Zeit, sich abzubauen, und die typischen Ausbringzeiten in der Landwirtschaft - so war das auch dieses Jahr überall zu beobachten - beginnen erst im März, also nach der Probenentnahme. Das gleiche gilt für Nitrat, das ja die Pflanzen düngen soll.

Wie der SWR damals recherchiert hatte, sind gemäss der Landeswasserversorgung Baden Württemberg die tatsächlichen Spitzen und Überschreitungen - zumindest bei Glyphosat - Mitte Juli. 





Dementsprechend wäre es doch viel aussagekräftiger, wenn man die Trinkwasserproben in diesem Zeitraum entnimmt. Wenn dort dann tatsächlich nichts gefunden wird, dann ist die Entwarnung ehrlich und echt.

Aber so bleiben einfach Zweifel für jeden der mitdenkt.


Mit etwas Internet-Kungfu konnte ich mir die Analyse von 2016 besorgen.
Für diese wurde die Probe am 13.04.2016 genommen.
Auch das ist noch ausserhalb des Zeitraums, bei dem vom SWR die Spitzen dokumentiert wurden. 


Die Fragen, die man jetzt an das Wasserwerk Gifhorn stellen sollte:
1) Welche Filteranlagen werden verwendet? Aktivkohle-Filter? Keine?

2) In welchen Abständen werden diese Wassertests gemacht? Zu welchen Terminen?
3) Wo kann man ältere Prüf-Ergebnisse und das von 2017 und 2018 online einsehen oder kann man diese PDFs erhalten? 
4) Kann man den Testtermin künftig auf Mitte Juli verlegen?
5) Was würde geschehen, wenn sich im Trinkwasser ebenfalls Überschreitungen zeigen würden?

Das sollte am besten jemand vor Ort erledigen.



Jetzt noch etwas, über das ich während der Recherche für diesen Blogbericht gestolpert bin. In dem Video des NDR sieht man einen Landwirt, der ein Fungizid ausbringt.
In einem kurzen Augenblick ist der Name des Mittels auf dem Kanister erkennbar.




Wie schon im letzten Bericht habe ich dann fast schon wie gewohnheitsmässig das Sicherheitsdatenblatt aufgerufen. Und das steht dazu auf Seite 2:




Ist es wirklich DAS, was wir brauchen?



Bis später.





Weiterführende Links:
Sind im Bericht enthalten





Ich hatte Unrecht. Es sind 5!

Nico DaVinci 25.05.2019 - 00:05 Lesedauer ca 6 Minuten

Eine Frage der Integrität
Über die Luftausbringung von Pestiziden in Deutschland
Die Ausnahmegenehmigung, die es nicht geben sollte

Vor ein paar Tagen hatte ich einen kleinen Disput mit einer (Hobby?)Winzerin.
Ich hatte einen Beitrag eines Weinhändlers geteilt, der sich kritisch über den Gebrauch von Glyphosat in Weinbergen äusserte. Sehr lesenswert, der Beitrag, übrigens.

Sie fand, die Darstellung in dem Bericht würde nicht der Realität in Deutschland entsprechen und postete ein paar schöne Fotos.

Ich rechnete ihr anhand einer industrienahen Studie vor - die eher freundliche Zahlen erwarten lässt - dass allein 2015 in Deutschlands Weinbergen über 1.000.000 Liter reiner Wirkstoff verschwunden sind.

Und dann stellte ich in einem Kommentar fest, dass im Ahrtal etwas per Luft ausgebracht wurde, und ein paar Tage später alles um die Reben gelb und braun wurde. 


Und zeigte ein Foto, der einen Hubschrauber mit Sprüheinrichtung in unguter Nähe zu Wohnhäusern zeigt.
Ich habe genug Integrität um einen möglichen Fehler zuzugeben. 

Nachdem ich diesen Fall näher recherchiert habe stelle ich fest, die zeitliche Übereinstimmung mit dem Absterben des Grüns um die Weinreben ist möglicherweise tatsächlich ein Zufall. 

Es ist tatsächlich gemäss einer amtlichen Mitteilung auch möglich, dass das Glyphosat einfach kurze Zeit davor von Land aus in die Weinberge eingebracht worden ist.

Meine vage Vermutung, da könnte Glyphosat vom Hubschrauber aus versprüht worden sein kann ich leider nicht belegen.
Aber am Ende zählt bei einer vernünftigen Berichterstattung nur eines:
Die Wahrheit. 





Und die Wahrheit ist - ich war nicht gründlich genug. 
Und lag tatsächlich falsch!
Dafür entschuldige mich in aller Form.

Denn: Es wird nicht ein wahrscheinlich krebserregendes Mittel direkt im Umfeld von Wohnhäusern, einer Schule und einem Kindergarten ausgebracht.
Sondern fünf!



Ich wusste, dass die Hubschrauberspritzungen vorab veröffentlicht werden müssen. 
Diese Veröffentlichung habe ich mir beschafft. 





Also tat ich das, war ich vor unserem Disput versäumt hatte. 
Und was ich am besten kann: Ich schaute näher hin.


Und so sieht das tatsächlich aus:

Aus der Luft gespritzt werden im wesentlichen Fungizide,
über dem konventionellen Teil zwischen dem

13.05. - 30.07.2019 in 8 Spritzungen,

über dem Ökö-Teil sind es zwischen dem 


13.05. - 17.07.2019 in 7 Spritzungen.

Bei den konventionellen Anwendungen werden 14 verschiedene Produkte verwendet, beim Ökoteil 2, wenn man den Netzschwefel mitrechnet.

Ich weise gerne nochmals darauf hin, dass an diesen Weinbergen im direkten Umfeld eine Schule und ein Kindergarten steht. Hier ist eine Satellitenaufnahme von nur einem der Weinberge, die aus der Luft behandelt werden. Mir wurde gesagt, es gibt noch weitere der abgebildeten Felder, die ebenfalls sprühend überflogen werden, hier habe ich aber keine genauen Daten, welche das sind. Ich weiss nur - es gibt sie.


Satellitenaufnahme Google Maps / (C) Google, danke!



Schaut man sich nun die einzelnen Produkte und ihre Sicherheitsdatenblätter näher an, ergibt sich ein interessantes Bild - und zwar selbst wenn es tatsächlich keine Ausbringung von Glyphosat  aus der Luft geben sollte. Ob überhaupt Glyphosat angewendet wird, ist keine Frage, das geschieht auf jeden Fall, die Nahaufnahmen, die mir vorliegen sind da glasklar.


Ich verlinke hier also zu den verschiedenen Produkten, die nun bereits ausgebracht sind oder in den kommenden Tagen und Wochen noch ausgebracht werden, gemäss der amtlichen Ankündigung:


1. Delan Pro

In den Sicherheitsdatenblättern steht nicht nur, dass es für Wasserlebewesen akut toxisch mit Langzeiteffekten ist, sondern auch wahrscheinlich krebserregend

Siehe Seite 2, hier: 


2. Vivando

Im Sicherheitsdatenblatt steht dazu:
Giftig für Wasserorganismen, mit langfristiger Wirkung
Siehe Seite 2, hier 


3. Talendo extra

Im Sicherheitsdatenblatt ist zu finden:
Verursacht schwere Augenreizung, vermutlich krebserregend, kann vermutlich die Fruchtbarkeit beeinträchtigen, kann vermutlich das Kind im Mutterleib schädigen, und es ist giftig für Wasserlebewesen, mit langfristiger Wirkung
Siehe ab Seite 1 hier


4. Mildicut

Sicherheitsdatenblatt:
Schädlich für Wasserorganismen, mit langfristiger Wirkung
Siehe hier, Seite 1/9


5. Luna Experience

Sicherheitsdatenblatt:
Verursacht schwere Augenreizung, kann vermutlich das Kind im Mutterleib schädigen, sehr giftig für Wasserorganismen, mit langfristiger Wirkung

Sicherheitsdatenblatt auf der Webseite, startet automatischen Download, weshalb ich sie hier nicht verlinken kann. Einstufung jedoch gleich auf der ersten Seite.


6. Enervin

Sicherheitsdatenblatt:
Spezifische Zielorgan-Toxizität (einmalige Exposition). Kann die Organe (Skelettmuskulatur) schädigen nach längerer oder wiederholter Exposition. Sehr giftig für Wasserorganismen. Sehr giftig für Wasserorganismen mit langfristiger Wirkung. Staub nicht einatmen.
Siehe Seite 2 UND Seite 16


7. Vinostar

Sicherheitsdatenblatt:
Verursacht schwere Augenreizung, vermutlich krebserregend, sehr giftig für Wasserorganismen, Schädlich für Wasserorganismen mit langfristiger Wirkung
Siehe Seite 2


8. Veriphos 

Sicherheitsdatenblatt:
Mittel und/oder Behälter nicht in Gewässer gelangen lassen.
Seite 2


9. Sercadis

Sicherheitsdatenblatt:
vermutlich krebserregend, sehr giftig für Wasserorganismen, sehr giftig für Wasserorganismen mit langfristiger Wirkung
Seite 2


10. Dynali

Sicherheitsdatenblatt:
sehr giftig für Wasserorganismen mit langfristiger Wirkung
Seite 2


11. Orvego

Sicherheitsdatenblatt:
Gesundheitsschädlich bei Verschlucken, sehr giftig für Wasserorganismen mit langfristiger Wirkung
Seite 2


12. Folpan

Sicherheitsdatenblatt:
Kann allergische Hautreaktionen verursachen, verursacht schwere Augenreizung, vermutlich krebserregend, sehr giftig für Wasserorganismen mit langfristiger Wirkung 
Siehe Seite 2/9


13. Topas


Sicherheitsdatenblatt:
Verursacht schwere Augenreizung, kann vermutlich das Kind im Mutterleib schädigen, giftig für Wasserorganismen mit langfristiger Wirkung 
Siehe Seite 2/21


14. Funguran progress (Das ist das Mittel über Öko Ahr)


Sicherheitsdatenblatt:
Sehr giftig für Wasserorganismen mit langfristiger Wirkung, verursacht schwere Augenreizung, gesundheitsschädlich beim Einatmen

Sicherheitsdatenblatt auf der Webseite, startet automatischen Download, weshalb ich sie hier nicht verlinken kann. Einstufung jedoch gleich auf der ersten Seite.



FAZIT
Wie auf dem Satellitenfoto zu sehen ist in der Nähe eines besonders grossen Sprühzieles für den Hubschrauber eine Schule und eine Kindertagesstätte. Abgesehen davon sind die gesamten Wohnhäuser umzingelt von weiteren Sprühzielen.

Und zwischen all dem fliesst die Ahr...

Ich will jetzt nicht zählen, wie viele der Produkte giftig und sehr giftig für Wasserorganismen sind. Oder wie viele davon gar mit Langzeitwirkung. Macht Ihr das. Geschenkt.

Aber wenn komplette Teile einer Stadt über zweieinhalb Monate mit Mitteln eingesprüht werden, die das Skelett angreifen können, die Fruchtbarkeit gefährden oder Kinder im Mutterleib, 5 davon wahrscheinlich krebserregend, PLUS das Glyphosat überall - und das dann sogar in direkter Nähe zu einer Schule und einer Kindertagesstätte...

Wer zur Hölle vergibt da Sondergenehmigungen für die Ausbringung aus der Luft, wenn wir wirklich genügend Hinweise aus Südamerika haben, wohin ganz speziell diese Form der Ausbringung führt?!

Es herrscht dort Angst. Aber nicht wegen der Mittel. 

Viele dort werden nicht einmal wissen, was da genau versprüht wird. 

Nein. Ein Arzt, der dort in dem Umfeld einen ungewöhnlichen Anstieg von Krebsfällen festgestellt hat, ist dort weggezogen. Er hatte offenbar Angst um sich und seine Familie.
Und die paar wenigen Leute, die dort Fragen stellen, werden "freundlich gebeten", gefälligst die Fresse zu halten.

Ich wurde wieder einmal erinnert, was ich eigentlich schon immer wusste:
Es ist gut, wenn mich jemand zu einer Sache kritisiert.
Macht das bitte - kontrolliert mich. Hinterfragt mich.
Denn: Was zählt ist die Wahrheit. Sonst nichts.

Und die ist offenbar sehr viel schlimmer, als zunächst angenommen.


Bis später.



Weiterführende Links:
Alle im Text verarbeitet, die Überschriften zu den Produkten sind anklickbar und führen zum Zeitpunkt der Veröffentlichung dieses Texts auf Webseiten der jeweiligen Hersteller, die Seitenzahlen sind mit Links auf die jeweiligen Sicherheitsdatenblätter versehen und verweisen auf die Fundstellen. 


(STAND: 25.05.2019)



Der Fall Pilliod, die EPA, die Presse und Bayers Aktionäre

Nico DaVinci 03.05.2019 - 02:05 Lesedauer ca 5 Minuten

Einordnung
Im Westen nichts Neues
Was der Pilliod-Fall mit der EPA zu tun hat und wie unsere Medien den Anlegern wesentliche Informationen vorenthalten.

Der Pilliod-Fall wegen Glyphosat und Krebs ist der dritte laufende Verfahren gegen Monsanto/Bayer und er läuft für Bayer gelinde gesagt - schlecht.

Neue Beweise, unruhige Monsanto-Mitarbeiter in Video-Verhören, eine extreme Dichte an Beweisen und starke Experten der Anklage machen eine dritte Verurteilung wahrscheinlich.
Wenn nicht ein Wunder geschieht...






Und just genau an DEM Tag, an dem der Pilliod-Fall an die Verteidigung übergeht
ab dem Monsantos Anwaltsarmee die Beweise für Unschuld vorlegen will, just genau an dem Tag gibt es ein Statement der US-Umweltbehörde EPA, von Glyphosat würde kein Risiko für die Bevölkerung ausgehen. 

Das Ehepaar Pilliod haben nach Jahren intensiver Anwendung von Roundup mit dem Non-Hodkin Lymphom beide einen seltenen Krebs entwickelt, den Studien mit der Glyphosat-Anwendung in Verbindung bringen. Beide. Selten. Zufälle gibt's...

Für jene, die sich das Glyphosat-Thema schon eine Weile anschauen ist das mit der EPA zwangsläufig ein Deja-Vu. 


Schon mehr als einmal gab es eine merkwürdige Entscheidung der EPA in Sachen Glyphosat in den letzten Jahren. 

Damals wurde klar, dass es einen Abteilungsleiter namens Jess Rowland gab, der nicht nur entgegen aller Stimmen der Wissenschaftler Glyphosat als harmlos einstufte, sondern sogar aktiv in den europäischen Wiederzulassungsprozess einwirkte, indem er in einer Videokonferenz einer relevanten Mausstudie einen Virus andichtete, der die Ergebnisse verfälscht habe. Die EFSA kaufte im das ab. 

Danach ging Rowland in den Ruhestand und bekam gleich zwei Beraterposten bei Tochterfirmen bei Monsanto.

Eine an Krebs erkrankte EPA-Mitarbeiterin schrieb an Jess Rowland diesen eindringlichen Brief. 

Der obige Brief wurde von einer an Krebs erkrankten Mitarbeiterin der EPA gesendet.
Interessant ist die Aussage von dem "Bonus". Die EPA-Behörde vergibt keine Boni, wie sollten die auch bemessen sein. Woher kam also der "Bonus"?


Also fragt man sich: Was war es dieses Mal? 
Wieder ein korrupter Abteilungsleiter? 
Oder ist es einfach Trumps Grusel-Kabinett?

Immerhin hat sie der EPA einen Lobbyisten vorgesetzt, der die Behörde in der Vergangenheit schon 14 x im Sinne von Kunden verklagt hat, die mit der Regulierung ihrer (Umwelt)verschmutzung nicht einverstanden waren - der Kosten wegen, die saubere Luft oder Wasser nicht der Allgemeinheit - sondern - welch Frechheit - dem Verursacher anlasten würden.


In der EPA dürfen die Mitarbeiter das Wort "Klimawandel" nicht verwenden

Entgegen der Warnungen der EPA-Wissenschaftler hatte Pruitt Chlorpyrifos wieder aus der Mottenkiste der Geschichte geholt, eine Entscheidung, die von einem Gericht wieder einkassiert wurde.
Die Wissenschaftsboards wurden von lästigen unabhängigen bei der Behörde angestellten Wissenschaftler befreit und deren Stellen in den Gremien ebenfalls von Lobbyisten ersetzt. 

Entdeckt Ihr das Muster?

Schaut man sich die Erklärung direkt bei der EPA an dann fällt einem eines auf:
Direkt unter dieser "hochwissenschaftlichen" Erklärung ohne weitere Erkenntnisse steht der Agrarminister mit einem Zitat, das 1:1 von Monsanto kommt - und jetzt übrigens genauso von Bayer übernommen wurde.

Ich übersetze das mal sinngemäss:
"Wir müssen ab 2050 zehn Milliarden Menschen ernähren, ohne Glyphosat werden wir alle sterben!"


Leute, jetzt haben wir ein Problem!
Der Mehrertrag durch Glyphosat wird für ganz Europa auf 5% beziffert. [Schmitz, Garvert]
Wir werden also alle zwangsläufig verhungern. 

Wohl dem von uns, der das altershalber nicht mehr durchmachen muss. Oder weil ihn idealerweise der Krebs davor dahinrafft. Eine runde Sache, das Round-Up.


Was die EPA-Erklärung nicht beschreibt ist ein offizielles Risk-Assessment.
Die tatsächliche Neueinschätzung soll nicht vor Ende des Jahres erfolgen. 

Mit anderen Worten - die EPA hat einfach mal wieder zwischendurch "Hallo" sagen wollen? 
Qui bono? Wem hilft's? Pünktlich zum Prozess? 

Das Wunder für Bayer? 

Ja. Nein. Nicht wirklich - wie es aussieht hat die Jury das goldrichtig eingeordnet - denn sie kennen ja durch die lange unrühmliche Geschichte der EPA zum Thema Glyphosat. 

Schon 1985 ordnete die EPA Glyphosat als krebserregend ein. 



Die ersten von Monsanto übersandten Daten waren gefälscht und wurden im Rahmen des IBT-Skandals nach Überprüfung der Studie von der EPA zurückgewiesen. 

Das alles weiss die Jury. 
Genauso wie sie den Umstand kennt, dass die EPA bei der letzten gültigen Einschätzung ihre eigenen Regularien und Protokolle nicht eingehalten hat, denn sonst wären sie da schon auf den gleichen Schluss wie das IARC gekommen. 
Mindestens "wahrscheinlich krebserregend". Mindestens...

Und das hat die Jury von just dem Mann erfahren, der diese Protokolle geschrieben hat.

Und sie wissen auch, dass die EPA einen Risikobericht - ebenfalls hervorragend getimed - während der Querelen beim europäischen Wiederzulassungsprozess hochgeladen hatte, der dann aus mysteriösen Umständen wieder zurückgenommen wurde.
Ich wäre nicht ich, wenn ich Euch diesen Bericht nicht zugänglich machen könnte.
Hier ist er. Achtet darauf, WER der Absender nach FROM: ist... Genau!...


Die Einschätzung der EPA ist genauso fragwürdig wie alle anderen Entscheidungen pro Glyphosat seitens der EPA in der Vergangenheit.


Die Veröffentlichung hat an der Börse für einen Anstieg der gebeutelten Bayer-Aktie gesorgt. Und die deutsche Presse hat sich für diesen Propaganda-Coup einspannen lassen.
Während der Original-Bericht bei Reuters noch Gegenstimmen zulässt, gibt es bei den deutschen österreicher und schweizerischen - keine. 

Sowohl die Anleger als auch die Landwirte lehnen sich also jetzt entspannt zurück.
Kaufen wieder Aktien. Sprühen wieder Gift. Schliesslich ist es eine Behörde, die das sagt und schliesslich sogar aus den USA.
Aus der Presse erfahren sie - dass es wieder einen Freibrief durch eine Regulierungbehörde gab - was nicht stimmt. Die Presseinformation hatte keinen Nachrichtenwert.

Vermutlich bleiben Anleger und Landwirte so lange getäuscht, bis auch der dritte Fall für Bayer verloren geht. Und dann von der selben Presse wieder zu erfahren, es sei ja ein Laiengericht gewesen, das diese Entscheidung traf.
Mit dem Urteil wird dann der Kurs erneut einbrechen. Oder die Anleger sind bis dahin schon so abgestumpft, dass sie auch ein drittes Urteil nicht mehr beeindruckt. 

Wir werden sehen.
Sie haben ja noch 13.397 weitere Chancen. So viele Klagen sind es aktuell.

Aber irgendwann müssen sie sich ja mal fragen, wie es zu den Entscheidungen kommt.
Bis später.


Weiterführende Links:
Alle Quellen sind im Text verarbeitet, bitte beachtet, dass mangels Berichterstattung in Deutschland einige der Themen nur auf Englisch verfügbar ist.

Lasst die Finger von den Hühnern!

Nico DaVinci 17.04.2019 - 05:04 Lesedauer ca 5 Minuten

Höchst bedenKKlich
Lasst die Finger von den Hühnern!
Über den Isst-Zustand der Hähnchenindustrie


Reserveantibiotika sind Antibiotika, die als letzter Ausweg verbleiben sollen, wenn Keime für Gesundheitsbeschwerden sorgen und gar nichts anderes mehr hilft.
Wer sich jetzt fragt, was das mit Lebensmitteln zu tun hat: Leider sehr viel...

So viel, dass wir unseren Umgang mit Hühnerfleisch unverzüglich verändern müssen.

Aber von vorne...







Wieder zeigt sich, dass die zuständigen Behörden ihren Job nicht richtig machen, sondern wesentliche Überwachungsaufgaben immer öfter aus der Bevölkerung selbst kommen müssen.

Ähnlich unserer GTEST-Initiative hat der Verein Germanwatch in 5 Supermarktketten verteilt über ganz Deutschland je 12 Proben abgepacktes Hühnerfleisch direkt aus dem Regal gekauft und ins Labor gegeben.


In klaren Worten: Was sie kauften, hätte spielend in Deinem oder meinem Einkaufswagen landen können.


Getestet wurde auf das Vorhanden sein von Multiresistenten Keimen.
Das sind Keime, denen man mit verschiedenen Antibiotika nicht mehr Herr werden kann, wenn sie bei Menschen für gesundheitliche Probleme sorgen. Sie sind gegen verschiedene Antibiotika resistent.


Die Funde lassen 
die Gesichtsfarbe bei jedem Intensivmediziner dem Arztkittel angleichen.

Mehr als jede zweite Probe war positiv auf Keime, die antibiotikaresistent waren. Aber nicht nur das! 
Jede dritte Probe hatte Keime in sich, die resistent auf 
R E S E R V E A N T I B I O T I K A   
sind!


Mit anderen Worten: Man mutet hier den Verbrauchern Keime zu, die - sollten sie Probleme verursachen - dann unter Umständen mit überhaupt nichts mehr bekämpft werden können!
Das ist wahnsinniger als Russisch Roulette zu spielen. Denn statt den Revolver mit einer Kugel zu laden, die Trommel anzustossen und zufällig zu stoppen, die Waffe gegen den Kopf zu halten und abzudrücken... steckt man sich beim Einkauf von Geflügel für die resistenten Keime gleich 3 in die sechs Kammern. Und für die reserveantibiotikaresistenten Keime 2 Kugeln. Drillllll... klick!


Und genauso ist das. Es ist eine Frage der Zeit, bis das schief geht - vermutlich ist es das auch längst, aber mangels Wissen identifizierte man - wie schon so oft - nicht die tatsächlich Ursache.


Kein einziger der 5 Supermarktkonzerne hatte durchweg freie Proben. 
So wird selbst der Griff ins Regal beim Supermarkt Eures Vertrauens zum Trommeldrüller. Klick!







Und wieder dieselbe verdammte HOFFNUNG:


Die Initiative Germanwatch testete alternativ auch Bioproben und von Hofschlachtung. Wieder kam die Sicherheit aus der gleichen Ecke:

Bei keiner einzigen Bio-Probe wurde auch nur ein einziger der gefährlichen Keime gefunden!



Was das bedeutet:

- Kein Mensch mit Verstand kann bei diesen Zuständen ernsthaft den Kauf von Hähnchenfleisch in Supermarktketten empfehlen. Im Gegenteil. Eine deutliche Warnung ist wesentlich angezeigter. Und die spreche ich hiermit aus. 

- Beim Auswärtsessen muss einem klar sein, dass das Gewinnmaximierungsprinzip auch in Restaurants Anwendung findet 

- ebenso in Kantinen und Krankenhausküchen. Selbstverständlich wird beim Einkauf gespart und die Wahrscheinlichkeit, dass man Bioware auf den Tellern findet ist leider verschwindend gering. Das gilt natürlich für jede Imbissbude wie auch die mobilen Gockelstände, die bei uns an festen Tagen knusprig Hähnchen von der Stange bieten. 

- Wer Appetit auf Geflügel hat sollte kompromisslos zu echtem Bio greifen. Oder verzichten. Das schützt nicht nur die eigene Gesundheit, sondern sorgt auch gleich noch dafür, dass die Discounter einen echten Anreiz haben, auf die Produzenten einzuwirken, wenn die Keim-Keulen im Regal verrotten.

- Wer beruflich mit der Zubereitung von Essen zu tun hat, und auch Geflügel verarbeitet, der hat nicht nur eine noch grössere Verantwortung für die Einhaltung der Küchenhygiene, sondern sollte sich sehr sorgfältig schützen. Allzuleicht hat man sich mal an den Händen verletzt oder auch mal ein offenes Nagelbett und packt die Rohware an. Das muss über kurz oder lang schief gehen.



Frontal 21 hat gestern einen eigenen Bericht dazu gebracht, den Ihr aktuell hier in der MEDIATHEK abrufen könnt. Diese Zitate halte ich daraus für herausragend:

"Reserveantibiotika sind nur - und ich wiederhole - nur und ausschliesslich dafür da Menschenleben auf Intensiv-Stationen zu retten und ähnlichen Institutionen. Aber nicht, um Tiere kostengünstig zum
Schlachttag zu führen".
- Dr. Gerd-Ludwig Meyer, Facharzt für Innere Medizin und Neprohologie, Nienburg -

Vollkommen überrascht gibt sich das BMEL, obwohl denen das seit Jahren bekannt ist und sie NICHTS unternommen haben - was nach Glypho-Schmidt auch unter Keim-Klöckner-Jule wohl kaum anders wird:

"Die vorgelegten Zahlen legen die Vermutung nahe, dass zu viele Antibiotika in der Geflügelmast eingesetzt werden"
- Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft -


Ich würde sagen, besser kann man den Zynismus kaum ausdrücken, mit dem hier das Ministerium Menschenleben gefährdet, als mit deren eigenen Worten.




Der Spiegel berichtet hier, der Zentralverband der Deutschen Geflügelwirtschaft e.V. fühle sich nicht pauschal verantwortlich. Schliesslich "

gehörten resistente Bakterien "nach Jahrzehnten des Antibiotika-Einsatzes bei Mensch und Tier zur Umwelt des Menschen" und treten deshalb auch in der Lebensmittelkette auf. Wenn resistente Erreger auf Hähnchenprodukten gefunden würden, sei das "nicht gleichzusetzen mit dem Einsatz dieser Antibiotika in dem jeweiligen Tierbestand"


Dass das nicht der Wahrheit entspricht, zeigt sich ja schon allein am Umstand, in welchen der Hühner die Keime gefunden wurden und in welchen nicht. Von deren Seite ist also wenig Einsicht zu erwarten. Und Veränderung ohnehin nicht. Die kann nur aus dem Ministerium durch klare Vorgaben kommen. Und die kommen nicht. Seit Jahren!


Der Spiegel-Artikel ist übrigens pickepacke-voll mit weiterer Info für jene, die es noch genauer wissen wollen. Ist mal angenehm gut geschrieben, ist ja auch nicht von Merlotius.
Meine Empfehlung für Selbstrechercheure.



Die industrialisierte Landwirtschaft rast mit Volldampf auf ihren Untergang zu. 
Sie reissen dabei nicht nur unter dem Schutz des zuständigen Ministeriums und des Deutschen Bauernverbands die kleinen, ehrlichen Landwirte in den Ruin.

Sie verantworten auch auf dem Weg nach unten nicht nur durch ihren hemmungslosen Pestizideinsatz, sondern auch durch die Antibiotika-Gaben - von denen übrigens nicht unerhebliche Mengen in dem Fleisch sein dürften - auch noch eine Menge ihrer gutgläubigen Kunden in Krankheit und Tod.


Und haben DANN auch noch den Nerv, PR-Kampagnen gegen die Bio-Landwirtschaft zu fahren. 

Muss man sich mal auf der Zunge zergehen lassen. 

Über den BfR-Präsidenten Prof. Dr. Dr. Andreas Hensel und das ökonomische Vorsorgeprinzip

Nico DaVinci 12.04.2019 - 11:04 Lesedauer ca 2 Minuten

Kommentar
Ganz im Zeichen der Wissenschaft?
Der BfR-Präsident als Beirat in einer Organisation der Agrar-Industrie


Ich möchte heute mal gar nicht allzu viel schreiben, sondern nur ein paar Screenshots teilen, die ich im Rahmen einer Recherche sammeln konnte.

[Online aufrufen]


Ich wundere mich sehr, welche wissenschaftliche Erkenntnisse sich das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) wohl von der Teilnahme seines Präsidenten Prof. Dr. Dr. Andreas Hensel in dieser edlen Runde verspricht?

Ich persönlich sehe da ein paar problematische Personalien/Institutionen beisammen.
[Online aufrufen]

Neben der Bayer AG /Monsanto, Bayer Cropscience sind da ja ausserdem noch Adama, Helm AG und Syngenta direkte Mitglieder der Glyphosate Task Force, die sich für die Wiederzulassung stark gemacht hatten.Von denen muss ich wohl kaum erklären, wieso  mich eine solche Nähe zum BfR wenig begeistert. 

[Online aufrufen]


Aber da sind da ja auch noch weitere, an die man vielleicht gar nicht so denkt.

BASF, Dow, Dupont, Verband der Chemischen, Industrie, Südzucker, K+S, eine ganze Reihe an direkten und indirekten Profiteuren vom ungestörten Glyphosateinsatz, wie diese Liste von 2016 hier zeigt. 2016 - also zu einem Zeitpunkt, als Hensel seinen Platz in deren Mitte eingenommen hatte.


[Online aufrufen]




Die Position des Deutschen Bauernverbands zum Einsatz von dem Totalherbizid ist ja ohnehin klar.

Dessen Präsident Joachim Rukwied leitet das ganze sogar. Nebenbei ist er zwischenzeitlich Präsident der COPA-COGECA, also quasi Boss des Zusammenschlusses der europäischen Bauernverbände. Ebenfalls lautstarke Befürworter, die im Rahmen der Monate vor der Wiederzulassung einigen Druck aufbauten. Die wollten sogar eine 15-jährige Zulassung, wie man hier nachlesen kann.

Der Industrieverband Agrar IVA war in den vergangenen Jahren ebenfalls recht auffällig, was die Lobbyanstrengungen zu Glyphosat betrifft, was unter Umständen an wiederum deren Mitgliederliste gelegen haben könnte. Hier vereinen sich sogar noch weitere Mitglieder der Glyphosate Task Force.


Bei all dem ist der Umstand, dass Christoph Minhoff, Vorstandsmitglied und Lobbyist für die  BLL und Geschäftsführer der BVE mit ihm im Beitrat quasi auf Augenhöhe sitzt ja fast Nebensache. Auch wenn das BfR durchaus Überschneidungen bei der Einschätzung zur Lebensmittelsicherheit wie unter anderem zum Beispiel hier und den Wünschen hat, die Minhoff vertritt.


Was soll das also!? Was hat BfR-Chef Prof Dr. Dr. Andreas Hensel bitteschön im Beirat zu dieser Gemeinschaft für "Moderne Landwirtschaft" denn überhaupt verloren? 
Dauer-"Gast" oder nicht. Welche wissenschaftlichen Erkenntnisse will das BfR denn mit dieser Kooperation gewinnen?!  Wie sieht das mit Aufwandsentschädigungen aus, sonstigen Gefälligkeiten, Kompensationen? Die hätte ich doch gerne ausgeschlossen.

Leider habe ich gar keine Lust, das BfR dazu anzuschreiben. Erstens haben die durch "FragDenStaat.de" gerade keine Zeit. Und zweitens habe ich deren nichtssagende, gewundene Statements um den heissen Brei ohnehin satt. Davon hatten wir in den letzten Monaten genug. Und mir reicht es einfach nicht, wenn von denen sinngemäss nicht anderes mehr kommt als "Wir sind unschuldig". 


Mir jedenfalls geht ein Satz nicht mehr aus den Ohren, mit dem Hensel von einem recht hochrangigen Teilnehmer der Bundestagsanhörung (Mehr zur Anhörung hier im Video) wie folgt zitiert wird:

"Es gibt ein gesundheitliches Vorsorgeprinzip. Und es gibt ein ökonomisches Vorsorgeprinzip."- Prof. Dr. Dr. Andreas Hensel, BfR-Präsident - 



Noch jemand Bauchweh?


Bis später.



Mehr Medienkompetenz - Teil 1 - immer wichtiger, immer komplizierter

Nico DaVinci 03.04.2019 - 19:04 Lesedauer ca 10 Minuten

Mehr Medien-Kompetenz - TEIL 1
Immer wichtiger, immer komplizierter
- Die aktuelle Situation erklärt an 2 Beispielen - 

Spätestens seit 
  - der Entscheidung zu den Uploadfiltern,
  - der ewigen Diskussion über Fake News,
  - der Löschung von einigen Social Media Konten,
  - dem Framing-Manual der ARD,

  - der Manipulation von Wikipedia-Artikeln,
  -  und der Demonetarisierung von Youtube-Konten von Politik-Kritikern 

sollten die meisten schon bemerkt haben: Irgendetwas läuft da schräg.

In den vergangenen Tagen bin ich auf zwei konkrete Beispiele gestossen, die ich für sehr geeignet halte, auf ein paar Fallen der neuen Medienwelt der letzten Monate hinzuweisen.

Ich hoffe es hilft dem einen oder anderen weiter, den Blick auf ein paar neue Stolpersteine im Internetz zu schärfen, und vielleicht bemächtigt das auch ein bisschen, die Spreu vom Weizen zu trennen.






Beispiel 1: 
Die Medienwächter, Faktenchecker, Fakenewsjäger

Diejenigen von Euch, die auf meiner Facebook-Pinnwand mitlesen wissen es schon länger:
Die französische Behörde ANSES, zuständig für Lebensmittelsicherheit, Umweltschutz und Arbeitsschutz, hat in einem Test Glyphosat in Tampons gefunden. 


Ausserdem beunruhigte innerhalb des Berichts deren Einschätzung, dass 100% der Rückstände des wahrscheinlich krebserregenden Stoffes über die Schleimhäute aufgenommen werden. (Seite 105, unten ab "Au vu de la composition...")

Brisant an den Meldungen war, dass es sich bereits um den zweiten Anlauf an Messungen handelte, quasi eine Kontrollmessung.  Nachdem sie bereits 2 oder 3 Jahre zuvor fündig wurden. Aber statt die Hersteller zu regulieren hatte ANSES den Herstellern eine freiwillige Selbstverpflichtung auferlegt. Wenig erstaunlich, wie bei vielen anderen Beispielen: Geändert hatte sich dadurch - NIX. 


Umso erstaunter war ich daher vor 4 Tagen über einen Artikel, der titelte:

"Faktencheck: Keine Belege für Behauptungen über Glyphosat in Tampons"


Äh... Hä?! Ich lese mal... Ja. Genau. Argentinien. Die haben das zuerst gefunden. Schön weit weg. Trotzdem blöd. Baumwolle, Rückstände, stimmt. So weiss ich das auch...

Sie verlinken einen Medienbericht, einen Facebook-Post und eine Studie

Spekulieren ein bisschen "Es ist möglich, dass die Forscher..."

Immerhin ist offenbar jemand in der Lage, Spanisch zu sprechen oder zumindest auf Spanisch zu suchen, denn sonst hätten sie den Medienbericht kaum gefunden?


Und sie sagen, sie hätten versucht, Dr. Damian Marino zu kontaktieren, steht da. 

Und gefragt, ob er seine Behauptungen denn belegen kann. Veröffentlichte Studie, und so. Nachdem er offenbar keine Lust hatte, mit den Autoren zu sprechen schliessen die Medienhüter jetzt also daraus, dass "Der Forscher seine Behauptungen nicht belegen konnte."  - Soweit so schlecht. 

Ich sehe der Autorin Tania Röttger nach, dass sie keine Ahnung von den Zuständen vor Ort hat. 

Und ich sehe ihr nach, dass sie keine Ahnung hat, dass zwischen seinem Vortrag und ihrer Anfrage Monsanto in der für den Konzern typisch rabiaten Art haargenau die Gruppe Wissenschaftler massiv eingeschüchtert hat, zu der Marino gehört. Wie hier beispielhaft in einem anderen Fall im argentinischen Frühstücksfernsehen mit Einblendung des entsprechenden Dokumentes belegt wird.

Was die Faktencheckerin Tania Röttger aber nun leider nicht gefunden hat (ich selbst brauchte keine 3 Minuten dafür) ist dieses Video


Denn in den Berichten ist ja die Rede, wo Dr. Marino darüber referiert hat. Und das war der "Tercer Congreso Nacional de médicos de pueblos fumigados" in 2015, was soviel heisst wie "der dritte Nationalkongress der Ärzte aus den (mit Pestiziden) begasten Dörfern". 

Und wie es der Zufall will ist es just exakt genau DER Vortrag, womit das alles begann... 

Da von Euch die wenigsten Spanisch können fasse ich kurz zusammen, was der Dr. Marino dort sagt: 
Eigentlich ist er für die Umweltsicherheit zuständig, und wollte nach
diesem Verfahren gerne die Luft auf Glyphosat-Rückstände testen. Das hat er wohl ziemlich gewissenhaft gemacht, denn er beschreibt wie er in einer Apotheke in La Plata Baumwoll-Pads geholt hat, durch die man die Luft zieht um dann anhand der hängenbleibenden Rückstände messen zu können, wie viele Partikel Glyphosat in der Luft vorhanden sind. 

Sein Problem war nun aber, dass das Gerät sofort anschlug und Glyphosat anzeigte, obwohl er noch gar keine Proben aus der Luft genommen hat. Das wars also - ein Zufallsfund. Ein Unfall. Das sagt er auch so, gleich zu Beginn und es steht sogar oben auf seiner Folie. Kann man verlangen, dass man aus jedem Zufallsfund gleich eine Studie mit peer review machen muss? Sind die Messungen tatsächlich sofort komplett hinfällig, wenn das mal nicht geschieht? Wie klug wäre diese Herangehensweise an Fakten eigentlich?

Erst dann - nach diesem Zufallsfund - hat er sich überlegt, wie das wohl da hinkommt, und festgestellt, dass ein guter Teil der Baumwolle in Argentinen GMO-Baumwolle ist. Nachdem er sich schlau gemacht hat, wie oft die bespritzt wird hatte er einen Ansatzpunkt. Daraufhin hat er weitere Tests an allen möglichen Baumwollprodukten vorgenommen, unter anderem Tampons und sterile Wundauflagen. In einigen fand er Glyphosat, in einigen den Abbaustoff von Glyphosat AMPA und in einigen beides.


Was die gute Tania - die ja sonst offenbar in einem Faktencheck ganz gerne mal spekuliert - mangels dieses Videos nicht zu Ende spekulieren konnte war welche Methode er angewendet hat. 


Die jedoch ergibt sich ja aus dem Verfahren der Untersuchung, die er eigentlich ursprünglich durchführen wollte und das ist in dem Fall Massenspektrometrie. Besser geht es kaum. Und das Verfahren ist anerkannt. Und genau genommen hat er exakt dieses angewendet, denn er hat ja lediglich den Schritt ausgelassen, die Luft vorher durch die Baumwolle zu saugen.

Soweit so gut. 
Jetzt haben wir also schon mal das Rätsel des Fundes in Argentinien gelöst und den Ursprung des ersten Fundes vernünftig durchleuchtet. 

Man kann das Herrn Dr. Marino jetzt glauben oder nicht, ich persönlich finde den Hergang nachvollziehbar und der Mann scheint mir in dem Video durchaus glaubwürdig. Wieso sollte er das erfinden? In jedem Fall reicht mir das nicht für den Pauschalstempel "unbelegt". 

Aber das ist ja nur meine persönliche Meinung. Und die ist in dem Fall gar nicht so dermassen wichtig.

Denn was für mich absolut UNVERSTÄNDLICH ist, ist wie die liebe Tania den Test der ANSES direkt vor unserer Haustür in Frankreich übersehen konnte. 


Und was noch ärgerlicher ist: Wenn der Bericht immer noch online ist während Ihr meinen Beitrag lest und darin immer noch nicht über die ANSES-Funde berichtet wird, dann ist das eine bodenlose Unverfrorenheit. Denn ich hatte die Autoren des Berichts gleich 2 x auf den Fehler hingewiesen, das war hier und hier

"Nico", mag jetzt der eine oder andere von Euch denken, 
"wieso machst Du wegen so einem Fehler denn so ein Fass auf?!"


Das erkläre ich Euch gerne:

Erstens sollte selbst den eher skeptischen unter Euch nach 2 Gerichtsurteilen gegen Glyphosat, in denen stundenlang Experten angehört und Studien gewälzt wurden, und die im Ergebnis beide Glyphosat als massgebliche Ursache für den Krebs der Kläger festgestellt haben zumindest ein mulmiges Gefühl beschleichen, dass da wohl vielleicht tatsächlich etwas dran ist mit dem Krebs.

Und wenn es nun eine behördliche Messung direkt im Nachbarland gibt und deren Bericht auch noch die Warnung enthält, dass die Rückstände zu 100% über die Schleimhäute aufgenommen werden, dann kann man verdammt nochmal erwarten, dass man den Damen, die gerne zum Tampon greifen wenigstens den Hauch einer Chance lässt, sich für oder gegen z.B. Gebärmutterhalskrebs zu entscheiden, indem man ihnen die verdammten Fakten nicht vorenthält. 

Indem man eben nicht unter der schneidigen Überschrift "FAKTENCHECK" suggeriert, dass man alles getan habe und da wohl nichts dran sei, das seien ja "unbelegte Behauptungen". Diese kreuzdämliche Unverantwortlichkeit kotzt mich an!


Und zweitens ist es so, dass ausgerechnet das Correctiv sich den Fake-News-Jäger aufs Gewand schreibt und auch noch eine Kooperation mit Facebook eingeht, und Geld von denen bekommen, um "Lügengeschichten zu kennzeichnen". 


Ich zitiere mal eben aus dem Spiegel-Artikel dazu:

"
Die Kooperation mit Facebook soll so funktionieren: Bestimmte Beiträge, die von Nutzern als Falschmeldung gemeldet werden und sich stark verbreiten, werden vom Correctiv-Team überprüft. Gelangen die Factchecker zu dem Schluss, dass eine Fake News vorliegt, wird diese zwar nicht gelöscht, aber mit zwei Warnhinweisen versehen: dass die Geschichte von unabhängiger Seite angezweifelt werde und mit einem Link auf einen Text, der dem verfälschenden Beitrag die Fakten gegenüberstellen solle. "Das Posting an sich verschwindet nicht auf der Plattform, wir verstecken es nicht, Leute können es weiterhin teilen", sagt der zuständige Facebook-Manager Guido Bülow. Der Warnhinweis bleibe aber bei der weiteren Verbreitung angeheftet. "Es kann auch sein, dass wir bei unglaubwürdigen Artikeln die Sichtbarkeit reduzieren."



Oh. Das Correctiv überprüft also für uns ehemals mündige Bürger jetzt "bestimmte Beiträge". Damit wir uns nicht mehr den Kopf zerbrechen brauchen. Wie angenehm.
Und wenn wir Glück haben, dann sind die Beiträge "nur" von "unabhängiger" Seite markiert.
Wenn wir Pech haben, dann wird die "Sichtbarkeit reduziert".


Experten sagen dazu übrigens, wenn Facebook die "Sichtbarkeit reduziert", dann sind diese Beiträge praktisch nicht mehr zu finden...


Und? Sind die wirklich unabhängig? 
US-Milliardär George Soros, der alte Menschenfreund, z.B. hat - natürlich vollkommen uneigennützig - sein Geld ins Correctiv gesteckt

Ist ja nicht so, dass es da so gar keine Zusammenhänge gibt.
Im Quartal 3 von 2017 hatte Soros vor dem Zusammenschluss mit Bayer immerhin 188.539 Aktienanteile von Monsanto beisammen.

Und wer es ganz verrückt will, der schaut sich mal im Web die spannende Kombination Marihuana, die Legalisierung in den USA und die angebliche Herstellung von GMO-Marihuana durch Monsanto in Zusammenarbeit mit Bayer an. Natürlich: Alles Fakenews. Vielleicht.

Das Correctiv wird auch auf Heise kritisiert, mit guten Argumenten, wie ich finde.


Für ihren Bericht zum Absturz der MH17 haben sie sogar einen Grimme-Preis bekommen.
Aber... stimmt deren Darstellung im Ergebnis zur Suche nach der Wahrheit?
Oder hat dieser Mann hier mehr Recht? Er war auch vor Ort, und seine Zeugen sagen etwas komplett anderes... Wem glaubt man denn nun mehr?



Was soll das überhaupt?! 
Dass uns die eine oder die andere Partei in solchen Fragen vorgesetzt wird, um uns zu sagen, was wir denken sollen oder dürfen? Ist das - gesund!?
Oder wäre es viel besser, wenn wir uns aus verschiedenen Quellen informieren könnten und uns alle unser eigenes Bild machen dürfen? Wo ist das denn bitteschön abhanden gekommen?!


Nach 4 Tagen in denen dieser "Faktencheck" jetzt online ist, ergibt sich auf Google bereits dieses Bild:




Dieser fehlerhafte Artikel ist also schon auf Platz 4 der Suchtreffer!
Direkt im Sichtfeld, wenn man sich darüber informieren will.

Und was denkt nun eine Frau, die gehört hat, dass sich möglicherweise Glyphosat in Tampons befindet? Ich fürchte eine ganze Reihe Frauen gibt sich mit dem Artikel so zufrieden. Er ist nagelneu, ist zeitlich nach den anderen veröffentlicht und es steht ja schon da: "Seit Jahren erscheinen verstörende Artikel" und gleich im Titel "Keine Belege für Behauptungen". Testet das doch mal an Euch selbst:
Wie würdet Ihr denn nun darauf reagieren? Was würdet Ihr glauben, wenn Ihr das so im Netz findet?


Ich glaube ich kann jedenfalls sagen, was ein Landwirt mit Super-Spritz-Lizenz denkt, wenn jemand vollkommen zu Recht schreibt, es sei Glyphosat in Tampons gefunden worden. 

Falls er den Correctiv-Artikel nicht selbst findet, wird es sicher ein PR-Einflüsterer erledigen, der die Sache klar macht. Womöglich kann der Bauer gar kein französisch, dann wird es auch mit der ANSES-Quelle zum Vergleich schwierig. 
Und Dank dieses fehlerhaften "Faktenchecks" wird der, der ihm eigentlich die tatsächliche Wahrheit vermittelt - zum Verschwörungstheoretiker.


Und das weil mit Tania Röttger eine einzelne Person auf der Welt einen Fehler macht, oder schlimmstenfalls sogar angewiesen wurde einen "Fehler" zu machen (wissen wir's denn?!) habt Ihr dank der "Erfindung Correctiv" in solchen Angelegenheiten wie der obigen nur mit Glück die Chance auf einen Warnhinweis auf Facebook. 
Mit Pech seht Ihr das mit den Glyphosat-Tampons überhaupt nicht mehr. 
Und offenbar will das Correctiv, warum auch immer bis jetzt den Artikel auch nicht ändern. Obwohl ihnen die Quellen zur Berichtung seit Tagen zur Verfügung stehen.

Das ist ein Problem.


Und das bringt mich zur alles entscheidenden Frage:

Wer kontrolliert die (Gedanken-)Kontrolleure?!

Was passiert, wenn die Fakenews-Jäger Fakenews verbreiten?


Bis später.




Weiterführende Links:
Alle relevanten Links findet Ihr oben im Beitrag verteilt.

Und dann habe ich noch
Correctiv-Artikel im Original gespeichert und den 
Spiegelartikel gespeichert


(gespeichert heisst: Ich habe diese beiden Artikel zur Sicherheit mal dauerhaft für die Nachwelt in der Wayback-Maschine konserviert, man weiss ja nie...) 





Schwarz auf Weiss

Nico DaVinci 29.03.2019 - 06:03 Lesedauer ca 7 Minuten

Belegt. Nicht nur die Stimme.
Schwarz auf Weiss

Sprachlos nach der Lektüre der Gerichtsunterlagen



Da steht es. Schwarz auf weiss. Ich reibe mir die Augen...

Vielleicht kennt Ihr das: Wenn man stundenlang Texte liest, und die schwarzen Buchstaben irgendwann in einem grauen Schleier auf dem weissen Untergrund zu tanzen beginnen?

Aber auch nach dem Augenreiben steht es immer noch da. Tatsächlich...


Unglaublich!




Aber beginnen wir doch von Anfang an... 

Ich habe viele Tage und Wochen damit verbracht, verschiedene Protokolle und Mitschriften von den Experten- und Zeugenaussagen der letzten beiden Glyphosat-Krebs-Prozesse gegen Monsanto/Bayer zu lesen.

Es ist teilweise unglaublich düster. Zu sehen, wie lange das Krebsrisiko schon bekannt ist.


Mit welchen perfiden Massnahmen die Beweise vertuscht wurden. 

Wissenschaftler gekauft.

Unabhängige Wissenschaftler, die unangenehme Tatsachen ans Licht brachten wurden diskreditiert, deren Ruf und Existenz vernichtet. 


Ein Wissenschaftsjournal dazu gebracht, eine Studie zurückzuziehen, und dem Inhaber des Journals die Dollars dafür in den Hintern gestopft. Via Beratervertrag. 

Ghostwriting. Von mindestens einer Studie, die das BfR dazu brachte, Glyphosat für die EU einen Freibrief zu geben. Und wohl auch noch viele andere Regulierungsbehörden auf der Welt täuschen sollte.

Das Ganze ist Stoff für mehrere Kriminalromane. 

Und so ist es auch: Die Protokolle zeigen kriminelle Energie unvorstellbaren Ausmasses, wohin man auch zwischen den Zeilen liest.

Und alles ist offen und frei verfügbar, für jedermann via Internet einsehbar.


Das ist das Unglaubliche daran.

Vor allem, wenn man die Dreistigkeit eines Bayer-CEO Werner Baumann in dem Video zur Schadensbegrenzung sieht, mit dem er auf das Hardeman-Urteil reagiert. Ausgestrahlt im Morgenfernsehen, in der Tagesschau...
Das Produkt sei sicher. Seit 40 Jahren. Was für eine Unverschämtheit!

Wie dumm kann man denn eigentlich sein, eine solche Behauptung über den Äther zu schicken und das Statement auch noch auf Youtube für die Ewigkeit zu speichern, wenn doch alles da steht? In Gerichtsakten. Für jedermann erreichbar. 

Und es zeigt das genaue Gegenteil von dem, was er da von sich gibt.

Aber dann bekommt das wiederum alles eine traurige Logik. 

Kaum jemand wird sich je die Mühe machen, die ich mir gemacht habe und immer noch weiter machen werde. 

Gerade die, deren Job es eigentlich wäre, das Ganze aufzuarbeiten - tun es nicht. 
Die PResse [sic] versagt.

Zig Zeitungs- und Online-Artikel betrachten den Niedergang des einst wertvollsten Unternehmens im DAX, der Bayer AG - aus allen Perspektiven.

Und trotzdem ist da nicht mehr als heisse Luft. Man lässt Fondsmanager reden. Pseudoexperten. Bayer und ihre Wasserträger kommen zu Wort. 

Dazwischen findet man Propaganda-Artikel, von Interessengruppen lanciert. 

Aber Substanz? Nicht die Bohne. Kein bisschen. 

Niemand schreibt über die Betrügereien, die die Gerichtsprotokolle zeigen. 

Die Warnflaggen, die in den Studien stehen, die die beiden Jurys erklärt bekamen. 
Nicht ein einziges Zitat von den Experten-Aussagen, die zur Anhörung geladen waren. 
Obwohl deren Aussagen ebenfalls minutiös von einem Gerichtsschreiber protokolliert worden sind. 

Sollte es wirklich so sein, dass die Medien auf die Werbeanzeigen des Bayer-Konzerns dermassen angewiesen sind, dass die Wahrheit gar nichts mehr zählt? 
Oder wird der Konzern protegiert, weil so viele schwerreiche Anleger nicht noch mehr Geld verlieren sollen? Oder weil Bayer - "systemrelevant" ist? 

Ich weiss es nicht. Und vielleicht will ich es auch nicht wissen.

Ich bin nicht mehr interessiert an den Halbwahrheiten, an Verharmlosung, Verdrehung, Bullshit. Ich bin müde davon und - ehrlich gesagt - haben wir gar keine Zeit mehr für diesen Müll.

Was wir brauchen ist jetzt Wahrheit. Und zwar die nackte. Wahrheit.
So unschön, unglaublich und menschenverachtend sie ist.


Vor 3 Jahren habe ich ein vielbeachtetes Video auf Youtube hochgeladen mit dem Titel "Gift im Darm". Stand heute haben es auf Youtube über 200.000 Menschen angesehen, und über weitere Plattformen mindestens nochmal 150.000 bis 200.000. Seitdem habe ich viel erlebt, gelernt, gelesen. 

Das Feedback durch das Video, unzählige Gespräche und Interviews, all das lässt mich heute mit absoluter Sicherheit sagen, dass jedes Wort in dem Video stimmt. 

Und heute weiss ich, dass es sogar noch viel schlimmer ist. 
Das ist nur die Spitze eines Eisbergs.

Aber jetzt... 


Jetzt steht das da. Und geht nicht weg. Keines der Worte. 

Die Cheftoxikologin Donna Farmer versucht in einer Befragung durch einen Klägeranwalt zu rechtfertigen, warum Monsanto keine Tests ihres Produktes gemacht hat. Bzw. warum man eine Studie abgebrochen hat, als die Ergebnisse unangenehm wurden.

Sie erklärt, dass man keine vernünftigen Ergebnisse erzielt, "wenn man Ratten Seife zu fressen gibt". Die Ratten würden das nicht überleben. 

Oder die Ergebnisse aus anderen Gründen nicht passen.

Deshalb, so sagt sie, kann man die Tenside/ Netzstoffe / Tallowamine nicht in Kombination mit Glyphosat, deshalb könne man nicht die gesamte Formulierung von Roundup testen.


Und weiter im Austausch geht es dann um die Wirkung der Tenside, dass man sie braucht um Glyphosat in die Pflanzen schneller einziehen zu lassen. Und dass es so durch mehrere Zellschichten - wie übrigens auch die Haut der Anwender - gelangt. Aber etwas, so sagt sie, sei eben ein Unterschied...  Und dann - dann bin ich wie vom Donner gerührt. 

Donna Farmer sagt:

"Surfactants are named for surface acting substances, because they act on the surface of cells. Unlike when you have surfactants in body soap, you have a tough layer of skin to help protect your other cells from that. Your GI [gastrointestinal] system doesn’t have that protective layer. Those surfactants are very disruptive to those really delicate cells that are in the lining of the GI system".


Zu deutsch:
Tenside werden nach oberflächenaktiven Substanzen benannt, weil sie auf die Oberfläche von Zellen wirken. Als Gegenstück zu Tensiden in Körperseife haben Sie eine zähe Hautschicht, um Ihre anderen Zellen davor zu schützen. Ihr Magen-Darm-System verfügt nicht über diese Schutzschicht. Diese Tenside wirken sehr zerstörend für diese wirklich empfindlichen Zellen, die sich in der Auskleidung des Magen-Darm-Systems befinden.


Das führt sie an als Begründung, wieso die Ratten sterben oder sonst "merkwürdige" Dinge passieren. Und warum sie keine Tests der Formulierung durchführen könnten.

Und ohne es zu wollen hat sie damit genau das bestätigt, was ich damals in meinem Video schon beschrieben habe.

Wir wissen heute, dass Glyphosat das im Magen-Darm-Trakt auch sehr gut alleine kann. 


Aber selbst, wenn es die Tenside wie im Roundup als Rückstände bräuchte, 
selbst wenn diese nicht in gleichem Mass wie in ihrer abgebrochenen Studie in unseren Magen-Darm-Trakt in der unguten Kombination landen:
Das brauchen sie gar nicht! 


Rückstände durch die industrielle Verarbeitung unserer Lebensmittel, Putzmittelreste auf dem Edelstahl-Tisch des Bäckermeisters, unser eigenes Besteck und Geschirr, das wir aus dem Geschirrspüler holen... Überall ist genug da, für diese Kombination.

70% der EU-Bevölkerung, die wir in unserer Studie getestet haben weisen Glyphosat im Körper nach. 

Magen-Darm-Beschwerden, Entzündungen, Colitis Ulcerosa, Reizdarm, Morbus Crohn... All das steigt seit Jahren an. Seit genau den Jahren, ab denen Glyphosat begann, in unsere Lebensmittelkette Einzug zu halten. Und in unserer Studie wird das auch entsprechend von den Teilnehmern, die positiv getestet werden, ständig rückgemeldet.


Und diese Frau erklärt der Welt, warum das so ist.
Nur um ein anderes Verbrechen zu überdecken. Eine abgebrochene Studie, die wieder eine unangenehme Wahrheit gezeigt hätte, wie viele andere Studien zuvor und danach auch.

Die Bayer-AG wird durch die kommenden Prozesse in ihrer Existenz bedroht. 

Zumal es die Logik gebietet, dass - wann immer eine Jury das dichte Beweismaterial an Lug, Betrug, nicht wegzudiskutierenden Krebsstudien sieht - bei wachem Verstand gar nicht anders entscheiden kann als - SCHULDIG!

Die Bayer-Verantwortlichen werden in ihrem Überlebenskampf mit ihren Rechtsmitteln das alles noch eine Weile herauszögern können -  wenn es sehr gut für sie läuft. Mehr nicht.

Sie und die anderen Profiteure werden vielleicht noch - wie in Brasilien - die Behörden und die zuständigen Politiker kaufen können, mit "Wahlkampfspenden", um diesen Wahnsinn in anderen Teilen der Welt noch eine Weile am Leben zu erhalten. 

Und auf dem Weg dahin werden sie Abertausenden die Lebensqualität nehmen. 
Wie auch die Fähigkeit Kinder zu bekommen. 
Und viele weitere werden dieses Verhalten mit dem Leben bezahlen.

Aber verhindern werden sie ein Glyphosat-Verbot nicht mehr.

Glyphosat ist DDT 2.0.

Glyphosat ist das Asbest der Landwirtschaft. 
Glyphosat ist der Tabak der Spritzmittelindustrie, der die Landwirte mindestens genauso süchtig erscheinen lässt, wie Nikotin das kann. 

Und wie auch bei den anderen - so ist auch diese Zeit abgelaufen.

Aber eines. Eines bleibt noch zu sagen.

All diese Donna Farmers, 

all diese Drecksäcke in den Regulierungsbehörden wie Jess Rowland, 
all die Politiker, die in ihren Reden Wort für Wort Monsanto-Sprech von sich geben, 
wie u.a. im Europa-Parlament bei den Anhörungen... 
die werden wohl alle davon kommen. 

Weil niemand nach ihnen fragt.


Und das ist ein Gedanke, der mich nicht mehr loslässt.


Bis später.








Bauchweh bei Bio?

Nico DaVinci 24.03.2019 - 03:03 Lesedauer ca 7 Minuten

FaKKtencheck
Bauchweh bei Bio?

Welche Bioprodukte wurden mit Pflanzenschutzmittelrückständen gemessen?

An unserer GTEST-Studie haben einige teilgenommen, die ihre Lebensmittel überwiegend oder ganz in Bioqualität kaufen. Leider sind auch diese nicht durchweg frei von Glyphosat gewesen, auch wenn eines ganz deutlich ist: Die Glyphosat-Belastung bei diesen Menschen ist sehr, sehr viel niedriger.

Ich wollte mal ein bisschen näher hinsehen, von welchen Lebensmitteln das möglicherweise herrührt.






Ich habe dazu Kontakt zu unserem Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (BVL) aufgenommen und sie schickten mir ihre Statistiken zu gemessenen Pflanzenschutz-Rückständen zu. Es gibt immer ein wenig Zeitversatz bei diesen Veröffentlichungen, ich bekam daher an Datenmaterial von Messungen aus dem Jahr 2017.

Leider war die Tabelle der gemessenen Rückstände nicht explizit auf das Pflanzenschutzmittel Glyphosat begrenzt, das bedeutet, es können hier eine ganze Reihe an anderen Mitteln gemessen worden sein. Die Auswertung mag trotzdem ein klein wenig eine Hilfestellung sein. Das ist momentan das beste, was wir haben.


Warum werden überhaupt in BIO(!?) Rückstände gefunden?
Es gibt verschiedene Biosiegel. Einige sind sehr strikt bei der Anwendung von chemischen Hilfsmitteln, einige schliessen Glyphosat komplett aus und einige wie zum Beispiel das EU-Biosiegel oder das DE-Biosiegel sind durch Lobbyismus derart durch Ausnahmen verwässert, dass es eben diese Rückstände geben kann. Ausserdem gibt es verschiedene Untersuchungen die zeigen, dass ein Bio-Landwirt teilweise auch mit der Abdrift seines konventionell arbeitenden Nachbarn zu kämpfen hat, auch wenn diese Rückstände nicht annähernd so hoch sind, als wenn man die Produkte des Nachbarn selbst auf den Teller packt.



Meine Vorgehensweise
Ich habe für Euch 2 Tabellen aus den Daten des BVL erstellt.
Die eine listet alle Lebensmittel auf, die bei den Tests durch Überschreitungen von Grenzwerten aufgefallen sind, die andere Lebensmittel, die überhaupt Rückstände hatten, aber unter Grenzwert.


Anhaltspunkte für Euch ergeben sich aus den 3 Spalten:

ANZAHL
In der Spalte Anzahl könnt Ihr ablesen, wie oft das Lebensmittel getestet wurde. Das mag ein Zeichen sein, wie regelmässig man dieses Lebensmittel anschaut, wie auffällig die Lebensmittel in der Vergangenheit waren, oder wie häufig beim Produktionsprozess überhaupt Pflanzenschutzmittel eingesetzt werden. 


ÜBER GRENZWERT 
Diese Spalte zeigt, dass die für das gemessene Pflanzenschutzmittel festgelegte Obergrenze in der Messung überschritten war.

BEANSTANDET
Der Grenzwert war so viel höher, dass dieses Lebensmittel beanstandet wurde. Es ist möglich, dass das auch gleichbedeutend mit dem Umstand ist, dass das Lebensmittel dann -sofern möglich- aus dem Verkehr gezogen wird, das frage ich aber nochmal nach und update das zu einem späteren Zeitpunkt an dieser Stelle, sobald ich Antwort habe.


Was ich daraus schliesse:


TEE
Bei Tee wurden relativ wenig Proben ausgewertet im Verhältnis zu denen, die über Grenzwert gemessen worden sind. Ausserdem ist ja die Quote, die dann auch beanstandet wurden sehr ungünstig. 

Bedeutet für mich: Der Bioaufdruck auf den Teepäckchen ist mit Vorsicht zu geniessen. 
Und der Tee auch. Entweder findet hier eine Manipulation seitens der Teehersteller statt, die Bio ausweisen, das gar kein Bio ist oder es gibt wenig Achtsamkeit bei der Einhaltung der Protokolle, die ein vernünftiges Lebensmittel erzeugen sollen. 

Ich erinnere an eine Veröffentlichung, die ich neulich sah, die den Verdacht der Manipulation plausibel erscheinen lässt. Dem muss ich aber noch weiter nachgehen, bis ich da etwas Handfestes zu sagen kann. 

Ich persönlich würde also Tee in jedem Fall wann immer das möglich ist mit den Biolabel Bioland, Naturland und Demeter kaufen, einfach um wirklich sicher zu gehen.


EIER
Die Quote von den gemessenen Proben zu jenen über Grenzwert ist nicht allzu schlecht ausgefallen. Leider sind eben die, die dann auch aufgefallen sind auch sofort beanstandet worden. Das heisst, WENN man mal daneben liegt, dann gleich ordentlich. Wie kann man damit also sinnvoll umgehen?

Nach all meinen Recherchen kaufe ich Eier ohnehin nur noch in Bioqualität. 
Der Preisunterschied ist viel zu gering, als dass ich das Risiko eingehen möchte, Antibiotika frei Haus geliefert zu bekommen, vor allem, seit ich weiss, dass in der Hühnerzucht mittlerweile sogar Reserveantibiotika eingesetzt werden. 
Was für ein Wahnsinn! Bei den ohnehin immer schwerwiegender werdenden Probleme mit multiresistenten Keimen ist das so ziemlich das allerletzte, was man tun sollte.
Was aber nun, wenn ich ausgerechnet welche von den 5 erwische, die vielleicht zwar beanstandet werden aber noch nicht aus dem Verkehr gezogen waren? Ich bin immer noch der Überzeugung, dass wir viele Signale von unserem Körper bekommen, auf die wir einfach achten können. Und sollten.
Wenn wir regelmässig von den gleichen Lebensmitteln komische Symptome bemerken, dann sollte man einfach die Sorte bzw die Marke wechseln. Mit anderen Worten: Kommt mir beim Verzehr der Eier etwas komisch vor, egal jetzt visuell, beim Geruch, Geschmack oder im schlechtesten Fall tatsächlich bei der Verdauung, dann kaufe ich eine andere Biosorte.


ALLE ANDEREN AUF DER LISTE
Einige Lebensmittel wurden seltener getestet. Warum das so ist, frage ich noch nach. Ich möchte gerne erfahren, wie die Auswahl der Proben erfolgt. Reiche ich Euch nach. 


Wer ganz sicher gehen will - z.B. weil man tatsächlich Rückstände im Urin nachgewiesen hat, der sollte alle Lebensmittel dieser Liste entweder meiden, seltener verwenden oder - wie schon oben - zur Sicherheit auf die Biolabel Naturland, Demeter und Bioland ausweichen, wo das möglich ist.
LISTE 2
Diese Liste zeigt alle Lebensmittel, bei denen Rückstände gemessen worden sind, allerdings unterhalb der gültigen Grenzwerte. 



Ich selbst habe nach den letzten Jahren Recherche kein blindes Vertrauen in diese Obergrenzen. Die Methoden, wie diese ermittelt werden überzeugen mich nicht. 

Und - wie man z.B. bei Glyphosat sieht - es gibt Grenzwerte, die haben immer noch Bestand, obwohl eine wachsende Anzahl an Wissenschaftlern mit klaren Belegen in der Hand den Grenzwert begründet kritisieren, aber daraufhin einfach nichts geschieht. 
Kaum jemand von uns Verbrauchern hat den Hintergrund, die Zeit oder die Lust für jedes einzelne Mittel herauszufinden, ob ein Grenzwert vernünftig ist und plausibel in der Höhe gewählt, und ob er sicher genug ist. Das ist auch nicht unser Job. Dafür gibt es Leute, die den Auftrag haben. Allein - diesen Leute vertraue ich nicht (mehr).

Schaut Euch die Liste an, checkt ab, was Ihr davon häufig verwendet und entscheidet für Euch selbst, ob es nicht beim einen oder anderen Lebensmittel einen Wechsel zu den 3 o.g. Labeln sinnvoll erscheint. Da kann man ja im wahrsten Sinne des Wortes nach dem Bauchgefühl gehen. Oder anderen Anzeichen als Bauchweh. Ich zum Beispiel merke bei manchen Äpfeln am Pausentag, dass mir sofort die Nase zugeht. Jetzt könnte man vielleicht denken, dass ist eine Allergie, aber die müsste ja meiner Meinung nach dann bei allen Äpfeln auftreten. Und das ist nicht der Fall. Hört einfach auf Eure innere Stimme und entscheidet klug.


KURIOS:
Ich wusste das durch meine Recherchen schon länger, vielleicht ja einige von Euch nicht.
Und ich höre auch öfters von Glyphosat-Befürwortern, dass das generell abgestritten wird.

Aber: Schaut die Bioliste nochmal gesondert auf Fleisch und andere Tierprodukte durch.
Wie kommt Pflanzenschutzmittel in Muskelfleisch beim Rind? Wie in Milch?
Und wieso sollte DAS bitteschön ausgerechnet bei den konventionell erzeugten Produkten besser aussehen? Nur mal so als Gedankenanstoss.


FAZIT:
Achtsam wäre ich auf jeden Fall bei Tee (meiner, der gerade neben mir steht ist von Naturland aus dem dm) und Eiern, da muss man auf jeden Fall 2x hinschauen, was man verwendet, und wenn GTEST trotz Bio positiv ausgefallen ist, dann wären die beiden mein erster Ansatz, wonach ich schauen würde. Ansonsten sollte jeder für sich selbst die richtigen Schlüsse ziehen, vielleicht ja nach der Regelmässigkeit, mit der man die belasteten Lebensmittel zu sich nimmt.



SO VIELE RÜCKSTÄNDE, IST BIO SCHWINDEL?!

Beide Listen zeigen jetzt ausschliesslich Lebensmittel, die MIT Rückständen gemessen sind.


Die eigentliche Liste ist allerdings sehr viel länger, wenn man die OHNE Rückstände dazu nimmt. 


Genauer gesagt sind bei den Biolebensmitteln von 2.244 getesteten Lebensmitteln 1.734 ohne überhaupt einen Rückständen gemessen worden. Das ist eine solide Quote von 77,3%, das heisst fast 8 von 10 Lebensmitteln waren rückstandsfrei.

Und das wird vermutlich auch der Grund sein, warum selbst konsequente Bio-Käufer bei GTEST zwar teilweise doch Rückstände nachweisen, aber grundsätzlich bedeutsam niedrigere Werte haben als jene, die sich von konventionell erzeugten Produkten ernähren.




Bis später.




Warum Reuters nicht mehr Reuters ist

Nico DaVinci 17.03.2019 - 13:03 Lesedauer ca 7 Minuten

Meinung
Warum Reuters nicht mehr Reuters ist
... und was das mit Monsanto zu tun hat


Wisst Ihr, wer oder was Reuters ist?
Wenn es nicht sofort klingelt, überlegt einmal kurz...
Tipp: Nachrichten.



Die Wahrscheinlichkeit ist sehr hoch, dass so ziemlich jeder, der irgendwo Nachrichten liest oder anders konsumiert, den Namen Reuters kennt.

Was sind Agenturmeldungen?

Denn Reuters ist eine Nachrichtenagentur.
Nachrichten- und Presseagenturen sind Unternehmen, die Nachrichten über aktuelle Ereignisse sammeln, in vorgefertigte Meldungen umwandeln und als Texte, Videos oder Bilder den Massenmedien anbieten.

Viele dieser Artikel landen dann auf Nachrichtenplattformen wie z.B. Spiegel online oder eben auch direkt ins Fernsehen in Sendungen wie heute oder die Tagesschau.

Vor der Veröffentlichung werden sie entweder redaktionell von einem Journalisten überarbeitet, der die Meldung ganz oder teilweise in neue Worte gekleidet oder ab und zu sogar 1:1 genau so übernommen, wie sie reinkommen.

Wie erkenne ich diese?

Erkennen kann man diese Agenturmeldungen durch die direkte Kennzeichnung am Anfang eines Beitrags, wie (Reuters), und bei einigen Seiten wie Spiegel online hat sich anscheinend eingebürgert, dass man die Agenturmeldungen daran erkennt, dass man nur das Namenskürzel des Redakteurs unterhalb des Artikels findet, gelegentlich ist auch die Agentur mit genannt. 
Im Gegenzug dazu ist es beim Spiegel so, dass ein wirklich selbst recherchierter und selbst geschriebener Artikel dort dann ÜBER dem Artikel den Autor mit vollem Namen beschreibt.

Wieso sehe ich ein Problem mit diesem System?

Jetzt muss man dieses System tatsächlich einmal in die Tiefe durchdenken!

Eigentlich ist das eine ziemliche Machtbündelung. Denn gibt man in diese Medienmaschine oben eine Nachricht rein, so wird sie in extrem schneller Frequenz - und leider oftmals ohne weitere Prüfung - von all den daran hängenden Medienhäusern vervielfältigt.


Entwarnung?

Wie gut, dass Reuters eine deutsche Nachrichtenagentur ist, unabhängig, frei und unbeeinflusst, der Goldstandard des Journalismus, mit hohem ethischen Standard, nicht wahr?!

Jaaa. Tja. Das war mal so. Mir ist das untergegangen, vielleicht auch vielen von Euch. Reuters ist nicht mehr Reuters. Reuters ist (übrigens schon seit 2008!) Thomson Reuters und gehört jetzt einem sehr reichen Mann, nämlich David Thomson. 
Thomson ist sogar so reich, dass er aktuell auf der Forbes-Weltrangliste der reichsten Personen Platz 20 (nochmal: in der Welt!) belegt.

Reuters in der Selbstwahrnehmung


Spätestens seit einer der letzten Sendungen "Die Anstalt" im ZDF, die die Bündelung der deutschen Medien und die Einflussnahme der Leitung auf die Inhalte aufgezeigt hat wissen wir, dass das schon in diesem verhältnismässig kleinen Rahmen problematisch ist.

Aber jetzt stellt Euch das mal im richtig grossen Rahmen vor...


Das Problem an einem Fallbeispiel erklärt.

Nehmen wir mal an, Thomson würde in die Agro-Industrie investieren. 
Rein hypothetisch, natürlich. 

Nehmen wir mal an, er besässe - rein hypothetisch - eine Firma, die über Satelliten dem Landwirt sagen würde, wie sein Feld aussieht, und wo er neben einigen anderen datengestützten Entscheidungen - auf wenige Zentimeter genau steuern kann, wo er seine Pestizide und seinen Kunstdünger ausbringen soll.

Und jetzt nehmen wir mal an, dass einer seiner 45.700 Mitarbeiter in seiner Nachrichten-Agentur etwas Schlechtes gegen die Agro-Industrie schreiben würde.
Was schätzt Ihr: Wie lange genau hätte er wohl noch seinen Job?

Oder anders herum: Stellen wir uns mal vor - in den Nachrichten würde sich die Meldung durchsetzen, dass etwas mit einem der Pestizide nicht in Ordnung ist. Wie einfach hätte er es, die öffentliche Wahrnehmung in einer andere Richtung zu lenken, wenn er auch nur einem der 45.700 Mitarbeiter den Auftrag erteilt, eine Gegendarstellung zu schreiben, die dann wieder in Windeseile von allen Massenmedien weltweit verteilt werden.

Ihr versteht das sehr grundsätzliche Problem?

Das ist natürlich nur reeeeeein hypothetisch. 

Auch wenn ich mich bereits mehrfach über Glyphosat verharmlosende Artikel gewundert habe, die ihren Ursprung bei Reuters genommen haben.
Aber klar. Alles. Reiner. Zufall.

Tatsächlich?!

Nun, tatsächlich heisst die hypothetische Firma Farmers Edge, und Thomson ist über seine Firma Osmington Inc. einer der Hauptinvestoren. Die Zielsetzung der Firma ist nach eigener Darstellung über Digital Farming "der gesamten industriellen Agrikultur, inklusive der Saatgutfirmen, der Düngerproduzenten bis hin zum Grosshandel hilfreich zur Seite zu stehen."  Thomson/Osmington hat offenbar im Mai 2016 sogar nochmal die Investition aufgestockt.

Die Pestizide und Glyphosat könnt Ihr Euch direkt hinzudenken, denn zwischenzeitlich ist ja - z.B. beim Soja der Markteinteil von genetisch verändertem Saatgut, das resistent auf Glyphosat ist irgendwo über 90% des Weltmarktes. Der Einsatz also nur eine logische Folge daraus.

Auf der Farmes Edge Webseite finden sich auch dezente Hinweise in den Grafiken, unter "Treatment" ist recht sicher nicht totstreicheln von Unkraut und Schädlingen gemeint.


Networking: Monsanto-Mitarbeiter in Schlüsselpositionen

Es mag vielleicht die besondere Expertise sein, die dafür gesorgt hat, dass man mit Lucas Trindade, einer ehemaligen Monsanto-Führungskraft dann auch gleich das gesamte Brasilien-Geschäft unterstellt hat. Natürlich. Die Leute kennen sich ja aus, mit GMO-Saatgut und allem, was man so an Giften drübersprühen kann.


Auch räumlich recht kuschelig

Es ist mir in diesem Zusammenhang auch noch etwas anderes aufgefallen.
Das Monsanto-Hauptquartier ist in einem Ort namens Creve Coeur, einer Gemeinde mit nicht ganz 20.000 Einwohnern. Und wenn man auf der Wikipedia-Seite des Ortes einmal ein klein bisschen genauer hinschaut, dann sieht man einen Punkt unter Wirtschaft (Economy), der da lautet "Die Top 10 Arbeitgeber" (Top ten employers). Und siehe da.
Da ist Monsanto ja auch schon. Auf Platz 2.

Aber wen finden wir denn da auf Platz 3? OHA!

Wie praktisch es doch wäre, wenn man sich irgendwo in der Mitte des Ortes treffen könnte, um im gemütlichen Plausch die neuesten Nachrichten zur Sicherheit von Glyphosat und die böse Welt da draussen, die Monsanto in allem was sie tun missversteht - gemeinsam beleuchtet, und dieses Bild dann über Agenturmeldungen geraderückt. 
Der Ort ist zu klein, als dass man sich nicht "über den Weg läuft".


Es ist jetzt anders und das müssen wir verstehen.

Ich interpretiere:
- Reuters, der Goldstandard des Journalismus. Das war mal. 

- Unabhängig, frei und unbeeinflusst. Vorbei.

- Hoher ethischer Standard.
Spätestens seit den Fakeartikeln von Kate Kelland (kommen wir gleich noch drauf!), die sich lasen, als seien sie direkt aus einer Monsanto-Werbebroschüre abgeschrieben: Geschichte.



Sage ich damit jetzt, dass jede Meldung von Reuters falsch ist?
NEIN!

Ganz sicher gibt es viele Meldungen von (Thomson!) Reuters, die journalistisch sorgfältig erarbeitet sind, und ebenfalls sicher gibt es dort Mitarbeiter, die ihre Arbeit zum besten Standard erledigen, den man sich wünschen kann (wenn sie nicht gerade von lachenden US-Hubschrauber-Piloten in Stücke geschossen werden).

Ich sage vielmehr: Vorsicht! 

Reuters ist nicht mehr das Reuters, auf das sich einst die ganze (Nachrichten)welt verlassen hat und man zu 100% wusste: Was da kommt ist nach allen journalistischen Standards gegengeprüft und sind somit verlässliche Nachrichten.

Reuters ist jetzt das Nachrichtenorgan eines einzelnen reichen Geschäftsmannes, der so viel Geld besitzt, dass er damit - und in Kombination seiner Medienmacht - alles zur Nachricht machen kann, was seinen eigenen geschäftlichen Vorhaben zuträglich ist.

Und alle Massenmedien werden das bereitwillig verteilen.


Merkwürdige zeitliche Übereinstimmungen

Und - wir werden uns darauf verlassen können wie ein Uhrwerk, dass zu bestimmten Ereignissen immer dann Breaking-Verharmlosungs-News pünktlich von Reuters lanciert werden, wenn es um Glyphosat gerade schlecht steht.

Das war beim ersten Prozess so, vor ein paar Tagen beim zweiten, und immer wieder in entscheidenden Phasen während der Wiederzulassung des Totalherbizids in der EU.

Der Fall Kelland - ein Skandal, der zu wenig Beachtung fand

Aber ganz besonders war es der Fall, als Kate Kelland von Reuters im Rahmen der Diskreditierungskampagne der Krebsforschungsagentur IARC 2 Artikel schrieb, von denen wir heute aus den Monsanto Papers gesichert wissen, dass sie die von Monsanto ins Blatt diktiert bekam.

Um die Auswirkungen der Story deutlich zu machen: Diese Artikel schlugen derart Wellen und waren derart wirksam gegen den Ruf der WHO/IARC, dass es Anhörungen im Repräsentantenhaus gab, und die USA ernsthaft in Erwägung zogen, der IARC die Gelder streichen zu lassen. [1] [2] [3]

Die Dame erhielt sogar einen Preis(!) für diese Ungeheuerlichkeit.


Auf Anfrage von LeMonde, ob dieser Artikel zurückgezogen werde, nachdem die Hintergründe mit handfesten Dokumenten aufgearbeitet wurde - antwortete Reuters:

[Zitat: Übersetzt]

"Reuters ist überzeugt, dass der Artikel eine vollständige, faire und genaue Darstellung der Fakten darstellt, auch bei der Zuordnung der zitierten Rechtsdokumente."


Und ich stelle mir die Frage:
Wäre dieser Artikel immer noch online, wenn diese Nachrichtenagentur 
nicht Herrn Agrar-Investor Thomson gehörte?


Seht Ihr. Jetzt versteht Ihr mein Problem.

Wenn also eine Nachricht von Reuters kommt, ganz gleich ob direkt oder in anderen Blättern/Medien als Urquelle ausgewiesen ist:

Schaut genauer hin!


Bis später.

Weiterführende Links:

Wenn Süssstoff Dir auf die Nerven geht...

Nico DaVinci 03.03.2019 - 23:03 Lesedauer ca 2 Minuten

KKwickie
Wenn Süssstoff auf die Nerven geht
Studie zeigt negativen Einfluss auf kognitive Fähigkeiten


In unserer Facebookgruppe haben wir sehr oft erlebt, dass sich neue Teilnehmer schwer taten, ihre süssstoffhaltigen Lieblingsgetränke wie Cola Light und Cola Zero für die Dauer der Abnehmphase in der Flasche oder besser noch - im Regal - zu lassen.





Etliche Berichte zu Entzugserscheinungen konkurrierten mit Teilnehmern, die sich ALLES vorstellen konnten, nur DAS nicht. Einige der Unterhaltungen waren seitens der ZeroLight-Fans fast schon von aggressiven Untertönen geprägt. Was eigentlich oft ein Zeichen ist, dass da etwas sucht-/ähnliches stattfindet.

Zwischenzeitlich gibt es eine ganze Reihe an Studien die darauf hinweisen, dass Süssstoffen das Hungergefühl so verändern, dass man mehr isst, als es der Körper normalerweise verlangen würde, könnte man sich unbeeinflusst auf das "Bauchgefühl" verlassen.

Nun hat eine spanische Studie über den Zeitraum von 6 Jahren festgestellt, dass Süssstoffe zumindest in Getränken, die diese enthalten auch die kognitiven Fähigkeiten*) nachhaltig negativ beeinflussen.


Besonders unschön daran ist, dass es sich nicht nur um einen kurzfristigen Effekt während der Verwendung handelt, sondern offensichtlich tatsächlich um eine nachhaltige Schädigung. 

Es gab immer wieder Studien in der Vergangenheit, die Süssstoffen wie Aspartam und Acesulfam-K Unbedenklichkeit bescheinigten. Schaut man sich aber die Abteilungen "Interessenkonflikte" oder "Bezahlt durch" an, bekommt man schnell den Eindruck, dass da das wirtschaftliche Interesse dem wissenschaftlichen Interesse ein Schnäppchen geschlagen hat.

Bei der spanischen Studie jedoch ist das anders: Die ist im Rahmen einer staatlich finanzierten Ernährungsstudie entstanden und nur ein Beiprodukt der eigentlichen, sehr viel grösseren Studie. Die Autoren fanden jedoch diesen Fund wertvoll genug, um ihn in eine eigene Veröffentlichung zu packen.

Auch wenn die Studie sich mit Süssstoffen in Getränken auseinandergesetzt hat, sehe ich keinen Anlass, wieso diese künstlichen, unnatürlichen Chemikalien in irgendeiner Weise anders wirksam sein sollten, wenn sie in andere industrielle Nahrung eingearbeitet sind.
Für Abnehmbemühungen bleibt es dabei: Da sind diese künstlichen Süsser ungeeignet, wenn man seine Ziele möglichst effizient erreichen will. 


In jedem Fall ist es wirklich eine Überlegung wert, ob man sich für den Geschmack in eine suchtähnliche Situation begeben will, die einem auf lange Sicht im wahrsten Sinne des Wortes "auf die Nerven" geht.


Gibt es nicht schon genug andere Umwelteinflüsse, die uns Schaden zufügen, denen wir weniger leicht ausweichen können?


Bis später.



Weiterführende Info:


EXTERN
Link zur Studie


MEHR IM BLOG
Warum Zero und Light nicht leichter machen
Cola Life: Die nicht mehr ganz so neue mit Stevia
Stevia: Endabrechnung mit dem süssen Kraut

DEFINITION
*) Definition kognitive Fähigkeiten:
"Zu den kognitiven Fähigkeiten eines Menschen zählen zum Beispiel die Aufmerksamkeit, die Erinnerung, das Lernen, die Kreativität, das Planen, die Orientierung, die Imagination, die Argumentation, die Introspektion, der Wille, das Glauben und einige mehr."

Wenn Dir das BAYER eine Zitrone schenkt...

Nico DaVinci 26.02.2019 - 16:02 Lesedauer ca 5 Minuten

KKopfschüttler
WENN DIR DAS BAYER EINE ZITRONE SCHENKT...
... mach keine Limonade draus!

Ich hätte ja nicht gedacht, dass sich der Zynismus bei der deutschen Presseabteilung der Bayer AG angesichts der Aktionen der letzten Monate noch irgendwie toppen lassen könnte. - Ich habe mich geirrt!

Aber von vorne... 




Es ist noch nicht allzu lange her, da habe ich mit einem Zitronen-Anbauer in Florida ein recht langes Interview geführt.

Auslöser war ein Hinweis, dass die Zitrusbauern dort ein massives Problem mit ihren Zitronen und Orangen-Plantagen haben.

Die Farm meines Interviewpartners hatte 3 Jahre in Folge keine Früchte getragen. Totalverlust. Benannt hat er dieses Phänomen "Citrus Greening" und glaubhaft versichert, dass das auch sehr viele seiner Kollegen treffen würde.

Doch eines war bei ihm eben anders...

Er hatte sich Spezialisten von einer Uni auf die Farm geholt, die ihm erklärten, was er da sehe würde von einem Bakterium ausgelöst. Das wollte er nicht glauben. Und das war gut so...

In Florida werden die Plantagen mindestens 5x im Jahr mit massiven Dosen Glyphosat gespritzt. Insgesamt 20 bis 25 quart per acre, das sind umgerechnet also bis zu 58 Liter auf den Hektar. Massiv. Sagte ich ja.

Nun hatte er eben das Problem, dass seine Plantage immer weniger Früchte brachte, bis er in 3 aufeinanderfolgenden Jahren einen Komplettausfall verzeichnete. Egal, was er tat, die Bäume, die ihm so lange gute Dienste geleistet hatten, weigerten sich, Früchte anzulegen.

Wer sich mit Glyphosat beschäftigt wird an sehr vielen verschiedenen Stellen einen Eingriff in die Fruchbarkeit erleben, ob das bei Bienen ist, anderen Tieren, und auch beim Menschen.

Dass Pflanzen ab einer Langzeitanwendung so reagieren, war ja schon aus einer Untersuchung der Uni Hohenheim hinlänglich bekannt.
Hier eine Abbildung, wie sich die Anwendungsdauer in der Praxis auf das Wachstum niederschlägt:





Für ihn war das natürlich eine Katastrophe, und ihm blieb nicht mehr als jedes Jahr neu zu hoffen. 

Natürlich schaut man sich dann bei Kollegen um, stellt Fragen und versucht irgendwie die Ursache zu verstehen und Lösungen zu finden. 

Ausser dem oben schon erwähnten Uni-Team erklärten ihm auch seine Kollegen, dass es sich um einen Bakterienbefall handele und wohl ein kleines Insekt eine Rolle spielen würde.
Es gibt einen recht dünnen Wikipedia-Artikel zu Candidatus Liberibacter, hier.


Was macht man also, wenn man Insektenbefall hat? Richtig. Noch mehr spritzen.

Da er sich aber auch schon anderweitig umgesehen hat, und ihm das Ganze komisch vorkam, und er ausserdem hörte, dass die vorgeschlagenen Behandlungsmethoden nicht anschlugen, hörte er sich weiter um.


Jemand brachte ihn auf Glyphosat als möglichen Auslöser. 


Und schlug ihm vor, die Böden daraufhin zu behandeln. Er stimmte zu.

Und siehe da, eine reine Behandlung auf die Glyphosat-Problematik hin zeigte Wirkung!
Während die Erfolge bei jenen, die das taten, was ihm die Insekten-Bakterien-Menschen vorgeschlagen hatten sehr dürftig und bescheiden ausfiel. Kein Wunder, dort wurde ja weiter Glyphosat eingesetzt!

Nach 8 Monaten ohne Glyphosat und mit den richtigen Bodenbehandlungen zeigten sich erste Effekte. Und 2 Jahre später war die Plantage zu 100% wieder in Ordnung.



(Symbolfoto)




Heute kann er es noch genauer beschreiben:

Kleine Bäume sind nach etwa 3 Jahren der Anwendung betroffen, bei grösseren dauert es etwa 10 Jahre, bis sie erkranken.

Ebenfalls brisant: Erstmals gezeigt hat sich die Krankheit in der Saison 2005, das ist ziemlich genau das Jahr, wo wir auch alle anderen Krankheitsbilder, inklusive die bei den Menschen fast exponentiell ansteigen sehen.

Ich fragte ihn, wie es denn um seine Gesundheit bestellt sei - und die seiner Kollegen.

Er antwortete: 


"Ich haben so viele sterben sehen. Sehr viele sind Krank, Parkinson, Krebs, Verdauungsprobleme, alle nehmen Medikamente. Die Farmhelfer übrigens ebenso."

Kommt verdammt bekannt vor, nicht wahr?!


Und welche Frage kommt einem dann noch in den Sinn? Richtig:

Wenn rund um die Zitronen so viel Glyphosat eingesetzt wird... ist es dann eigentlich auch in den Erzeugnissen?


Um die Frage beantworten zu können, gibt es zwei Möglichkeiten. 

1) Man fragt einen Obstbauern in Deutschland. Einen Apfelbauern am Bodensee, um genau zu sein (Grüsse nach Mals an dieser Stelle!).
Um von dem dann verächtlich ausgelacht zu werden, erklärt zu bekommen, dass man sich erstmal mit Landwirtschaft überhaupt auseinandersetzen soll und dass das eine dumme Frage ist, weil ja die Früchte (Äpfel) kaputt gehen würden...

Ich entschied rasch, dass das nicht wirklich zielführend war und ging den zweiten Weg...


2) Man schaut, ob es nicht schon MESSWERTE für die Endprodukte gibt.
Und siehe da, die gibt es... Voilá:

Gemessen wurden 10 Proben der in Amerika beliebtesten Zitrussaftmarken.




Das sind also Werte von 4,33 bis 26.05 ppb.  


Um die ins Verhältnis zu setzen:

Unsere Langzeitstudie hat in den Proben aus der EU für Deutschland in einer Interims-Auswertung einen Durchschnittswert von 1,257 ppb ergeben. 


Das bedeutet, der niedrigste  gemessene Wert entspricht dem 3,4-fachen, der höchste dem 20,7-fachen von dem, was wir bei uns in den Menschen im Schnitt gemessen haben...

Wie gut, dass ich mich nicht alleine auf die Bauernschläue des Apfelbauers verlassen habe!

Es wäre mehr als interessant unsere Apfelsäfte mal testen zu lassen, denn im Obstbau wird am meisten Glyphosat bei Apfel und bei Wein eingesetzt. Und vom Wein wissen wir ja schon, dass der belastet ist.

Aber den Apfelsaft, den geben wir unseren Kindern...

So, jetzt konnte ich endlich meine kleine "Reise" rund um das "Citrus Greening" beschreiben.



Und jetzt kommen wir zum Titel und der Intro zurück. Und dem Zynismus des PR-Teams der BAYER AG.



Jetzt, wo Ihr das alles wisst und mit Kontext könnt Ihr Euch vielleicht lebhaft vorstellen,
was in mir vorging, als ich gestern diese Werbung fand:




Soso. Florida und Brasilien...  

Bevor wir neue Technologien brauchen, müssen wir sie testen. Eingehend. 
Und vor allem unabhängig. 

Aber bevor das überhaupt passiert, sollten wir uns zuerst mal der Technologien entledigen, die die Probleme überhaupt erst schaffen.



Bis später.


Weiterführende Info:

Wikipedia: Candidatus Liberibacter
Laborbericht Orangensäfte
Die Bayer-Werbung zu "Citrus Greening"




Leserfrage: Glyphosat, Wasser und Filtersysteme

Nico DaVinci 26.02.2019 - 11:02 Lesedauer ca 5 Minuten


Über Glyphosat, Wasser, Filtersysteme
Eine Leserfrage. Beantwortet.

Nachdem ich neulich zum wiederholten Male gefragt worden bin, wie das eigentlich ausschaut mit dem Thema Wasser und Glyphosat und ich den Text schon fast fertig in einem Facebook-Kommentar stehen hatte, den dort dann keiner mehr liest - und den ich niemals wieder finden würde, wenn ich ihn bräuchte - entschloss ich mich kurzerhand, den Text hier reinzukopieren. (Damit ich ihn später HIER nicht wiederfinde, wenn ich ihn mal wieder brauche....) 

So habt Ihr alle was davon. 





FRAGE:

Die Frage lautete sinngemäss, ob Filtersysteme von Multi-Level-Marketing-Anbietern (MLM) etwas taugen und welche ich empfehlen könnte. Und wenn ich es richtig verstanden habe auch, ob ich deren Analysebögen/Studien glaube. Dann war da noch eine Passage, was die Stadtwerke bei ihm vor Ort zum Thema Wasserqualität und Glyphosat zu sagen haben, die ich auch gerne kommentieren möchte.

ANTWORT:

Ich glaube nicht, dass ich Deine Frage(n) zu 100% so beantworten kann, wie Du Dir das wohl vorstellst. 

- MLM -
Der Grund ist einfach und ich will da auch ganz klar sein: 
Ich kann MLM absolut nicht ausstehen. Also. AB. SO. LUT. NICHT. 

Das liegt daran, dass ich schon zigmal Menschen gesehen habe, die sich blenden liessen von den Produkten, von den Hype-Veranstaltungen und von dem einen oder den zwei [zensiert] ... äh ... Menschen mit dem Porsche. 

Und dann - wie oft bei diesem Schneeballsystem üblich - die Waren sehr teuer eingekauft haben, um sie dann weiterzuverkaufen.

Und das, obwohl selbst jeder im Raum der Verkaufs-/Anwerbeveranstaltung mit verbundenen Augen erkennt, dass dort null Verkaufstalent vorhanden ist.
Und so bleiben viele drauf sitzen. Hauptsache den Sprit für den Porsche bezahlt.

Ein solches System mag ich einfach auf gar keinen Fall unterstützen, egal wie gut das Produkt ist. Denn jeder, der dort kauft, hält das System am Leben. 

Das ist meine persönliche Meinung, und ich höre gerade vor meinem geistigen Ohr einen dieser jungen Schulungsleiter-Verkaufsgenies eines MLM-Unternehmens, der jetzt nach Skript reflexartig den Satz spricht: 
"Wer so über unsere Firma spricht, hat MLM nicht verstanden."

Um ihn dann 2 Monate später seine eigenen Schulden ans Unternehmen abbezahlen zu sehen, indem er im Stadtgarten Bonbon-Papier aufspiesst.

Mit einer Lanze, die wohlgemerkt die Stadt bezahlt hat, und nicht er - durch einen Kredit, den ihm die MLM-Firma in ihrer grenzenlosen Güte gewährt hat, damit er sofort starten kann.

So, nachdem der Teil jetzt länger wurde, als ich mir das bei "Ich glaube nicht" noch gedacht habe, kommen wir zum Wesentlichen...

- FILTERSYSTEME -
Ich weiss, dass es da draussen Filtersysteme gibt, die zwischenzeitlich Glyphosat als Verkaufsargument aufgenommen haben. Mit und ohne Schneeballsystem.

Für mich ist das hier schwer zu testen. Man bräuchte eine Referenzprobe, den oder die Filter und müsste das in ein Labor schicken - das alles ist Geld, das ich woanders besser angelegt sehe, z.B. in konkreten Lebensmitteltests für Produkte, die vor allem an Kinder gerichtet sind. Deshalb habe ich keine Ahnung, ob das X oder Y- Produkt funktioniert oder nicht... Kann sein, muss nicht.

Allerdings steht eines fest:
WENN Glyphosat im Wasser ist, dann ist das nicht einfach, damit umzugehen.


- UNSERE WASSERTESTS -
Wir selbst haben zwischenzeitlich tatsächlich schon eine Reihe Wasserproben genommen und ins Labor geschickt, eines davon war das Leitungswasser hier vor Ort, ausserdem testeten wir Oberflächenwasser aus Bach, Fluss oder See, einmal Brunnenwasser, einmal Grundwasser.

Glücklicherweise waren bisher noch ALLE Proben negativ. 
Nicht eine hat bisher Glyphosat nachgewiesen.


- TESTSITUATION BEI DEN WASSERWERKEN - 

Aber jetzt kommt der Fallstrick: 

Während Deine Stadtwerke jetzt durchatmen und sagen: 
"Siehst Du, das am strengsten kontrollierte Lebensmittel... sag-eeech-doooch...", 
würden sie sofort den Kopf einziehen, wenn sie mit mir darüber reden müssten. 

Denn ich habe das schon ein paar Mal gemacht: 
Stadtwerke nach dem Glyphosatgehalt zu befragen.
Die antworten eigentlich fast alle gleich, teilweise im Wortlaut. 
Und - natürlich haben die NIE Glyphosat im Wasser.

Sagen sie. 

Und dann frage ich nach einer Kopie der Glyphosat-Analyse-Berichte. 
Und in welchen Abständen sie das testen.

Und dann sagen sie (achte mal genau auf die Aussage):
"Pestizidtests sind bei uns Standardtests, die machen wir regelmässig."
"Ja", sage ich dann, "aber die Standardtests beinhalten Glyphosat ja eben genau NICHT..."
"Öhhh... Ähhh....ja das stimmt."
"Was mich zu der Frage führt: 
Wie können Sie dann behaupten, in ihrem Wasser sei kein Glyphosat!?"

- Ab hier wird das Telefonat traditionell frostig... Und kreativ. 

Aus Platzgründen hier nur den besten Abgangspruch, der dann kam:
"Ja, wenn Sie alles so viel besser wissen, wieso rufen Sie dann überhaupt hier an?"

Eine ganze Zeit lang habe ich nicht verstanden, wieso das so ist. 

Ich meine, wer hat schon eine diebische Freude daran, jemanden super auszutricksen, indem man einfach behauptet, "da ist nix drin", obwohl man es - nicht mal besser - sondern gar nicht - weiss.

Aber dann hatte ich Glück. Ich telefonierte mit dem Pressesprecher der Landeswasserversorgung Baden Württemberg. 

Und dort erfuhr ich den Grund:

- WARUM NIEMAND TESTET -

Einen Liter Glyphosat zu neutralisieren kostet das Wasserwerk zwischen 100.000 und 200.000 Euro. Und sie sind gesetzlich verpflichtet, das in Ordnung zu bringen, falls sie etwas messen. Also machen sie es wie die Behörden nach den Grundwassertests über EU-Limit in Brandenburg... Lieber einfach gar nicht messen...

"Was machen Sie denn, um das Glyphosat zu neutralisieren?", fragte ich ihn.
Er antwortete:

- WAS ZU FUNKTIONIEREN SCHEINT -

Aktivkohlefilter. Teuer. Klappt aber.
Selbst mit dem Wasser, das sie in der Donau in schon mindestens 2 Proben 
über EU-Trinkwassergrenzwert fanden.

Das ist also ein Hinweis, was funktioniert, und das deckt sich auch mit anderen Anwendungen, als man z.B. einen Kuhstall neutralisiert hat, der durch den Umstand, dass die Kühe Gensoja-Kraftfutter fressen und das über den auf den Betonboden prasselnden Urin aerosol überall in der Luft und im Stall verteilen.

Hat also der Filter Deiner Wahl Aktivkohle drin, so könnte das funktionieren.
Wenn nicht... es schadet ja nicht, zwei Filter hintereinander zu schalten.


Und dass unser "bestüberwachtestes Lebensmittel" noch anderen Kram wie Medikamentenreste etc drin hat, wissen wir ja.


Ich hoffe das konnte Dir - und allen, die hier mitlesen - ein bissl weiterhelfen.


Bis später.



Weiterführende Info:
Ein SWR-Interview mit der Landeswasserversorgung Baden-Württemberg
Video kann ich leider nicht mehr verlinken, denn es ist dort gelöscht.
Ironischerweise sind ältere Videos noch da, die nicht mit Glyphosat zu tun haben.


Aber das Positionspapier der angesprochenen Landeswasserversorgung findet sich hier







Hülsenudeln - Nudeln aus Hülsefrüchten

Nico DaVinci 12.01.2019 - 05:01 Lesedauer ca 5 Minuten

KKonkret
Neues zu Nudeln
Was es über Nudeln aus Hülsenfrüchten Wichtiges zu wissen gibt



"Meine Frau, die Hülsebill, macht nicht so, wie ich es will..."

Das werden sich die Tester von Ökotest wohl neulich gedacht haben, als sie ihre Testergebnisse einer Reihe von Nudeln aus Hülsenfrüchten ausgewertet haben.

Noch mehr so, weil sie "BIO"-Nudeln getestet haben.

Ich habe mir deren Artikel über den Online-Kiosk gekauft und erlaubt, die Ergebnisse einmal in unserem KKontext zu bewerten.





Sagte ich's doch: Bio ist nicht gleich Bio

Ich denke mal, ich bin mit dem Gedanken nicht alleine: 
Wenn man schon die Bio-"Steuer", also den Mehrpreis für Lebensmittel mit einem Biosiegel ausgibt, dann erwartet man irgendwie, dass diese so natürlich und frei von Schadstoffen sind, wie nur irgendwie möglich.

An verschiedenen Stellen habe ich nun schon darauf hingewiesen, dass es verschiedene Bio-Siegel gibt, die die Tinte nicht Wert sind, mit der sie aufgedruckt werden.

Zumindest, wenn man an entscheidenden Stellen - wie z.B. bei Glyphosat-Rückständen - Sicherheit sucht.

Allen voran kritisierte ich immer die wachs-weich-gewaschenen EU- und DE-Biosiegel.


Das hat bei verschiedenen Lesern dann immer mal verschiedene Reaktionen ausgelöst.


Bei einigen Kommentaren konnte man zwischen den Zeilen so etwas wie Ungläubigkeit erkennen. Wie kann das auch sein, dass wir von der Lebensmittelindustrie dermassen an der Nase herumgeführt werden? Es gibt doch Sicherheitseinrichtungen? 

Der Staat passt doch auf uns auf?

Wieder andere sagten: 
"Seht Ihr, wusst ich's doch: Bio ist Betrug um den Leuten das Geld aus der Tasche zu ziehen." 

Und wenn man sich nun die aktuellen Testergebnisse anschaut, dann versteht man auch, woher das Misstrauen gegenüber BIO eigentlich herkommt.

Jedenfalls sollten selbst die letzten Kritiker verstehen, dass meine Einschätzung -LEIDER- von Anfang an richtig war...

Aber lest selbst:


DAS WURDE GETESTET

Neben verschiedenen Qualitätskriterien wie Geruch, Mundgefühl oder unzutreffenden Angaben zu den Kochzeiten wurden vor allem 2 wesentliche Untersuchungen auf Schadstoffe vorgenommen.

Gruppe 1: MOSH/POSH und MOAH

Klingt ein bisschen wie die Mischung aus "Spice Girls" und "Mutter aller H...ähnchenschlegel", gell?! 

Aber nö. 
Das sind Mineralölbestandteile, die sich im Körper anreichern, die Leber schädigen oder krebserregend sein können.

Also das Gegenteil von dem, was man in einem "Lebens"-Mittel erwarten sollte.

Hat also in Nudeln nix verloren. Und eigentlich sowieso schon mal gar nicht ausgerechnet in denen, auf die die eher gesundheitsbewussten ausweichen, weil z.B. die "normalen" Nudeln ohnehin schon spürbare Quaddeln auf der Darmwand im Platze-Fast-Blähbauch erzeugen.   


Gruppe 2: GLYPHOSAT
Auch hier liege ich leider schon seit Jahren richtig: Wer keinen Unkrautvernichter mit eingebautem Krebsverdacht auf dem Teller will, kann sich auf das Biosiegel alleine nicht verlassen, wie Ihr gleich sehen werdet.

ERGEBNIS
Aus 19 Produkten steckte in zwei Dritteln Mineralöl-Sipf, in fünf der krebserregende, und in VIER der Nudelprodukte fand sich Glyphosat. 





Nochmal zur Erinnerung:

Wir reden hier über Produkte, die ein BIO(!!!)-Siegel tragen!

Nicht auszudenken, was wohl geschieht, wenn sich Ökotest als nächstes die konventionellen Produkten vorknöpfen...





AUSWEICHEN IMPOSSIBLE?

In unserer GTEST-Studie wurde ich von den Testpersonen wiederholt gefragt, die sich überwiegend oder ausschliesslich von Bio-Produkten ernähren und trotzdem Glyphosat in sich nachgewiesen haben gefragt, wo das wohl herkommt. Ich denke, der Ökotest-Artikel gibt einen Hinweis.





WIE ÄNDERN WIR DAS?
Wir haben zu wenig solcher Kontrollen, weshalb ich Euch vorschlagen möchte, den Artikel über den Kiosk zu kaufen um deren wichtige Arbeit zu unterstützen. Lebensmittel-Tests sind teuer und wir können gar nicht genug von diesen unabhängigen Testergebnissen bekommen. Einmal um für uns selbst Gewissheit zu bekommen und zum anderen, weil die Ergebnisse den Handel dort treffen, wo es am ehesten für eine Veränderung sorgt: Am Geldsack.

Der Artikel weist darauf hin, dass Rossmann (Ener Bio Linsen Spirelli) nach eigenen Angaben das Produkt bereits verändert hat. Wohin, das weiss natürlich keiner, aber wenn das nochmal auffällig werden sollte bei einer möglichen Nachkontrolle ist das Produkt vermutlich gleich ganz weg. Und Rossmann's Ruf dann mal so richtig nachhaltig geschädigt. Einmal mag man noch nachsehen oder vergessen, aber zweimal auf den gleichen Rechen treten ist unverzeihlich. Dumm.

Das ist ein Ansatz zur Veränderung. 


Nicht der einzige, aber ein wichtiger. So passiert was in die richtigere Richtung.

Es reicht aber nicht, dass Ihr nur den Artikel kauft. Schreibt auch die Redaktion an, dass es Euch wichtig ist, noch mehr solche Tests auf Glyphosat-Rückstände zu sehen. Fordert das dort ein. Gebt denen ein Hinweis, was Euch wichtig ist. Eine Email kostet nichts. Und sowohl Zuspruch als auch Hinweise, was die Leser interessiert motiviert in die richtige Richtung.


KK und Nudeln
Die meisten von jenen, die sich intensiv mit KK beschäftigt haben wissen, dass vorverdaute weil kleingehäckselte Lebensmittel immer dann nicht ideal sind, wenn man sich um eine effiziente Abnahme bemüht. Die Erfahrungswerte sind da klar, und vor einer Nudel ist die Hülsenfrucht am Stück noch immer die bessere Wahl. Das gilt aber nicht nur dort, sondern bei allen anderen Lebensmitteln, die man sonst so als zerhackt, püriert oder verflüssigt bekommt. Je kleiner desto schneller durch den Magen desto schneller wieder Hunger. So einfach und logisch ist die Sache.

Wer sich in der Haltenphase aufhält kann sich das natürlich viel eher mal zwischendruch leisten. Denn da geht es ja nicht mehr um effiziente Abnahme-Erfolge.

Aber noch wichtiger ist in diesem sehr speziellen Fall der Hülsenudeln aber noch ein weiterer Aspekt, der wieder alle etwas angeht:
 
Wie kommt eigentlich das Mineralöl überhaupt da rein?
Die Ökotester geben als Vermutung zu Herkunft neben dem offensichtlichen Austritt aus Maschinen auf dem Feld bei Anbau und Ernte die mir viel wahrscheinlichere Quelle Transportverpackungen aus Altpapier und die Verunreinigung bei der Verarbeitung (z.B. in den Nudelmaschinen) an. Auf die Verpackung achten lohnt offenbar.






Wenn Ihr jetzt einmal mitdenkt und vergleicht, wie viele dieser Quellen Ihr schon mal ausschliesst, in dem Ihr nur die ganzen Hülsis den Hülse-Nudeln vorzieht, dann wisst Ihr auch etwas über die Wahrscheinlichkeit, dass Ihr vielleicht doch Mist erwischt. 

Die ist bei den Nudeln durch die vielen weiteren Faktoren einfach höher.

Kann man hinnehmen. Muss man aber nicht.

Sollte man auch nicht.



Bis später.



Weiterführende Links:
Öko-Test-Teaser: Wie gut sind die eiweissreichen Pasta-Alternativen?
Hier im Blog: Sind Hülsenfrüchte ungesund?




Faktencheck: Johnson vs Monsanto oder auch 289,2 Mio zu 0

Nico DaVinci 30.09.2018 - 08:09 Lesedauer ca 7 Minuten

Faktencheck
DIE FAKTEN UND WAHRHEITEN 
ÜBER DEN JOHNSON-PROZESS
- Recherche als Kontrapunkt -


Am 10. August 2018 bekam ein Mann mit seinem Anwaltsteam von einem Geschworenen-Gericht die Rekordsumme von 289.200.000 US-Dollar gegen Monsanto zugesprochen: Dewayne Lee Johnson. 




Dieses Urteil gilt als richtungsweisend für derzeit (letzter Stand) 8.900 weitere ähnlich gelagerte Fälle in den USA.

Auffällig, wenngleich wenig verwunderlich ist, dass gewisse Kräfte alles in ihrer Macht stehende tun, um dieses Ergebnis so gut es eben geht herunterzuspielen. Begonnen hatte das ja schon an dem Tag, an dem das Ergebnis öffentlich wurde. 


Da sagte ein CDU-Mann, man solle die Kirche im Dorf lassen, das habe ja ein "Schnellgericht" entschieden. Julia Merlot vom Spiegel spricht von einem Urteil, das von "Laienrichtern" gefällt wurde. 

Ein paar der wiederkehrenden Behauptungen möchte ich daher einmal einem Faktencheck unterziehen und ich habe weitere Infos zusammengetragen, damit man mal ein Gefühl bekommt, von welcher Grössenordnung man bei dem Verfahren spricht.
Und was die Jury möglicherweise bewegt hat, dieses Urteil zu sprechen.


Behauptung
     "Der Prozess wurde von Laien in einem Schnellgericht entschieden."    

Die Tatsachen:
Das amerikanische Gerichtswesen unterscheidet sich in vielen Dingen von unserem.
So werden manche Dinge nicht nur von einem Richter, sondern auch von einer Jury aus Geschworenen bestimmt. 
Die Jury im Johnson-Fall bestand aus 8 Männern und 4 Frauen. 

Diese wurden in einem relativ langwierigen Verfahren ausgewählt, bevor die endgültigen 12 Personen gefunden waren, wurden sogar 35 seitens Verteidigung, Anklage und der Richterin abgelehnt und nach Hause geschickt. 

Die endgültige Jury wurde also von beiden Seiten akzeptiert.

Es handelte sich um eine recht hochkarätige Jury aus Juroren, von denen einige eine wissenschaftliche Ausbildung hatten. Alle waren/sind in einem anspruchsvollen Beruf tätig.  


Wie sowohl die Parteien als auch das Gericht eingeräumt haben, war die Jury während des langen Prozesses sehr engagiert und aufmerksam, stellte interessante, komplexe Fragen und zeigte die Bereitschaft, während des Auswahlverfahrens unparteiisch zu sein.  

Der Prozess dauerte mehr als einen Monat, man prüfte über hundert Beweisstücke, hörte über viele Stunden Expertenaussagen an und beendete ihn nach drei Tagen intensiver Beratung durch die Jury mit einem einstimmigen Urteil.  

Von einem "Schnell"gericht kann hier also keine Rede sein. 
Richtig ist jedoch, dass es sich um einen beschleunigten Prozess handelt, da Herr Johnson an einem Non-Hodgkin-Lymphom stirbt. In Kalifornien haben todkranke Kläger Anspruch auf einen beschleunigten Prozess, um die Wahrung von Rechten zu gewährleisten, die bei Tod erlöschen. 

Diesen Umstand jedoch als "Schnellgericht" abzuwerten ist geschmacklos und spottet von einem moralischen Standpunkt jeder Beschreibung.    


Wann startete der Prozess?
Herr Johnson reichte seine Klage gegen Monsanto Co. im Januar 2016 ein. 


Vorlauf - Eigentümlichkeiten des amerikanischen Gerichtssystems
Bevor sein Fall überhaupt von einer Jury entschieden werden konnte, musste ein Richter des California State Court entscheiden, ob die Ansichten der Experten von Herrn Johnson zulässig und ausreichend waren, um von einer Jury gehört zu werden. 

Hätte der Richter die Experten von Herrn Johnson abgelehnt, hätte Johnson keine Beweise über die medizinischen Ursachen vorlegen können. 

Der Richter musste auch ganz grundsätzlich entscheiden, ob Herr Johnson genügend Beweislast zusammengetragen hatte, aus der eine Jury schließen konnte, dass Monsanto in der Frage arglistig oder betrügerisch gehandelt hatte, oder Tatsachen so vertuscht und unterdrückt hatte, dass sogar ein sogenannter Strafschadenersatz /Punitive Damages gerechtfertigt wäre. [Definition: Was sind "punitive damages"?]


Die Vorverhandlungen überstanden
Am 17. Mai 2018 erließ Richter Curtis E.A. Karnow nach den Vorverhandlungen dann eine Anordnung, die es der Anklage erlaubte, die wissenschaftlichen Beweise im Zusammenhang mit der Ursache von Herrn Johnsons Krebs ebenso durch Geschworene prüfen zu lassen, wie auch die Behauptungen, dass Monsanto wissentlich Beweise für diesen Umstand unterdrückt hat, dass die Exposition durch Roundup ein Non-Hodgkin-Lymphom verursachen kann. 

Richter Karnow entschied, dass auch die meisten Ausführungen der Experten von Herrn Johnson zulässig und ausreichend waren, um sowohl allgemeine als auch spezifische Ursachen zu belegen. Daher wurde Monsantos Antrag abgelehnt, den Fall von Herrn Johnson zu verwerfen. 


Die letzten Vorbereitungen

Die Anträge in limine und die Auswahl der Jury fanden zwischen dem 18. Juni 2018 und dem 28. Juni 2018 statt. In Limine Anträge können von beiden Seiten gestellt werden und haben meistens den Zweck, Beweise auszuklammern, die möglicherweise als eine unfaire Einflussnahme auf die Jury angesehen werden könnten.

Das eigentliche Gerichtsverfahren
Das Gerichtsverfahren vor der Jury zog sich über einen Zeitraum von etwas mehr als acht Wochen. Die Jury beriet fast drei Tage lang, bevor sie zu einem einstimmigen Urteil gegen Monsanto kam. 


Ergebnis:Die Jury sprach Johnson und seiner Familie einen Schadenersatz in Höhe von 33.000.000 US-Dollar zu, und für die arglistigen (malice) Praktiken von Monsanto einen Strafschadenersatz in Höhe von 250.000.000 US-Dollar, der den Monsanto-Konzern künftig davon abhalten soll, diese und ähnliche Praktiken fortzuführen.

Hier ist das Original-Dokument der Jury hinterlegt, und wie sie -EINSTIMMIG- auf die jeweiligen Fragen geantwortet haben, denen sie sich zu stellen hatten.



Behauptung
  "Die Entscheidung hatte nichts mit Wissenschaft zu tun."  

Die Tatsachen:

Monsanto und Bayer haben beide nach dem Gerichtsurteil unisono erklärt, dass die Jury diese einstimmige Entscheidung auf der Grundlage von "emotionalen Appellen" und nicht auf Basis der Wissenschaft getroffen hat. 

Die Leser, die sich in den Monsanto Papers schon ein wenig einen Eindruck verschafft haben, werden Mühe gehabt haben, nicht "emotional" die Faust in der Tasche zu ballen, dass gerade Monsanto das Wort Wissenschaft in diesem Zusammenhang überhaupt erwähnt.

Bei einer so hochkarätigen Jury wäre ein einstimmiges Ergebnis kaum möglich gewesen,  wenn die Wissenschaft nicht auf Seite der Kläger gewesen wäre.
 

Tatsächlich hätte das eigentliche Verfahren sogar gar nicht erst stattgefunden, denn bevor der Kläger überhaupt vor eine Jury treten durfte wurde ja vom Gericht sehr eingehend geprüft, ob die Beweislage hinreichend genug ist, um überhaupt erst einen Geschworenen-Prozess anzustrengen.

Der Fall Johnson zeigte, dass wenn eine Gruppe von unparteiischen Menschen sich die notwendige Zeit nimmt, um alle Beweise sorgfältig zu betrachten, die unvermeidliche Schlussfolgerung ist, dass Roundup Krebs verursacht.  


Darüber hinaus zeigten die Fragen, die von den Mitgliedern der Jury während der Verhandlung gestellt wurden, dass es dem Gremium ausschließlich um Fakten und Beweise ging - alle Fragen konzentrierten sich auf die komplexen sachlichen und wissenschaftlichen Fragen, die gestellt wurden, und die Mitglieder der Jury nahmen während der gesamten Verhandlung umfangreiche Notizen auf. 

Diskutiert wurden unter anderem auch Maus- und Rattenstudien, die in der Vergangenheit sehr wohl ein Krebsrisiko aufgezeigt haben.



Wie viele Experten wurden vor Gericht angehört? 

Für Herrn Johnson (8)


  • Dr. Beate Ritz (Epidemiologie)*
  • Dr. Charles Jameson (Toxikologie)*
  • Dr. Onaopemipo Ofodile (Dermatologie)
  • Dr. Christopher Portier (Toxikologie)
  • Dr. Alfred Neugut (Onkologie, Epidemiologie)
  • Dr. Chadhi Nabhan (Hämatologie, Onkologie)
  • Dr. William R. Sawyer (Toxikologie)
  • Dr. Charles Benbrook (Toxikologie, Agrarökonomie)



Für Monsanto (5)


  • Dr. Jennifer Rider (Epidemiologie)*
  • Dr. Kassim Al-Khatib (Unkrautforschung)
  • Dr. Lorelei Mucci (Epidemiologie)
  • Dr. Warren Foster (Tierärztliche Geburtshilfe und Gynäkologie)
  • Dr. Timothy Kuzel (Hämatologie, Onkologie)


* hat während des Geschworenen-Prozesses Johnson v. Monsanto Co. selbst dann nicht ausgesagt.


Alle Expertenanhörungen sind Wort für Wort in den Gerichtsprotokollen nachzulesen, natürlich auf Englisch und deshalb nicht für alle leicht zugänglich. 
Trotzdem empfiehlt sich die Lektüre für jeden, der sich ernsthaft ein eigenes Bild über die Situation zu Glyphosat verschaffen möchte.


Wie viele Seiten haben die offiziellen Dokumente zu diesem Fall bisher?

Alle Gerichtsdokumente zum Fall Johnson können direkt eingesehen werden, indem man die Website des Superior Court of California County of San Francisco öffnet, und dort die Fallnummer 

CGC-16-550128 

eingibt. Bei mir war leider die Webseite während des Schreibens dieses Berichtes nicht erreichbar, deshalb alternativ: 

Es gibt auch alle zugelassenen Beweise, Exponate, Studien, Protokolle und die Entscheidung auf dieser Seite.



Hat Monsanto/Bayer Berufung eingelegt? 

Letzte Woche reichte Monsanto/Bayer zwei Anträge ein - einen für einen neuen Prozess und einen für ein neues Urteil. 
In beiden Fällen wird beantragt, dass das Urteil aufgehoben oder reduziert werden sollte. 


Richterin Bolanos, das ist dieselbe Richterin, die auch den Johnson-Prozess geleitet hat, wird eine Entscheidung über diese Anträge erlassen. 
Ihr Urteil wird voraussichtlich im Oktober fallen.


Prozessbeobachter wollten sich mir gegenüber nicht auf eine Prognose festlegen, wie das ausgehen kann. Sie meinten, Bolanos hätte durchaus Momente gehabt, die man als "industrieaffin" bezeichnen könne. Auf der anderen Seite sind sehr, sehr viele Augen auf sie und ihre Entscheidung gerichtet. Warten wir es ab.


Wie auch immer das ausgeht, muss man der Familie Johnson wünschen, dass sie möglichst bald zur Ruhe kommt und Dewayne entweder ein weiteres Wunder erlebt, oder in Ruhe ohne grosse Schmerzen im Kreise seiner Lieben versterben darf - sobald seine Zeit gekommen ist.




Bis später.


 



Die Posse Glyphosatverbrauch

Nico DaVinci 21.09.2018 - 16:09 Lesedauer ca 15 Minuten

Investigativ
Glyphosatverbrauch - Gesunken, Gestiegen, Gesunken

Der Streit um den Jahresverbrauch von Glyphosat - Was stimmt denn nun?

In den letzten beiden Wochen erlebten wir ein merkwürdiges auf und ab bei Antworten auf die Frage, wie sich der Verbrauch von Glyphosat in Deutschland seit den Diskussionen zur Wiederzulassung entwickelt hat. 






Den Anfang machte ein Artikel auf Spiegel Online, der mit den Worten 

"Glyphosat-Absatz in Deutschland sinkt auf Tiefststand" 

titelte. Im Untertitel ging man sogar noch weiter: 
"So niedrig wie seit 13 Jahren nicht mehr".

Die ersten Glyphosat-Gegner freuten sich schon und werteten den Rückgang als ein Zeichen der Wirksamkeit der dringend nötigen Diskussion um den meistverwendeten Unkrautvernichter der Welt.


Ich selbst blieb misstrauisch und warnte sogar davor, diese Zahlen unbesehen ernst zu nehmen. Denn dieser Bericht deckte sich so gar nicht mit meinen eigenen Beobachtungen. Und ehrlich gesagt gab es noch einen zweiten Grund, der mich zurückhaltend machte: 
Den Artikel schrieb Julia Merlot. 

In den vergangenen Jahren waren mir ihre Artikel zu Glyphosat des Öfteren aufgefallen, da sie einen meiner Meinung nach sehr tendenziösen Tonfall pflegten, der für mich ihre Arbeit teilweise eher wie ein Werbetext aussehen liess als solide journalistische Arbeit auf Distanz. 
Nun ist das natürlich erst einmal nur (m)eine Meinung, aber die sehe ich darin bestärkt, da das wohl auch noch andere so wahrgenommen haben. 

Denn gibt man "Julia Merlot" auf Google ein, zeigen die aus den bisherigen Google-Suchen anderer Personen zusammengestellten "Ähnliche Suchanfragen" ganz unten auf der Seite ein bemerkenswertes Bild:



Monsanto, Lobby, Bayer, Lobbyist. Das hatten die Menschen als zusätzliche Suchbegriffe in ihrem Zusammenhang verwendet. So etwas ist mir bei noch keinem anderen Journalisten aufgefallen.

Für mich war das jedenfalls Grund genug, mir die Quellen ihrer Daten doch ein bisschen näher anzuschauen.


Merlot gab an, sie habe die Werte aus einer kleinen Anfrage der FDP an die Bundesregierung mit der Kennung Drucksache 19/03773. 
Ich wollte also die Primärquelle aufrufen um tiefer einzusteigen und wurde enttäuscht: 
Das Dokument war noch nicht veröffentlicht. Das ist an sich nicht ungewöhnlich, diese Unterlagen werden immer nochmals lektoriert, bevor sie endgültig veröffentlicht werden.
Ich stellte mir allerdings für einen Moment die Frage, wieso Frau Merlot diese schon hatte.

Da ich schon aus einer vorherigen Kleinen Anfrage der Grünen wusste, dass sich das Prozedere ab 2011 erstmals und anscheinend nochmal dazwischen verändert hat, interessierte ich mich für die Methode, wie diese Daten denn jetzt neuerdings erfasst wurden. 


Und wer könnte mir besser Auskunft als die Autorin des Artikels?
Ich fragte also Julia Merlot direkt auf Twitter danach


Sie antwortete schnell (vielen Dank nochmal), weshalb ich davon ausging, dass sie gerade vielleicht auch etwas Zeit hat, einen Vorhalt richtigzustellen, den ich neulich irgendwo im vorbeifliegen gelesen habe. Dort hatte jemand behauptet, Frau Merlot würde bezahlte Vorträge bei Bayer halten. 

Es ergab sich eine recht erfrischende Unterhaltung, wie der Link oben zeigt. 
Was Ihr von ihren erklärenden Ausführungen haltet überlasse ich ganz Euch, ich bleibe misstrauisch.

Als kleine Randnotiz sei hier noch erwähnt, dass sich der PR-Boss von Bayer himself (oder auch der "Head of Corporate Communications der Bayer AG", wie man sich selbst vornehm nennt) aufgrund der Unterhaltung persönlich berufen fand, Frau Merlot zu verteidigen. Ich verstand zwar seinen Vorhalt nicht, da ich ja während der Unterhaltung wahrheitsgemäss beantwortet habe, dass ich das aus persönlichem Interesse fragte, wunderte mich aber über seine Verwirrung nicht weiter, denn seit der Bayer-Konzern für seine Glyphosat-PR die neue Webseite "Hier-sind-die-Fakten" aufgesetzt hat, um angeblich transparenter zu sein war mir klar, dass Bayer unter Transparenz wohl irgendwas zwischen "durchschaubar" und "lieber unsichtbar" versteht.



Da die Kleine Anfrage der FDP also noch nicht online war, nahm ich mir das auf Termin, um zu einem späteren Zeitpunkt nochmals darauf zurückzukommen. 

Die Wartezeit wurde jedoch jäh durch eine REUTERS-Meldung unterbrochen, die titelte 


"Verbrauch von Unkrautvernichter Glyphosat stark angestiegen".

Nanu? Wie das? Zwischen dem 05.09.2018 und dem 18.09.2018?! 

Das ging aber flugs... Aber... Frau Merlot?!
Ein Anstieg von ~25%(!!) gegenüber "so niedrig wie seit 13 Jahren nicht mehr" ist dann schon eine rechte Diskrepanz!

Bevor Christian "Bayer-PR" Maertin erneut ritterlich zuschlägt mache ich das selbst:
Der Unterschied liegt an der Jahreszahl. Frau Merlot hatte die Daten bis 2016 in ihrem Bericht verarbeitet, während REUTERS schon die neuen Zahlen zu 2017 nannte.

Das bedeutet also zunächst tatsächlich, dass der Jahresverbrauch zwischen 2016 und 2017 um satte ~25% angestiegen ist.


Da ich die meisten Glyphosat-Befürworter nun schon eine ganze Weile "beim Vornamen kenne" und weiss, wie unsauber man da arbeitet, war es mir persönlich wichtig, dass hier der alte Bericht des SPIEGEL nicht weiter für sich alleine steht. 

Denn das ist natürlich der, der gegenüber den Landwirten und wo man es sonst noch so braucht zitiert wird. Der neue sicher weniger...

Ich schrieb also Frau Merlot ein weiteres Mal an. 

Anderthalb Stunden später kam der neue Artikel aus der Spiegel-Digital-Presse
Das Kürzel unten JME - Julia Merlot. 


Verkauf von Glyphosat ist 2017 gestiegen 
Im vergangenen Jahr wurden in Deutschland 4700 Tonnen Glyphosat verkauft - mehr als im Vorjahr. 

Ich bin sehr froh, dass das so schnell ging (sie selbst sagt, der wäre sogar schon vorher fertig gewesen...) und dass wir jetzt wieder mit aktuellen Zahlen arbeiten können. 

Trotzdem möchte ich Euch in diesem Zuge einfach mal auf die unterschiedliche Wortwahl hinweisen, die ich wie oben erwähnt einfach tendenziös finde. 

Zuerst "sinkt der Absatz auf Tiefststand wie seit 13 Jahren nicht mehr", und dann ist es nur noch "mehr als im Vorjahr". Ich empfinde das eine nette Umschreibung für ein dickes Plus von 25%.

Und auch sonst - wenn Ihr die beiden Artikel vergleicht - mag es Euch ähnlich gehen wie mir, ist da für mich einfach ein klarer Unterschied im Tonfall. Wundert man sich dann über die Google-Suchvorschläge noch? Entscheidet selbst.



Nun könnte man diesen Fall eigentlich zu den Akten legen, wären da nicht dann noch ein paar 
ein paar sehr wichtige Fragen offen und ein paar weitere Dinge geschehen... 

Fragen wie: 



"Wer hat denn nun der Frau Merlot die Unterlagen vorab zukommen lassen? Und wieso?"

Wie ich aus sehr vertrauenswürdigen Insiderkreisen im Bundestag erfahren habe, sollen diese Unterlagen von der Bundestagsabgeordneten der FDP, Frau Carina Konrad gekommen sein. Macht ja eigentlich auch Sinn, denn sie ist ja sogar diejenige, die bei der Kleinen Anfrage als Anfragesteller namentlich zuerst genannt ist. 

Was mich allerdings stutzig an der Sache macht ist, dass Frau Konrad nicht nur eine einfache Abgeordnete ist, die nebenbei auch noch aus der Landwirtschaft kommt, sondern auch noch gleichzeitig die stellvertretende Vorsitzende des Ausschusses für Ernährung und Landwirtschaft.

Jetzt mag ich der Frau Merlot ja zugute halten, dass sie nicht unbedingt wissen konnte, dass das Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (BVL), das ja dem Bundeslandwirtschaftsministerium untersteht, wenige Tage später die aktuellen Zahlen veröffentlichen würde. (Download: Via Link unten "Meldung von Inlandabsatz...").

Aber die stellvertretende Aussschussvorsitzende? Tatsächlich?! 

Die, die sich so für das Thema Glyphosat interessiert, dass sie eine Kleine Anfrage startet mit dem Titel 

"Glyphosatausstieg – gesellschaftlicher Trend oder wissenschaftliche Notwendigkeit?"

Wieso schickt sie überhaupt vorab ein solches Papier, das noch nicht mal öffentlich ist, an eine Spiegel-Redakteurin? Hätte man da nicht auch einfach warten können bis es offiziell da ist und dann erst freundlich darauf hinweisen? Frau Merlot hätte das jedenfalls einiges an Arbeit erspart...

Oder war vielleicht doch möglicherweise der Hintergedanke, dass man mit dem "niedrigsten Stand seit 13 Jahren" vom Bayer-Konzern etwas Druck nehmen wollte, dessen Aktienkurs zu der Zeit mit Karacho auf ein 5-Jahres-Tief abrauschte?

Oder/und die steigende Kritik an Bundeslandwirtschaftsministerin Julia Klöckner, die gemäss Koalitionsvertrag ja eigentlich etwas gegen Glyphosat unternehmen sollte und nichts kommt?

Ich denke nicht, dass sich diese Frage abschliessend klären lässt, aber merkwürdig ist das allemal.



Download Kleine Anfrage, Antwort der Regierung
Die Antwort der Bundesregierung auf die Kleine Anfrage ist zwar noch nicht abschliessend öffentlich, aber derzeit kann man sich diese unter dem Link auf den Bildschirm holen.
Hochinteressant, druckt Euch sie aus, speichert sie ab und lest sie später, wenn Ihr nicht gleich dazu kommt. Denn dort steht bemerkenswertes. Wie zum Beispiel dass seitens der Bundesregierung eingeräumt wird:
"Glyphosathaltige Pflanzenschutzmittel haben Einfluss auf die biologische Vielfalt."




Könnt Ihr noch!? Sonst setzt Euch ein Lesezeichen, denn wir sind noch nicht fertig, und was noch kommt birgt weiteren Sprengstoff... 
und ausserdem wollen wir ja gerne wissen, was denn nun eigentlich stimmt...


Eben wollte ich mich gerade wieder meiner eigentlichen Arbeit widmen, da sehe ich einen Twitterpost, der meine Aufmerksamkeit fesselte. Dort schreibt ein First Officer den Bundestagsabgeordneten Harald Ebner an und stellt eine sehr gute Frage.

Ich übersetze es mal mit meinen Worten, was er schreibt:

"Wieviel von den Zahlen (des BVL) sind denn jetzt wirklich Glyphosat, da die Zahl 4694 Tonnen ja die Gesamtmenge der Kategorie Organosphosphor-Herbizide darstellt."


Das ist eine sehr gute Frage, denn ich habe ja schon weiter oben erwähnt, dass sich seit 2011 das Prozedere geändert hat. Aktuell wird Glyphosat nicht mehr einzeln erfasst, sondern man fasst das seitens des BVL in einer Kategorie zusammen. 

Das hat zur Folge, dass die tatsächlichen Verkaufszahlen von Glyphosat selbst so vermischt werden mit anderen Zahlen, dass man seitens des Bundeslandwirtschaftsministeriums (zumindest offiziell) eigentlich gar keinen echten Überblick mehr hat, wie der Gesamtverbrauch von Glyphosat denn nun aussieht. 

Und hier will ich ganz klar sein: Ich unterstelle, dass das vorsätzlich passiert.

Entweder ist das seitens der datenanliefernden Instanz (mehr dazu weiter unten) so durchgesetzt worden, oder das BVL hat diese Veränderung selbst so vorgenommen. 


Was mich ehrlich gesagt überhaupt nicht mehr verwundern würde - nach alldem, was vom Bundeslandwirtschaftsministerium und seinen untergeordneten Behörden wie BVL und BfR in den letzten Jahren zum Thema Glyphosat geschah. 


Noch eine kleine Randnotiz an dieser Stelle: Hinter dem Pseudonym First Officer wird Mitchell Weitz aus Pennsylvania vermutet, ein Siemens-Elektroingeneur im Ruhestand und einer der leitenden Persönlichkeiten von Monsantos "Let Nothing Go"-Programm, wo vermeintlich unabhängige Dritte in den Sozialen Medien Glyphosat und andere Monsanto-Produkte gegen Bezahlung verteidigen sollen. Wer sich seinen Twitterfeed und seine sonstigen Aktivitäten im Internet so anschauen mag wird sicher einen guten Eindruck gewinnen, wie so etwas aussieht. Auffällig ist auch, dass er seit Jahren einen sehr engen Draht zu den Bauernverbands-Social-Media-Influencern und Gentechnik-/Glyphosat-Evangelisten Susanne Günther, Marcus Holtkötter, Nadine Henke, Bernhard Barkmann, u.a. sowie zu den Lobbyisten Ludger Weß und David Zaruk hat, was Beobachter schon vermuten liess, dass er der Kontaktmann oder die Schnittstelle des Programms nach Deutschland sei.



Nun ist es merkwürdig, wieso ein derart mit Internas versierter Mann wie Weitz an MdB Harald Ebner die Frage stellt, deren Antwort er ziemlich sicher kennt?



Gestern nun ging dieses Spiel in die nächste Runde... 

Die Online-Version der Zeitschrift "agrar heute" veröffentlichte einen "Faktencheck" mit dem Titel, 



"Glyphosatmengen angestiegen: Die Fakten dahinter"  

Dort wird unter anderem darauf hingewiesen, dass der vom BVL genannte Zahl eine weitaus niedrigere Zahl von der Industrie vorliegt. 



Und die Frage gestellt "4.700 t oder 2.700 t - was ist richtig?".

Um dann wohl zwischen den Zeilen nahezulegen, dass die Vorgehensweise der Industrie wohl die bessere, genauere sei.

Jetzt muss man verschiedene Dinge darüber wissen, will man diese Zahlen einschätzen:


Erstens gehört agar heute zur Deutscher Landwirtschaftsverlag GmbH, deren Gesellschafter die BLV Verlagsgesellschaft mbH ist, der wiederum dem Bayerischen Bauernverband als Hauptgesellschafter gehört. 

Und wie der Bauernverband zum Einsatz von Glyphosat steht, das wissen alle, die sich mit dem Thema auch nur ein paar Stunden beschäftigen. Wer dazu keine Zeit hat: 


"Der Bauernverband findet Glyphosat sehr toll. Also. Sehr. Toll." 

Und wie auch andere "Fachzeitschriften", deren Hauptzielgruppe die Landwirte selbst sind, so ist auch agar heute natürlich eine Adresse, mit der man die Nachrichten des Bauernverbandes sehr direkt kommunizieren kann. 

Womit wir wieder an die Stelle kommen, in der man die Zahl lieber kleiner hat als 25%, damit das Mittel nicht schon wieder ins Gerede kommt (wo es hingehört!).

Der Artikel ist gespickt mit wertvollen Daten, vielen Dank an den Autor Klaus Strotmann, das BVL und den Industrieverband Agrar, IVA. Diese werden am Ende des Beitrages als Material-Lieferanten genannt.

Jetzt lohnt es natürlich auch nochmal kurz zu schauen, wer der Industrieverband Agrar ist, zumal die in den Sozialen Medien, auf Twitter und die Landwirten massiv mit ihrer Auffassung eindecken, dass Glyphosat unverzichtbar ist - und total ungefährlich. 


Und wer nun hier auf die Mitgliederliste schaut, der findet so gut wie alle grossen Namen der sogenannten Glyphosate Task Force wieder, das sind die, die sich so sehr für die Wiederzulassung von Glyphosat eingesetzt haben. Inklusive Monsanto und BAYER.

Die Leitung hat... Monsanto, und GTF sind auch jene, die im Antrag für die Wiederzulassung alle wesentlichen Daten an das BfR geliefert haben. 

Für deren "Risikobewertung".
Das lässt es jetzt also so aussehen, dass die vereinigten Glyphosathersteller mit Rang und Namen für diesen Bericht ihrerseits Daten angeliefert haben, die den Wert von 4700 Tonnen auf 2700 herunterspielen. Man ist wohl nicht mehr stolz auf Erfolge.

Was aber irgendwie fast schon lustig ist. 
Denn das sind ja doch die gleichen, die das BVL mit Daten beliefern, indem sie ihrer Meldepflicht nachkommen. Und hier beginnt sich dann die Katze in den Schwanz zu beissen. Irgendwo stimmt irgendwas nicht.


In jedem Fall muss man davon ausgehen, dass dieser Bericht - vorsichtig gesagt - ein klein wenig von Interessen eingefärbt ist.

Getoppt wird das Ganze jedoch durch diese Passage hier:

  "Die von der Industrie kommunizierten Verbräuche basieren auf Befragungen des Meinungsforschungsinstituts Kleffmann Group. Hier werden tatsächlich angewendete Mengen bei einer begrenzten Anzahl von Betrieben abgefragt und auf Gesamtdeutschland hochgerechnet. "  


Also die Passage, die ja eigentlich herangezogen wird, um zu erklären, dass man wohl eher von 2.700 als von 4.700 Tonnen auszugehen habe. 

Denn was der Artikel nicht erwähnt ist, wer denn die Kleffmann Group ist, die hier nach Meinungen forscht. Dazu habe ich Erstaunliches zu berichten. Und zwar von deren Webseite selbst:




Hinzu kommt weiter, dass das die gleiche "Group" ist, die - als die Wiederzulassung mehr als wackelig war - den Landwirten erklärte, dass sie im Falle eines Verbot bis zu 70% ihrer Ernte abschreiben könnten. Verkauft als Studie, allerdings ebenfalls "höchstwissenschaftlich" auf Umfragen bei Landwirten basierend.








Jetzt werden einige denken, "das heisst ja gar nichts, das der Mann von Monsanto kam", aber wer das tut vergisst dabei, dass das gar nicht das erste Mal ist, dass Monsanto den Drehtüreffekt nutzt. Das hat Methode, und nicht nur, dass sie in der Politik wesentliche Schlüsselpositionen besetzen,


sondern wir auch spätestens seit den Monsanto Papers auch wissen, dass das eine bewusst eingesetzte Strategie ist, die u.a. in einem wissenschaftlichen Magazin angewendet wurde, um eine besonders vernichtende, kritische Studie aus dem Verkehr zu ziehen (Dokumente 7 bis 14).

Fassen wir also erst einmal zusammen:

(1) Die aktualisierte Version des BVL für das Jahr 2017 spricht von einem Verbrauch von 4.700 Tonnen. Oder auch 4.700.000 Liter. 

Davon sind 99% oder 4.655 Tonnen in die gewerbliche Nutzung gegangen. 
67,6 Tonnen davon auf die Gleise, wie immer wird auch hier die Nebelkerze Deutsche Bahn im Artikel erwähnt. Was lächerlich ist, denn wenn wir die abziehen bedeutet es, dass gerundet 


4,59 Millionen Liter entweder auf den Ackerböden, Waldböden oder Weinbergen 

gelandet sind.

2) Die Frage des First Officer an MdB Harald Ebner beanwortet sich ebenfalls aus dem agar heute Artikel. Zitat: 



"Zu dieser Gruppe gehört im Wesentlichen Glyphosat. Glufosinat als weiterer Wirkstoff dieser Gruppe wird hierzulande nicht mehr gehandelt und angewendet."

Das bedeutet zumindest für Deutschland, dass der einzig ernstzunehmende Konkurrent in der Gruppe der Organophosphate, nämlich Glufosinat in dieser Zahl keine Rolle spielt. 

Da alle anderen Alternativen im Einsatz verschwindend gering sind und vermutlich durch das oben erwähnte Runden wohl aufgefangen werden, spielt die unsägliche Kategoriebildung keine Rolle, aufgrund derer man die Zahl nach unten korrigieren müsste.


3) Die 2.700 Tonnen, die die Industrie den Landwirten entlockt haben will, via einem PR-Unternehmen, dessen Marketing-Chef ein Monsanto-Mann ist, ist für mich ebenso unglaubwürdig, wie damal die 70% Ertragseinbussen. 

Abgesehen entstehen die Zahlen aus Umfragen. 

Und wendet die Kleffmann Group die gleiche Methode an wie ihr französisches Pendant IPSOS, dann werden die Landwirte für die Fragestellung wohl sogar vorausgewählt, oder freundlichst angeleitet, was man gerne von ihnen hören möchte.







FAZIT:

Basierend auf den oben genannten Gründen bin ich persönlich der Auffassung, dass die Daten, die dem BVL gemeldet worden sind wohl am nächsten der Realität nahe kommen. 

Die Einstufung in Kategorien, die die tatsächlich Zahlen vernebelt ist ein Fehler, der rückgängig gemacht werden muss und es wäre auch sehr spannend zu erfahren, wer diesen Unsinn veranlasst hat. Und wann das geschah. 

Bei einem umstrittenen Mittel wie Glyphosat keine zuverlässige Datenlage zu haben ist schlichtweg inakzeptabel.

Der Verbrauch in 2017 ist um rund 25% gestiegen und liegt wohl bei rund 4.590.000 Litern, die gewerblich in die Umwelt ausgebracht worden sind. 

Und das obwohl der Bundesregierung klar ist, dass das Mittel einen massiven Einfluss auf die Umwelt hat.

Eine bemerkenswert hohe Menge, wenn man bedenkt, dass zwischenzeitlich bereits 45% der EU-Bodenfläche kontaminiert sind, Grundwasser über EU-Grenzwert gemessen wird, einen Liter Glyphosat im Trinkwasser zu neutralisieren zwischen 100.000 und 200.000 Euro kostet und Millionen Liter Wasser gereinigt werden müssen, 70% der Bevölkerung den Unkrautvernichter im Körper nachweist und das Mittel seitens der WHO-Krebsforschungsagentur IARC und auch von Mitarbeitern der US-Umweltbehörde EPA nach wie vor als wahrscheinlich krebserregend eingestuft wird.



Die Frage, die wir uns alle stellen sollten ist: 
Wie lange können wir uns das alles noch leisten?


Bis später.



Weiterführende Links:
Sind diesmal alle im Text verarbeitet, teilweise sehr wertvolle Ressourcen.
Ich empfehle ausnahmslos den Klick.